Mietwohnung selbst renovieren: Das ist erlaubt

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Die Wohnung ist gut geschnitten – aber die Optik nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Viele Mieter sind durchaus bereit, ihre Mietwohnung selbst zu renovieren. Allerdings müssen sie dabei einige Regeln beachten, denn einfach nach Gutdünken lossanieren ist keine gute Idee.

Mietwohnung selbst renovieren, renovieren, Foto: iStock / Tempura
Angegraute Wände, hässliche Fliesen im Bad oder ein alter Teppich im Wohnzimmer – renovieren und sanieren können Mieter teilweise auch ohne die Erlaubnis des Vermieters. Foto: iStock / Tempura

Oft entspricht die Mietwohnung nicht den Idealvorstellungen des Mieters: der Balkon könnte aufgehübscht werden, Bodenbeläge, Fenster oder Türen sind verschlissen und die Fliesen im Bad sind noch aus der Vorkriegszeit. Viele Mieter wären sogar bereit, selbst zu renovieren. Ganz so einfach ist das aber nicht. Je nachdem ob es sich um kleine optische Verbesserungen, größere Veränderungen oder gar Eingriffe in die Bausubstanz handelt, müssen Mieter bestimmte Regeln beachten.

Wände streichen, Löcher bohren: Kleine Renovierungsarbeiten sind meist erlaubt

Mietwohnung selbst renovieren, Grafik: immowelt.de

Kleinere Renovierungsarbeiten sind auch ohne die Erlaubnis des Vermieters möglich. Geht es beispielsweise um Tapeten, neue Farben an Wänden und Decken oder eine frische Lackierung der Tür- und Fensterrahmen, kann der Mieter auch loslegen, ohne vorher den Vermieter zu fragen. Während der Mietzeit hat der Mieter freie Hand, was die Auswahl der Farben betrifft.

Mietvertragsklauseln über Schönheitsreparaturen, in denen der Mieter verpflichtet wird, während der Mietzeit in neutralen Farben zu streichen, sind aus diesem Grund regelmäßig unwirksam. Allerdings kann der Mieter dazu verpflichtet werden, die Wohnung zum Ende der Mietzeit in einer halbwegs neutralen Farbgestaltung zurückzugeben  (BGH, Az.: VIII ZR 416 / 12). Wenn die Klausel dies fordert, muss der Mieter seine schrillen Wände beim Auszug selbst dann streichen, wenn der Zustand noch gut ist. Allerdings darf der Vermieter nicht fordern, dass die Wohnung ausschließlich in Weiß zurückzugeben ist. In solchen Fällen ist die Klausel wieder ungültig.

Achtung

Wer seine hässlichen Retrofliesen im Bad mit Fliesenlack überstreichen will, muss unbedingt den Vermieter fragen. Der Lack lässt sich nämlich nicht wieder entfernen. Falls es keine Erlaubnis gibt, kann der Vermieter verlangen, dass der alte Zustand im Bad beim Auszug wieder hergestellt wird oder Schadenersatz verlangen.

Ohne Einwilligung des Vermieters möglich ist auch der  Aufbau einer Einbauküche, falls vorher noch keine vorhanden war. Selbst Löcher dürfen gebohrt werden, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Der Vermieter kann aber beim Auszug verlangen, dass die Löcher fachgerecht geschlossen werden.

Praxis-Tipp

Bringt man im Bad Handtuchhalter, Seifenschälchen oder kleine Regale an, sollte man die Dübel zwischen die Fugen der Fliesen setzen. Das Loch lässt sich so beim Auszug leicht wieder schließen. Außerdem erspart das Stress mit dem Vermieter.

Ebenso erlaubt ist das Aushängen von Türen, das Anbringen zusätzlicher Steckdosen oder das Verlegen eines Teppichbodens – sofern alles beim Auszug wieder rückgängig gemacht wird. Doch Vorsicht: Ist bereits ein Teppich oder Boden verlegt, darf der Mieter diesen nicht einfach herausreißen, weil ihm sein Aussehen nicht gefällt. Er braucht die (am besten schriftliche) Erlaubnis des Vermieters. Die Kosten trägt übrigens in allen Fällen der Mieter.

Trennwände einziehen, Bad renovieren: Bei größeren Renovierungsarbeiten immer Vermieter fragen

Mietwohnung selbst renovieren, Grafik: immowelt.de

Für Arbeiten, die Sanierungscharakter haben und in die Bausubstanz der Wohnung eingreifen, gilt generell: Ohne Zustimmung des Vermieters geht gar nichts.

Dazu zählen:

  • Fliesenarbeiten in Küche und Bad
  • Einbau von Sanitäranlagen
  • der Einbau einer Etagenheizung
  • Zwischenwände einziehen (egal, ob massiv oder in Leichtbauweise)
  • Trennwände abreißen
  • Durchbrüche für Türen schaffen oder Durchgänge zumauern
  • Decken abhängen
  • Kastenfenster durch Isolierverglasungen ersetzen
  • Installation einer Satellitenschüssel durch Anbohren der Fassade

Wenn ein Mieter ohne Zustimmung des Vermieters zum Beispiel das Bad neu fliest oder eine Heizungstherme einbaut, kann der Vermieter fordern, dass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird. Im schlimmsten Fall kann sogar eine fristlose Kündigung drohen.

Wenn der Vermieter zustimmt: Renovierungsvertrag aufsetzen

Aber auch dann, wenn der Vermieter mit Änderungen einverstanden ist, sollten für beide Seiten genaue Regelungen getroffen werden. Ein mündlich eingeholtes „Ja“ ist weder sicher noch sinnvoll. Die Mieterverbände empfehlen in jedem Fall eine schriftliche Vereinbarung, insbesondere zum Umfang der Arbeiten und zur Übernahme der Kosten.  Der sanierende Mieter investiert in der Regel eine Menge Geld und erhöht den Wert der Wohnung: Deshalb kann es sinnvoll sein, schriftlich zu vereinbaren, ob und wie sich der Vermieter an den Kosten beteiligt – etwa mittels einer herabgesetzten Miete. Zudem ist es für den Mieter von Interesse, dass seine Investitionen nicht verloren sind, wenn er auszieht. Deshalb bietet sich eine vertragliche Regelung an, die dem Mieter eine Abstandzahlung im Falle eines Auszugs zusichert.

Achtung

Knackpunkt: Der Vermieter kann schon bei simpel erscheinenden Malerarbeiten verlangen, dass sie fachgerecht ausgeführt werden. Das gilt erst recht für Gewerke wie Heizung/Sanitär oder den Austausch der Badfliesen. Ein Mieter mit den sprichwörtlichen zwei linken Händen sollte ausschließlich Fachfirmen beauftragen, sobald er mit dem Vermieter ein klares Einvernehmen über die jeweilige Teilsanierung und die Übernahme der Kosten getroffen hat.

Mietwohnung selbst renovieren: So urteilten Gerichte

Mietwohnung selbst renovieren, Grafik: immowelt.de

In strittigen Fällen haben die Gerichte – in letzter Instanz der Bundesgerichtshof –  zwei grundlegende Interessen gegeneinander abzuwägen:

1. Der Mieter soll seinen Lebensmittelpunkt nach individuellen Grundbedürfnissen gestalten dürfen.

2. Der Vermieter will den Erhalt seines Eigentums gewahrt sehen.

In der Vergangenheit hat es hierzu zwar zunehmend mieterfreundliche Urteile gegeben, universelle Ratschläge für alle Gelegenheiten lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Die Tendenzen lauten:

Entscheidung pro Mieter:

Ein Eigentümer kann Umbauten nicht willkürlich verbieten, wenn sie einer angemessenen  
Modernisierung dienen oder dem Mieter die Haushaltsführung bedeutend erleichtern. Das
trifft insbesondere auf ältere Mieter zu, wenn sie einen Rollator, eine leicht zugängliche Dusche oder eine Badewanne mit Haltegriffen benötigen. Wer pflegebedürftig ist und eine Pflegestufe zugesprochen bekam, kann über die Pflegekasse Zuschüsse zum Umbau seiner Wohnung beantragen. Doch auch ältere Mieter müssen beachten, dass ihre Veränderungen prinzipiell vom Vermieter genehmigt werden müssen. Erklärt dieser dabei einen so genannten Entfernungsvorbehalt, duldet er den Umbau nur für die Mietzeit und kann verlangen, bei Auszug den alten Zustand wieder herzustellen.

Entscheidung pro Vermieter:

Der Vermieter kann die Zustimmung verweigern, wenn er begründen kann, dass die Bausubstanz gefährdet ist. Legt ein Mieter auf Gutdünken los, sollte er sich unter anderem fragen, ob seine Haftpflichtversicherung möglicherweise eintretende Schäden am Gebäude abdeckt. Beispielsweise beim Badumbau können Wasserschäden auftreten. Der Vermieter kann auch verlangen, dass der Mieter eine Sicherheit stellt, damit er Rückbauten finanzieren kann, wenn der Mieter wieder auszieht.

Sonderfall: Gehandicapter Mieter

Mietwohnung selbst renovieren, Grafik: immowelt.de

Etwas anders verhält es sich, wen der Mieter gehandicapt ist. Hier besteht ein Anspruch auf bestimmte Umbauten. Dennoch muss die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden.
Insbesondere für Rollstuhlfahrer kommen etliche Veränderungen in Frage: eine Rampe ins Treppenhaus, Lichtschalter und Briefkästen in Greifhöhe, Entfernung von Schwellen, ebenerdige Duschen, unterfahrbares Waschbecken oder  breitere Türen.

Die nachstehende kleine Checkliste des „Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen“ schlägt folgende fünf Schritte vor:

  1. Einverständnis der Vermieters zum Umbau einholen
  2. Informationen zur Planung und Finanzierung beschaffen
  3. Klären, ob eine Baugenehmigung notwendig ist
  4. Mindestens zwei Kostenvoranschläge besorgen
  5. Antrag auf Zuschüsse bei den infrage kommenden Kostenträgern stellen

Wenn es um die Förderung von Wohnraum für behinderte Menschen geht, sind in Deutschland die Länder zuständig. Deshalb hat jedes Bundesland seine eigenen Richtlinien für die Vergabe von Fördermitteln.

Fazit

Alles, was problemlos beim Auszug wieder rückgängig gemacht werden kann und was keine bauliche Veränderung darstellt, darf der Mieter verändern, zum Beispiel Löcher bohren oder Wände streichen. Der Mieter muss jedoch beim Auszug Veränderungen wieder rückgängig machen.

Anders sieht die Lage aus, wenn der Mieter die Wohnung substanziell verändern will, also beispielsweise das Bad renovieren will oder einen Durchbruch zwischen Wohnzimmer und Küche will. Für alle Arbeiten, die nicht mehr so einfach rückgängig gemacht werden können, muss der Vermieter sein Einverständnis geben.

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14 Kommentare

Booboo am 11.11.2018 14:36

Hallo... ich habe in meinem Schlafzimmer den Teppichboden rausgeholt (den Teppich beim Einzug hatten wir schonmal durch einen neuen Teppich ersetzt) und nun durch Laminat ersetzt und das Schlafzimmer soll nun das Kinderzimmer werden. Ich wußte nicht, dass ich dafür (die Verlegung des Laminats) die Zustimmung des Vermieters brauche. Nun droht dieser mir mit Kündigung. Auch wurde gesagt, dass dies das Schlafzimmer sei und nun nicht einfach als Kinderzimmer genutzt werden darf. Stimmt das? Darf ich nicht die Schlafräume so belegen, wie ich möchte?

Welche Konsequenzen drohen mir jetzt im schlimmsten Fall? Muss ich den Boden sofort wieder entfernen oder wäre eine Kündigung rechtens?

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüßen

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.11.2018 11:45

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

eine bauliche Veränderung an der Mietwohnung kann zwar theoretisch ein Kündigungsgrund sein, hierzu muss aber schon eine schwere Pflichtverletzung seitens des Mieters vorlegen. Der Austausch eines alten Teppichbodens durch einen neuen Laminatboden dürfte wohl keine solche Pflichtverletzung sein. Unter Umständen kann der Vermieter aber tatsächlich den Rückbau des Bodens fordern. Ihre Zimmer dürfen Sie ansonsten so belegen, wie Sie möchten, aus einem Schlafzimmer darf also natürlich auch ein Kinderzimmer werden.

Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen und die Angelegenheit daher nicht abschließend beurteilen können. Wir würden Ihnen daher im Streitfall zum Gespräch mit einem Mieterverein oder einem Fachanwalt raten.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Mieter_pn am 08.11.2018 20:37

Hallo Immo-Team,

wie verhält es sich, wenn ich in eine als unrenoviert deklarierte Wohnung zur Miete einziehe und in der auf jeden Fall renoviert werden muss (ein Teil des bestehenden Parketts muss neu gelegt werden)? Kann ich das Renovieren verlangen? Kann ich anbieten es machen zu lassen und die Kosten von der miete absetzen?

Danke im Voraus.

MfG

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 09.11.2018 08:24

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

das ist Vereinbarungssache. Es gilt aber der Grundsatz: Gemietet wie gesehen. Das bedeutet, dass Sie keinen Rechtsanspruch auf eine Renovierung des Parketts haben, wenn Sie es im unrenovierten Zustand angemietet haben.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Isi1977 am 19.10.2018 08:41

Hallo guten Morgen..meine Frage is ..wir wollen in ein Haus rein ziehn ..aber der Vermieter is noch nicht fertig mit renovieren da er selbst berufstätig is und is bis jetzt noch nicht fertig .... und wir möchten weiter hin das Haus habe kann ich den Vermieter vorschlagen das wir die Renovierung selbst übernehmen....meine Frage is wie hoch darf er die Miete machen wenn wir selbst renovieren

auf Kommentar antworten

Isi1977 am 19.10.2018 08:56

Oh hab Ein Fehler entdeckt...wie hoch darf der Vermieter die Miete gehn wenn wir es selbst renovieren wollen


Immowelt-Redaktion am 19.10.2018 09:40

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

es gibt keine gesetzliche Regelung, die besagt, dass der Vermieter die Miete um ein gewisses Maß reduzieren muss, wenn die Mieter selbst renovieren. Insofern ist das Vereinbarungssache. Eine gesetzliche Grundlage für die Miethöhe bei Neuvermietung ist die Mietpreisbremse. Diese gilt allerdings nur in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Wird eine Immobilie dort neu vermietet, darf die Miete dort in der Regel höchstens zehn prozent höher sein als die Miete einer vergleichbaren Wohnung. Eine Ausnahme gilt jedoch für Wohnungen, die zuvor umfassend modernisiert wurden. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf folgender Seite: ratgeber.immowelt.de/mietpreisbremse

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Basco011 am 26.09.2018 23:22

Hallöchen, wir sind im September ausgezogen. Jetzt hat eder Vermieter verlangt, das ich den Rollo noch reinigen muß, da ich im Zimmer geraucht habe. Habe ich dann erledigt. Dann kommt er an und erwartet die Reinigung von außen. 2ter Stock am Berg.Habe das Zimmer schon steichen lassen auf meine kosten. Die Farbe hat er bereitgestellt.

Alr wir im Wohnzimmer neue Fenster bekamen mit Rolloleiste habe ich die Firma beauftragt das

Fenster wieder dort anzu bohren. Wir haben Katzen und es nicht immer einfach alle paar Std. die Katzen rauszuschmeissen, nur um zu lüften, jetzt hat er jemanden kommen lassen und ich habe das Angebot da. Anfahrt 45.- ca. keine2 km 45,00

1 paar Rolloführungrn erneuern incl. Material, PVC weiß ca.1,25cm 65,00

Rollodemontage/-montage (Aussenfenster) 60,00

Rolloreinigung incl. Spezialreiniger pauschal 50,00

zzgl. 19% Mwst 41,80

Gesamtbetrag 261,80

Es ist nur Wucher und kann velangen den Rollo von mir reinigen lassen.

Er selber hat es nicht geschaft innerhalb von 6 Jahren einen balkon fertig zu hinterlassen

und noch etliches mehr. er sagte nur, das habe er vergessen. und nu sowas .

Vielen Dank schon mal

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 27.09.2018 10:33

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die Reinigung der Jalousien von außen wird in der Rechtsprechung als Vermietersache betrachtet, weil diese (genauso wie die Fensterrahmen von Außen) zur Fassade gehören (beispielsweise Landgericht München, Az.: 412 C 13623/99). Insofern kann der Vermieter den Mieter die Reinigung der Jalousien von außen auch nicht in Rechnung stellen.

Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Sollte es zum Streit mit dem Vermieter kommen, empfehlen wir das Gespräch mit einem Mieterverein oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Schinzo am 04.09.2018 11:52

Guten Tag,

Wir sind umgezogen und in der neuen Küche sind nur 2 Steckdosen eine für die Spülmaschine und die andere soll wohl für die Dunstabzughaube sein. Da wir jetzt noch min 2 Steckdosen brauchen für Backofen und Herd, aber wer kommt für diese zusätzlichen Kosten auf der Mieter oder der Vermieter? Bei der Besichtigung stand dort noch eine Küche also könnten wir keine Anschlüsse etc. sehen. Wie die alle Geräte in gebrauch genommen haben.

Danke für eure Antwort.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.09.2018 12:06

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die Frage lässt sich leider nicht eindeutig beantworten. Einerseits kommt es darauf an, was Sie als Mieter bei der Besichtigung der Wohnung haben erwarten können. Wurde Ihnen also durch das Vorhandensein eines E-Herds suggeriert, dass auch entsprechende Anschlüsse vorhanden sind, kann sich daraus unter Umständen auch ergeben, dass Sie diese Anschlüsse einfordern dürfen. Grundsätzlich haben Mieter aber nur in Ausnahmefällen einen Anspruch auf den Einbau zusätzlicher Steckdosen und zwar immer dann, wenn ein gewisser Mindeststandard nicht erfüllt ist. Was dieser Mindeststandard ist, ist aber nicht einheitlich geregelt und richtet sich wiederum nach der Ausstattung vergleichbarer Wohnungen. Am besten wäre es vermutlich, Sie könnten sich mit dem Vermieter irgendwie darüber einig werden, wer die neuen Steckdosen bezahlt, eventuell können Sie auch einen Kompromiss schließen. Wenn das nicht klappt, können wir Ihnen leider nur noch die Rechtsberatung durch einen Mieterverein oder einen Fachanwalt empfehlen. Wir selbst dürfen keine Rechtsberatung leisten.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Ilona am 03.09.2018 16:53

Hallo, ich bin letztes Jahr in meine Mietwohnung mit Balkon eingezogen. Auf dem Balkon haben wir Holzplatten mit einer Unterfütterung verlegt. Das ganze dann mit Schrauben fest verdübelt.

Mein Vermieter möchte die Balkone sanieren und verlangt, alles (einschließlich Bodenbeläge) vom Balkon zu entfernen.

Meine Frage: muss ich den Bodenbelag selber entfernen und wer kommt für den entstanden Schaden auf? Schließlich habe ich den Balkon auf eigene Kosten verlegen lassen.

Beim Einzug wurde eine baldige Sanierung der Balkone nicht erwähnt.

Vielen Dank für eine Antwort

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.09.2018 08:54

Hallo Ilona,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Tatsächlich ist in diesem Fall der Mieter für die Entfernung des Bodebelags und auch für die Beseitigung etwaiger dadurch entstandener Schäden zuständig. Ebendas hätte der Vermieter unter anderen Umständen spätestens beim Auszug aus der Wohnung verlangen können (wenn auch nicht müssen). Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Streitfall empfehlen wir die Beratung durch einen Mieterverein oder einen Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Tobias am 22.08.2018 16:47

Hallo, ich bin kürzlich aus meinem WG-Zimmer(möbliert) ausgezogen. Bei der Übergabe verlangte der Vermieter ein neues Regal, da das alte von mir leicht beschädigt wurde. Jetzt habe ich das gleiche Regal gekauft allerdings in weiß und nicht in schwarz wie das alte. Es handelt sich um exakt das gleiche Regal, kann er trotzdem das schwarze verlangen? (weißes war günstiger ;) )

Grüße Tobias

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 23.08.2018 09:57

Hallo Tobias,

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Ob Ihr Vermieter das andersfarbige Regal akzeptieren muss oder nicht, können wir aus der Ferne leider nicht beurteilen. Letztlich wird es wohl darauf ankommen, ob das andersfarbige Regal sich in den Stil der Einrichtung einfügt oder nicht. Bevor es zu einem ernsthaften Streit mit dem Vermieter kommt, sollten Sie vielleicht im Hinterkopf behalten, dass es dann vielleicht besser wäre, das weiße gegen das schwarze Regal umzutauschen, auch wenn das ein paar Euro mehr kosten sollte.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Horst am 06.08.2018 11:40

Hallo, ich habe im Bad allerdings nur in der Dusche die unansehnlichen Fliesenfugen mit 'Frische Fuge' weiß gestrichen. Jetzt macht der Vermieter beim Auszug Stress,da die Fugenfarbe zuvor grau war. Langt es wenn ich sie mit Fugengrau überstreiche oder kann er wirklich verlangen,dass sie in den Ursprungszustand zurück versetzt werden. Sprich; neu verfugt werden muss? Im Mietvertrag steht,die Wohnung muss überstreichbar übergeben werden.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 06.08.2018 12:11

Hallo Horst und vielen Dank für Ihren Kommentar,

uns wäre kein Urteil bekannt, dass sich speziell mit Fugenfarben beschäftigt hätte, bei Wandfarben ist es aber so, dass der Vermieter keine besondere Wandfarbe vorschreiben darf. Laut Rechtsprechung genügt es, wenn der Mieter neutrale Farben verwendet, also beispielsweise weiß oder aber ein helles Grau. Abschließend beurteilen können wir den Zustand Ihrer Fugen aus der Ferne allerdings nicht. Im Streitfall würden wir Ihnen daher empfehlen, sich von einem Mieterverein oder einem Fachanwalt beraten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Cornelia am 14.07.2018 11:49

Hallo, wir würden im Flur gern anderes Laminat legen, darf der Vermieter das verbieten? Zudem würden wir gern die braune Treppe weiß streichen/ lackieren? Müssen wir das Einverständnis des Vermieters einholen?

Danke im Voraus

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 16.07.2018 10:16

Hallo Cornelia und vielen Dank für Ihren Kommentar,

das Verlegen von Laminat gilt als bauliche Veränderung, für die immer die Zustimmung des Vermieters nötig ist. Kleine Renovierungsarbeiten wie das Streichen von Türen sind in der Regel auch ohne Zustimmung des Vermieters möglich. Beim Streichen einer ganzen Treppe würden wir Ihnen aber ebenfalls empfehlen, vorab die Zustimmung des Vermieters einzuholen. Bitte beachten Sie abschließend, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen und Ihre Situation aus der Ferne nur schwer beurteilen können. Im Zweifel empfehlen wir daher stets das Gespräch mit einem Mieterverein oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Norbert Bruhn am 12.06.2018 14:32

Habe mein Bad für 10000 Euro renovieren lassen. Mit mündlicher Genehmigung

des Vermieters.

Man hatte mir geraten diese Renovierung selbst zu bezahlen, um einer lebenslangen Mieterhöhung ( ca 100 Euro zu umgehen )

Nach 6 Jahren ging der Heizkörper kaputt.

Da das Bad aber zur Wohnung gehört hatte ich gehofft das dies der Vermieter

die Kosten von 340 Euro übernimmt.

Dieses wurde abgelehnt, mit der Begründung wie ich die Renovierung selbst

bezahlt habe.

ist der Vermieter im Recht

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 13.06.2018 09:11

Hallo Norbert Bruhn,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Grundsätzlich ist der Vermieter für die Erhaltung der Mietsache zuständig. Es ist auch nicht üblich, dass sich der Mieter um die Beseitigung von Mängeln kümmert, da dies Sache des Vermietrers ist. Grundsätzlich ist es immer ratsam, Vereinbarungen, die ein Mietverhältnis betreffen, schriftlich und nicht mündlich zu schließen.

Mit freundlichen Grüßen,

die Immowelt-Redaktion

horst am 29.05.2018 23:47

Seit wann sind Leichtbauwände genehmigungspflichtig? Per Definition greifen Sie nicht in die Bausubstanz ein und lassen sich i.d.R. rückstandslos entfernen. Auf welcher rechtlichen Grundlage beruht diese Aussage im Artikel?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 30.05.2018 09:11

Hallo Horst und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die Definition, was ein bauliche Veränderung ist und was nicht, ergibt sich aus dem WEG. Demnach handelt es sich bei baulichen Maßnahmen immer dann um bauliche Veränderungen, wenn diese über die Instandhaltung beziehungsweise Instandsetzung gemäß § 21 Abs. 3 und Abs. 5 Nr. 2 WEG, die modernisierende Instandsetzung gemä § 21 Abs. 3 und Abs. 5 Nr. 2, § 22 Abs. 3 WEG oder die Modernisierung gemäß § 22 Abs. 2 WEG hinausgehen. Das bedeutet: Wenn das Eigentum in seiner bestehenden Form umgestaltet, handelt es sich um eine bauliche Veränderung, unabhängig davon, ob dabei in die Bausubstanz eingegriffen wird oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion


horst am 30.05.2018 10:39

Liebe Immowelt-Redaktion,

danke für die Antwort. Habe mir die angegebenen Paragraphen angeguckt. Hier geht es allerdings um Regelungen mehrere Wohnungseigentümer innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft und nicht auf Renovierungsmaßnahmen eines Mieters.

Sabine am 03.03.2018 15:11

Wie seiht es aus mit 60 Jahre alten kaputten gelblichen Fliesen, verkeimten und verschimmelten Fugen ...(sie waren bereits gesprungen, fielen teilweise ab, fehlten ganz, purer Mörtel blickte uns an... etc.) wir haben dann mit weissen Fliesen den Fliesenspiegel in der Küche überfliesst. Ist das ok?

Ebenso die Toilette: mind. 50 Jahre alt: wir haben sie ausgetauscht. Ist das ok? Oder kann man uns daraus "einen Strick" drehen?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 05.03.2018 10:25

Hallo Sabine,

bei substantiellen Veränderungen an der Wohnung, die nicht so einfach rückgängig zu machen sind, müssen Mieter in der Regel die Erlaubnis des Vermieters einholen. Dazu können auch Fliesenarbeiten in der Küche oder der Einbau von Sanitäranlagen zählen.

Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Wenn Sie sich unsicher sind, empfehlen wir Ihnen einen Fachanwalt für Mietrecht oder den Mieterverein zu Rate zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen,

die Immowelt-Redaktion

Prof. Bienlein am 06.01.2018 09:32

Was wäre, wenn der Vermieter ein Bad vor dem Einzug renovieren lässt, sich aber nach einiger Zeit herausstellt, dass die Arbeiten unfachmännisch durchgeführt würden. Tapete löst sich, Silikon bröckelt ab usw.?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 08.01.2018 08:48

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

unabhängig davon aus welchem Grund in einer Mietwohnung Mängel auftreten, muss der Vermieter diese beheben lassen. Das gilt zumindest immer dann, wenn der Mieter die Schäden nicht selbst verursacht hat.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Gregor am 10.10.2017 20:52

Hi.

Ich habe auf dem überdachten Balkon meiner Mietwohnung neutrale Vorhänge aufgehangen um die Sonne und die Blicke der Nachbarn zu filtern. Mein Vermieter ist der Meinung, ich muss eine solche Veränderung mit ihm absprechen. Auch dürfe ich keine "Aufbauten" aufstellen, die das Geländer überragen.

Was darf ich und was nicht?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 11.10.2017 10:27

Hallo Gregor,

das ist eine Ermessensfrage. In der Praxis kommt es darauf an, ob durch die Vorhänge und die Aufbauten das äußere Erscheinungsbild der Immobilie stark verändert wird. Ist das der Fall, darf der Vermieter verlangen, dass beides wieder entfernt wird. Wie stark das Erscheinungsbild beeinträchtigt wird, können wir aus der Ferne allerdings leider nicht beurteilen. Wenn Sie Ihre Vorhänge behalten wollen und der Vermieter weiterhin darauf besteht, sie abzuhängen, würden wir Ihnen empfehlen, die Beratung durch einen Mieterverein in Anspruch zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion