Stark steigende Immobiliennachfrage nach dem Lockdown

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Als im März der Lockdown kam, hatten viele Makler Existenzängste: Erwartet wurde ein Einbruch bei der Nachfrage nach Wohnungen und Häusern. Doch es ist anders gekommen, wie aktuelle Zahlen von immowelt belegen: Der Immobilienmarkt boomt und auch die Kreditvergabe der Banken ist gestiegen.

Immobiliennachfrage steigt, Makler, Foto: Susanne Güttler/Stock.Adobe.com
Aktuelle Zahlen des Immobilienportals immowelt.de belegen: Die Nachfrage nach Immobilien, allen voran Häusern, ist nach dem Lockdown drastisch gestiegen. Immobiliennachfrage steigt, Makler, Foto: Susanne Güttler/Stock.Adobe.com

Nach dem Lockdown sahen viele Makler dunkle Wolken den Immobilienmarkt heraufziehen. Denn durch Lockdown, Kurzarbeit und Wirtschaftseinbruch schien es vielen Marktteilnehmern naheliegend, dass es auch zu einem Einbruch im Immobiliensektor kommen wird. Aktuelle Zahlen belegen aber: Das Gegenteil ist eingetreten. Offensichtlich verstärkt die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Unsicherheiten für die Zukunft den Wunsch vieler nach einem krisensicheren Investment in Betongold.

Lockdown aufgehoben: Massiver Anstieg der Kontaktanfragen auf Immobilienanzeigen

Viele Makler nehmen aktuell wahr, dass die Kontaktanfragen auf Immobilienangebote rasant steigen. Das belegen Zahlen des Immobilienportals immowelt und des Schwesterportals immonet. Seit die Corona-Maßnahmen gelockert wurden, stiegen die Anfragen für Häuser im Mai 2020 um 49 Prozent über den Wert des Vorjahreszeitraums, Wohnungen wurden um 40 Prozent stärker angefragt.

Auch im Allgemeinen hat sich die Nachfrage über alle Immobilienarten hinweg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum massiv erhöht. Kaufobjekte verzeichneten bei den Kontaktanfragen gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 47 Prozent, bei den Mietobjekten waren es 37 Prozent. In der Gesamtheit stiegen die Kontaktanfragen um 40 Prozent. Für Suchende bedeutet diese Situation mehr Konkurrenz, Makler hingegen können aus einem breiteren Interessentenkreis auswählen.

Dass die Nachfrage nach Immobilien insgesamt gestiegen ist, spiegelt sich auch in der Anzahl der Seitenbesuche auf immowelt in den vergangenen Wochen wider, die massiv angestiegen sind: Im Mai 2020 verzeichneten immowelt und immonet rund 65 Millionen Visits (Messung: Google Analytics). Dieser All-Time-Höchststand liegt 36 Prozent über dem Vorjahreswert.

Immobilienpreise auf hohem Niveau

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Immobilien vor allem in den deutschen Großstädten teils drastisch gestiegen. In manchen Regionen haben sie sich glatt verdoppelt.

Link-Tipp

Hier erfahren Sie in der Preisstatistik von immowelt, zu welchen Preisen Immobilien in Ihrer Region in der jüngeren Vergangenheit angeboten wurden.

Über die mittelfristige Preisperspektive lässt sich angesichts der Corona-Krise aktuell keine zuverlässige Prognose abgeben. Unter Berücksichtigung der stark gestiegenen Nachfrage dürfte es nach Einschätzung von immowelt wohl eher nicht zu fallenden Preisen kommen.

Steigendes Neugeschäft bei Baufinanzierern

Auch das Baufinanzierungsgeschäft der Banken zeigt die gestiegene Immobiliennachfrage auf. Unlängst befragte die Zeitschrift WirtschaftsWoche Banken hinsichtlich der Entwicklung des Neugeschäfts. Demzufolge lag die Kreditvergabe insgesamt bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken im ersten Quartal 6,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Einen noch stärkeren Anstieg gab es demzufolge im März bei Baukrediten: plus 7,6 Prozent.

Einen wahren Kreditboom meldeten auch die Sparkassen: Im April sind den Angaben zufolge 12,1 Prozent mehr Kredite vergeben worden als im bereits sehr guten Vorjahreszeitraum.

Dass die Nachfrage nach Baufinanzierungen rapide ansteigt, zeigen aber auch Zahlen von immowelt: Im Mai wurden über immowelt so viele Baufinanzierungsanfragen gestellt wie noch nie. Grund für die gestiegene Nachfrage nach Immobilien und demzufolge auch Finanzierungen ist nach Einschätzung von immowelt der Umstand, dass Immobilien auch während der Krisenzeit eine erstaunliche Preisstabilität hatten und so als krisenfeste Anlage gelten.

Gute Aussichten für Makler

Makler, die jetzt marktgängige Immobilen in ihrem Portfolio haben, dürfen also auf gute Geschäfte hoffen: Die niedrigen Zinsen ermöglichen es Käufern, auch größere Summen zu finanzieren und die hohe Nachfrage dürfte die Befürchtung, die Corona-Krise drücke die Preise, entkräften.


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2 Kommentare

Bundschuh am 10.07.2020 17:08

"Auch das Baufinanzierungsgeschäft der Banken zeigt die gestiegene Immobiliennachfrage auf. Unlängst befragte die Zeitschrift WirtschaftsWoche Banken hinsichtlich der Entwicklung des Neugeschäfts. Demzufolge lag die Kreditvergabe insgesamt bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken im ersten Quartal 6,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Einen noch stärkeren Anstieg gab es demzufolge im März bei Baukrediten: plus 7,6 Prozent.

Einen wahren Kreditboom meldeten auch die Sparkassen: Im April sind den Angaben zufolge 12,1 Prozent mehr Kredite vergeben worden als im bereits sehr guten Vorjahreszeitraum."

Das deutet doch auf tatsächliche Nachfrage hin....

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info@immohorn.de am 10.07.2020 11:14

Es sollte besser beleuchtet werden, wie sich die Anzahl der tatsächlichen Kaufverträge entwickelt hat. Mehr Klicks auf Ihrer Seite bedeutet nicht unbedingt stärkere Nachfrage, sondern u. U. einfach mehr Langeweile. Diese ist schließlich tatsächlich stark gestiegen!

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