Abstandszahlung und Ablöse: Zeitwert berechnen für die Einrichtung

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Auch wenn die Begriffe Abstandszahlung und Ablöse oftmals in einen Topf geworfen werden, so stehen sie nicht für das Gleiche. Im einen Fall würde der Mieter Geld von seinem Nachmieter fordern, damit dieser früher einziehen kann – im anderen verkauft er ihm beim Auszug seine Möbel. Generell gelten hier besondere Regeln: Wann und wofür Mieter Geld beim Auszug bekommen.

Abstandszahlung, Ablöse, Zeitwert, Foto: Gregory Lee/Fotolia
Passt das Sofa nicht in die neue Wohnung, kann der Mieter mit dem Nachmieter eine Ablöse vereinbaren. Eine Abstandszahlung dafür dass er früher auszieht, ist hingegen komplizierter. Foto: Gregory Lee/Fotolia

Abstandszahlung und Ablöse – das Wichtigste in Kürze

  • Ein Abstand ist in der Regel ein Geldbetrag, den der Vormieter vom neuen Mieter dafür verlangt, dass er die Wohnung zu einem früheren Zeitpunkt räumt. Vorsicht: Solche Abstandszahlungen sind verboten.
  • Mit der Ablöse kauft der Nachmieter dem Vormieter oder Vermieter bestimmte Einrichtungsgegenstände oder Einbauten, wie etwa die Küche, ab.
  • Wird eine Ablöse verlangt, darf der Preis des Möbelstücks nicht mehr als 50 Prozent über seinem Zeitwert liegen (§ 4 a Abs. 2 Satz 2).
  • Gerade bei Küchen wird der Wert gerne überschätzt. Generell wird davon ausgegangen, dass die Küche bereits nach dem Einbau rund 20 Prozent an Wert verliert. Jedes Jahr vermindert den Wert um 5 bis 10 Prozent. Die durchschnittliche Nutzungsdauer bei Einbauküchen liegt demnach lediglich bei 25 Jahren, danach gilt sie als verbraucht.

Passen die Möbel nicht in die neue Wohnung, kann der Mieter diese an seinen Nachmieter weiterverkaufen. Diese Ablöse ist in den meisten Fällen problemlos möglich – sofern der Mieter gewisse Regeln einhält. Etwas anders sieht es bei einer Abstandszahlung aus: Denn für einen früheren Auszug darf er in der Regel kein Geld vom Nachmieter verlangen. Allerdings gibt es eine besondere Vereinbarung, mit der er sich diesen dennoch bezahlt lassen machen kann.

Link-Tipp

Die neue Wohnung ist gefunden, die alte muss gekündigt werden. Alle Informationen rund um die Kündigung finden Sie auf der Seite Kündigung – Wie Mieter und Vermieter einen Mietvertrag kündigen.

Abstandszahlung: nein – Umzugskosten erstatten: ja

Abstandszahlung, Ablöse, Zeitwert, Umzugskosten erstatten, Foto: peshkova/Fotolia
Mieter dürfen vom Nachmieter kein Geld verlangen, damit sie früher ausziehen, die Umzugskosten dürfen sie sich aber erstatten lassen. Foto: peshkova/Fotolia

Mieter dürfen von ihren Nachmietern kein Geld dafür verlangen, damit sie früher ausziehen. Derartige Absprachen sind laut Wohnungsvermittlungsgesetz nicht zulässig (§4 Abs.1 S.1 WoVermittG).

Es gibt allerdings eine Ausnahme: Räumt der Mieter vorzeitig die Wohnung, kann er mit seinem Nachmieter eine schriftliche Vereinbarung treffen, dass dieser ihm die Umzugskosten erstattet (§ 4a Abs.1 S.2 WoVermittG). Dabei darf der Mieter aber nur die tatsächlich entstandenen Kosten in Rechnung stellen und muss sie auch belegen können.

Praxis-Tipp

Nachmieter sollten sich die Kostenaufstellung vom Umzug – sei es in Eigenregie oder mit einem Umzugsunternehmen vorlegen lassen und schriftlich vereinbaren, nur diesen Betrag zu zahlen.

Hat der Nachmieter eine Abstandszahlung entrichtet, obwohl er nicht müsste, hat er die Möglichkeit, sein Geld wieder zurückzufordern. Laut des Bürgerlichen Gesetzbuch ist derjenige, der „durch die Leistung eines anderen oder in sonstiger Weise auf dessen Kosten etwas ohne rechtlichen Grund erlangt, ihm zur Herausgabe verpflichtet“ (§ 812 ff BGB).

Im Gegensatz zu Abstandszahlungen kann der Mieter vom Nachmieter eine Ablöse für Einrichtungen und Gegenstände verlangen, die er in der Wohnung zurücklässt.

Ablöse: Das ist erlaubt

Abstandszahlung, Ablöse, Zeitwert, das ist erlaubt, Foto: Bounlow-pic/Fotolia
Der Sessel muss bleiben: Mieter und Vermieter dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen Ablöse vom Nachmieter verlangen. Foto: Bounlow-pic/Fotolia

Je nachdem, um welche Art Gegenstände oder Einbauten es sich handelt, kann der Mieter entweder vom Vermieter oder vom Nachmieter eine Ablöse bekommen.

Ablöse vom Vermieter

Der Mieter geht, das Parkett bleibt. Hat der Mieter mit Einverständnis des Vermieters in der Wohnung Baumaßnahmen vollzogen, die den Wohnwert verbessern – beispielsweise eine Badsanierung – ist der Vermieter nicht in der Pflicht, diese Kosten beim Auszug zu erstatten.

War der Vermieter mit dem Einbau nicht einverstanden und will zum Beispiel das Parkett nicht behalten, kann vom Mieter verlangt werden, dass er die Wohnung wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt und das Parkett entfernt.

Ablöse bei möblierter Wohnung?

Abstandszahlung, Ablöse, Zeitwert, Küche, Einrichtung, Foto: iStock.com/svetikd
Ist bereits eine Einbauküche in der Wohnung, kann der Vermieter für diese eine Ablöse verlangen. Diese geht aber dann in den Besitz des Mieters über. Foto: iStock.com/svetikd Foto: iStock.com/svetikd

Ob umgekehrt der Vermieter eine Ablöse für Möbel verlangen darf, kommt darauf an: Bei der Vermietung einer möblierten Wohnung darf er das nicht. Allerdings kann vom Mieter eine höhere Miete gefordert werden, da möblierte Wohnungen in der Regel von der Mietpreisbremse ausgenommen sind. So sind auch Mietpreise von über zehn Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete möglich. Eine Definition, wann eine möblierte Wohnung vorliegt, gibt Constantin Päch, Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht in Nürnberg: „Dazu gehört nicht nur ein Bett und ein Schrank, sondern zum Beispiel auch Gardinen. Die Wohnung muss so eingerichtet sein, dass der Mieter quasi nur mit seiner Kleidung einziehen kann."

Ein anderer Fall liegt vor, wenn der Vermieter einer unmöblierten Wohnung beispielsweise die Einbauküche an den neuen Mieter verkauft. In diesem Fall geht diese in sein Eigentum über und der Mieter kann sie bei seinem Auszug entweder mitnehmen oder von seinem Nachmieter ablösen lassen.

Info

Wird eine möblierte Wohnung vermietet, gilt für den Vermieter nicht die Mietpreisbremse. Nur in bestimmten Fällen kann die Mietpreisbremse auch auf möblierte Wohnungen angewendet werden: Wenn der Mieter sie als dauerhafte Wohnung mit seiner Familie nutzt, oder bei Personen mit einem gemeinsamen Haushalt (§ 549 BGB, Abs. 2 Satz 2).

Will der Mieter eine Ablöse für Möbel oder Einbauten, zum Beispiel eine Einbauküche, kann er diese nicht von seinem Vermieter verlangen, sondern muss mit seinem Nachmieter darüber verhandeln. Zudem muss er sich die Zustimmung seines Vermieters einholen, diese Gegenstände in der Wohnung lassen zu dürfen. Die Ablösevereinbarung wird dann zwischen Mieter und Nachmieter getroffen. Sie ist aber nur wirksam, wenn der Mietvertrag zwischen Nachmieter und Vermieter auch zustande kommt. Wechselt die Einbauküche dann den Besitzer, ist ein schriftlicher Kaufvertrag keine Pflicht. Allerdings ist es von Vorteil, wenn die Ablöse schriftlich geregelt ist.

Praxis-Tipp

Nachmieter sollten stets klären, ob es sich bei allen Gegenständen auch um das Eigentum des Mieters handelt und dieser nicht Möbelstücke veräußert, die dem Vermieter gehören.

Generell ist kein Nachmieter in der Pflicht, eine Ablöse zu zahlen. „Steht im Mietvertrag nichts davon, dass die Wohnung mit Möbeln vermietet wird, kann der Vormieter zwar versuchen, eine Ablöse vom Nachmieter zu bekommen, aber sowohl Vermieter als auch Nachmieter müssen sich darauf nicht einlassen“, so Hans Jörg Depel vom Mieterverein Köln.

Es gibt aber Ausnahmefälle, in denen der Mieter darauf hinwirken kann, dass er eine Ablöse bekommt. Dies ist dann der Fall, wenn er verpflichtet oder berechtigt ist, einen Nachmieter zu suchen. Hier könnte er sich eher für jenen Nachmieter entscheiden, der bereit ist, die Ablöse zu zahlen.

Zeitwert: Wie hoch darf die Ablöse sein?

Abstandszahlung, Ablöse, Zeitwert berechnen, Foto: Rawpixel.com/Fotolia
Nur nicht übertreiben! Wer Ablöse für seine Möbel oder die Einbauküche verlangt, sollte keine Wucherpreise verlangen. Foto: Rawpixel.com/Fotolia Foto: Rawpixel.com/Fotolia

Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Regelung für die Höhe der geleisteten Ablösezahlung. Entsprechend können Mieter diese mit dem Nachmieter frei verhandeln. Generell ist es dem Mieter überlassen, wie viel er für seine Möbel verlangt – solange er mit der Forderung nicht gegen das Gesetz verstößt oder Wucherpreise verlangt. Das heißt: Preis und Leistung müssen stimmen und der Preis des Möbelstücks darf nicht mehr als 50 Prozent über seinem Wert liegen (§ 4 a Abs. 2 Satz 2 WoVermittG).

Möbel gegen Ablöse: Das spricht dafür

Oftmals hat es für beide Seiten Vorteile, wenn Möbel oder Einbauten in der Wohnung bleiben. Denn während der Vormieter den Einbauschrank nicht rausreißen muss, freut sich der Nachmieter, dass er sich nicht darum kümmern muss, einen passgenauen Schrank zu finden. Werden sich der Vor- und der Nachmieter einig, profitieren beide: der eine verdient, der andere spart Zeit.


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20 Kommentare

Hexe am 08.02.2020 22:38

Besteht ein Mietvertrag seit 1998 also 22Jahre die Wohnungs standarts haben sich seit dem schon verändert.... Muss der Mieter die wohung trotzdem renovieren wie es im Mietvertrag steht... Da nach einer gewissen Zeitspanne der Vermittler wegen abgewohnt die wohung aufwerten muss... Oder ist diese annehmen falsch....

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Immowelt-Redaktion am 10.02.2020 10:11

Hallo Hexe,

der Vermieter schuldet den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung. Das bedeutet, dass er nicht verpflichtet ist, die Wohnung auf einen höheren Standard zu bringen sondern nur, den vertragsgemäßen Zustand zu erhalten. Sofern es um Schönheitsreparaturen (Malerarbeiten) geht, kommt es darauf an, ob es im Mietvertrag eine wirksame Schönheitsreparatur-Klausel gibt. In diesem Fall ist der Mieter verpflichtet, die entsprechenden Arbeiten auszuführen, sobald diese erforderlich sind. Viele Klauseln in älteren Verträgen sind allerdings unwirksam, meist, weil sie starre Fristenregelungen enthalten. Dies hat zur Folge, dass der Mieter nicht verpflichtet ist, die Arbeiten auszuführen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Tobias am 20.01.2020 12:43

Guten Tag,

ich übernehme eine Küche von der Vormieterin. Allerdings ziehe ich erst in ein paar Wochen um bzw. sie zieht aus. Gerne würde ich vorher schon einen Vertrag machen, frage mich aber was passiert, wenn in der Zeit bis zum Umzug etwas kaputt geht. Z.B. die Spülmaschine oder ein Kratzer im Schrank. Wie kann ich eine Klausel im Vertrag einbringen, falls etwas kaputt gehen sollte..? Und wie in etwa könnte sie lauten? In den Musterverträgen im Internet wird dies nirgends erwähnt.

Liebe Grüße

Tobias

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Immowelt-Redaktion am 21.01.2020 12:17

Hallo Tobias,

es gibt für solche Fälle sogenannte aufschiebende oder auflösende Bedingungen, die in den Vertrag aufgenommen werden können (§158 BGB). Bei einer aufschiebenden Bedingung wird die Wirksamkeit des Vertrages vom Eintritt der Bedingung abhängig gemacht, bei auflösenden der Fortbestand des Vertrages. Sie können also vereinbaren, dass der Kauf nur dann wirksam zustande kommt, wenn die Küche bei der Übergabe im vereinbarten Zustand ist.

Da wir keine Rechtsberatung leisten können und dürfen, können wir Ihnen keine rechtssichere Formulierung mit auf den Weg geben. Wir empfehlen, sich Rat bei einem Fachanwalt (die Erstberatung bieten manche Anwälte auch kostenfrei an) oder einer Mietervereinigung zu holen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Blinco, Gabriele am 08.01.2020 17:44

Guten Tag, ich (70 Jahre)wohne in meiner ersten Mietwohnung seit jetzt fast einem Jahr. Nun war ein Rohrbruch im Warmwasserzulauf in der Dusche. das Wasser ist in die Wand, hat über Wochen nicht nur meine Wohnung verschimmelt, sondern auch die Nachbarwohnung . Der Schimmel steht überall ca 15 cm hoch über der Sockelleisten. Mein Vermieter, der Das Haus zu 60 Prozent selber gebaut hat, versucht mit der billigsten Methode aus dem Schlamassel zu kommen, so meint er, dass ich das Zusammenpacken aus großen Möbelstücken, selber machen müsste, dass ich beim Trocknen in allen Räumen, in der Wohnung verbleiben soll, was soll ich ihm antworten ??

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 09.01.2020 10:27

Hallo Gabriele,

grundsätzlich ist der Vermieter verpflichtet Ihnen die Mietwohnung in dem vertraglich vereinbarten mangelfreien Zustand zur Verfügung zu stellen. Treten Mängel auf, so haben Mieter Anrecht auf Mietminderung und darauf, dass der Mangel beseitigt wird. Auch etwaige Kosten, die dem Mieter wegen eines Mangels entstehen, muss der Vermieter begleichen. Wenn der Vermieter es schafft, den Mangel auch mit billigen Methoden zu beseitigen, dann kann er das durchaus machen, sofern der Mangel danach behoben ist.

Ob es zumutbar ist, dass ein Mieter während der Mangelbeseitigung in der Wohnung bleibt, hängt auch von der Schwere des Mangels ab. Ist eine Wohnung wegen eines Mangels praktisch unbewohnbar, muss der Vermieter ggf. für Ersatzwohnraum während der Beseitigungsphase sorgen. Das kann durchaus auch ein Hotel sein.

Wie es sich bei Ihnen verhält, können wir aus der Ferne freilich nicht abschließend beurteilen. Sofern es nicht zu einer konstruktiven gütlichen Regelung mit dem Vermieter kommt, könnte es ratsam sein, sich vor Ort an einen Mieterverein oder einen Fachanwalt für Mietrecht zu wenden.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

winfried Bissinger am 08.01.2020 14:44

wir werden dem nächst aus unserer mit wohnung nach 33 jahren wegen eigen bedarfs ausziehen müssen.

wie haben im jahr 2004 eine küche einbauen lassen, kosten 14000 euro die ist exakt nach der küche eingebaut und kann oder sollte nicht ausgebaut werden.was ist die heute noch wert .? verschiedene geräte wurden neu ersetzt. der eigentümer zieht selber ein.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 09.01.2020 08:37

Hallo Winfried,

der Eigentümer ist rechtlich nicht verpflichtet, die Küche zu übernehmen (es sei denn, es gibt eine konkrete Vereinbarung zwischen Mieter und Vermieter, die das regelt). Demzufolge ist der Preis, der verlangt werden kann, reine Verhandlungssache. Da die Küche schon über 15 Jahre alt ist, dürfte der Zeitwert allerdings nur noch einen Bruchteil des ehemaligen Neupreises ausmachen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Johanna am 04.01.2020 20:05

Hallo,

Wir treffen uns morgen mit der Vormieterin, um über die Einbauküche zu verhandeln. Die Küche ist 7 Jahre alt und wurde wegen Dachschrägen extra angefertigt. Damals hat die Küche 5000 Euro gekostet, eingebaut sind no Name Elektrogeräte und es besteht keine Garantie mehr.

Bei der Wohnungsbesichtigung teilte uns die Vormieterin mit, dass sie an 2500 Euro gedacht hat. Wir finden das viel, was wäre denn preislich angemessen?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 07.01.2020 09:05

Hallo Johanna,

letztlich ist dies immer eine Verhandlungssache. Als Richtwert orientieren sich jedoch viele am sogenannten Zeitwert. Um diesen zu ermitteln braucht es den Wiederbeschaffungswert, also die Kosten, die die Küche kosten würde, wenn man sie heute einbauen würde. Das kann unter Umständen den Neupreis von vor sieben Jahren übersteigen. Die Qualität der Küche bestimmt eine durchschnittliche Lebensdauer. Sehr hochwertige Küchen können mit 20 Jahren angesetzt werden, mittlere Qualität mit 15 und eine günstigere Qualität eher mit zehn Jahren. Je nach Qualität und Alter der Küche können so die Restlebensdauer bestimmt werden. Die Wertminderung einer Küche liegt in der Regel im ersten Jahr bei etwa 20 Prozent und in jedem folgenden zwischen fünf bis zehn Prozent. Hinzu können noch Zuschläge oder Abschläge kommen. Eine gängie Formel zur Errechnung des Zeitwerts lautet: Zeitwert = (Wiederbeschaffungswert – Wertminderung 1. Jahr – Wertminderung Folgejahre) x erwartete Restlebensdauer in Jahren / (Durchschnittliche Lebensdauer in Jahren – 1) + Zuschlag – Abschlag. Geht man in Ihrem Beispiel vom gleichgebliebenen Wiederbeschaffungswert und von einer hohen Qualität aus, so liegt der Zeitwert ungefähr bei 1.800 Euro - jedoch noch ohne eventuelle Zu- oder Abschläge. Was letztendlich tatsächlich gezahlt werden muss, ist aber wie erwähnt Verhandlungssache. Es darf nur nicht in Wucher enden.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Betsy am 25.09.2019 10:00

Hallo,

der Vormierter hat vor 1,5 Jahren 400,- für eine kleine Einbauküche gezahlt und fordert nun dieselbe Summe von mir. Die Spülmaschine ist defekt.

Inwieweit ist diese Summe zulässig?

Danke!!

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 25.09.2019 10:18

Hallo Betsy,

ob eine vom Vormieter als Ablöse für Einrichtungsgegenstände verlangte Summe zulässig ist, hängt nicht davon ab, wie viel der Vormieter dafür selbst bezahlt hat, sondern wie hoch der Zeitwert der Gegenstände ist. Grundsätzlich sind Vormieter und Mieter frei, sich auf einen Preis zu einigen. Verlangt der Vormieter allerdings viel zu viel, ist zu prüfen, ob ein sittenwidriger Wucher vorliegt. Laut Wohnungsvermittlungsgesetz § 4a ist eine Vereinbarung über das Entgelt unwirksam, soweit dieses in einem auffälligen Mißverhältnis zum Wert der Einrichtung oder des Inventarstücks steht.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Marc am 30.07.2019 13:28

Hallo,

wir haben vor 2 Jahren beim Einzug in die Mietwohnung vom Eigentümer die Einbauküche (19 Jahre alt) für 800,- Euro gekauft. Gekauft, damit er keine Kosten hat, wenn während der Mietzeit irgende etwas damit sein sollte. Jetzt wollen wir ausziehen und er möchte für die 2 Jahre den etwas abziehen. Wie viel wäre verhältnismäßig? Vielen Dank

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 30.07.2019 13:54

Hallo Marc und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wenn Sie dem Vermieter die Einbauküche abgekauft haben, gehört Sie jetzt Ihnen. Wenn der Vermieter Sie jetzt zurückkaufen will, ist alles weitere Verhandlungssache. Wie hoch der Preis für eine 21 Jahre alte Einbauküche sein darf, lässt sich pauschal nicht sagen, dass kommt auch auf die Qualität der Ausstattung und die Abnutzungsspuren an.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

sil82vana am 11.07.2019 23:11

Hallo,

wir müssen wegen Eigenbedarf ausziehen. Unsere Küche ist 8 Jahre alt und hat 8400,00 Euro gekostet.

Wie hoch wäre die Abstandszahlung ?

Lg. Doris

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.07.2019 10:58

Hallo sil82vana,

soweit Ihre Frage darauf abzielt, ob der Vermieter die Einbauküche gegen Ablöse übernehmen muss, sehen wir dafür keine Rechtsgrundlage. Sofern die Küche also Ihr Eigentum ist und keine weiteren Vereinbarungen mit dem Vermieter getroffen wurden, kann der Vermieter vielmehr darauf bestehen, dass Sie die Küche entfernen/mitnehmen müssen. Sie können Ihren Vermieter aber sicher Fragen, ob er Interesse an der Küche hat. Wie hoch dann eine mögliche Ablöse ist, hängt von vielen Faktoren ab: Verhandlungsgeschick, Zustand der Küche, Design etc.. Grundsätzlich müssen Sie aber damit rechnen, dass Sie für eine acht Jahre alte Einbauküche nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Neupreises erhalten werden.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Jule am 27.06.2019 17:46

Hallo!

Ich habe versucht, die richtige gesetzliche Vorlage zu den 50 Prozent des Zeitwerts zu finden, kann jedoch nur einen unbestimmten Gesetzestext mit dem § 4 a Abs. 2 Satz 2 finden. Wo könnte ich das denn finden?

LG Jule

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.06.2019 08:34

Hallo Jule und vielen Dank für Ihren Kommentar,

tatsächlich geht das aus dem fraglichen Paragraphen des Wohnungsvermittlungsgesetzes nicht unmittelbar hervor. Allerdings hat der Bundesgerichtshof im Jahr 1997 geurteilt, dass ein auffälliges Missverhältnis dann gegeben ist, wenn der vereinbarte Preis mehr als 50 Prozent über dem Zeitwert liegt (Az.: VIII ZR 212/96).

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Sven am 15.05.2019 11:51

Guten Tag,

Derzeit verlangt mein Vormieter von mir eine Ablöse für Sanierungsarbeiten (Wandfarbe/Tapete, neues WC, neues Waschbecken). Die Arbeiten hat er selbst ausgeführt, der Vermieter war informiert und hat meinem Vormieter eine Kostenübernahme verwehrt. Trotzdem wurden die Arbeiten durchgeführt.

Nun habe ich einen Mietvertrag mit dem Vermieter mit Einzug in 6 Wochen. Der Vormieter verlangt 1200€ als Kompensation für die ausgeführten Arbeiten von mir.

Ist das rechtmäßig und muss ich zahlen?

Kann der Vormieter das Bad ausbauen und die Tapeten abreißen, obwohl ich die Wohnung in einem anderen Zustand besichtigt und gemietet habe?

Danke für die Hilfe!

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 15.05.2019 12:05

Hallo Sven und vielen Dank für Ihren Kommentar,

der alte Mieter hat keinen Rechtsanspruch auf die Zahlung einer Ablöse, wenn Sie das nicht so mit ihm vereinbart haben. Als Mieter haben Sie unabhängig davon aber einen Anspruch auf die Wohnung in dem Zustand, in dem sie sich befand, als Sie sie besichtigt haben. Diesen Anspruch haben Sie aber gegenüber dem Vermieter. Würde nun der Vormieter tatsächlich das Bad ausbauen, könnte der Vermieter von diesem theoretisch verlangen, dass er das alte Bad wieder einbaut.

Bitte haben Sie jedoch Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Konfliktfall empfehlen wir Ihnen das Gespräch mit einem Mieterverein oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion


Sven am 15.05.2019 13:06

Vielen Dank für die schnelle Antwort, das gibt mir einen guten Startpunkt für weitere Gespräche mit den Parteien.

Beste Grüße!

Maite am 18.03.2019 15:52

Eine Einbauküche (Wert 3000 Euro) wurde laut Mietvertrag für die Mieter gekauft mit der Voraussetzung das die Küche innerhalb von 5 Jahren (60 Monate x 50 Euro) durch die Mieter zurückbezahlt wird, erst dann geht die Küche in den Besitz des Mieters über.Jetzt zieht der Mieter aber nach 14 Monaten aus der Wohnung schon aus. Nun verlangt er die Originalrechnung der Küche, da wir ihm mitgeteilt haben das er den Restbetrag komplett zu zahlen hat oder die Küche in unserem Besitz bleibt, so wie es im Mietvertrag vereinbart wurde. Darf er die Rechnung verlangen und können wir Aufwandsentschädigungen oder verlorene Zinsen geltend machen? Vielen Dank im voraus für eine Antwort.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 19.03.2019 09:16

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

letztlich sind in diesem Fall beide Parteien an die Individualvereinbarung gebunden wie sie im Mietvertrag getroffen wurde. Ob nun der Mieter ein Recht darauf hat, auch die Rechnung zu sehen, lässt sich nicht abschließend beurteilen, ein Richter würde hier im Streitfall anhand des Einzelfalls eine Entscheidung treffen. Bitte bedenken Sie auch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Sollte es zum Konflikt mit dem Mieter kommen, empfehlen wir das Gespräch mit einem Eigentümerverein wie Haus & Grund oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

samaro am 04.03.2019 15:09

Wir haben wie gesagt unsere Küche an den Vermieter für € 1500.-- verkauft,

er hat unsere komplette Kaution behalten da wir anscheinend zur Endrenovierung der DHH verpflichtet sind. Nun will er auch das Geld für die Küche noch nicht überweisen erst nach Vorlage aller beglichenen Rechnungen für die der Vermieter in Haftung steht, es geht hier um Strom,

Wasser und Gas. Wir haben diese Verträge selber mit den Energielieferanten abgeschlossen und auch immer bezahlt. Kann er tatsächlich die Bezahlung der Küche solange verweigern obwohl er im Besitz unserer Kaution von knapp € 3000,-- ist.

Besten Dank für eine Antwort

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.03.2019 15:15

Wir werden das Problem aus der Ferne leider nicht abschließend klären können, auch weil wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Hinblick auf die Kaution sollten Sie aber vor allem rechtlich prüfen lassen, ob Sie tatsächlich zur Renovierung verpflichtet gewesen wäre. Viele Endrenovierungsklauseln sind unwirksam und führen dazu, dass der Mieter letztlich gar nichts machen muss. Wir würden Ihnen daher raten, sich von einem Mieterverein oder einem Fachanwalt rechtlich beraten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Samaro am 04.03.2019 07:02

Unser Vermieter hat uns und unsere 3,5 Jahre alte Küche für € 1500 abgekauft der Neupreis war € 6300.--.

Nun verlangt er auf einmal die damalige Originalrechnung vom Küchenstudio, da keine Garantie mehr auf den Geräten ist wüsste ich gerne

ob ich ihm die Originalrechnung aushändigen muss, zumal dies nie Gesprächsthema war. Wir haben das Geld für die Küche noch nicht erhalten

nun macht er auf einmal die Originalrechnung zur Bedingung.

Besten Dank für Eure Hilfe.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.03.2019 12:02

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

es gibt keine Regelung, die besagt, dass eine Küche nur mit Originalrechnung verkauft werden darf. Allerdings kann der Käufer das natürlich tatsächlich zur Bedingung machen und den Kauf der Küche vom Vorliegen einer solchen Rechnung abhängig machen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Kummrog96 am 28.01.2019 11:39

im Mai 2017 haben wir ein Mietshaus bezogen, in dem eine Einbauküche vorhanden war. Der Vermieter haben laut Mietvertrag uns diese im Wert von 1500€ überlassen. Aus beruflichen Gründen haben wir zum 30.06. dieses Haus wieder verlassen. Die Vermieter haben uns das Geld nicht zurückzahlen wollen, auch nicht gegen eine geringere Gebühr wegen Nutzung. Stattdessen hatten wir schriftlich vereinbart, wenn bis Ende Dezember kein Mieter oder Käufer für das Objekt gefunden wird, wir im Januar noch einmal neu verhandeln. Wir halten das für eine Hinhaltetaktik. Welche rechtlichen Grundlagen gibt es, dass Geld wieder zu bekommen und in welcher Höhe?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.01.2019 12:19

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wir können uns leider nicht ganz erschließen, welche Vereinbarung Sie hier mit Ihrem Vermieter getroffen haben. Wenn Sie ihm die Küche zu Beginn der Mietdauer abgekauft haben, ist es jetzt Ihre. In diesem Fall hätten Sie keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter sie wieder zurückkauft. Hat der Vermieter ein einmaliges Nutzungsentgelt für die Küche verlangt, wäre diese Vereinbarung wohl von Beginn an unwirkssam gewesen, gleiches gilt für einen entsprechenden Aufschlag auf die Kaution.

Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Konfliktfall empfehlen wir das Gespräch mit einem Mieterverein oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Bollerotto am 08.10.2018 18:21

Was kann ich verlangen für meine Einbauküche wenn ich die Wohnung zum 1.11 vermiete für Abnutzung Küche 2 Jahre alt neu Preis 2000euro

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 09.10.2018 08:21

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

hierzu gibt es keine Regelungen, der Preis ist somit reine Verhandlungssache.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

frh am 19.09.2018 10:38

Hallo,

eine Frage zum Zeitwert der Küche; ab wann "tickt die Uhr"?

Konkret geht es darum, dass ich eine Einbauküche seit gut einem Jahr habe, diese aber noch nicht abgenommen ist, da immer noch Nachbesserungen offen sind. Evtl. muss auch aber meine Wohnung wieder verkaufen.

Ist z.B. der Zeitpunkt der Zahlung ausschlaggebend oder der Zeitpunkt der finalen Abnahme?

Freue mich auf Eure Rückmeldung,

Beste Grüße, frh

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 19.09.2018 10:59

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

das ist gesetzlich nicht definiert. Wenn Sie die Wohnung inklusive Einbauküche wieder verkaufen, ist es letzten Endes Verhandlungssache, welchen Betrag Sie für die Küche noch verlangen können. Abhängig ist dieser Wert ja auch nicht nur vom Alter der Küche, sondern auch vom Grad der Abnutzung.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Nachfrage am 27.07.2018 14:56

Nachfrage an die Immowelt-Redaktion:

Wieso erfolgt in der Formel eine Multiplikation mit dem Verhältnis von Restnutzungszeit (12 Jahre) zur Gesamtnutzungsdauer abzüglich des ersten Jahres (20 Jahre - 1 Jahr = 19 Jahre)? Aus den vorangegangenen Erläuterungen lässt sich dies nicht erklären und würde zu einer weiteren - allerdings nicht nachvollziehbaren - Minderung führen.

Schon mal vielen Dank für die Antwort.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 27.07.2018 15:23

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wir sind (unter anderem aus diesem Grund) gerade dabei, die Beispielsrechnung zu überarbeiten. Sie wird in Kürze durch eine andere ersetzt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Immowelt-Redaktion am 19.01.2018 09:09

Lieber Poune,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Wenn Sie als Mieter die Küche an Ihren Nachmieter ablösen möchten, können Sie auch die Montage- und Lieferkosten berechnen. Letztlich darf der Preis nicht unverhältnismäßig sein bzw. darf der Preis des Möbelstücks/der Küchen nicht mehr als 50 Prozent über dem Zeitwert liegen.

Mit herzlichen Grüßen

Die Immowelt-Redaktion

auf Kommentar antworten

Poune am 12.01.2018 09:26

Hallo zusammen,

müssen bei der Zeitwertformel auch Montage und Lieferkosten mitberechnet werden?

Vielen Dank!

auf Kommentar antworten

Ben ter Brake am 02.08.2017 17:37

Klasse Vorlage! Klare Text!

auf Kommentar antworten