Den perfekten Bauplatz finden: Tipps zum Grundstückskauf

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Wer ein Haus bauen möchte, braucht zuerst das passende Baugrundstück. Die Suche nach dem Traum-Bauplatz gestaltet sich aber oft schwieriger als gedacht. Infos und Tipps zum Grundstückskauf.

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Das passende Baugrundstück zu finden ist oftmals kein ganz einfaches Unterfangen. Tipps zum Grundstückskauf. Foto: luxorphoto / fotolia.com

Die Niedrigzinsphase in Deutschland hat in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Bau-Boom geführt. Die Folge: Grundstücke werden aufgrund der hohen Nachfrage  teuer und knapp. Vor allem in Ballungsgebieten ist es oftmals schwieriger, einen passenden Bauplatz zu finden als ein Haus.  Damit die Suche am Ende erfolgreich ist und Kaufwillige in keine teuren Fallen tappen, sollten künftige Bauherren einige wichtige Tipps zum Grundstückskauf beachten.

Einen passenden Bauplatz finden

Das optimale Baugrundstück zu finden ist nicht immer leicht. Kompetente Helfer unterstützen bei der Suche.

Baugrundstück vom Makler: Gute Makler stehen künftigen Häuslebauern bei der Suche nach dem passenden Grundstück zur Seite. Sie kennen sowohl den Markt als auch das Baurecht. Nachteil: Die Kosten für die Leistungen des Maklers sind nicht unerheblich. Je nach Bundesland sind zwischen 3,57 und 7,14 Prozent Provision fällig –  zuzüglich Mehrwertsteuer.

Grundstück von der Kommune: Anfragen bei Kommunen können erfolgversprechend sein. Aufstrebende kleine und mittlere Gemeinden, die Wohngebiete erschlossen haben, verkaufen Grundstücke oft sogar zu recht günstigen Preisen. Auch fallen meist keine Vermittlungskosten an.

Bauplatz in Immobilienbörsen im Internet suchen: Im Internet gibt es zahlreich regionale und überregionale Immobilienbörsen wie immowelt.de mit Grundstücksangeboten von Privatleuten und Maklern. Die Suche ist bequem, die Beschreibungen sind ausführlich – meist mit Fotos.

Bauträger-Grundstücke: In Ballungsräumen, wo Grundstücke Mangelware sind, können künftige Bauherrn beim Bauträger fündig werden. Ein Nachteil: Meist ist man dann auch vertraglich gebunden, mit diesem Bauträger das Haus zu bauen.

Grundstückskauf – darauf sollten künftige Häuslebauer achten

Ist das Grundstück gefunden, müssen künftige Bauherren gründlich recherchieren, bevor sie den Kaufvertrag unterschreiben. Denn nicht auf jedem Grundstück kann man auch sein Traumhaus verwirklichen.

Bebauungsplan checken

Als erstes sollten Häuslebauer in spe bei der zuständigen Gemeinde den Bebauungsplan einsehen. Dieser gibt zum Beispiel Aufschluss darüber, welche Dachformen und wie viele Stockwerke gebaut werden dürfen. Auch zu Größe und Form des Eigenheims sowie den Mindestabständen zu Nachbargrundstücken macht der Bebauungsplan Vorgaben.

Grundbucheintrag checken

Unabdingbar ist auch ein Blick ins Grundbuch. Hier finden sich Informationen über bestehende Hypothekenlasten, eingetragene Wegerechte oder ein mögliches Vorkaufsrecht der Gemeinde.

Überprüfen, ob das Grundstück schon erschlossen ist

Künftige Bauherren sollten sich auch gleich erkundigen, ob der Bauplatz schon erschlossen ist: Ist das Grundstück an die Kanalisation sowie Energie- und Wasserversorgung angeschlossen? Sind bereits Telefon- und Kabelanschluss gelegt? Die Erschließungskosten, die ansonsten auf einen zukommen, können sich schnell auf mehrere Tausend Euro belaufen. Auch kann sich eine Erschließung ziemlich lange hinziehen und somit den Hausbau verzögern. Auf der anderen Seite sind unerschlossene Grundstücke meist günstiger.

Beschaffenheit des Grundstücks

Genau unter die Lupe nehmen sollten Häuslebauer in spe auch die Beschaffenheit des Grundstücks und des Baugrunds. Hanglagen müssen anders bebaut werden als ebene Flächen. Ist der Grundwasserstand beispielsweise enorm hoch, braucht das Haus unter Umständen eine aufwändige Kellerabdichtung. Es lohnt sich daher, im Vorfeld eine Baugrunduntersuchung durchführen zu lassen. Meist bieten geotechnische Büros diese Dienstleistungen an.

Altlasten auf dem Grundstück

Informieren sollten sich künftige Bauherren vor dem Kauf auch über eventuelle Altlasten auf dem Grundstück. Altlasten sind umweltgefährdende Stoffe wie Chemikalien, Öl oder Elektronikschrott. Meist kommen sie auf alten Industrie- und Gewerbegrundstücken vor oder auf Grundstücken, auf denen Abfälle gelagert wurden. Um Altlasten ausschließen zu können, sollten Bauherren eine (meist kostenpflichtige) Anfrage beim zuständigen Altlastenkataster oder beim Bauamt stellen. Auch die Umweltämter der Landkreise können darüber informieren, ob ein Grundstück eine Altlastenverdachtsfläche ist. Im Zweifel lohnt es sich, ein Bodengutachten anfertigen zu lassen. Diese Dienstleistung wird von manchen Ingenieurbüros oder Geotechnikern angeboten. Vier Probebohrungen kosten meist zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Nicht viel Geld, wenn man an spätere gerichtliche Auseinandersetzungen denkt.

Wohnumfeld prüfen

Wichtig bei der Suche nach dem perfekten Baugrund ist auch das Wohnumfeld. Künftige Bauherren sollten daher die Infrastruktur, das Freizeitangebot in der näheren Umgebung sowie die verkehrstechnische Anbindung genau unter die Lupe nehmen. Auch lärm- und geruchsbelästigende Betriebe in der Nachbarschaft können jedes noch so tolle Grundstück bald zum Albtraum machen.

Kosten kalkulieren

Wer ein Grundstück erwirbt, sollte daran denken, dass neben den Kaufkosten auch noch einige Nebenkosten anfallen:

  • Maklergebühren: Wer das Grundstück über einen Makler erwirbt, muss in der Regel eine Käuferprovision zahlen. Diese beträgt je nach Region zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer.
  • Grunderwerbsteuer: Bei jedem Grundstückskauf muss eine Grunderwerbsteuer an den Fiskus entrichtet werden. Je nach Bundesland beträgt die Steuer zwischen 3,5 und 6,5 Prozent und wird auf den Gesamtkaufpreis fällig.
  • Notarkosten: Als Faustregel gilt, dass Käufer etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises für Notar und Grundbuch einplanen sollten.

Alternative zum Grundstückskauf: Erbbaurecht

Eine gute Alternative zum Grundstückskauf ist das Erbbaurecht. Der Bauherr pachtet dabei von einem Erbpachtgeber – meist sind das kirchliche Einrichtungen – ein Grundstück. Vorteil: Es fallen keine Kosten für den Erwerb des Grundstücks an. Allerdings ist für die gesamte Laufzeit – meist 99 Jahre – ein Erbbauzins zu zahlen. Üblich ist ein Erbbau-Zinssatz von vier bis sechs Prozent.


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1 Kommentar

Sibillek am 31.01.2017 15:47

Das klingt ziemlich interessant. Aber wenn man Bauträger kaufen möchte, dann sollte man sich wahrscheinlich doch eher an eine Ansprechperson wenden, die auch ausgiebig Beratung anbietet. So ist man vor Unanehmlichkeiten beim Hausbau... mehr

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