EZB stabilisiert Leitzins: Was Immobilienkäufer jetzt beachten müssen

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Nach mehreren Zinserhöhungen beschließt die Europäische Zentralbank (EZB), den Leitzins im Euroraum vorerst stabil zu lassen. Der Leitzins bleibt damit unverändert bei 4,5 Prozent. Hier erfährst du, welche Auswirkung die Zinsentscheidung für Immobilienkäufer und Kreditnehmer hat.

Warum hat die EZB den Leitzins seit 2022 erhöht?

Die EZB hat den Leitzins seit Juli 2022 in mehreren Schritten von Null auf mittlerweile 4,5 Prozent erhöht, um die Inflation auszubremsen. Hintergrund: Banken müssen erstmals seit 2011 wieder Zinsen zahlen, wenn sie sich Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen. Dadurch soll weniger Geld in den Umlauf kommen, wodurch der Wert des Euro wieder gestärkt werden soll.

Dieser Effekt ist allerdings nicht wie gehofft eingetreten, denn die Inflation in der Eurozone ist zwischenzeitlich im Oktober 2022 auf die Rekordhöhe von 10,6 Prozent geklettert – im Mai 2023 lag sie bei 6,1 Prozent. Ziel der EZB ist eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent. Um dieser Marke wieder näher zu kommen, hat die Europäische Zentralbank den Leitzins am 14. September 2023 um weitere 0,25 Prozentpunkte auf nun 4,5 Prozent angehoben. Das ist der höchste Stand seit der weltweiten Finanzkrise Anfang Oktober 2008 als der Leitzins bei 4,25 Prozent lag. Am 26. Oktober 2023 wurde der Trend vorerst gestoppt, als die EZB beschloss, den Leitzins bei weiterhin 4,5 Prozent zu stabilisieren. Dieser Beschluss wurde bei den darauffolgenden Sitzungen am 14. Dezember 2023 und 25. Januar 2024 beibehalten.

Welche Auswirkung hat der Leitzins für Immobilienkäufer?

Die Erhöhung des Leitzinses durch die EZB hat keine direkten Auswirkungen auf Immobilienkäufer. Allerdings wird es für Kreditinstitute teurer, wenn sie sich Geld bei der EZB leihen. Um das auszugleichen, könnten Kreditinstitute noch höhere Zinsen für Baufinanzierungen verlangen und den erhöhten Leitzins so an Immobilienkäufer weitergeben.

Diagramm durchschnittliche Bauzinsen
Quelle: Europäische Zentralbank, Interhyp

Schon jetzt können sich Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen wegen gestiegener Bauzinsen bis zu 109.000 Euro weniger Kredit (Stuttgart) leisten als noch im ersten Quartal 2022. Zumindest dann, wenn eine gesunde Wohnkostenquote in Höhe von 30 Prozent eingehalten werden soll. Das hat eine immowelt Studie herausgefunden. Auch in München (-109.000 Euro), Frankfurt am Main (-106.000 Euro), Köln (-95.000 Euro) und Berlin (-89.000 Euro) waren zu diesen Bedingungen im dritten Quartal 2022 deutlich geringere Darlehenssummen möglich als noch zu Beginn des Jahres.

Sinken die Immobilienpreise nach Erhöhung des Leitzinses?

Steigen die Zinsen für Immobilienkredite, können sich weniger Menschen ein Eigenheim leisten – die Nachfrage nimmt also ab. Bei gleichbleibendem Angebot könnte das niedrigere Preise für Immobilien zur Folge haben. Wer über viel Eigenkapital verfügt, profitiert in der Regel von einer solchen Entwicklung.

Price Map, Immobilienbewertung, Grafik: immowelt

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Kann ich mir noch eine 100-Prozent-Finanzierung leisten?

Wer eine Immobilie komplett ohne Eigenkapital finanzieren will, der zahlt entsprechend hohe Zinsen und monatliche Raten. Steigen die Bauzinsen, dann wird eine 100-Prozent-Finanzierung noch teurer.

Wie wird die EZB in Zukunft mit dem Leitzins verfahren?

Die Inflation in Europa stockt. Im November verlangsamte sich die Teuerung im Euroraum erheblich. Laut Eurostat lagen die Verbraucherpreise nur noch um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, im Vergleich zu 2,9 Prozent im Oktober. Im Vorjahr war die Inflationsrate aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zeitweise sogar zweistellig. Jedoch mahnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde kürzlich davor, vorschnell den Sieg über die Inflation zu verkünden. Sie betonte vielmehr die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben, bis die Teuerungsrate wieder das mittelfristige Ziel von 2 Prozent erreicht hat. Die zukünftige Vorgehensweise der EZB bezüglich des Leitzinses ist daher schwer vorherzusagen. Es ist sowohl eine weitere Stabilisierung als auch eine erneute Erhöhung des Zinssatzes möglich.

Die nächste Zinssitzung der EZB ist für den 07. März 2024 geplant.

Andreas Steger25.01.2024

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13 Kommentare

Hardings am 01.10.2023 14:50

Ja, die Immobilienbranche wird in 2024 den Bach runtergehen. Es wird mit rund 75 bis 80 % Betriebsaufgaben in der Bauunternehmen und z.B. Immobilienmakler gerechnet. Als Betroffene können wir sagen, dass bei uns bereits jetzt wöchentlich vier bis sechs Kaufzusagen-Stornos eingehen. Mal schauen, wie lange wir das noch durchhalten können.

Ich meine, dass der wirtschaftliche Schaden durch die Zinserhöhungen deutlich höher ist, als eine hohe Inflationsrate.

Ferner sehe ich einen Kollaps der Banken (nach amerikanischem Muster). Viele (geschätzte 70 bis 80 %) derjenigen, bei denen die Zinsbindung ausläuft, werden die extremen Mehrzinsen nicht packen können. Wodurch die Banken zu Hauf faule Hypotheken ansammeln. - Wie lange soll das noch gut gehen?

Es wird höchste Zeit, dass "unsere" Regierung und auch die EZB langsam begreifen und den Kurs deutlich ändern. Sonst gute Nacht Deutschland!

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ra-nasimi@t-online.de am 19.09.2023 12:51

sehr schlecht für die Bauunternehmen, in Deutschland ist Wohnung Mangel, und die Studenten haben Riese Problem, leider die Regierung nur mit Ukraine beschäftigt,

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wese1 am 18.09.2023 15:45

Für die Immobilienwirtschaft ist diese erneute Zinserhöhung ein Disaster. Dass eine Bankvertreterin das für gut heisst, ist doch klar. Es geht um mehr Umsatz im Bankgewerbe. Aber die Bevölkerung leitet unter diesem Zinsanstieg noch mehr. Das eine Leitzinserhöhung einer steigenden Inflation entgegenwirken soll, dass soll Chrsitne Lagarde den Normalbürger erklären, wie das funktionieren soll. Jede Zinserhöhung hat den Effekt einer Preistreiberei der Konsumgüter. Die Immobilienpreise werden daraufhin jedoch sinken, weil die Kosten der Finanzierung aus Zins und Tilgung höher geworden sind. Nebenefffekt der Banken: Bei steigenden Zinsen und fallenden Immobilienpreisen werden diese den Beleihungsabschlag erhöhen, worauf bei gleich hohem Eigenkapitaleinsatz ein Zinsaufschlag oft noch dazu kommt.

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Manner1005 am 18.09.2023 12:41

Leitzins wird allmählich zum Leidzins.

Gut wer Bares liegen hat, kann entsprechend anlegen.

Bitter für den Immobilienbesitzer, der Sanieren oder Renovieren will/muss und nichts Bares hat.

Wer sogar verkaufen möchte oder muss (Alter etc) kann künftig weniger Erlösen, weil die Finanzierung für den Käufer extrem teurer wird.

Ich fürchte, mit der Baubranche wird es bergab gehen. Obwohl ich denke, die Handwerker haben in letzter Zeit gut bei den Preisens abgegriffen. Das sollte künftig schwieriger werden, weil die Nachfrage sinkt.

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rolf@birlenbach.net am 07.11.2022 12:08

Leider hat die EZB keine Ahnung vom dem was dies bewirkt.

Die Inflation wird nicht durch die Zinsen getrieben, diese wird durch zu hohe Abgaben auf Mineralöl und einem maroden System für die Kosten der Stromerzeugung.

Was hilft es die Zinsen zu senken oder zu erhöhen, wenn die Ursachen nicht behoben werden.

In DE z.B. wäre eine Änderung der Mineralölsteuer und CO2 Steuer von prozentualen Werten auf absolute Werte je Liter.

Die ganze CO2 Politik müsste überdacht werden und diese schafft aktuell keine Anreize die dinge zu ändern, sondern schafft eine Verlagerung ins Ausland, wodurch viele Arbeitsplätze verloren gehen und wodurch die Wirtschaft weiter geschwächt wird.

Erst wenn die politischen Grundlagen korrigiert sind kann es dem Euro wieder besser gehen.

Weiter ist für die nächsten Jahre zu erwarten, dass es eine massive Insolvenzwelle geben wird, welche die EZB durch die Zinserhöhungen mit zu verantworten hat. Diesen Schuh muss sich die EZB anziehen.

Ich erwarte in den nächsten Jahren einen Kollaps des Euro und den Zusammenbruch des Eurosystems.

Wer jetzt seine Werte in Immobilien hat wird dann besser gestellt sein.

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M.Lewerenz am 08.11.2022 13:40

Das sehe ich auch so, zumal die EZB im Frühjahr 2022 durch Nichthandeln die Verteuerungen hätte teilweise abwenden können, diese nicht umgesetzten geldpolitischen Maßnahmen müssen wir alle bezahlen... Im Übrigen haben wir eine sog. Angebotsinflation / Energie...erst wenn jahrzehntelange Fehler bereinigt bzw. korrigiert werden, wird es Früchte tragen und eine Verbesserung der derzeitigen Rahmendaten geben...weitere energetische Vorschriften im Bau werden im Frühjahr 2023 die Preise von Neubauten weiter erhöhen u.a. ( Harbecks Vorschriften ) und ansonsten kann ich aus Berlin / Brandenburg nicht sagen, dass der Senat / Bau irgendeine Verbesserung erreicht hat. Weder beim Errichten von Neubauten noch bei der Bereinigung von zuvielen verwaltungstechnischen Vorschriften...die nach wie vor im Bereich Berlin / Brandenburg private Investoren behindern und die Region verlassen haben und werden. Wenn nicht der private Investor baut, wer baut denn sonst ?

Es kann doch nicht sein, dass Normalverdiener nicht mehr in der Lage sind sich eine Wohnung oder Haus in / um Berlin und Brandenburg zu finanzieren/ kaufen ; die Überschrift kann doch nicht lauten, dass nur Gutverdiener kaufen können. Durch zu wenig Wohnungen im Angebot ( seit Jahrzehnten versäumter öffentlicher Bau - lauter neue Offensiven, die nicht umgesetzt werden ) steigen durch das geringere Angebot unweigerlich auch die Mietpreise ...und es wird derzeitig auch noch kein Ende in Sicht sein...

hackelberg am 05.08.2022 16:46

Von der EZB-Leitzinserhoehung weiß ich wahrlich nicht, wie hoch die Zinsen für Haus - oder ETW- Whng. - Kauf sind, was ihre mail mtzuteilen suggeriert.Solche mails stören nur.

Mfg Dr. Heinz Hackelberg

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Matt am 01.08.2022 23:01

In den letzten Jahren wurde das Bauen immer teurerer, bedingt durch:

gestiegene Bodenpreise

durch immer höhere Bauanforderungen

zu viele Baugesetze und Bestimmungen

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Cornelia R. am 01.08.2022 21:58

Es wird allerhöchste Zeit, das die Immobilienpreise sinken. Es steht ja in keiner Relation mehr zum tatsächlichen Wert.

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Andalini am 18.09.2023 11:30

richtig sehe ich auch soooo


Barbara Horn am 04.08.2022 14:02

ja, das sehe ich auch so: ein kleines Freistehendes Einfamilienhaus in Zeven (zwischen Bremen und Hamburg) soll 300.000.- Euro kosten.Gehts noch? Barbara Horn


LeeLoo am 03.09.2022 10:19

Ja, ich bin ganz Ihrer Meinung. Eine 40 Qm Whg in München Innenraum für 1.2 Mio natürlich mit duplexgarage. Ein Irrsinn

Franz G am 01.08.2022 21:01

Der Immobilienmarkt hat über vernünftige und rationale Verhältnisse hinaus entwickelt. Eine Korrektur ist wünschenswert.

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Denis am 01.08.2022 20:27

Die Erhöhung bezahlt nur der kleine Arbeiter oder er kann sich gar kein Eigentum mehr leisten.

Der Wohnungsbau wird noch mehr zurück gehen und es gibt noch mehr Wohnungsmangel in Deutschland

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kallemaxx15 am 18.09.2023 14:38

Nicht nur der "kleine Arbeiter" ächzt unter der Erhöhung sondern auch die Mittelschicht.

Letztlich wird generell der Konsum dadurch zurückgehen, was die Wirtschaft noch mehr schwächeln lässt.

Andreas Schmidt am 01.08.2022 19:21

Die Hauptsache ist doch, dass sich unsere Politiker ihre Diäten erhöhen können

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Bär am 18.09.2023 12:49

Dann werden sie doch Politiker, und können dann alles anders machen. Dieses allgemeine Rumgejammere nervt.


Lias Bledt am 01.08.2022 21:01

....und was hat das mit der Leitzinserhöhung zu tun?

Krzysztof59! am 01.08.2022 12:20

Hallo

wie hat die auswirkung den EZB auf die Zinsen in andere EU Länder vor allem die nicht € Wärung haben ?

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Scholz am 01.08.2022 11:13

SEHR HILFREICH

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