Steuertipps für Makler: Geschenke, Autos, Freibeträge

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Alle Jahre wieder steht sie auf der To-do-Liste: die Steuererklärung. Unabhängig davon, ob der Immobilienmakler seine Belege an den Steuerberater gibt oder seine Steuererklärung selbst macht: In vielen Punkten kann er bares Geld sparen.

Kommt es zum Thema Steuererklärung, können Immobilienmakler viel Geld sparen, indem sie beispielsweise Steuerfreibeträge nutzen oder Spenden absetzen.  Diese fünf Tipps sorgen für mehr Geld im Portemonnaie.

Steuertipp 1: Steuerfreibetrag nutzen

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Steuertipp 1: Futter fürs Sparschwein: Wer im Jahr 2016 weniger als 8.652 Euro verdient hat, muss keine Einkommensteuer bezahlen. Foto: contrastwerkstatt – fotolia.com

Unabhängig davon, ob angestellt oder selbstständig: Jeder muss Einkommenssteuer zahlen, wenn er im Jahr 2016 mehr als 8.652 Euro verdient hat. Lag das Einkommen unter diesem Betrag, muss keine Einkommenssteuer gezahlt werden. Dieser sogenannte progressive Steuersatz reicht von 14 bis 42 Prozent – je nachdem wie hoch das monatliche Einkommen ist. Bei einem Einkommen zwischen 53.666 Euro und 254.446 Euro beträgt der Satz 42 Prozent. Wer noch mehr verdient, zahlt den Spitzensteuersatz von 45 Prozent.

Info

2017 liegt der Grundfreibetrag bei 8.820 Euro. Eine weitere Erhöhung soll 2018 erfolgen: dann wird die Einkommenssteuer erst ab einem Einkommen über 9.000 Euro fällig.

Steuertipp 2: Abschreibungen

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Steuertipp 2: Der Laptop gehört zu den Vermögensgegenständen, die Immobilienmakler abschreiben können. Foto: contrastwerkstatt – fotolia.com

Abschreibungen beschreiben die Abnutzung von Vermögensgegenständen und die damit verbundene Wertminderung. Da die Abnutzung je nach Gegenstand über unterschiedlich lange Zeiträume erfolgt, werden die Herstellungs- beziehungsweise Anschaffungskosten auf die Jahre ihrer Nutzung aufgeteilt. Abschreibungen gehören zu den Betriebsausgaben und wirken daher steuermindernd.

Am einfachsten handzuhaben ist dabei die lineare Abschreibung, die gleichmäßig über einen bestimmten Abschreibungszeitraum erfolgt.  Kauft ein Immobilienmakler einen Laptop für 1.200 Euro, kann er diesen über drei Jahre mit 33,3 Prozent absetzen, also jährlich 400 Euro.

Info

Eine steuerliche Abschreibung des Laptops ist auch dann möglich, wenn er weniger als 90 Prozent beruflich genutzt wird. Allerdings kann dann nur der berufliche Nutzungsanteil steuerlich geltend gemacht werden. Entsprechend anteilig können Druckpatronen und Software abgeschrieben werden: Wird der Laptop zu 60 Prozent genutzt, ist auch das Zubehör zu diesem Prozentsatz absetzbar.

Eine weitere Möglichkeit ist die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG), zu denen beispielsweise Kleinmöbel, Datenträger, Kaffeemaschinen oder Telefone gehören. Abschreiben kann der Makler GWG aber erst, wenn die Nutzungsdauer mindestens ein Jahr beträgt. Laut  § 6 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist ein Wirtschaftsgut dann geringwertig, wenn

  • es beweglich ist, beispielsweise Büroeinrichtung.
  • die Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht mehr als 1.000 Euro betragen.
  • es sich um ein abnutzbares Wirtschaftsgut handelt, also sich der Gegenstand über die Zeit abnutzt.
  • es sich um ein Anlagegut handelt und für einen mehrjährigen Gebrauch bestimmt ist.
  • es selbstständig nutzbar ist, es also ohne einen zusätzlichen Gegenstand verwendet werden kann.

Beispielsweise zählen eine Computermaus oder ein Softwareupdate nicht zu GWG. Entscheidend für eine Abschreibung von GWG ist dabei der Netto-Betrag, also ohne Umsatzsteuer, Skonto und Rabatte, Zuschüsse, Rücklagen für Ersatzbeschaffung und Investitionsabzugsbetrag.

Drei Möglichkeiten der GWG-Abschreibung:

  • Regelabschreibung nach § 7 EStG: Diese Abschreibungsmöglichkeit bezieht sich auf GWG, deren Wert 150 Euro nicht übersteigt. Hier muss kein Nachweis in Form eines GWG-Verzeichnisses erbracht werden, sondern können sämtliche Anschaffungen bis zu 150 Euro sofort als betrieblicher Aufwand gebucht werden.
  • Sofortabschreibung nach § 6 Abs. 2 EStG: Hier können Wirtschaftsgüter bis zu einem Nettopreis bis 410 Euro abgeschrieben werden. Hier muss ein GWG-Verzeichnis angelegt werden, in dem der Tag der Anschaffung, der Herstellung sowie Herstellungs- und Anschaffungskosten zu vermerken ist. Zudem muss jedes Wirtschaftsgut einzeln abgeschrieben werden. Selbstständige Immobilienmakler können die GWG im laufenden Jahr zu 100 Prozent absetzen.
  • Poolabschreibung für alle GWG mit Anschaffungskosten zwischen 150 und 1.000 Euro nach § 6 Abs. 2a EStG: Poolabschreibung bedeutet, dass Selbstständige GWG auch in Pools zusammenfassen können und die Gesamtsumme über fünf Jahre zu 20 Prozent abschreiben können.

Steuertipp 3: Spenden absetzen

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Steuertipp 3: Unter bestimmten Umständen können Immobilienmakler Spenden von der Steuer absetzen. Foto: contrastwerkstatt – fotolia.com

Gutes tun und dabei sparen: Spenden können unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer abgesetzt werden. Gemäß § 10b Einkommenssteuergesetz (EStG) gilt eine Spende dann als solche, wenn

  • sie gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienlich ist.
  • sie freiwillig geleistet wird.
  • der Spender keine Gegenleistung erwartet.
  • sie nicht im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Leistungen des Empfängers steht.
Info

Seit 1. Januar 2017 muss der Spendennachweis nicht mehr direkt der Einkommenssteuererklärung beigefügt und dem Finanzamt nur noch auf Nachfrage vorgelegt werden. Dennoch gilt: Spendennachweise sollten mindestens ein Jahr aufbewahrt werden.

Jährlich können Spenden in Höhe 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte oder vier Promille der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne sowie Gehälter geltend gemacht werden.

Generell können selbstständige Immobilienmakler und Personen-Gesellschafter Spenden nicht als Betriebsausgabe absetzen, sondern müssen diese als Sonderausgabe in der Einkommensteuererklärung angeben. Eine Ausnahme besteht dann, wenn die Spende aus Betriebsmitteln stammt. In diesem Fall kann sie in der Gewerbesteuererklärung geltend gemacht werden. Somit wird die zu zahlende Gewerbesteuer gemindert.

Steuertipp 4: Geschenke für Mitarbeiter

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Steuertipp 4: Herzlichen Glückwunsch! Immobilienmakler können ihren Mitarbeitern monatlich Gutscheine oder Geschenke über einen gewissen Wert ausstellen. Foto: contrastwerkstatt – fotolia.com

Wenn Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Geschenke machen oder Gutscheine schenken, können sie damit auch Steuern sparen, da solche Zuwendungen von der Lohnsteuer und Sozialversicherung befreit sind. Voraussetzung dabei: das Geschenk oder Gutschein darf die Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro monatlich nicht überschreiten (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG). Dieser monatliche Betrag darf nicht auf das Kalenderjahr hochgerechnet werden. Demnach ist es nicht erlaubt, beispielsweise im Mai einen Gutschein für 30 Euro auszustellen und die Differenz dem Juni-Beitrag hinzufügen, sodass dieser 58 Euro beträgt. Feiert ein Mitarbeiter Geburtstag, ein Mitarbeiterjubiläum, die Geburt eines Kindes oder kommt er nach längerer Krankheit wieder zurück ins Unternehmen sind auch Sachzuwendungen bis zu 60 Euro möglich. Dabei sind beide Freigrenzen unabhängig voneinander zu betrachten und können nebeneinander ausgeschöpft werden.

Info

Generell können Unternehmen auch Guthaben- oder Prepaidkarten verschenken. Allerdings darf eine Barauszahlung des Guthabens nicht möglich sein.

Wird der Freibetrag auch nur um einen Cent überschritten, geht neben der Steuerfreiheit auch die Sozialversicherungsfreiheit verloren. Das hat für den Arbeitgeber nachhaltige Folgen, da es zu Haftungsforderungen bei Lohnsteuer und Sozialversicherung kommen kann.

Steuertipp 5: Absetzen des Autos

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Steuertipp 5: Immobilienmakler können ihr Auto absetzen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Foto: contrastwerkstatt – Foto: fotolia.com

Wird ein Auto zwischen 50 und 100 Prozent für betriebliche Fahrten genutzt, sind alle Kosten als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar. Darunter fallen die Anschaffungskosten, laufende Kosten wie Benzin oder Kfz-Steuer, Finanzierungskosten zur Anschaffung. Bei einer zehn bis 50-prozentigen Nutzung als Firmenwagen hat der Unternehmer die Wahl, den Wagen entweder dem Betriebs- oder dem Privatvermögen zuzuordnen.

Info

Erst wenn das Auto weniger als 10 Prozent für das Unternehmen genutzt, sind die Kosten steuerlich nicht absetzbar.

Wird das Firmenauto zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt, greift die Ein-Prozent-Regelung: Hier wird monatlich ein Prozent auf den Kaufpreis des Autos (Bruttolistenpreis plus Sonderausstattungen) fällig. Zusätzlich erhebt das Finanzamt monatlich pro Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz 0,03 Prozent des Listenpreises.
Bei einer weniger umfangreichen Privatnutzung des Firmenwagens lohnt es sich, ein Fahrtenbuch zu führen. Dabei sind folgende Angaben notwendig:

  • Datum und Kilometerstand zu Beginn und Ende jeder Fahrt
  • Reiseziel und Fahrroute
  • Reisezweck und besuchte Geschäftspartner

Der Vorteil des Fahrtenbuchs ist: Stellt sich am Ende des Jahres heraus, dass so viele Kilometer gefahren wurden, dass sich die Ein-Prozent-Regelung als günstiger erweist, kann nach dieser Regelung abgerechnet werden.
Es gibt viele Möglichkeiten, weniger Steuern zu zahlen beziehungsweise, bereits bezahlte wieder zurückzuholen. Je mehr Quittungen und Belege vorgelegt werden können, desto mehr Geld gibt es zurück. Das macht zwar die Steuererklärung nicht reizvoller, aber dafür die Aussichten.

Achtung

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine steuerliche Beratung ersetzt.

23.01.2017


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