Warum eine Reservierungsgebühr fast immer unzulässig ist

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Wenn Makler Kaufimmobilien vermitteln, verlangen sie manchmal eine Reservierungsgebühr von einem potenziellen Käufer. Im Gegenzug bieten sie die Immobilie in einem bestimmten Zeitraum keinem anderen Kunden mehr an. Allerdings sind solche Reservierungsgebühren oft nicht zulässig.

Maklervertrag, Reservierungsgebühr, Foto: endostock/fotolia.com
In einigen Maklerverträgen finden sich Vereinbarungen über eine Reservierungsgebühr. Diese ist jedoch in den meisten Fällen unzulässig. Foto: endostock/fotolia.com

Makler kennen das: Bei der Besichtigung einer Kaufimmobilie geben viele potenzielle Käufer an, sehr interessiert an einem Kauf zu sein, springen später aber doch wieder ab. Das ist nicht ungewöhnlich, schließlich ist ein Immobilienkauf keine leichte Entscheidung. Um sicher zu gehen, dass der Interessent das Haus oder die Eigentumswohnung auch wirklich kaufen will, verlangen einige Makler  eine sogenannte Reservierungsgebühr.

Die Idee dahinter: Der Makler bietet die Immobilie im Gegenzug für einen bestimmten Zeitraum keinem weiteren Interessenten an. Kauft der Interessent das Haus später, wird die Gebühr von der noch zu zahlenden Maklerprovision abgezogen. Hat er dann aber doch kein Interesse, bekommt er die Gebühr nicht zurück. Allerdings: Rechtlich zulässig sind solche Gebühren nur in einem engen Rahmen.

Keine Reservierungsgebühr bei vorformulierten Klauseln

Unwirksam sind Vereinbarungen über Reservierungsgebühren auf jeden Fall dann, wenn sie im Rahmen eines vorformulierten Vertrags getroffen wurden und dem potenziellen Kunden keinen nennenswerten Vorteil verschaffen. Wie der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden hat, muss der Makler die Gebühr in einem solchen Fall zurückzahlen, wenn sich der Kunde gegen den Kauf der Immobilie entscheidet (Az.: III ZR 21/10). Der Grund: Vorformulierte Vereinbarungen unterliegen laut Bürgerlichem Gesetzbuch einer besonders strengen Inhaltskontrolle. Im vorliegenden Fall urteilten die Richter, die Klausel sei lediglich ein Versuch des Vermittlers gewesen, sich eine Vergütung zu sichern, falls die Immobilienvermittlung scheiterte.

Auch urteilten die Richter, dass sich für den Interessenten kaum ein Vorteil durch die Zahlung der Reservierungsgebühr ergebe. Denn: Selbst wenn der Makler sich verpflichtet, die Immobilie in einem bestimmten Zeitraum keinem anderen anzubieten, bestimmt im Zweifel immer noch der Verkäufer, was mit seinem Haus geschieht. Er kann sich jederzeit entscheiden, sein Haus doch nicht zu verkaufen oder es, ganz ohne Makler, an einen anderen Interessenten zu veräußern.

Wirksame Reservierungsgebühren nur schwer zu vereinbaren

Die Hürden für zulässige Reservierungsgebühren sind hoch. „Eine wirksame Reservierungsvereinbarung ist zwar theoretisch denkbar“, erklärt Rechtsanwalt Wolfgang Lehner von der Kanzlei Lehner, Dänekamp & Mayer aus Heidelberg, „in der Praxis müssen dafür aber eine ganze Reihe von Faktoren erfüllt sein, die es unwahrscheinlich machen, das eine solche Vereinbarung einer richterlichen Überprüfung standhält“. So müsse der Makler beispielsweise einen qualifizierten Alleinauftrag des Verkäufers haben, damit ausgeschlossen ist, dass ein anderer Makler die Immobilie vermittelt. Zudem müsse der Verkäufer mit der Reservierung und dem Verkauf an den potenziellen Interessenten grundsätzlich einverstanden sein und die Reservierung muss zeitlich begrenzt sein. „Außerdem halten die Gerichte eine Reservierungsvereinbarung teilweise für notariell beurkundungsbedürftig – und zwar dann, wenn die Gebühr die Grenze von zehn Prozent der Provision überschreitet“, so Lehner weiter.

Rechtsanwalt, Wolfgang Lehner, Foto: Privat
Rät von Reservierungsgebühren ab: Rechtsanwalt Wolfgang Lehner. Foto: Privat

Fazit

„In den meisten Fällen würde ich dazu raten, auf eine Reservierungsgebühr zu verzichten“, sagt Lehner. Vor Gericht hielten solche Gebühren nur in den seltensten Fällen stand. „Das BGH-Urteil aus dem Jahr 2010 war so etwas wie der Todesstoß für jede Reservierungsgebühr“, so Lehner. Reservierungsvereinbarungen ohne Gebühr können indes weiterhin problemlos getroffen werden.


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18 Kommentare

Streffing am 10.08.2018 12:20

Neben dem formal juristischen Faktum ist aber bei vielen Kunden insbesondere die moralische Verpflichtung einer Reservierung nicht zu unterschätzen.

Wir machen die Kunden explizit darauf aufmerksam, dass ggf. bei Rücktritt eine Gebühr fällig wird, auch ggf. seitens des Notars für den Entwurf des KV. D. h. die Hürde für den Interessenten wird etwas höher gelegt. Aißerdem kann nur reservieren, wer eine Finanzierung nachweisen kann oder EK. Die Zustimmung des Verkäufers holen wir ein, die Höhe von 10% wird nicht überschritten.

Wir haben eigentlich nur gute Erfahrungen damit gemacht.

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Pfeiffer am 10.08.2018 16:41

Wir reservieren ein Objekt für unsere Kunden nur dann, wenn wir von der finanzierenden Bank erstens ein Kopfnicken erhalten haben und der Banker signalisiert hat, dass die Bank für die schriftliche Finanzierungszusage noch ein paar Tage Zeit benötigt wird. In diesem Augenblick kann der Käufer auch selbst den Notar beauftragen oder den Makler schriftlich anweisen, einen Notar zu finden. Eine Gebühr wird nicht geschuldet, sie ist absolut unnötig und schreckt unnötigerweise eher ab, weil jedes Kind in Deutschland weis, dass ein Käufer erst nach dem Kauf seine Zeche zahlen muss.

Immo-peter am 10.08.2018 11:52

Übliches Bla bla was eigentlich jeder schon kennt. Es wird eigentlich immer nur geschrieben, was der Makler nicht darf.....

Überflüssiger Newsletter

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Nowak Immobilien AG am 10.08.2018 11:35

Wir reservieren grundsätzlich nicht, da uns die Problematik bekannt ist und wir dies bereits im Jahre 2014 in unserer Immobilienkolumne kundgetan haben.

Einige Maklerkollegen behaupten zwar etwas anders, aber davon sollten Sie sich

nicht beeindrucken lassen, so der IVD-Regionalbeirat und Immobilienexperte Armin

Nowak, Vorstand der Nowak Immobilien AG aus Berchtesgaden.

Wenn eine Immobilie für Sie von einem Makler reserviert werden soll und dieser

dafür sogar eine Gebühr will, ist dies rechtlich gar nicht möglich. Die Reservierung

kann er Ihnen gar nicht garantieren, weil er nicht Vertragspartner ist und nicht weiß,

ob der Verkäufer noch verkaufsbereit ist oder ob er nicht von seinem Recht, selbst

verkaufen zu können, Gebrauch macht. Eine Reservierung wäre allenfalls nur im

Einverständnis mit dem Makler und Verkäufer möglich. Rechtlich bindend aber ist sie

auch nur, wenn sie notariell beurkundet wird, weil dies die Formvorschrift bei

Immobiliengeschäften ist.

Und hier stellt sich die entscheidende Frage: Wenn man den Verkäufer und Käufer

sowieso zum Notartermin bringt, warum wird dann nicht gleich der Hauptvertrag

geschlossen? Die Empfehlung lautet daher, allenfalls einem Käufer bis zur Klärung

seiner Finanzierung und seiner Fragen eine kostenlose unverbindliche Reservierung

zuzugestehen aber mit der Maßgabe, wenn ein anderer Interessent schneller ist,

dass er keinen Rechtsanspruch auf Schadensersatz gegenüber dem Makler oder

dem Verkäufer geltend machen kann. Schließlich bleibt der Verkäufer in seiner

Entscheidung bis zuletzt frei, wem er seine Immobilie verkauft.

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Pfeiffer am 10.08.2018 16:58

Die kostenfreie und unverbindliche Reservierung des Objekts mit Einverständnis des Verkäufers ist die Lösung des Problems. Sobald vor der notariellen Beurkundung Gelder fließen sollen, ist etwas faul.

Guido Melzer am 10.08.2018 11:34

Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit Reservierungsvereinbarungen. Wir stimmen diese mit dem Eigentümer ab und halten uns an die Vereinbarungen. Das Problem entsteht doch in der Regel auf der Käuferseite wenn diese voreilig oder unüberlegt eine Immobilie kaufen wollen, aber nicht die erforderlichen Voraussetzungen dafür bringen.

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Petersen und Lohse Immobilien am 10.08.2018 11:23

Wir "reservieren" exakt so lange die Immobilie, bis u.U. ein anderweitiger Verkauf möglich ist. Dann muss sich der Begünstigte aus der Reservierung sofort entscheiden, ob er auch tatsächlich kauft. Sollte er das nicht wollen/können, hatte er noch einmal das Wort und die Immobilie geht an den "nächsten". Wir berechnen lediglich transparente Courtagen im vernünftigen Rahmen (tw. in der Höhe auch in Abhängigkeit vom Kaufpreis) und arbeiten AUSSCHLIESSLICH mit einem qualifizierten Alleinauftrag: ein und dasselbe Haus bei mehreren Maklern im Netz, das Ganze noch zigmal "untereinander" in der Ergebnisliste kann kein vernünftiger Verkäufer ernsthaft wollen, denn es wird ein merkwürdiger Eindruck hinsichtlich des Verkaufes an die Interessenten vermittelt. Das funktioniert seit Jahren gut, weil die Vorteile für alle Seiten auf der Hand liegen.

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Vale1985 am 15.03.2018 08:57

Hallo hoffentlich kann mir jemand helfen.

Wir müssen damals 2000€ Reservierung bezahlen an Makler und wollten eigentlich das Haus auch kaufen. Leider hat dass alles mit mit Finanzierung geklappt und wir müssten von Kauf zurück treten. Der ist mittlerweile auch frech geworden und will diese 2000€ behalten. Ein Prozess heisst für uns weitere Kosten die wir uns nicht leisten können. Würden aber gerne dass machen wenn er rechtlich gesehen kein Geld von Reservierung behalten darf.

Ein Termin bei Anwalt haben wir schon aber ich würde mich über jeden Rat und Hilfe freuen.

Danke

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immofenster am 10.08.2018 11:39

Es wäre nicht verkehrt im Vorfeld den Finanzierungsrahmen mit einer Bank, Bausparkasse zu überprüfen. Das erspart Enttäuschung auf allen Seiten.


JJPP am 10.08.2018 13:22

Hallo ! Für mich stellt sich hier die Frage, warum Kaufinteressenten vor Besichtigung und Reservierung Ihre möglichen Finanzierungsrahmen nicht vorab klären. Ich bestell doch auch keine Porsche und stelle dann fest, daß mein Budget eigentlich nur für Fiat 500 hergibt.


Immowelt-Redaktion am 15.03.2018 09:56

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

Reservierungsgebühren sind in vielen Fällen in der Tat nicht wirksam zu vereinbaren. Wenn der Makler das Geld jetzt allerdings einbehält und Sie der Auffassung sind, es steht Ihnen zu, bleibt Ihnen in der Tat nichts anderes übrig, als das Geld über einen Anwalt einzuklagen. Hierzu haben Sie den richtigen Schritt ja bereits getan. Zusätzlich erhalten Sie auch bei einem Eigentümerverband wie Haus & Grund eine Rechtsberatung.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion


Vale1985 am 15.03.2018 09:00

*Alles mit Finanzierung hat NICHT geklappt..... sorry :-)

kathi2018 am 01.02.2018 16:26

Hallo zusammen,

wir mussten eine Reservierungsgebühr von 2.000 € (Kaufpreis Haus 259.000 €) an den Eigentümer überweisen, damit das Objekt für 4 Wochen aus der aktiven Vermarktung genommen wird.

Nun mussten wir uns gegen das Objekt entscheiden.

Können wir die Reservierungsgebühr begründet zurück verlangen?

Lieben Dank für Tipps.

Viele Grüße, Katja

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Immo-peter am 10.08.2018 11:55

Da hilft oft vorher überlegen.... Man muss sich auch einmal eine Minute in die Situation versetzen. Soll eigentlich immer nur der Idiot von allen sein!

Fazit: vor dem reservieren Bank und Hirn einschalten


Immowelt-Redaktion am 02.02.2018 08:36

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

ob Sie die Reservierungsgebühr zurückverlangen können, hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab, unter anderem davon, in welcher Form sie vertraglich vereinbart wurde. Wir würden Ihnen daher eine Rechtsberatung empfehlen. Diese erhalten Sie von einem Fachanwalt oder einem Eigentümerverein wie Haus & Grund.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Saphira82 am 12.09.2017 18:17

Ich soll eine Reservierungsgebühr zahlen für die Bereitstellung weiterer Unterlagen für die Bank, damit mein Finanzberater die Unterlagen über das Haus erhält und die Bankanfrage starten kann. Die Maklerin teilte mir mit, dass sie ja nicht weiß ob das Haus nach der Entscheidung der Bank noch da ist. Hier werden gleich mehrere Häuser verkauft in einem Wohnkomplex. Bekomme ich also keinen Kredit bei der Bank so ist die Reservierungsgebühr weg, ansonsten wird sie angerechnet. Wie verhält es sich in solchen Fällen?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 13.09.2017 08:49

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

auch in einem solchen Fall gelten generell keine anderen Regelungen als die im Artikel geschilderten. Wie im Einzelfall ein Gericht über die Zulässigkeit einer Reservierungsgebühr entscheiden würde, lässt sich vorab allerdings leider nicht sagen. Sollten Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Gebühr haben, empfehlen wir daher die Beratung durch einen Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Kees van het Hooft am 15.04.2017 20:31

Tja für mich war es halt "Wilkommen in Deutschland". Bin als Holländer dabei eine Eigentumswohnung zu kaufen und der Makler hat schon ein paar Mal versucht eine Reservierung zu machen.....

Dieser Holländer ist damit nicht einverstanden,

In den Niederlande wird, wenn man beabsichtigt eine Wohnung zu kaufen, ein vorläufiger Kaufvertrag gemacht. Innerhalb von 3 Tage nach Unterzeichnung kann der Käufer vom Verkauf zurück treten, ohne einen Grund angeben zu müssen.

Danach hat der Käufer sechs Wochen Zeit um die Finanzierung zu regeln. Wenn das nicht gelingt kann er ohne Styrafe vom Verkauf zurücktreten.....

ICh denke das für alle Parteien einen solchen Vertrag sinn macht.........

Ich muss jetzt erst die Bank abwarten ob es klappt, erst dann wird einen Vertrag gemacht, aber sicherlich keine Reservierung.

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reteip59 am 11.03.2017 18:02

Ich habe in 37 Jahren noch nie eine Reservierung vereinbart. Der Zweck einer Reservierung ist doch entweder der Wunsch nach Bedenkzeit oder die notwendige Schaffung von Voraussetzungen für den Kauf. Gerade in der heutigen Zeit bietet es sich m.E. nicht an, z.B. auf die neuerdings viele Wochen dauernden Bankzusagen zu warten. Wir besichtigen erst bei wirklich nachhaltigem Interesse und akzeptieren Kaufzusagen nur in Verbindung mit sichergestellten Kaufpreiszahlungen. Die Verkäufer danken es uns (und die Zeitdiebe verschonen uns).

Jan-Pieter Frick

FRICK IMMOBILIEN

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McHamburg am 10.03.2017 13:14

Einfach nicht reservieren und gut ist. Wir machen das schon seit gut 6 Jahren nicht mehr. Hängt sicher immer vom Markt ab, aber hier in Hamburg werden wir bei fast jeder Immobilie vom Kunden gefragt, ob eine Reservierung (gern auch kostenpflichtig) möglich ist. Was der BGH verkennt, ist der Vorteil für den Kunden überhaupt etwas zu bekommen. Wir haben nicht wenige Kunden die seit 2 und mehr Jahren einen passenden Bauplatz suchen.

Da hier in Hamburg doch recht viele Notare die 14- Tagesfrist ab Zusendung des Entwurfes auch bei Nicht-Verbraucherverträgen versuchen zur Anwendung zu bringen und man als drängelnder Makler dann meist eher unangenehm auffällt, machen wir bis nach Beurkundung ganz normal weiter ... Anzeigen, Besichtigungen etc. Wir weisen jeden Neukunden darauf hin, dass ein Notarvertrag in Vorbereitung ist und informieren Altkunden und Eigentümer kurzfristig über Entwicklungen.

Nicht selten flattern weitere Gebote rein, die den Altkunden zum Nachbessern animieren oder zum Käuferwechsel führen. Diese gesetzeskonforme Arbeitsweise wird interessanter Weise vom Altkunden nicht selten als unseriös empfunden ... tja jedes Land hat die Makler, die es verdient ;-))

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Nowak Immobilien AG am 10.03.2017 11:58

Die Reservierungsgebühr ist ein alter Hut. Entweder der Kunde kauft oder er kauft nicht, man kann ihm nicht zum Notar prügeln. [Kommentar gekürzt, Anm. d. Red.]

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Nowak Immobilien AG am 12.03.2017 08:23

(An die red.) Nachdem Sie unseren Text gekürzt haben, hier die wichtigsten Auszüge, die den ersten Satz erst verständlich machen:

Wenn eine Immobilie für Sie von einem Makler reserviert werden soll und dieser

dafür sogar eine Gebühr will, ist dies rechtlich gar nicht möglich. Die Reservierung

kann er Ihnen gar nicht garantieren, weil er nicht Vertragspartner ist und nicht weiß,

ob der Verkäufer noch verkaufsbereit ist oder ob er nicht von seinem Recht, selbst

verkaufen zu können, Gebrauch macht. Eine Reservierung wäre allenfalls nur im

Einverständnis mit dem Makler und Verkäufer möglich. Rechtlich bindend aber ist sie

auch nur, wenn sie notariell beurkundet wird, weil dies die Formvorschrift bei

Immobiliengeschäften ist.

Und hier stellt sich die entscheidende Frage: Wenn man den Verkäufer und Käufer

sowieso zum Notartermin bringt, warum wird dann nicht gleich der Hauptvertrag

geschlossen? Die Empfehlung lautet daher, allenfalls einem Käufer bis zur Klärung

seiner Finanzierung und seiner Fragen eine kostenlose unverbindliche Reservierung

zuzugestehen aber mit der Maßgabe, wenn ein anderer Interessent schneller ist,

dass er keinen Rechtsanspruch auf Schadensersatz gegenüber dem Makler oder

dem Verkäufer geltend machen kann. Schließlich bleibt der Verkäufer in seiner

Entscheidung bis zuletzt frei, wem er seine Immobilie verkauft.

weber-immo am 10.03.2017 11:25

Eine Reservierungsvereinbarung sollte dahingehend möglich sein, dass sie von drei Parteien (Kaufinteressent, Verkäufer und Makler) unterzeichnet wird. Die Reservierungsgebühr geht anteilig an den Verkäufer und an den Makler und wird bei Kauf sowohl auf den Kaufpreis als auch auf die Provision angerechnet. Bei Nichtkauf erfolgt keine Rückzahlung des Verkäufers und des Maklers. Somit ist der Verkäufer an der Reservierung aktiv beteiligt und auch daran gebunden. Ergo:Sicherheit für alle Seiten und somit auch gerichtlich standsicher (wobei ich eine gerichtliche Auseinandersetzung noch nicht hatte). Hier ist dann auch nicht zwingend ein qualifizierter Alleinauftrag erforderlich. denn der Verkäufer verzichtet ebenfalls auf weitere Aktivitäten.

auf Kommentar antworten

Immobilien Gläsel am 10.03.2017 14:00

Eine schrifliche Kaufabsichtserklärung ist bei uns im Finale "normal":

Inhaltlich mit allen vertragsrelaventan Daten - u. a. Festlegung des beurkunden Notars -

und Kostenübernahme der verursachenden Vertragspartei bei Nicht-Erscheinen bzw. Nicht-Vollzug des not. Vertrages - somit werden nicht nur die Entwurfskosten des Notars bezahlt, sondern auch meine Arbeitsausfallzeiten und Kosten für den entsprechenden Vertragspartner in Euro beziffert.

McMakler am 10.03.2017 11:23

Eine verbindliche (vom Verkäufer mit unterschriebene Reservierung) und zeitlich begrenzte (14 Tage) Reservierung, dessen Gebühr 400,00 € nicht übersteigen sollte, hält jede Prüfung stand.

auf Kommentar antworten

Danny Aret am 10.08.2018 13:59

Das ist jetzt nun wirklich Unsinn. Mehr will ich dazu jetzt nicht sagen Mr. McMakler.


Nowak Immobilien AG am 10.03.2017 12:00

Dem ist nicht so, es sei denn Sie vereinbaren die Reservierungsgebühr in der vorgeschriebenen notariellen Form.

Nada-Juliana Loch am 10.03.2017 11:18

Ich finde es sehr beschämend wie wenig Werkzeug ein Makler in die Hände bekommt um sene Arbeit seriös zu verrichten. Es gibt auch Mandanten, die sich ein Spaß daraus machen- Makler zubeschäftigen. Auch ist es nicht ok das seitens der Gerichte wie auch Regierung derMaklerberuf so wenig Ansehen geniest. Wir sollen regelmäßig schulen, diese Sachen kosten Zeit und noch mehr Geld, aber Rechte haben wir keine. Es ist für die Makler schwer, die seriös arbeiten und Ihre Familien ernähren müssen. Auch Makler snd Menschen.

Wir haben im täglichen Geschäft soviele Hürden zu nehmen, das es nicht einfacher wird, obwohl es der schönste Beruf der Welt ist.

auf Kommentar antworten

Roland am 10.03.2017 11:50

Das es der schönste Beruf der Welt ist, das glaube ich auf keinen Fall.

Ich bin schon 25 Jahre in diesem Geschäft, es gibt andere Berufe fie schöner sind.

Zum Glück befinde och mich in Rentenalter und werde in nächster Zeit aufhören.

Wartet einmal ab, wenn das Bestellerprinzip auch für Kaufimmobilien eingeführt wird, spätestens nach den Bundestagswahlen.

Der Beruf ist für viele dann uninteressant.

WFS-immobilien am 10.03.2017 11:16

Ein seriöses Maklerunternehmen braucht keine Reservierungsgebühr - Entweder Kunde und Makler vertrauen sich oder es ist eh eine schlechte Geschäftsgrundlage.

mfg WFS-Immobilien / Inh. Krieg Torsten

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Nada-Juliana am 10.03.2017 11:23

Naja, wenn es denn so einfach wäre. Gerade wenn man Vertrauen aufgebaut hat und ich spreche aus eigener Erfahrung bedeutet nicht das der Mandant genau so sieht. Es ist wie überall, erst wenn man etwas bezahlt ist es verbindlich. Sie kennen doch den Spruch , was nichts kostet ist auch nichts. Wir bei uns im hause nehmen eine Anzahlung und rechnen diese mit dem Honarar dann ab, heißt die Anzahlung welche geleistet wurde wird bei rechnung abgezogen. So finde ich es fair. Mein Mandant hat genug Zeit seine Bank zu kontaktieren, ich bin fair Ihm gegenüber und offen, damit hab ich gute Erfahrung gemacht.


Thomas Seebold am 10.03.2017 11:34

Als ich mach das jetzt seit über 20 Jahren mit Reservierungsvereinbarung - Ergebnis: Noch nie eine negative Erfahrung. Von Vertrauen zwischen Kunde u. Makler zu sprechen (man kennt sich doch gar nicht gut genug) finde ich ehrlich gesagt, sehr naiv.

VG Thomas Seebold Immobilien


WFS-Immobilien am 10.03.2017 11:40

Bitte nicht böse sein aber genau das Unterscheidet meiner Meinung nach Erfolgreiche und weniger Erfolgreiche oder Verkäuferisch besser geschulte Makler - Vertrauen kann in wenigen Minuten aufgebaut werden

Bernd am 10.03.2017 11:10

Was hat eine Reservierungsvereinbarung für einen Sinn ohne Gebühr. Der Interessent sagt halt einfach ab und das wars! Während der Zeit sind dann andere Interessent weg und haben vielleicht ein anderes Objekt gekauft!.

Viele Kunden haben das Geld ja nicht in der Tasche und müssen erst verschiedene Mittel frei machen oder die Finanzierung einholen.

Ohne Reservierung hat der Kunde dann vielleicht das Geld aber das Objekt geht dann evtl. an einen anderen Interessenten und er steht leer da.

Also macht es schon Sinn!

Aber der Gesetzgeber sieht ja wieder nur den bösen Makler der sowieso zu viel verdient. Immer das Gleiche!

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Blümchen am 17.05.2016 14:27

Maklerin rief mich an:Sie hätte jetzt jemand, der die Immobilie unbedingt will und mehr bezahlt!

Und Kunden von ihr wollten unbedingt das Haus für ihren Sohn.Ob ich bereit wäre mehr zu bezahlen.

Ich habe mich nach dem Gespräch noch mehr informiert, über die Immobilie und wollte diese dann

nicht mehr.Ein bischen Fenster streichen!(Maklerin) hieß alle Fenster auswechseln, usw. usw.

(Maklerin, Raiffeisenbank!)

Die Gebühr habe ich bis heute nicht zurück!Ein Jahr seitdem!

Die Leute, die das Haus kauften, haben übrigens wesentlich weniger bezahlt.Nicht mehr!

Auch weniger Reservierungsgebühr!

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