Zweitwohnsitzsteuer: Wer sie zahlen muss und wann sie fällig wird

Lesermeinungen:  

(15)

Am Studienort ein WG-Zimmer, der Hauptwohnsitz bleibt aber bei den Eltern oder eine Zweitwohnung am Arbeitsort - das kann teuer werden. Denn viele Kommunen verlangen eine Zweitwohnsitzsteuer. Wie hoch die Steuer ist und ab wann sie gezahlt werden muss, variiert von Stadt zu Stadt.

Steuer, Zweitwohnsitzsteuer, Foto: Hetizia / fotolia.com
In vielen Städten wird eine Zweitwohnsitzsteuer fällig. Foto: Hetizia / fotolia.com

Zum Studium ziehen viele junge Menschen bei Mama und Papa aus, in die erste eigene Wohnung. Die meisten Hochschüler melden ihre Studentenbude allerdings nur als Zweitwohnung an. Ihren Hauptwohnsitz behalten sie bei ihren Eltern – aus versicherungstechnischen Gründen, weil sie die Semesterferien am Heimatort verbringen oder um Behördengänge zu vermeiden. Das kann jedoch auf Dauer teuer werden. Denn viele Uni-Städte verlangen eine sogenannte Zweitwohnsitzsteuer. Der Grund: die Studenten sollen ihren Hauptwohnsitz am Studienort anmelden statt bei den Eltern, weil der Kommune sonst eine Menge Geld durch die Lappen geht.

Für jeden Einwohner, der mit  seinem Erstwohnsitz in einer Gemeinde gemeldet ist, erhält die Kommune einen Steuerausgleich, nimmt also Geld ein. Dieser Finanzausgleich greift für Inhaber eines Zweitwohnsitzes nicht. Weil aber auch diese Bewohner öffentliche Einrichtungen der Stadt – wie Schwimmbäder oder Bibliotheken – besuchen und diese Einrichtungen auch unterhalten werden müssen, haben sich einige größere Städte dazu entschlossen, das Geld über die Zweitwohnsitzsteuer einzutreiben.

Zweitwohnsitzsteuer: Kommune entscheidet über Höhe

Prinzipiell darf laut Gesetz jede Kommune selbst entscheiden, wie hoch die Zweitwohnsitzsteuer ist und ab wann sie fällig wird – Berechnungsgrundlage ist aber immer die Jahresnettokaltmiete. In den Unistädten Berlin und Tübingen beträgt der Steuersatz fünf Prozent der Jahresnettokaltmiete.

Zweitwohnsitzsteuer, Zweitwohnungssteuer, Grafik: immowelt.de

In München sind es neun, in Stuttgart zehn Prozent. Mit über 32 Prozent den höchsten Steuersatz hat Überlingen. Die Unistadt Konstanz folgt mit rund 25 Prozent.

Beträgt beispielsweise die Nettokaltmiete 250 Euro pro Monat und beträgt der Steuersatz 20 Prozent, werden im Jahr 600 Euro Steuern fällig.

Unterschiedlich geregelt ist auch, was unter den Begriff „Zweitwohnung“ fällt. Manche Kommunen verstehen darunter jeden umschlossenen Raum, der zum Schlafen genutzt wird. In anderen Städten wird eine abgeschlossene Wohneinheit mit Kochnische und Bad als Zweitwohnung bezeichnet. Sogar für Garten- oder Blockhütten, die eigentlich gar keinen richtigen Schlafplatz haben, zahlen Bürger in manchen Gemeinden Steuern. Immer wieder streiten sich Betroffene mit der Stadt vor Gericht über die Definition der Zweitwohnung.

Verheiratete Berufspendler sind von der Steuer ausgenommen

Auf jeden Fall von der Steuer befreit sind Menschen, die ein Zimmer in einer Gemeinschaftsunterkunft, wie einem Altenheim, bewohnen. Auch Berufspendler, die am Arbeitsort eine Zweitwohnung haben, müssen nichts zahlen – sofern sie verheiratet sind. In Bayern entfällt die Steuer für Geringverdiener mit Jahreseinkünften bis zu 25.000 Euro. Studenten sind nicht automatisch von der Zweitwohnsitzsteuer ausgeschlossen.


Ihre Meinung zählt

(15)
3.9 von 5 Sternen
5 Sterne
 
7
4 Sterne
 
2
3 Sterne
 
5
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
1
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Steuern sparenTipps für Mieter

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

18 Kommentare

Astra am 09.11.2017 22:18

Hallo!

Ich komme aus Südtirol, habe dort eine Eigentumswohnung, die in meinem alleinigen Besitz ist und auf die mein Erstwohnsitz läuft. Bis Juni 2017 bin ich dort einer Vollzeitbeschäftigung nachgegangen. Da ich seit 6 Jahren eine... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 10.11.2017 09:28

Hallo Astra und vielen Dank für Ihren Kommentar,

ein Wohnsitz innerhalb Deutschlands gilt in der Regel dann nicht als Zweitwohnsitz, wenn sich die andere Wohnung im Ausland befindet. Insofern können Sie beim zuständigen Amt in... mehr

jmuc am 29.10.2017 17:12

Hallo.

Würde mich freuen von Euch einen Rat zu bekommen.

Meine Freundin kommt aus Rheinland Pfalz nach München zum arbeiten.

Sie wohnt bei mir kostenlos und fährt jedes zweite WE an ihren Hauptwohnsitz in der Pfalz.

Muss sie München als... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 30.10.2017 11:59

Hallo jmuc,

falls Sie in einer Mietwohnung wohnen, sollten Sie erst Ihren Vermieter fragen, ob Ihre Freundin mit einziehen darf.

Für die Anmeldung des Wohnsitzes benötigt Ihre Freundin zudem eine Wohnungsgeberbestätigung von Ihrem... mehr

Quengelgoere am 12.07.2017 03:41

Hallo,

ich wohne seit 17 Jahren in NRW, habe seit 15 Jahren einen Zweitwohnsitz angemeldet bei meiner Mutter (studiere nicht, bin auch über 40 J.!) im Land Bremen NUR zu postalischen Zwecken, habe NIE dort gewohnt! Nun habe ich einen... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.07.2017 09:36

Hallo Quengelgoere,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Aus der Ferne lässt sich leider nur schwer abschätzen, wie Sie die Zahlung einer Zweitwohnungssteuer vermeiden können, zumal die Gemeinden hier in der Praxis sehr unterschiedlich... mehr

15 weitere Kommentare laden