Messie in der Mietwohnung: So sollten Vermieter handeln

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Sie sind der Albtraum eines jeden Vermieters: Messies. Aufgrund einer psychischen Störung schätzt ein Messie den Wert von Dingen anders ein als der Rest der Bevölkerung und hortet deshalb allerhand Gegenstände: Zeitungen, Bücher, Lebensmittelverpackungen, Werkzeuge. Im schlimmsten Fall wird die Wohnung so irgendwann unbewohnbar. Wie Vermieter mit Messies umgehen sollten.

Messie, Wohnung, Mieter, Foto: DoraZett/fotolia.com
Kapitulation vor dem Chaos: Ein Messie hortet in seiner Wohnung alle möglichen Dinge, die andere für wertlos erachten. Foto: DoraZett/fotolia.com

Vermieter, deren Wohnung von einem Messie bewohnt wird, haben wenig zu lachen – denn durch Ansammlungen von Müll und nutzlosen Dingen wird Ungeziefer angezogen. In krassen Fällen schaden Messies durch ihr Verhalten sogar der Bausubstanz. Der Grund für das Verhalten von Messies ist eine psychische Störung: Alte Zeitungen, Umverpackungen und leere Plastikflaschen werden von den meisten Menschen als wertlos angesehen und daher weggeworfen. Für einen Messie können diese Dinge wirken wie ein kleiner Schatz – denn sie können brauchbare Dinge nicht von unbrauchbaren unterscheiden. Im Ergebnis horten sie in ihren Wohnungen alles Mögliche, stellen Türen und Fenster zu und lassen oft nur enge Gänge frei, um sich in der Wohnung zu bewegen. Vermieter bemerken das Durcheinander oft erst sehr spät – denn ein Messie versucht, seine Probleme vor der Außenwelt zu verstecken. Wenn sich das Messie-Problem dann doch bemerkbar macht, ist guter Rat teuer. Denn nicht immer kann er einem Messie einfach so kündigen.

Messie auf die Situation ansprechen

Messie, Mietvertrag, Gespräch, Foto: JackF/fotolia.com
Bevor ein Vermieter einen Mieter abmahnt, sollte er das persönliche Gespräch suchen und ihn auf seine Rechte und Pflichten aus dem Mietvertrag hinweisen. Foto: JackF/fotolia.com

„Stellt der Vermieter fest, dass der Mieter die Wohnung verwahrlosen lässt, sollte er ihn auf diesen Umstand persönlich ansprechen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Carsten Brückner, Vorsitzender des Eigentümerverbands Haus & Grund Berlin. In vielen Fällen zahle der Mieter auch unregelmäßig die Miete. Dies sei ein guter Anlass, mit dem Mieter in ein Gespräch einzutreten um seine Situation zu besprechen. „Zunächst kann der Vermieter den Mieter im ruhigen Ton auf das Problem ansprechen und ihn bitten, den Unrat zu beseitigen“. Was aber, wenn ein solches Gespräch nicht fruchtet?

Überprüfen: Wie vermüllt ist die Messie-Wohnung?

Zeitungen, Messie, Foto: Kara/fotolia.com
Große Sammlungen alter Zeitungen sind in Messie-Wohnungen keine Seltenheit. Allerdings: Ein Vermieter kann einem Mieter nicht verbieten, in seiner Wohnung so viele Dinge aufzubewahren, wie er möchte. Foto: Kara/fotolia.com

Bevor der Vermieter gleich zu seiner schärfsten Waffe greift und eine fristlose Kündigung ausspricht, sollte er überprüfen, ob sie im Zweifelsfall überhaupt wirksam wäre. Denn: Auch ein Messie hat als Mieter gewisse Rechte. „Der Mieter genießt eine große Freiheit, wie er sich und sein Leben einrichtet“, so Brückner. Dazu gehört, dass er so viele Dinge in seiner Wohnung aufbewahren kann, wie er möchte, so lange er nicht andere Mieter oder die Bausubstanz schädigt. Das bedeutet: Liegen in einer Wohnung Berge jahrzehntealter Zeitungen, kann der Vermieter dagegen wenig bis nichts unternehmen – von gutem Zureden abgesehen.

„Eine Grenze findet der individuelle Lebensstil dort, wo andere Personen gestört werden. Ein Verhalten des Mieters ist spätestens dann vertragswidrig, wenn andere Mieter in ihrem vertragsgemäßen Gebrauch beeinträchtigt werden“, sagt Brückner. Dies kann etwa bei Gerüchen der Fall sein, die von verdorbenen Lebensmitteln ausgehen oder wenn der Mieter mit organischen Abfällen Ungeziefer anlockt. In diesem Fall kann der Vermieter Schritte in die Wege leiten, gegen den Mieter vorzugehen.

Den Messie abmahnen und kündigen

Zeitungen, Messie, Foto: Kara/fotolia.com
Große Sammlungen alter Zeitungen sind in Messie-Wohnungen keine Seltenheit. Allerdings: Ein Vermieter kann einem Mieter nicht verbieten, in seiner Wohnung so viele Dinge aufzubewahren, wie er möchte. Foto: waritto/fotolia.com

Einfach aus der Wohnung werfen kann ein Vermieter den Mieter nicht. „Vor dem Ausspruch einer Kündigung muss der Vermieter das Verhalten des Mieters schriftlich abmahnen“, so Brückner. Der Vermieter sollte dem Mieter in der Abmahnung auch eine Frist setzen, in der dieser die Wohnung entrümpeln und möglicherweise bereits entstandene Schäden beseitigen muss. „Dadurch wird dem Mieter bewusst gemacht, dass er sich nicht vertragsgemäß verhält“, so Brückner.

Erst wenn auch das nichts hilft, kann der Vermieter zum letzten Mittel greifen: der fristlosen Kündigung. Allerdings: Die Anforderungen dafür sind im Bürgerlichen Gesetzbuch relativ hoch angesetzt. „Eine fristlosen Kündigung wegen Verwahrlosung ist nur möglich, wenn der Mieter die Wohnung erheblich gefährdet“, erklärt Brückner. Eine allgemeingültige Definition, was eine solche erhebliche Gefährdung ist, gebe es allerdings nicht. Hierzu müssen immer der jeweilige Einzelfall beurteilt werden. Sollte es zu einem Streit vor Gericht kommen, ist es ratsam, sämtliche Beschwerden der anderen Mieter schriftlich zu dokumentieren – etwa über das übelriechende Treppenhaus. Auch die bei einer etwaigen Begehung vorgefundenen Müllberge sollten schriftlich notiert werden – so sind Vermieter im Fall eines Rechtsstreits bestmöglich abgesichert.

Praxis-Tipp

Der Vermieter hat prinzipiell das Recht, sich die Kosten für eine etwaige Räumung der Wohnung vom Mieter erstatten zu lassen. Kann oder will dieser aber nicht zahlen, bleibt er darauf sitzen. Abhilfe schaffen hier spezielle Vermieter-Rechtschutzversicherungen. Häufig sind diese allerdings relativ teuer. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer nach den Kosten.

Ist die Bausubstanz aber nicht gefährdet und fühlen sich auch andere Mieter nicht durch den Messie gestört, hat der Vermieter schlechte Karten. Wenn es keine anderen Gründe für eine Kündigung gibt – beispielsweise, weil der Mieter die Miete nicht zahlt – darf der Vermieter auch nicht kündigen. Als letzte Option bleibt ihm dann der Gang zum Betreuungsgericht. Hier muss er darlegen, warum Mieter sich offenkundig nicht mehr selbst um die Angelegenheit kümmern kann. Unter Umständen stellt das Gericht dem Mieter dann einen Betreuer – die Grenzen hierfür sind allerdings recht eng gesetzt.


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9 Kommentare

mike hegewald am 17.03.2019 18:02

Hallo,unser Mieter entsorgt auch schon längere Zeit seinen Müll nicht mehr.Im letzten Müllsack waren sogar Maden drin.Der Strom wurde ihm auch abgestellt weil er nicht bezahlt hat.Die Terrasse ist Vermüllt und wird nicht geräumt trotz Ermahnung.Es wird nicht gelüftet in der Wohnung.Habe die Wohnung letztes Jahr erst Saniert und Möbliert.Besichtigungstermine wurden einfach nicht eingehalten.Auf dem Stellplatz steht ein Schrott Auto ohne Tüv und verottet.Was kann ich tun?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 18.03.2019 12:09

Sehr geehrter Herr Hegewald,

zunächst sollten Vermieter das Verhalten des Mieters in einem solchen Fall schriftlich abmahnen und eine Frist setzen, in der die Wohnung zu entrümpeln ist. Wenn der Mieter die Wohnung durch sein Verhalten erheblich gefährdet und auf die Abmahnung nicht reagiert, ist unter Umständen auch die Kündigung möglich. Ob das in Ihrem Fall so ist, können wir aus der Ferne aber nicht abschließend klären, auch weil wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Zweifelsfall empfehlen wir daher die Beratung durch einen Eigentümerverein wie Haus & Grund oder einen Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Karla und Dieter Flender am 20.02.2019 14:13

Unser Mieter entsorgt seit längeren seinen Müll nicht mehr.Wir vermuten das er ihn in der Wohnung hortet.Haben wir ein Recht die Wohnung zu betreten ? Wenn nicht ,was können wir tun?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 20.02.2019 14:57

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wenn Sie den Verdacht haben, dass der Mieter gegen seine Pflichten aus dem Mietvertrag verstößt, etwa weil unangenehme Gerüche aus der Wohnung dringen, durch die sich andere Mieter gestört fühlen, dürften Sie die Wohnung betreten, auch das allerdings zunächst nur mit Zustimmung des betroffenen Mieters. Gelingt das nicht, würden wir Ihnen empfehlen, sich rechtlich beraten zu lassen, beispielsweise bei einem Eigentümerverein wie Haus & Grund oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Ilona am 27.01.2019 14:15

Sohn Alkoholiker ,will die Wohnung kündigen weil sie total vermüllt...

Kommt man gleich aus dem Vertrag und wer kommt für die Reinigung auf??

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.01.2019 11:16

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wenn ein Mieter nicht die Bausubstanz oder andere Mieter schädigt, wäre eine Kündigung unwirksam. Vor dem Ausspruch einer Kündigung muss der Vermieter das Verhalten des Mieters zudem schriftlich abmahnen und eine Frist setzen, in der dieser die Wohnung entrümpeln und möglicherweise bereits entstandene Schäden beseitigen muss. Für etwaige Schäden an der Mietsache, die über die übliche Abnutzung hinausgehen, haftet der Mieter, wenn er diese selbst verursacht hat.

Bitte beachten Sie jedoch abschließend, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Streitfall empfehlen wir das Gespräch mit einem Eigentümerverein wie Haus & Grund oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Juge am 04.12.2018 17:47

Mieter vermüllt die Wohnung. Es ist nie Licht oder geöffnete Fenster zu sehen. Früherer Vermieter vermutet Messi problem. Ich möchte wegen Eigenbedarf kündigen. Geht das oder kann der Mieter auf Härtefall plädieren?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 05.12.2018 08:50

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

grundsätzlich brauchen Sie für eine Eigenbedarfskündigung einen Grund - Sie müssen die Wohnung selbst nutzen wollen oder brauchen sie für einen Verwandten oder Angehörigen des Haushaltes. Eine Eigenbedarfskündigung aufgrund des Verdachtes, der Mieter könne ein Messi sein, ist nicht zuslässig. Täuscht der Vermieter den Eigenbedarf nur vor, um den unwillkommenen Mieter loszuwerden, kann diesem unter Umständen Schadenersatz zustehen.

Härtefälle, die gegen eine Eigenbedarfskündigung sprechen sind beispielsweise ein hohes Alter, eine Behinderung oder eine schwere Krankheit sein.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Jenni am 19.09.2018 05:41

Hallo meine Nachbarn belästigen mich mit ihrem geruch (katzenurin und müllberge) vermietet schon des öfteren aufgefordert dieses zu beseitigen bis jetzt ist nichts passiert weil meine Nachbarin öffnet dem Vermieter nicht die tür . Was kann ich tun

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 19.09.2018 09:18

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

es wäre Sache des Vermieters, den fraglichen Mieter in diesem Fall abzumahnen. Eine fortwährende Störung des Hausfriedens, auch durch Gestank, kann unter Umständen sogar keine Kündigung rechtfertigen. Wenn der Vermieter aber nicht reagieren will, kommt für die unter dem Gestank leidenden Mieter unter Umständen eine Mietminderung in Frage. Ob das in Ihrem Fall so ist und wie hoch diese ausfallen kann, lässt sich aber aus der Ferne nicht abschließend klären. Wir würden Ihnen daher das Gespräch mit einem Mieterverein oder einem Fachanwalt empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

dinil am 27.01.2018 13:17

Wir haben ein Ehepaar als Mieter, das durch wenig Heizen und Lüften immer wieder Schimmel in der Wohnung hat. Wir haben den Schimmel im Schlafzimmer schon einmal auf eigene Kosten entfernen lassen; eine Firma bestätigte uns, dass es nicht an der baulichen Substanz liege (die Luftfeuchtigkeit war über 60% bei der Messung), außerdem hatte keiner der Vormieter jemals Schimmel.. Jetzt wieder Schimmel im Schlafzimmer, den wir entfernen ließen (alle Tapeten mussten runter), wir möchten, dass die Mieter diese Rechnung bezahlen, außerdem gibt es einen neuen Schimmelbefall im Wohnzimmer, hier haben wir eine Frist zur Beseitigung gesetzt und abgemahnt. Haus und Grund gibt uns recht, der Mieter war nun beim Mieterbund, der Mieterbund sagt , wir müssen für eine schimmelfreie Wohnung sorgen - Frechheit!

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bandy am 25.11.2018 22:19

nicht das ich da was in Abrede stellen will, allerdings sollten Sie vorher ein paar Hausaufgaben machen.

Google findet einiges bei der Suche nach: HX-Diagramm, absolute und relative Luftfeuchtigkeit, Temperaturabhängigkeit und so weiter ...

Für die Nichteingeweihten die Kurzfassung: bei "normalen" Temperaturen beginnt die relative Luftfeuchtigkeit bei 60%, also kein Grund für Panik

Tanja schäfer am 24.01.2018 05:29

Hilfe......seid einiger Zeit haben wir neue Nachbarn.

Erschreckend! Tag für Tag und Nacht für Nacht sind meist alle Rolläden unten.

Gehen kaum vor die Tür, nur zum Einkaufen.

Aussen Terasse dient als Müllabladeplatz ( wochenlang)

Dadurch haben wir jetzt Mäuse in der Wohnung. Desweiteren verhalten sich diese Leute relativ frech. Deren Besuch parkt einen ständig zu. Und man wird des öfteren bedroht.

Was kann ich tun?

Zum Anwalt gegen?

Miete mindern?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 24.01.2018 15:30

Sehr geehrte Frau Schäfer,

zunächst würde sich in einem Fall wie dem Ihren der Gang zum Vermieter anbieten. Wenn ein Mieter so viel Müll hortet, dass er damit Ungeziefer anzieht, kann das ein Kündigungsgrund sein, gleiches gilt für die anhaltende Störung des Hausfriedens. Erst wenn der Vermieter nichts unternimmt, kommt eine Mietminderung in Frage. Zu diesem Mittel sollten Sie aber in der Tat nicht ohne vorherige Rechtsberatung greifen. Diese erhalten Sie bei einem Mieterverein oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Allenjo am 22.06.2017 01:55

"Ist die Bausubstanz aber nicht gefährdet und fühlen sich auch andere Mieter nicht durch den Messie gestört, hat der Mieter schlechte Karten. "

Entweder hat der VERMIETER dann schlechte Karten oder eben der Mieter gute Karten. Aber der erste Satz des letzten Abschnitts ist falsch.

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Immowelt-Redaktion am 22.06.2017 09:42

Hallo Allenjo,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben natürlich Recht, gemeint war der Vermieter. Wir haben die fragliche Stelle korrigiert.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Fantasy am 23.03.2017 19:59

Und was ist, wenn die Nachbarn (Verwandt + befreundet) einen anschwärzen beim Vemieter, um den scheinbar zu vergraulen?

Und der sich bereden lässt und ein Schreiben von Haus+Grund schickt, wo man indirekt als Messie bezeichnet wird, aber es nicht ist? (Regelmäßige Besuche vom Partner etwa)

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Grazina am 05.03.2019 15:06

Bei einem Vermieter ist Achtung ich übertreibe etwas schon jemand messie der seine Wohnung etwas unordentlich hat und im allgemeinen Vermieter kündigen fast immer fristlos und fristgerecht ich finde das was ich mitunter hier lese echt mies sorry