Vorsicht Abmahnung: Das müssen Makler beim Urheberrecht beachten

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Beinahe täglich veröffentlichen Immobilienmakler Texte, Grafiken oder Bilder – ob in Immobilienanzeigen im Internet oder auf ihrer eigenen Webseite. Nicht immer stammt das Material aber von ihnen selbst. Wer gegen bestimmte Rechte verstößt, dem drohen schnell Abmahnungen – beispielsweise bei Urheberrechtsverletzungen. Das müssen Immobilienmakler beachten.

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Wer täglich mit Bildern, Texten oder Grafiken zu tun hat, wird schnell mit dem Urheberrecht konfrontiert. Foto: iStock/gilaxia

Zum Geschäft eines Immobilienmaklers gehört es, Anzeigen-Texte, Exposés, Bilder oder Grafiken zu veröffentlichen. Viele Makler betreiben zudem eigene Homepages. Für ihre Kunden veröffentlichen sie dort zusätzlich zu ihrem Immobilienangebot Ratgeber-Texte oder auch mal ein Video, das vielleicht noch mit Musik unterlegt ist. Vor dem Veröffentlichen von Bild-, Text- oder Videomaterial ist es wichtig, sich rechtlich abzusichern – selbst dann, wenn das Material selbst erstellt wurde. Der Grund: Es kommt nicht nur darauf an, wer ein Foto macht, sondern auch, was darauf zu sehen ist.

Selbstgemachte Fotos: Auf das Motiv kommt es an

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Auch wenn ein Makler selbst Fotos macht, sollte er prüfen, ob er diese ohne Weiteres veröffentlichen darf. Foto: Tomasz Zajda/fotolia.com

Ob es rechtlich zulässig ist, Bilder von Wohnungen zu machen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist die Wohnung aktuell nicht bewohnt, muss sich der Makler nur mit dem Eigentümer einigen, dass er Fotos machen darf. Schwieriger wird es, wenn noch ein Mieter in der Wohnung lebt. „Ohne Zustimmung des Mieters darf die Wohnung nicht fotografiert werden“, sagt Rechtsanwalt Tim Hoesmann von der Kanzlei Hoesmann in Berlin und München. „Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist ein Grundrecht.“ Es sei Maklern daher dringend zu raten, von den jeweiligen Mietern eine schriftliche Genehmigung einzuholen. Mit Einverständnis des Hauseigentümers immer erlaubt sind Fotos von außen sowie von den für alle Mieter zugänglichen Bereichen – also beispielsweise aus dem Treppenhaus.

Personen auf dem Foto: Recht am eigenen Bild

Ebenfalls Vorsicht ist geboten, wenn sich auf Bildern Personen befinden. Diese müssen immer um Erlaubnis gefragt werden, denn jeder Mensch hat ein Recht am eigenen Bild und kann somit prinzipiell auch gegen eine unerlaubte Veröffentlichung vorgehen. Das gilt selbst für Bilder oder Filmaufnahmen, in denen nur zu erahnen ist, dass es sich um eine bestimmte Person handelt.

Ratsam ist es darüber hinaus, die Kennzeichen von Autos, die im Bild zu sehen sind, unkenntlich zu machen. Zwar hat das Landgericht Kassel im Jahr 2007 entschieden, dass die Veröffentlichung eines KfZ-Kennzeichens auf einer Webseite den Fahrzeuginhaber nicht in seinem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt (Az.: 1 T 75/07). Wer hier aber auf Nummer sicher geht, erspart sich aber möglicherweise Ärger und im schlimmsten Fall eine Auseinandersetzung vor Gericht.

Link-Tipp

Wie Sie gute Immobilienfotos ganz leicht selbst machen können, erfahren Sie in unserem Artikel über Fototipps für Makler.

Urheberrecht bei Texten und Fotos von Dritten

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Bevor Makler Fotos von Dritten verwenden, sollten sie sich von diesen eine schriftliche Genehmigung geben lassen. Foto: Rido/fotolia.com

Neben den Inhalten eines Bildes ist es auch von großer Relevanz, wer es gemacht hat. Denn: Geistiges Eigentum ist durch das Urheberrecht geschützt. Allein der Schöpfer eines Werks darf bestimmen, wer sein geistiges Eigentum nutzen darf und in welchem Umfang.

Gleiches gilt übrigens für Texte: Auch diese dürfen in der Regel nicht einfach ohne Genehmigung von anderen Webseiten kopiert und auf der eigenen Seite oder in Immobilienanzeige verwendet werden. Makler sollten sich darum vor der Verwendung eines Textes oder eines Fotos eine schriftliche Genehmigung einholen – und zwar vom Urheber.

„Es kommt vor, dass Vermieter Maklern Fotos zur Verfügung stellen und sich dann herausstellt, dass sie von einem früheren Mieter stammen“, so Hoesmann. „Das kann für den Makler böse Konsequenzen haben, denn dieser haftet für die Inhalte Dritter.“ Hoesmann rät daher zu einer sogenannten Haftungsfreistellung – einem Schreiben, in dem der Vermieter oder Verkäufer dem Makler garantiert, dass er die notwendigen Bildrechte hat und in dem er ihn vor einer Haftung dafür befreit. Die Verantwortung für einen etwaigen Verstoß gegen das Urheberrecht läge damit wieder beim Vermieter oder Verkäufer.

Achtung

Das Urheberrecht bezieht sich nicht nur auf Fotos – auch Grafiken wie Stadtpläne oder Grundrisse dürfen nicht einfach ohne Erlaubnis des Urhebers kopiert und vervielfältigt werden.

Auf Quellenangabe achten

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Tim Hoesmann, Kanzlei Hoesmann in Berlin und München. Foto: privat

Vorsicht geboten ist auch bei der Quellenangabe. Jeder Urheber hat nämlich auch ein Recht auf Namensnennung – zumindest, wenn er darauf nicht ausdrücklich verzichtet. Selbst wenn also die Fotos von einem Bilderdienst stammen, muss neben dem Bilderdienst auch der Fotograf als Quelle angegeben werden, sofern in den Geschäftsbedingungen des Lizenzgebers nichts anderes vorgegeben ist. Da sich die Geschäftsbedingungen solcher Bilderdienste recht schnell ändern können, ist es auf jeden Fall anzuraten, diese aufmerksam durchzulesen.

So hat beispielsweise vor einigen Jahren ein Urteil des Landgerichts Köln (Az.: 14 O 427/13) für Aufregung gesorgt. Wer Fotos aus der Bilddatenbank Pixelio nutzt und auf seiner Homepage oder sozialen Netzwerken online stellt, ist demnach dazu verpflichtet, den Urhebervermerk direkt in die Bilddatei zu schreiben. Die Quelle nur in der Bildunterschrift zu nennen, genügt demnach zumindest bei dieser speziellen Bilddatenbank nicht mehr.

„Das Urheberrecht ist nichts, was ein Makler auf die leichte Schulter nehmen sollte“, sagt Hoesmann. Verstöße dagegen seien ein „unkalkulierbares finanzielles Risiko“. Verstößt ein Makler gegen das Urheberrecht und haftet auch selbst, kann das übrigens teuer werden. „Pro Bild und pro Webseite kann man mit einer Strafe von etwa 500 Euro rechnen“, erklärt Hoesmann.

Wenn das eigene Urheberrecht verletzt wird

Wie sollten Makler aber im umgekehrten Fall handeln, also dann, wenn sich jemand bei den eigenen Bildern bedient? Geschieht eine solche Urheberrechtsverletzung auf immowelt.de, sollte zunächst der Immowelt-Support informiert werden. Dieser wird den Fall dann prüfen und die widerrechtlich kopierten Fotos im Zweifel entfernen. Auch auf anderen Webseiten kann ein Makler zunächst versuchen, den Betreiber der Seite zu kontaktieren und die Fotos auf diese Weise entfernen zu lassen. Reagiert dieser jedoch nicht, bleibt als letzte Maßnahme nur noch der Gang zum Anwalt.


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4 Kommentare

KDK am 09.11.2018 22:11

Ein sehr interessanter Beitrag mit viel Infos zum Urheberrecht. Ob es stimmt oder auch nicht stimmt oder keinen interessiert.! Wie wäre es mit einem Entwurf wo alles drin ist und vielleicht auch die einzelnen Punkte einfach nur angekreuzt werden können. Wer einen Auftrag erteilt und A sagt, sagt auch B und unterschreibt.

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notamanne am 09.11.2018 12:24

Wer klärt bitte mal verbindlich was und wie ich Luft- und andere Bilder von Google im Exposé nutzen darf??

Danke !

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 09.11.2018 13:58

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

Screenshots von Google Earth sollten nicht ins Exposé aufgenommen werden. Denn Google greift auch auf Techniken anderer Anbieter zurück, daher ist aus Urheberrechtsgründen dringend davon abzuraten.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Office@immobilien-Center-Muenster.de am 09.11.2018 11:32

Interessanter Artikel. Schön wäre ein Musterformular

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Hans am 10.11.2017 13:52

Achtung

Das Urheberrecht bezieht sich nicht nur auf Fotos – auch Grafiken wie Stadtpläne oder Grundrisse dürfen nicht einfach ohne Erlaubnis des Urhebers kopiert und vervielfältigt werden.

dies stimmt nicht, ein Makler hier in der Nähe einen Grundriss von mir kopiert verkleinert und ins Netz gestellt. Eine Anzeige wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, da dies kein geistiges Gut ist, dies wäre nicht strafbar. Ein Widerspruch brachte kein anderes Ergebnis. Meinen Grundriss konnte man eindeutig erkennen da noch die Beschriftung von meinem Programm vorhanden war.

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Nobby am 09.11.2018 11:42

Ein Grundriss erwirbt man ebenfalls auf dem Amt, somit ist es kein Geistiges Eigentum.

Normal erhält der Käufer einer Neuen Immobilie, alle dazugehörigen Unterlagen wie auch Grundrisse und andere Pläne, damit geht es in sein Eigentum über.

Also immer schön ruhig bleiben, nicht alles was geschrieben wird ist letztendlich auch Gesetzlich richtig.


Christine am 14.11.2017 15:08

Dann machen Sie es doch zivilrechtlich geltend. Ist doch nicht alles ein Fall für den Staatsanwalt.