Möbliert vermieten – mehr Aufwand, aber mehr Geld vom Mieter

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Wer eine Wohnung möbliert vermietet, kann eine vergleichsweise hohe Miete verlangen. Diese rechtlichen Besonderheiten sollten Vermieter kennen.

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Tische, Sessel und weitere Gegenstände sind schon da – so kann der Mieter direkt einziehen. Möbliert vermieten bedeutet zwar für den Vermieter mehr Aufwand, bringt aber auch oft mehr Gewinn. Foto: iStock/Tempura

Viele Menschen leben und arbeiten heute flexibel – Studenten, Geschäftsreisende, Berufspendler. Sie sind nicht lange an einem Ort, doch auch sie brauchen eine passende Unterkunft.

Wer möblierte Wohnungen vermietet, kann diese Mieter gut erreichen. Dafür müssen Vermieter zwar zunächst Geld in Möbel und Einrichtungsgegenstände stecken. Doch auf lange Sicht kann sich das bezahlt machen, denn sie dürfen dafür eine höhere Miete verlangen.

Wann zählt eine Wohnung als möbliert?

Wie die Ausstattung von „möbliertem Wohnraum“ beschaffen sein muss, ist gesetzlich nicht abschließend definiert. Jens Hermann, Fachanwalt für Mietrecht in Nürnberg, erklärt: „Nach gängiger Rechtsprechung wird dann von möbliertem Wohnraum gesprochen, wenn der Vermieter mehr als die Hälfte der für die Haushaltsführung notwendigen Einrichtungsgegenstände bereitstellt.“ Es reicht also aus, dass die Wohnung teilmöbliert ist.

Das heißt, es dürfen auch Gegenstände fehlen, ohne dass der Mieter ein Anrecht darauf hätte. Einrichtungsgegenstände können zum Beispiel sein:

  • Bett
  • Tische und Stühle
  • Schränke und Kommoden
  • Regale
  • Lampen
  • Gardinen
  • Teppiche
  • Bettwäsche
  • Sofa oder Sessel
  • Waschvorrichtungen

Hausrat wie Geschirr oder Besteck zählt hingegen nicht zu den wesentlichen Einrichtungsgegenständen.

Vorteil höhere Miete: der Möblierungszuschlag

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Jens Hermann, Fachanwalt für Mietrecht der Kanzlei Magold, Walter & Hermann in Nürnberg. Foto: kanzlei-mwh.de

Ein Vorteil einer möblierten Wohnung ist, dass Vermieter eine höhere Miete verlangen dürfen. Denn durch die Einrichtungsgegenstände wird der Nutzwert der Wohnung erhöht. „Hierfür kann er einen Zuschlag zur ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen“, erklärt Hermann.

Wie genau dieser Möblierungszuschlag berechnet wird, ist rechtlich jedoch nicht verbindlich geregelt. „Grundsätzlich sind hier verschiedene Ansätze möglich.“ Zwei Beispiele:

Das sogenannte Berliner Modell beruht auf einem Urteil des Landgerichts Berlin (LG Berlin, Az.: 63 S 365/01). Demnach wird ein Möblierungszuschlag von zwei Prozent für den Zeitwert der Möbel bei Abschluss des Mietvertrages erhoben.

Der Berechnung wird eine lineare Abschreibung über zehn Jahre und eine Kapitalverzinsung von 14 Prozent zugrunde gelegt.

Beispiel für die Berechnung nach dem Landgericht Berlin:

Anschaffungspreis der Möbel: 5.000€

Monatlicher Zuschlag = Neuwert der Möbel/10 Jahre*Anzahl nicht vergangener Jahre*2 Prozent

Monatlicher Zuschlag im ersten Jahr: 5000€/10*10*0,02 = 100€
Jährlicher Gesamtzuschlag: 1.200€

Monatlicher Zuschlag im zweiten Jahr: 5000€/10*9*0,02 = 90€
Jährlicher Gesamtzuschlag: 1.080€

Das Hamburger Modell geht von einer Verzinsung der Anschaffungskosten und der Abschreibung der Einrichtungsgegenstände entsprechend ihrer üblichen wirtschaftlichen Abnutzungszeit aus.

„Hier ist jedoch zu beachten, dass der Abschreibungszeitraum für Möbel lediglich auf sieben Jahre anzusetzen ist, und dafür jährlich 15 Prozent abgeschrieben werden – im Steuerrecht sind es zehn“, so Hermann.

Beispiel für die Berechnung nach dem Hamburger Modell:

Anschaffungspreis der Möbel: 5.000 Euro
Wertverlust pro Jahr: 10 Prozent
Kapitalverzinsung: z.B. 12 Prozent
Abschreibung: 15 Prozent (maximal möglich)

Zuschlag = Möbelwert*(Kapitalverzinsung + Abschreibung)

Monatlicher Zuschlag im ersten Jahr:
Wert der Möbel: 5.000€
Jährlicher Gesamtzuschlag = 5.000€*(0,12 + 0,15) = 600€ + 750€ = 1.350€
Zuschlag pro Monat = 1.350€ / 12 Monate = 112,50€

Monatlicher Zuschlag im zweiten Jahr:
Wert der Möbel: 5.000€*0,9 = 4.500€ (da 10 Prozent Wertverlust pro Jahr)
Jährlicher Gesamtzuschlag = 4.500€*(0,12 + 0,15) = 540€ + 675€ = 1.215€
Zuschlag pro Monat = 1.215 / 12 Monate = 101,25€

Die Berechnung zeigt: „Das Hamburger Modell ist für Vermieter günstiger“, sagt Hermann. „Hierbei ist zu sagen, dass es keine gesetzliche Obergrenze für den Zuschlag der Möblierung gibt.“

So wird die maximale Miethöhe berechnet, wenn die Mietpreisbremse gilt:

Gilt die Mietpreisbremse, so muss sich der Vermieter auch daran halten. Da es keinen eigenen Mietspiegel für möblierte Wohnungen gibt, muss der Vermieter für die Berechnung des Mietzuschlags eine vergleichbare unmöblierte Wohnung heranziehen.

Ortsübliche Vergleichsmiete (unmöbliert): 1.200€
+ Möblierungszuschlag: 112,50€
= ortsübliche Vergleichsmiete: 1.312,50€
+ 10 Prozent darüber: 131,25€
= Maximal zulässige Miete: 1443,75€

Aber: Der Vermieter muss die Berechnung des Möblierungszuschlages nicht offenlegen. Daher lässt sich in der Praxis nur schwer zu überprüfen, ob die Grenzen der Mietpreisbremse eingehalten sind. „Dieses Instrument kann genutzt werden, um die ohnehin eher wirkungslose Mietpreisbrems zu umgehen“, so Hermann.

Steuervorteil: Mobiliar und Reparaturen sind absetzbar

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Hans-Joachim Beck, Leiter der Abteilung Steuer beim Immobilienverband Deutschland (IVD). Foto: privat

Die Kosten für die Einrichtung der möblierten Wohnung – seien es Einbauküche, Sofa, Tisch oder Kühlschrank – dürfen Vermieter in der Regel von der Steuer absetzen.

Alle Möbel, die beim Kauf unter 800 Euro netto kosten, dürfen im gleichen Jahr in voller Höhe als Werbungskosten abgeschrieben werden.

Teurere Sofas oder Schränke müssen linear über die angenommene Lebensdauer abgeschrieben werden. Der Leiter der Abteilung Steuer beim Immobilienverband Deutschland (IVD) Hans-Joachim Beck erklärt: „Dabei geht die Finanzverwaltung von der amtlichen AfA-Tabelle aus. Wenn man der Auffassung ist, dass die Lebensdauer kürzer ist, muss man dies konkret darlegen.“

Müssen Möbel oder Teile der Wohnung repariert werden, so können Vermieter zudem die Kosten für den Handwerker von der Steuer absetzen.

Möbliert vermieten: Details im Mietvertrag

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Welche Möbel stehen in der Wohnung? Wie ist ihr Zustand? Eine Inventarliste sollte im Mietvertrag für die möblierte Wohnung oder im Übergabeprotokoll aufgeführt sein. Foto: mariesacha/fotolia.com

Egal ob kurzfristige Vermietung oder nicht – der Mietvertrag für die möblierte Wohnung sollte schriftlich festgehalten werden. Dieser kann durchaus wie ein herkömmlicher Mietvertrag aufgesetzt sein. Vermieter sollten allerdings einige Details beachten.

  • „Grundsätzlich sollte der Begriff ‚möblierter Wohnraum‘ im Mietvertrag stehen“, rät Rechtsanwalt Hermann. Andernfalls werde von unmöblierten Wohnraum ausgegangen.
  • Eine Inventarliste der überlassenen Möbel ist zwar keine Pflicht – hilft aber oft, Ärger zu vermeiden. „Durch das Verzeichnis weiß jede Partei, was vorhanden und was zu erwarten ist“, meint Hermann. Zudem kann der Vermieter bei Wohnungsrückgabe so genau überprüfen, ob Gegenstände fehlen oder beschädigt sind. Tipp: Bei wertvollen Möbeln und technischen Geräten sollte der Markennamen mit auf die Liste. Zusätzlich hilft es, Fotos beizufügen.
  • „Sollte es sich bei den vermieteten Möbeln um Gegenstände handeln, welche besonders gepflegt werden müssen, sollte zudem die besondere Pflege- und Fürsorgepflicht des Mieters in den Mietvertrag mit aufgenommen werden“, rät der Mietrechtsexperte.

Der Möblierungszuschlag muss laut Steuerexperten Beck vom IVD nicht eigens im Mietvertrag ausgewiesen werden. „Daher ist es auch nicht erforderlich, dass der Vermieter den Zeitwert der Möbel und die Berechnung des Möblierungszuschlags offenlegt.“

Download

Vorlage vom Fachanwalt: Erstellen Sie kostenfrei und individuell mit dem Mietvertrag-Generator Ihren Mietvertrag . Für die Wohnungsübergabe finden Sie hier außerdem ein Übergabeprotokoll.

Einige Vereinbarungen wären darüber hinaus zwar wünschenswert, dürfen aber nicht im Mietvertrag vereinbart werden. Einige Beispiele des Mietrechtsexperten:

  • Das Verbot, Möbel zu entfernen. Denn: Der Mieter darf diese entfernen, er muss sie aber ordnungsgemäß lagern. Beim Auszug muss er dann die Wohnung wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen.
  • Die Regel, dass der Vermieter nicht verpflichtet ist, Möbel zu ersetzen. Denn: Für die üblichen Abnutzungserscheinungen hat der Mieter mit dem Möblierungszuschlag bereits bezahlt. Einen verschlissenen Teppichboden aufgrund von vertragsgemäßem Gebrauch der Wohnung muss der Vermieter also ersetzen.
  • Die Vereinbarung, dass der Mieter eine Haftpflichtversicherung abschließen muss.
Experten-Tipp

Mit dem Mieter Individualvereinbarung zur Haftpflichtversicherung treffen

Eine häufige Vermietersorge ist, dass der Mieter die Möbel beschädigt und sie nicht ersetzen will oder kann. Ihnen rät Hermann, dies gemeinsam mit dem Mieter in einer Individualvereinbarung zu regeln. „Das heißt, Vermieter und Mieter müssen eine Abrede verhandeln, die nicht vom Vermieter vorgegeben wird.“ Um den Mieter hiervon zu überzeugen, hilft es, das Gespräch zu suchen und die Vorteile einer solchen Versicherung aufzuzeigen.

Befristeter Mietvertrag: nur in bestimmten Fällen möglich

Ein Mietvertrag kann in der Regel nur befristet werden, wenn der Vermieter einen berechtigten Grund dafür hat (§575 BGB). Zum Beispiel, weil er die möblierte Wohnung nach Ablauf der Zeit für sich selbst benötigt. Oder weil er danach eine große Umbaumaßnahme plant, bei der Wände eingerissen werden, so dass der Mieter kaum darin wohnen bleiben kann.

Weitere Ausnahmen: Es handelt sich um Fälle, die vom sozialen Wohnraummietrecht ausgenommen sind (§ 549, Abs. 2 BGB).

Ausnahmen vom sozialen Wohnraummietrecht

Ist eine Wohnung vom sozialen Wohnraummietrecht ausgenommen, bedeutet das: „Ein Mietvertrag kann ohne berechtigten Grund befristet oder gekündigt werden“, sagt Hermann. Auch sei der Mietvertrag so nicht den Regeln der Miethöhe und Mieterhöhung unterworfen. Das ist der Fall, wenn:

  • Fall 1: Der Wohnraum nur zum vorübergehenden Gebrauch überlassen wird – zum Beispiel bei Ferienwohnungen.
  • Fall 2: Der Wohnraum überwiegend möbliert und Teil der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung ist. Diese Regelung trifft vor allem Singles oder Berufspendler, die nicht dauerhaft darin leben. Davon ausgenommen sind Fälle, in denen die Wohnung zum dauernden Gebrauch mit seiner Familie oder mit Personen überlassen ist, mit denen er einen auf Dauer angelegten Haushalt führt. Zum Beispiel Lebenspartner.
  • Fall 3: Es sich um ein Studenten-, Jugendwohnheime oder ähnliche Einrichtungen handelt.

Besonderheiten bei möblierten Einliegerwohnungen

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Bei einer möblierten Einliegerwohnung können Besonderheiten gelten, die dem Vermieter noch mehr Freiheiten einräumen. Foto: iStock/ FooTToo

In der Regel gelten für möblierte Wohnungen die gleichen Regelungen wie für unmöblierte Wohnungen. Speziell wenn die möblierte Wohnung Teil der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung ist, gibt es aber Besonderheiten (§549, Abs. 2, S. 2 BGB).

Wann eine Wohnung als Einliegerwohnung zählt

Die Einliegerwohnung ist im Zweiten Wohnungsbaugesetz definiert (§11 WoBauG). Demnach ist sie eine zusätzliche zweite Wohnung in einem Eigenheim, die der Hauptwohnung gegenüber untergeordnet ist.

Sie kann räumlich von der Hauptwohnung vollständig getrennt und abgeschlossen sein – oder auch nicht. In jedem Fall muss die Einliegerwohnung aber selbständig vermietbar sein. Einliegerwohnungen befinden sich häufig im Keller oder Dachgeschoss.

Enthält die Wohnung sanitäre Anlagen und feste Kochmöglichkeiten, gilt die Immobilie laut Bewertungsgesetz als Zweifamilienhaus (§75 BewG).

Sonderfall: möblierte Einliegerwohnung als Teil der Vermieterwohnung

Einen Sonderfall gibt es, wenn drei Punkte erfüllt sind (§549, Abs. 2, S. 2 BGB):

  • der Vermieter bewohnt die Hauptwohnung selbst
  • die Einliegerwohnung darin ist Teil seiner selbst bewohnten Wohnung
  • und die Einliegerwohnung wird möbliert vermietet

Dann hat der Vermieter rechtlich weitestgehend freie Fahrt: Die Mietpreisbremse greift nicht, auch nicht die Vorschriften zu Mieterhöhungen. Zudem wird der Mieterschutz ausgehebelt.

Speziell für die Kündigung heißt das: Der Vermieter kann seinen Mieter besonders schnell und unkompliziert loswerden, und benötigt dafür nicht einmal einen bestimmten Grund. Er kann die Wohnung in der Regel bis zum 15. eines Monats kündigen, und der Mieter muss zum Ende des gleichen Monats ausziehen (§§573ff. BGB).

Sonderfall: Familiäres Zuhause ist geschützt

Hiervon ausgenommen sind bestimmte Fälle, in denen die Wohnung dem Mieter zum dauernden Gebrauch überlassen ist, gemeinsam mit:

  • seiner Familie – zum Beispiel Verwandte, Verschwägerte und Ehe- oder Lebenspartner, oder
  • Personen, mit denen er einen gemeinsamen Haushalt führt – das können zum Beispiel auch zwei befreundete Rentner sein, die sich ihre Rente teilen.

Bei der Kündigung bekommen diese Mieter aber lediglich eine Schonfrist. Der Vermieter kann ihnen ebenfalls ohne berechtigtes Interesse kündigen. Dafür gelten längere Kündigungsfristen, je nach Dauer des Mietverhältnisses (§573a BGB):

  • Bei bis zu 5 Jahren: 6 Monate
  • Bei mehr als 5 Jahren: 9 Monate
  • Bei über 8 Jahren: 12 Monate

Möbliert vermieten oder nicht?

Wer möbliert vermieten will, sollte auch mögliche Kehrseiten der Medaille bedenken:

  • Mehr Termine: Bei möblierten Wohnungen handelt es sich häufig um Kurzzeitmieter – und damit stehen auch mehr Termine für die Wohnungsvermittlung, Übergabe oder Schönheitsreparaturen an. Beim Zeitmanagement kann ein auf kurzfristige Vermietung spezialisierter Makler helfen.
  • Möbelverschleiß: Durch den häufigen Mieterwechsel steigt oft der Verschleiß der Möbel. Bei Renditeobjekten sollten die Möbel in der Regel alle zehn Jahre erneuert werden.
  • Verbrauchsabhängige Kosten können höher ausfallen: Wer nicht lange an einem Ort lebt, achtet oft weniger auf seinen Verbrauch. Werden die verbrauchsabhängigen Nebenkosten mit einer Pauschale abgerechnet, sollten sie daher entsprechend hoch angesetzt werden.
  • Mehr Zuständigkeiten: Ist der vermietete Kühlschrank defekt oder der Fernseher kaputt, muss der Vermieter – oder sein Hausverwalter – sich um die Reparatur kümmern.
  • Abmahngefahr Internetanschluss: Meist ist das Internet bei der möblierten Vermietung mitinbegriffen und der Vermieter ist der Anschlussinhaber. Das heißt: Lädt ein Mieter illegal Filme herunter, gehen eventuelle Abmahnungen an ihn, und der Vermieter muss beweisen, dass er diese Rechtsverletzung nicht begangen hat (BGH, Az.: I ZR 121/08).

Zudem müssen Vermieter zunächst viel Geld in die Einrichtung stecken – von der Lampe bis zur Einbauküche. Doch wer das in Kauf nimmt, bekommt das Geld dafür gleich von zwei Seiten zurück: Einmal von der Steuer, und über den Möblierungszuschlag vom Mieter.

Gerade in Städten, in denen viele Berufspendler, Studenten oder Geschäftsreisende leben und arbeiten, kann sich der Gang ins Möbelhaus darum lohnen.

FAQ - Möbliert vermieten

Wie muss eine Wohnung ausgestattet sein, um sie als möbliert vermieten zu können?

Es gibt keine konkreten gesetzlichen Vorgaben, welche Einrichtungsgegenstände in einer möblierten Wohnung vorhanden sein müssen. Gerichte urteilten in der Vergangenheit aber, dass die Wohnung teilmöbliert ist, wenn mehr als die Hälfte der zum Wohnen nötigen Gegenstände vorhanden sind, um die Bezeichnung „möbliert“ zu rechtfertigen.

Welcher Mietpreis ist bei der Vermietung einer möblierten Wohnung zulässig?

Zwar gelten Regelungen wie die Mietpreisbremse auch für möblierten Wohnraum und es gibt Methoden, den Möblierungszuschlag zu berechnen. Allerdings ist der Vermieter nicht zur Transparenz verpflichtet, etwa, indem er die Anschaffungskosten im Mietvertrag ausweist oder die Berechnungsmethode des Möblierungszuschlags offenlegen müsste. Für Mieter ist es deshalb schwer nachzuprüfen, ob die Wohnung zu teuer ist.

Welche Nachteile hat es, eine Wohnung möbliert zu vermieten?

Bei möblierten Wohnungen gibt es in der Regel häufigere Mieterwechsel. Auch muss sich der Vermieter kümmern, wett etwas kaputt geht, etwa der Kühlschrank. Die Vermietung von möbliertem Wohnraum ist also mit mehr Aufwand und mehr Kosten verbunden. Dafür ist die mögliche Miete höher.

Darf ein Mieter die Möbel aus einer möblierten Wohnung entfernen?

Mieter dürfen Möbel in möblierten Wohnungen entfernen und durch eigene Möbel austauschen. Aber: Die vom Vermieter gestellten Möbel müssen sie auf eigene Kosten einlagern und zum Ende des Mietverhältnisses wieder aufstellen.

Welche Pflichten haben Vermieter möblierter Wohnungen?

Da Möbel mit der Zeit verschleißen, müssen Vermieter einer möblierten Wohnung die verschlissenen Teile gegen neue ersetzen. Denn immerhin erhalten sie ja auch einen Zuschlag für die Möblierung.

Welche Steuervorteile gibt es bei der Vermietung möblierter Wohnungen?

Die Möbel können nicht nur in Form eines Zuschlags dem Mieter in Rechnung gestellt werden, die Anschaffungskosten dürfen auch steuerlich abgesetzt werden. Kostet ein Einrichtungsgegenstand bis zu 800 Euro, kann er im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden. Kostet er mehr, muss er linear über die Nutzungsdauer hinweg abgeschrieben werden. Bei Möbeln sind das meist um die zehn Jahre.

 

 


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MietvertragTipps für Vermieter
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11 Kommentare

Nina am 04.11.2020 15:06

Hallo,

ich habe demnächst eine 196m² große Wohnung frei die ich gerne vermieten möchte.

Es befindet sich eine sehr teure Einbauküche darin und viele Einbauschränke.

Ankleide, Wohnzimmer ist mit Einbauschrank der eigens vom Schreiner in eine Trockenbauwand integriert wurde, in den zwei Badezimmern sind Einbauschränke vorhanden. Sowie im Büro ist ebenfalls ein Einbauschrank enthalten. Diese Sachen können auch nicht entfernt werden. Wie soll ich hier verfahren? Soll ich als teilmöbiliert vermieten und einen Aufschlag dann zur Miete monatlich verlangen (wie berechne ich diesen am Besten?) oder soll ein Nachmieter die Möbel abkaufen? Was ist denn sinnvoller? Es sind Einbaumöbel im Wert von ca. 50.000,00 € in dieser Wohnung vorhanden.

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 05.11.2020 10:49

Hallo Nina, wir können Ihnen aus der Ferne keinen Rat geben, was wirtschaftlich sinnvoller ist. Sie können sich nach dem oben angegebenen Berliner oder Hamburger Modell orientieren. Oder einen Mieter Suchen, der sie abkauft. Vermutlich wird es aber Wenige geben, die bereit sind eine solche Summe aufzuwenden.

Beste Grüße


immowelt Redaktion am 05.11.2020 10:49

Hallo Nina, wir können Ihnen aus der Ferne keinen Rat geben, was wirtschaftlich sinnvoller ist. Sie können sich nach dem oben angegebenen Berliner oder Hamburger Modell orientieren. Oder einen Mieter Suchen, der sie abkauft. Vermutlich wird es aber Wenige geben, die bereit sind eine solche Summe aufzuwenden.

Beste Grüße

Gabriela am 20.10.2020 17:05

Hallo,

ich besichtige in der nächsten Woche eine Wohnung in einem 5 Jahre alten Haus mit guter Ausstattung. Die Kaltmiete ist recht hoch, scheint mir für das Alter und den Zustand des Hauses aber angemessen zu sein. Der Vermieter beabsichtigt nun vor Wohnungsübergabe eine hochwertige Küche einzubauen. Muss ich damit rechnen, nach einiger Zeit noch eine kräftige Mieterhöhung zu erhalten, da durch die Teilmöblierung die Mietpreisgrenze nicht mehr gilt oder muss der Möblierungszuschlag gleich bei Einzug berechnet werden?

auf Kommentar antworten

Sybille V. am 29.07.2020 21:00

Wer sich heute eine Wohnung sucht, möchte sich diese auch NACH EIGENEN PERSÖNLICHEN VORLIEBEN individuell einrichten;

Denn schließlich geht es ums eigene dauerhafte ZUHAUSE ‼️‼️ Und nicht um eine Ferienhütte!

Durch diesen "Aufklärung" rufen Sie quasi dazu auf, dass jeder Eigentümer einer Wohnung das so machen kann...

Aber dann gibt bald gar keine Leerwohnungen mehr :-(

Weil das möblierte Anbieten viel lukrativer ist für Vermieter*innen

auf Kommentar antworten

Laxo am 28.09.2020 19:13

Das kommt immer auf die Perspektive des Mieters an. Manche Mieter bevorzugen eine leere Wohnung die sie selbst gestalten können und andere wollen lieber eine möblierte Wohnung um sich den Aufwand zu sparen. Letztendlich passt sich das Angebot im Markt an die Nachfrage an.

Anne am 21.07.2020 06:52

Danke für die Info. Die Kündigung ist rechtskräftig, doch die Mieterin zieht trotzdem nicht aus. Räumungsklage wurde eingereicht

auf Kommentar antworten

Anne am 18.07.2020 09:22

Hallo,

ich habe eine möblierte Einliegerwohnung in einem von uns selbst genutzten Einfamilienhaus vermietet.

Die Mieterin weigert sich vehement nach einer Kündigungsfrist von 9 Monaten auszuziehen. Sie verlangt für den Auszug eine Abfindung von 35.00,00 Euro, Was kann man da machen?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 20.07.2020 17:28

Hallo Anne,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Zunächst wäre zu klären, ob die Kündigung rechtskräftig ist. Sollte sie es sein, kann unter Umständen eine Räumungsklage ein gangbarer Weg sein. Wir würden Ihnen jedoch empfehlen, für die Einschätzung des Vorgehens einen Fachanwalt für Mietrecht oder einen Eigentümerverein wie Haus und Grund zu Rate zu ziehen. Bitte verstehen Sie, dass wir selbst keine Rechtsberatung leisten dürfen.

Mit besten Grüßen

immowelt Redaktion

Raffael am 06.07.2020 14:28

Hallo,

ist es ein möbliertes Zimmer, wenn das Zimmer von den Vermietern als Arbeits-/Abstellraum genutzt wird, und ich ausschließlich Bett und Nachttisch zur Verfügung habe? Kein Kleiderschrank oder sonstige Lagermöglichkeiten?

Vielen Dank,

Raffael

auf Kommentar antworten

Andreas B. am 01.06.2020 00:10

Hallo zusammen,

toller Artikel.

In immer mehr Städten ist die "Kurzzeitmiete" verboten bzw. nur noch bei angemeldeten Ferienwohnungen zulässig. Mich würde interessieren, ab wann es keine Kurzzeitmiete mehr ist? Wenn ich eine Wohnung 3 Monate an einen Praktikanten vermiete, ist das Kurzzeit und quasi illegal?

Schöne Grüße

Andreas

auf Kommentar antworten

immowelt-Redaktion am 03.06.2020 09:02

Hallo Andreas B.,

bei Kurzzeitmietverhältnissen handelt es sich nicht unbedingt immer um Ferienwohnungsvermietungen. Denkbar ist z.B. auch, dass jemand wegen eiens beruflichen Projektes für ein paar Monate in einer anderen Stadt ist. Ob eine Kurzzeitmiete vorliegt, hängt davon ab, ob derjenige, an den vermietet wird, dauerhaft seinen Lebensmittelpunkt in der Wohnung hat.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Fabian am 17.03.2020 22:30

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die informativen Artikel.

Wie sieht das Finanzamt eine möblierte Vermietung? Kann bzw. wenn unter welchen Umständen kann auf die Mieteinnahmen Umsatz- und Gewerbesteuer fällig werden? Droht somit eine gewerbliche Infizierung?

Vielen Dank im Voraus.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 18.03.2020 09:41

Hallo Fabian,

entscheidend für die Beurteilung, ob eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt ist nicht die Frage, ob die Wohnung möbliert ist oder nicht, sondern die Frage, ob der Vermieter Zusatzleistungen erbringt, die einen gewerblichen Charakter haben, z.B. morgendlicher Brötchenservice, Austausch der Bettwäsche etc.

Solange keine Zusatzleistungen erbracht werden, ist eine Vermietung private Vermögensverwaltung (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung; § 21 EStG).

Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, bei einem Steuerberater eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um in keine Steuerfallen zu laufen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Konruth am 17.01.2020 18:47

Sehr hilfreich! Danke!

auf Kommentar antworten

AnnaH am 30.10.2019 11:05

Sehr geehrte Damen und Herren,

gibt es für den Absatz

"Mehr Zuständigkeiten: Ist der vermietete Kühlschrank defekt oder der Fernseher kaputt, muss der Vermieter – oder sein Hausverwalter – sich um die Reparatur kümmern."

einen Gesetzestext, den man im Falle der Verweigerung des Vermieters zitieren könnte?

Vielen Dank im Voraus!

auf Kommentar antworten

Birgit am 04.04.2020 12:36

Hallo,

eine kurze Frage dazu, was ist, wenn der Untermieter die zur Verfügung gestellten Mietsachen beschädigt? ZB. Im Kühlschrank die Schubfächer zerbricht? Oder einen Riss im Ceranfeld verursacht?

Vor allem, wenn dann bei zwei Untermieter beide behaupten, sie wären es nicht gewesen. Kann man es dann anteilig auf Beide verechnen, oder muss der Vermieter die Kosten tragen? Wie geht man dann vor?

Vielen Dank


Immowelt-Redaktion am 06.04.2020 11:09

Hallo Birgit,

wenn ein Mieter die Mietsache beschädigt, diese also nicht durch Verschleiß kaputt geht, dann muss der Mieter für diese Schäden haften. Hinsichtlich zweier bestreitender Untermieter handelt es sich eher um ein Beweisproblem, denn um ein Rechtsproblem. Lässt sich der Verursacher nicht ermitteln, so kann es sein, dass der Vermieter auf seinem Schaden sitzen bleibt.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion


Immowelt-Redaktion am 30.10.2019 11:23

Hallo AnnaH,

diese Verpflichtung ergibt sich ganz allgemein aus § 535 BGB, wo es heißt: "...Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten."

Da bei einer möblierten Vermietung Kühlschrank & Co. mit zur Mietsache gehören (immerhin zahlt der Mieter ja auch dafür), greift die Regelung.

Anders sähe es aus, wenn Einrichtungsgegenstände vom Vormieter gegen Ablöse übernommen werden. Damit hat der Vermieter dann nichts zu tun, weil diese Gegenstände dann in das EIgentum des neuen Mieters übergehen und demnach auch nicht mitvermietet sind.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

MaxP am 27.02.2019 16:34

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Definition einer Einliegerwohnung ist nach heutiger Auffassung falsch, da diese in aller Regel als abgeschlossene Wohnung mit Küche und Bad ausgewiesen wird (s.a. Wikipedia). Auch gelten die örtlichen Mietspiegel nur für abgeschlossene Wohnungen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.02.2019 10:55

Hallo und besten Dank für Ihren Hinweis,

Sie haben natürlich Recht. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion