Covid-19: Was Immobilienprofis jetzt beachten müssen

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Der Sommer während der Corona Pandemie brachte einige Lockerungen mit sich. Doch im Herbst steigen die Infektionszahlen wieder und erneut werden verschärfte Maßnahmen eingeführt. Was das für Immobilienmakler bedeutet.

Corona, Coronavirus, Immobilienprofi, Makler, Mann sitzt mit Kopfhörer vorm Laptop, Foto: Djile/stock.adobe.com
Für Immobilienprofis muss es auch während der Coronakrise weitergehen. Videokonferenzen und Telefonate können da Abhilfe schaffen. Foto: Djile/stock.adobe.com

Noch immer beherrscht das Coronavirus Sars-CoV-2 die Schlagzeilen. In vielen europäischen Ländern schränkt die Pandemie das gesellschaftliche Leben durch Ausgangssperren stark ein. Auch in Deutschland gelten ab November wieder bundesweite Kontaktverbote und vereinzelt noch weitere Ausgangsbeschränkungen.

immowelt möchte Sie als Partner gern dabei unterstützen, gut durch diese unstete Zeit zu kommen, und Ihnen die wichtigsten Fragen beantworten.

Überbrückungshilfe für Kleinstunternehmen und Selbstständige

Arbeitnehmer und Selbstständige, die Einkommensausfälle zu beklagen haben, können bis Dezember 2020 die Überbrückungshilfe II beim Bund beantragen. Die Überbrückungshilfe ist ein Nachfolgeprogramm der Coronasoforthilfe und bietet finanzielle Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige sowie gemeinnützigen Organisationen. Mit der Förderung will der Bund Umsatzrückgänge abmildern. Ähnlich wie bei der Coronasoforthilfe ist die Überbrückungshilfe ein gemeinsames Angebot von Bund und Ländern.

Hier können Anträge gestellt werden:
Baden-Württemberg

Bayern    

Berlin    

Brandenburg    

Bremen - Bremen / Bremerhaven

Hamburg    

Hessen     

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen - Bezirksregierungen: Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, Münster

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

 

Hier sinden Sie weitere Informationen.

Gibt es für Makler ein Tätigkeitsverbot?

Im Zuge der bisherigen Kontakteinschränkungen hieß es von Seiten der Bundesregierung und der Regierungschefs der einzelnen Länder, dass Dienstleister – und dazu gehören auch Makler – ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen dürfen. Dasselbe gilt für die neuerlichen Kontaktbeschränkungen, die ab dem 2. November in Kraft sind. Doch: „Auch wenn es kein Tätigkeitsverbot per se gibt, müssen Makler – insofern sie ein Ladenlokal führen – zurzeit im Zweifel auf Publikumsverkehr verzichten“, sagt Dr. Christian Osthus, Justiziar des IVD.

Außerdem gilt weiterhin: Was durch digitale Prozesse ersetzt werden kann, sollte ersetzt werden. Denn telefonieren und E-Mails versenden ist ja jederzeit gefahrlos möglich. Zudem muss immer auf die aktuelle Lage geachtet werden, die sich momentan fast täglich ändert.

Können Besichtigungen durchgeführt werden?

Ja. Maklern ist es gestattet, ihre Tätigkeit an unterschiedlichen Orten auszuüben. Jedoch müssen sie auf Massenbesichtigungen verzichten und sich auf Einzelbesichtigungen beschränken. Es gilt jedoch, die Kontaktbeschränkungen zu wahren.

Eine andere Möglichkeit ist, Alternativen für Live-Besichtigungen zu nutzen. Das können sein:

Was gibt es bei Einzelbesichtigungen zu beachten?

  • Bereits im Exposé auf Einzelbesichtigungen hinweisen.
  • Kein Körperkontakt – aufs Händeschütteln verzichten und auch auf die Nies- und Hustenetikette achten, zudem einen Abstand von eineinhalb bis zwei Metern zueinander halten.
  • Kein Austausch von Dokumenten – diese besser vorab oder direkt nach dem Termin dem Interessenten digital zukommen lassen.
  • Kontakt zu Gegenständen meiden – offene Innentüren ermöglichen eine Besichtigung, ohne ständig Klinken anfassen zu müssen. Sollte dies nicht immer möglich sein, dann sollten alle Kontaktflächen regelmäßig gründlich desinfiziert werden.
  • Desinfektionsmittel – für Anbieter empfiehlt sich ein Fläschchen Desinfektionsmittel, damit Interessenten ihre Hände desinfizieren können und bei der Besichtigung entspannt sein können
  • Community- oder Schutzmaske – über die bundesweite Maskenpflicht, für beispielweise den ÖPNV, hinaus empfiehlt sich für Anbieter das Tragen einer Maske über Nase und Mund beim Treffen zu einer Besichtigung, um dem Interessenten Sicherheit zu signalisieren

Können zurzeit Werbeflyer verteilt werden oder ist das verboten?

"Da es Maklern weiterhin gestattet ist, an wechselnden Orten ihre Tätigkeit auszuüben, dürfte es auch gestattet sein, unter strenger Berücksichtigung der Abstands- und Hygienebestimmungen Flyer zu verteilen“, sagt Carolin Hegenbarth, IVD-Bundesgeschäftsführerin. Im Zweifel sollte bei der zuständigen Behörde nachgefragt werden.

Wer Flyer verteilt, muss sich aber auch hierbei an geltende Hygieneregeln halten.

Corona und das Arbeitsrecht

Viele Makler in Deutschland sind selbstständig und können somit selbst entscheiden, wie sie mit der Krise umgehen. Anders ist es bei Immobilienmaklerbüros mit festangestellten Mitarbeitern. Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Kann ein Maklerbüro bei Arbeitsausfällen wegen des Coronavirus Kurzarbeitergeld erhalten?

Ja, laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter der Bedingung, dass behördliche Einschränkungen es unmöglich machen, die Maklertätigkeit weiterhin auszuführen. Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber bei der jeweiligen Agentur für Arbeit beantragt werden. Falls die Behörde es genehmigt, erhalten angestellte Makler 67 beziehungsweise 60 Prozent ihres pauschalisierten Nettoentgelts für zwölf Monate.

Haben angestellte Makler einen Anspruch auf Homeoffice?

Nein, das ist eine Vereinbarung, die der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber treffen muss.

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter am Coronavirus erkrankt?

Angestellte Makler erhalten sechs Wochen eine Entgeltfortzahlung und haben dann als gesetzlich Versicherte Anspruch auf Krankengeld.

Die Coronapandemie stellt uns alle weiter vor große Herausforderungen. Mit der Einhaltung hygienischer Richtlinien und dem Blick auf die aktuelle Lage kann sowohl die explosionsartige Verbreitung des Virus als auch dem kompletten Verlust des Alltagsgeschäfts entgegengewirkt werden. Dies wird insbesondere durch eine verstärkte Konzentration auf die Digitalisierung erreicht.

23.11.2020


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