KfW-Programm: Altersgerechtes Umbauen und Einbruchschutz

Barrierefreie Wohnungseingänge, schwellenlose Duschen, Alarmanlagen: Die KfW-Bank fördert das altersgerechte Umbauen und Maßnahmen zum Einbruchschutz. Die Bank gewährt hierzu zinsvergünstigte Darlehen und Zuschüsse.

altersgerecht umbauen, Foto: Photographee.eu - fotolia.com
Wer im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen will, sollte sich Gedanken über einen altersgerechten Umbau machen. Die KfW-Bank fördert solche Maßnahmen durch günstige Darlehen oder Zuschüsse. Foto: Photographee.eu - Fotolia.com

Deutschland wird immer älter: Um Menschen mit Handicap auch im fortgeschrittenen Alter ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, fördert die KfW-Bank unabhängig vom Alter der Antragsteller Maßnahmen zum barrierefreien Umbau von Wohnungen durch zinsvergünstigte Darlehen und Zuschüsse. Mit dem gleichen Programm werden zusätzlich auch Fördermittel für Maßnahmen zum Einbruchschutz gewährt.

Wer die Förderung beantragen kann

Jeder, der altersgerecht saniert oder einbruchhemmend umbaut, kann von dem KfW-Förderprogramm „Altersgerecht umbauen“ profitieren. Dabei kommt es nicht auf das Alter des Antragstellers an. Und nicht nur selbstnutzende Eigenheimbesitzer können die Förderung erhalten – auch Vermieter, die die Wohnungen ihrer Mieter entsprechend aufwerten und Mieter selbst können die Fördergelder beantragen.Wird eine gerade frisch altersgerecht sanierte oder einbruchhemmend umgebaute Immobilie nach der Fertigstellung zum Beispiel von einem Bauträger erworben, gewährt die KfW ebenfalls Darlehen und Zuschüsse.

Was gefördert werden kann

Das KfW-Programm gliedert sich in zwei Teilbereiche: den barrierefreien Umbau und den Einbruchschutz.Gefördert werden folgende Maßnahmen, die Barrieren beseitigen:

  • Wohnumfeldmaßnahmen: Bau ebener Wege, Stellplätze, Garagen, Abstellplätze; bei Mehrfamilienhäusern fördert die KfW auch die Neuanlage der Begrünung und der Bau eines Sichtschutzes.
  • Abstellplätze für Rollatoren, Rollstühle sowie Fahrradabstellplätze
  • barrierefreie Haus- und Wohnungseingänge sowie Windfänge
  • Überwindung von Niveauunterschieden sowie Aufzüge mit rollstuhlgerechten Mindestbreiten, Treppen mit zwei Handläufen, Treppenlifte und Rampen, schwellenlose FreisitzeGefördert wird auch die Änderung Raumaufteilung, sofern Mindestgrößen für Räume und Mindestbreiten für Türen beachtet werden.
  • Fördergelder gibt es auch für die Erneuerung des Bades, sofern Duschen bodeneben und mit rutschhemmendem Belag errichtet werden. Dabei ist auch auf Mindestgrößen zu achten, damit gehandicapte Menschen genug Bewegungsfreiheit haben.
  • Einbau von Technik für mehr Sicherheit und Kommunikation: Darunter sind zum Beispiel Bedienungs- und Antriebssysteme für Türen, Rollläden, Fenster, Beleuchtung und Heizung zu verstehen oder auch der Einbau einer Gegensprechanlage.


Werden bestimmte Maßnahmen kombiniert, die eine Wohnung insgesamt barrierefrei machen, so ist der KfW-Standard „Barrierefreies Haus“ erfüllt. Dafür gibt es eine etwas höhere Förderung im Vergleich zur Umsetzung nur einzelner Maßnahmen. Um den Standard „Barrierefreies Haus“ zu erreichen, müssen Zugang, Wohn- und Schlafzimmer sowie Küche und Bad barrierefrei ausgeführt und bestimmte Bedienelemente eingebaut sein.

Daneben werden über das Programm auch Maßnahmen zum Einbruchschutz gefördert: 

  • Neue Wohnungseingangstüren – diese müssen der Widerstandsklasse DIN EN 1627 (einbruchhemmend) entsprechen oder besser sein.
  • Einbau von Fenstergitter, Rollläden oder neuer einbruchhemmender Fenster
  • Einbau einer Alarmanlage
  • Einbau eines Türspions
  • Installation einer (Bild-)Gegensprechanlage
Info

Förderfähig ist auch der Umbau von Nicht-Wohngebäuden zu barrierefreien Wohnungen.

Nicht gefördert wird allerdings der barrierefreie Umbau von Altenwohnheimen und Beherbergungsbetrieben, die hotelähnliche Leistungen anbieten.

Höhe und Konditionen der Förderung

Wer vom Programm „Altersgerecht umbauen“ profitieren will, muss sich entscheiden, ob er ein zinsvergünstigtes Darlehen oder einen Investitionszuschuss erhalten will.

Die Darlehensvariante

In der Darlehensvariante gewährt die KfW einen Kredit bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Dabei zählt die Anzahl der Wohneinheiten nach Fertigstellung. Förderfähig sind sämtliche Bau- und Baunebenkosten, also auch Planungsleistungen.

Die Laufzeiten der Darlehen betragen mindestens vier, höchstens aber 30 Jahre. Die Anfangsjahre sind dabei tilgungsfrei. Bei Laufzeiten bis zehn Jahre sind dies ein oder zwei tilgungsfreie Jahre, bei Laufzeiten bis 30 Jahre bis zu fünf Jahre. Die Zinsfestschreibung beträgt fünf oder zehn Jahre.Die KfW-Darlehen müssen über die Hausbank beantragt werden.

Die Zuschussvariante

Als Alternative zum Darlehen gewährt die KfW auch Zuschüsse.Werden nur Einzelmaßnahmen zum altersgerechten Umbau vorgenommen, wird ein Zuschuss bis zu 5.000 Euro gewährt. Das sind  maximal 10 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu 50.000 Euro.

Wird durch den Umbau der KfW-Standard „Altersgerechtes Haus“ vollständig erreicht, beläuft sich der Zuschuss auf bis zu 6.250 Euro. Das sind maximal 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu 50.000 Euro.

Für Maßnahmen zum Einbruchschutz gibt es bis zu 1.500 Euro pro Wohneinheit. Das sind maximal 10 Prozent der förderfähigen Kosten bis 15.000 Euro.KfW-Zuschüsse werden direkt bei der KfW beantragt.

Link-Tipp

Das KfW-Programm „Altersgerecht sanieren“ ist auch mit anderen KfW-Förderprogrammen kombinierbar.

Fazit

In der derzeitigen Niedrigzinsphase liegen die Zinskonditionen von Geschäftsbanken nahe null. Zwar sind die Zinsen der KfW-Darlehen zum altersgerechten Umbauen in der Regel noch etwas günstiger, doch der Abstand ist relativ gering. Deshalb sollte immer geprüft werden, ob die Zuschussvariante im Einzelfall lukrativer ist. 


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