Rauchmelderpflicht: Wer für Einbau und Wartung zuständig ist

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In vielen Bundesländern herrscht für Neubauten bereits Rauchmelderpflicht. Nach und nach wird die Regelung auch für Altbauten eingeführt. Im welchem Bundesland Rauchmelderpflicht gilt und was Vermieter und Mieter beim Anbringen eines Rauchmelders beachten müssen.

Rauchmelderpflicht, Rauchmelder, Foto: iStock.com/sturti
Die Pflicht, einen Rauchmelder anzubringen, trifft in den meisten Fällen den Vermieter. Rauchmelderpflicht gibt es inzwischen in fast allen Bundesländern. Foto: iStock.com/sturti

In Deutschland sterben nach Schätzungen der Feuerwehren jedes Jahr rund 500 Menschen bei Wohnungsbränden. Viele davon werden nachts im Schlaf vom Feuer überrascht. Rauchmelder können Leben retten – das haben auch schon viele Bundesländer erkannt. In allen Bundesländern sind Rauchmelder bereits Pflicht, allerdings manchmal nur in Neu- und Umbauten. Nach und nach führen die Bundesländer aber auch für bestehende Wohnungen und Häuser eine Rauchmelderpflicht ein.

Rauchmelderpflicht trifft Mieter und Vermieter

Die Bundesländer haben nicht nur generelle Rauchmelderpflichten definiert, sondern auch festgelegt, wer für den Einbau und die Wartung der Geräte zuständig ist. In fast allen Bundesländern ist das der Eigentümer. Er kann diese Aufgabe selbst übernehmen oder weiterdelegieren, beispielsweise an einen Hausmeisterdienst.

Wartung bedeutet: Der Rauchmelder muss mindestens einmal im Jahr auf seine Funktion überprüft werden. Dazu muss zunächst überprüft werden, ob die Raucheintrittsöffnungen frei sind und ob der akustische Signalgeber funktioniert. Hierzu haben Rauchmelder in der Regel eine Test-Taste, mit der probeweise ein Alarm ausgelöst werden kann. Zur Wartung gehört außerdem der Batteriewechsel und die Kontrolle, ob die nähere Umgebung frei von Hindernissen ist.

Ob letztendlich Mieter oder Vermieter für Wartung und Einbau zuständig sind, ist in der entsprechenden Landesbauordnung und in der Anwendungsnorm für Rauchwarnmelder (DIN 14676) geregelt.

Info

Vermieter kann Kosten für Rauchmelder auf Mieter umlegen

Die Anschaffungskosten für den Rauchmelder kann ein Vermieter anteilig auf die Mieter umlegen – und zwar in Form einer Modernisierungsmieterhöhung. In der Praxis bedeutet das, dass er die Jahresmiete um elf Prozent der angefallenen Kosten anheben kann. Ein Beispiel: Kostet der Einbau der Rauchmelder in der Mietwohnung 100 Euro, so rechtfertigt dies eine Erhöhung der Jahresmiete um 11 Euro, pro Monat also rund 92 Cent. Die Kosten für die Wartung des Rauchmelders kann ein Vermieter wiederum als Betriebskosten auf den Mieter umlegen – sofern dies im Mietvertrag vereinbart ist.

Rauchmelderpflicht in den Bundesländern

In welchem Bundesland welche Pflichten gelten, können Eigentümer, Vermieter und Mieter der folgenden Tabelle entnehmen:

BundeslandRauchmelderpflicht für Neubau seitNachrüstpflicht für Altbau bisEinbauWartung
Baden-Württemberg11. Juli 20131. Januar 2015EigentümerMieter
Bayern1. Januar 201331. Dezember 2017EigentümerMieter
Berlin    1. Januar 201731. Dezember 2020EigentümerMieter
Brandenburg1. Juli 201631. Dezember 2020EigentümerEigentümer
Bremen22. Dezember 200931. Dezember 2015EigentümerMieter
Hamburg7. Dezember 20051. Januar 2011EigentümerEigentümer
Hessen24. Juni 2005    31. Dezember 2014EigentümerMieter
Mecklenburg-Vorpommern18. April 200531. Dezember 2009EigentümerEigentümer
Niedersachsen 1. November 201231. Dezember 2015EigentümerMieter
Nordrhein-Westfalen1. April 2013    1. Januar 2017EigentümerMieter
Rheinland-Pfalz    22. Dezember 200312. Juli 2012EigentümerEigentümer
Saarland18. Februar 200431. Dezember 2016EigentümerEigentümer
Sachsen1. Januar 2016keine RegelungEigentümerMieter
Sachsen-Anhalt21. Dezember 200931. Dezember 2015Keine AngabeKeine Angabe
Schleswig-Holstein1. Januar 200531. Dezember 2010EigentümerKeine Angabe
Thüringen5. Januar 200831. Dezember 2018EigentümerEigentümer

Vermieter sollten genau prüfen, ob in ihrem Bundesland Rauchmelderpflicht herrscht oder nicht. Und das nicht nur aus Sicherheitsgründen: Der Verzicht auf einen Rauchmelder ist eine Ordnungswidrigkeit, die je nach Bundesland mit hohen Strafen geahndet werden kann – in Niedersachsen droht beispielsweise eine Geldbuße in Höhe von bis zu 50.000 Euro.

Rauchmelderpflicht: Wo Rauchmelder angebracht werden müssen

Rauchmelderpflicht, Rauchmelder, Foto: photophonie/fotolia.com
Rauchmelder müssen in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Fluchtweg dienen, installiert werden. Foto: photophonie/fotolia.com

Laut Gesetz besteht Rauchmelderpflicht in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Fluchtweg dienen. Dort muss mindestens ein Rauchmelder angebracht werden und zwar in waagrechter Position an der Decke.

Experten empfehlen, den Rauchmelder in der Raummitte mit einem Mindestabstand von einem halben Meter zur Wand zu montieren.

An Dachschrägen sollte der Rauchmelder etwa 50 Zentimeter unterhalb des höchsten Punktes installiert werden.

Woran gute Rauchmelder zu erkennen sind

Neben der Installation am richtigen Ort, sollten Vermieter auch auf die Qualität der Rauchmelder achten. Grundsätzlich müssen diese eine CE-Kennzeichnung besitzen und der europäischen DIN-Norm EN 14604 entsprechen. Geprüfte Rauchmelder sind an zusätzlichen Gütesiegeln erkennbar, beispielsweise am VdS- oder am TÜV-Prüfzeichen. Erhältlich sind Rauchmelder beispielsweise in Baumärkten.


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32 Kommentare

Enrico Pohl am 13.04.2017 12:19

Leider steht in Ihrem Artikel kein Verfassungsdatum - der Leser darf somit von einem einem aktuellen Stand ausgehen. Daher erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass in Sachsen seit 01.01.2016 ebenfalls die Pflicht zur Installation von... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 13.04.2017 13:40

Sehr geehrter Herr Pohl,

vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihren Hinweis. Wir haben den Artikel entsprechend abgeändert.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Stan am 22.03.2017 21:09

Letztes Jahr wurden in unserer Wohnung von der Hausverwaltung 3 Rauchmelder installiert. Nun haben wir die Betriebskostenabrechnung bekommen und haben einen Posten "Rauchmelder" von ca. 185€. Ist das rechtmäßig?

auf Kommentar antworten

Gandalf am 16.03.2017 11:04

Besteht die Rauchmelderpflicht eigentlich nur für Mietobjekte (Haus oder Wohnung) oder auch für selbstbewohntes Wohneigentum.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 16.03.2017 12:14

Hallo Gandalf,

sofern Rauchmelder im jeweiligen Bundesland vorgeschrieben sind, gilt dies auch für selbstgenutztes Wohneigentum.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

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