Löschungsbewilligung: Grundschuld löschen lassen oder nicht?

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Ein Immobilienkredit wird meist über viele Jahre hinweg abbezahlt. Umso größer ist die Freude beim Kreditnehmer, wenn er endlich schuldenfrei ist. Ist das der Fall, kann der Immobilienkäufer zur Bank gehen und sich eine Löschungsbewilligung ausstellen lassen. Mit dieser kann er dann einen Notar aufsuchen, der dann die Löschung der Grundschuld beim Grundbuchamt in die Wege leitet. Doch nicht immer ist eine Löschung der Grundschuld sinnvoll.

Löschungsbewilligung – Vorgehen und Kosten

  • Hat ein Immobilieneigentümer sein ursprünglich aufgenommenes Darlehen bei der Bank zurückgezahlt, kann er verlangen, dass die eingetragene Grundschuld aus dem Grundbuch gelöscht wird.
  • Zunächst bescheinigt die Bank dem Eigentümer, dass er sein Darlehen komplett getilgt hat und stellt ihm die Löschungsbewilligung aus.
  • Mit der Löschungsbewilligung geht der Eigentümer dann zum Notar.
  • Der Notar veranlasst beim Grundbuchamt, dass die Grundschuld gelöscht wird.
  • Die Löschung der Grundschuld ist natürlich nicht umsonst – die Kosten setzen sich aus den Notarkosten und den Gebühren des Grundbuchamtes (in der Regel je 0,2 Prozent der Grundschuld) zusammen.
Grundschuld löschen, Löschungsbewilligung, Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com
Eine Löschungsbewilligung wird benötigt, um eine Grundschuld löschen zu lassen. Sinnvoll ist das aber nicht immer. Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com

Banken verlangen als Sicherheit für eine Baufinanzierung oder einen Kredit häufig einen Eintrag ins Grundbuch. Mit dieser sogenannten Grundschuld können sie sich gegen eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers absichern. Kann der Kreditnehmer nämlich seinen Kredit nicht mehr zurückzahlen, hat die Bank somit Zugriff auf die Immobilie.

Will der Kreditnehmer die Grundschuld löschen lassen, muss er zunächst seinen Kredit abbezahlt haben. Die Bank stellt in diesem Fall eine sogenannte Löschungsbewilligung aus. Hat der Kreditnehmer diese in der Hand, kann er damit zum Notar gehen und seine Grundschuld löschen lassen.

Grundschuld löschen: So funktioniert es

Die Löschung einer Grundschuld funktioniert im Wesentlichen in drei Schritten:

  1. Die Bank bescheinigt dem Kreditnehmer, dass er sein Darlehen komplett  getilgt hat – sie stellt ihm eine Löschungsbewilligung aus.
  2. Der Immobilienkäufer geht mit der Löschungsbewilligung zum Notar.
  3. Der Notar veranlasst beim Grundbuchamt, dass die Grundschuld gelöscht wird.

Wann die Löschung einer Grundschuld mittels Löschungsbewilligung wichtig wird

Warum aber sollte ein Immobilieneigentümer eine Grundschuld überhaupt löschen lassen? Eine Löschung ist beispielsweise meist nötig, wenn ein Haus verkauft werden soll. Denn der Käufer möchte keine Immobilie erwerben, die finanziell belastet ist – er will einen „sauberen“ Grundbucheintrag. Wer also sein Grundstück verkaufen will, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Löschungsbewilligung einem Notar übergeben müssen, damit dieser die Löschung der Grundschuld in die Wege leitet.

Achtung

In vielen Fällen reicht zur Löschung der Grundschuld die Löschungsbewilligung nicht aus – dann nämlich, wenn eine Grundschuld verbrieft ist. Das bedeutet, dass zusätzlich zur eingetragenen Grundschuld bei der Bank ein Grundschuldbrief vorliegt. Auch diesen wird die Bank ihrem Schuldner erst aushändigen, wenn der Immobilienkredit vollständig abbezahlt ist. Um die Grundschuld zu löschen, muss dem Grundbuchamt in diesem Fall sowohl die Löschungsbewilligung als auch der Grundschuldbrief vom Notar vorgelegt werden. Vorsicht: Geht der Grundschuldbrief verloren, kann ein Immobilieneigentümer die Grundschuld nur durch ein kompliziertes und kostenintensives Gerichtsverfahren löschen lassen.

Besser abwarten: Wann es sinnvoll sein kann, eine Grundschuld nicht löschen zu lassen

Löschungsbewilligung, Immobilie verkaufen, Grundschuld löschen, Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com
Wer sich in den eigenen Wänden noch wohl fühlt und seine Immobilie nicht verkaufen möchte, braucht auch nicht zwingend eine Löschungsbewilligung von der Bank. Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com

So lange jemand seine Immobilie nicht verkaufen will, gibt es allerdings auch Argumente, die gegen eine Löschung der Grundschuld sprechen. „Die Grundschuld sollte man fortbestehen lassen, sofern die Bank die Löschung bewilligt hat“, sagt der Vertrauensanwalt des Bauherren-Schutzbund e.V Wendelin Monz. „Der Eigentümer kann die Grundschuld nutzen, wenn er etwa später ein Darlehen für die Modernisierung aufnehmen will und dazu eine Sicherheit anbieten muss.“

Laut Heidi Müller vom Kreditvermittler Interhyp ist eine Grundschuld in der Regel auch beim Verkauf einer Immobilie kein Hindernis: „Zwar kann es im Fall eines Verkaufs wünschenswert sein, dass Haus und Grund unbelastet sind. In der Praxis ist das aber meist kein Hindernis, denn die Löschung der Grundschuld wird im Kaufvertrag eindeutig geregelt.“

Darüber hinaus entstehen dem Immobilienbesitzer Nachteile in Form von Kosten. Denn eine Löschung der Grundschuld gibt es vom Notar und vom Grundbuchamt nicht umsonst. Die Kosten hierfür gibt das Kreditinstitut an seine Kunden weiter.

Was die Löschung der Grundschuld kostet

Die Kosten für die Löschung der Grundschuld setzen sich aus den Notarkosten und den Gebühren zusammen, die das Grundbuchamt verlangt. Ein Notar darf einen Betrag in Höhe von 0,2 Prozent der Grundschuld verlangen. Das Amt nimmt noch einmal den gleichen Betrag. Ein Beispiel: Wenn die Grundschuld bei 200.000 Euro liegt, nehmen Notar und Grundbuchamt jeweils 400 Euro, die Kosten für die Löschung der Grundschuld liegen also bei 800 Euro.

Ob es letztlich sinnvoll ist, eine Grundschuld löschen zu lassen, obwohl eine Immobilie nicht verkauft werden soll, muss ein Immobilieneigentümer selbst entscheiden. Einige Eigentümer empfinden es als Entlastung, wenn eine Grundschuld aus dem Grundbuch getilgt ist – zwingend notwendig ist es allerdings nicht.


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11 Kommentare

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tomwi am 10.01.2019 23:49

Es gibt keinen vernünftigen Grund eine Grundschule bestehen zu lassen. Der Zugriff der Bank besteht bei jeglicher Art von Schulden, auch wenn sie NICHT das Haus betreffen. Eine neue Kreditanfrage heisst neue Bewertung des Hauses und es gibt eben eine neue Grundschule wenn nötig. ...Ohne Probleme!!!

..und bei 200.000 betragen die Gebühren 400 fürs Grundbuchamt und 6 für das Beglaubigen der Unterschrift beim Ortsgericht. Also was sind 406 Euro im Gegensatz zu den Zinsen, die man gezahlt hat. ...oder der Sicherheit, dass man clean ist und nur noch selbst den Schlüssel zum Haus besitzt.

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EAH am 06.01.2019 11:07

Zu costaconcordia 2 am 29.05.18

Die Löschbewilligungen meiner Kreditgeber liegen vor.

Wo erhalte ich aber die Löschungsantragsformulare für die Beglaubigungen der Unterschriften ?

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olli am 23.11.2018 11:47

denkt bitte auch mal an Eure Erben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, man hat nach dem Tod eines Menschen viele belastende Sachen zu erledigen. Spätestens wenn man dann die geerbte Wohnung / das Haus verkaufen oder einen Erben teilauszahlen möchte / muss, ist eine nicht gelöschte Grundschuld ein Problem. Und die Ausstellung Einer Zweitschrift der nicht mehr auffindbaren Löschungsbewilligung kostet ca 250€

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costaconcordia2 am 29.05.2018 21:28

Ihr Kommentar ist Gold wert und zeigt, wen wenig rücksichtsvoll dieses Portal gegenüber den Kreditnehmern ist! Vollkommen richtig. Für die Löschung bedarf es keines Notars. Der Löschungsantrag muss aber beglaubigte Unterschriften aller Grundstückseigentümer enthalten. Dies kann jedes städt. Amt vornehmen.

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lg am 13.05.2018 23:29

Mit einer Löschungsbewilligung kann n u r die Löschung betrieben werden. Für eine Weiterverwendung der Grundschuld ist eine löschungsfähige Quittung in öffentl. beglaubigter Form erforderlich.

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anmi2 am 25.04.2018 23:25

Aus eigener erfahrung: alles nur schönreden, funktioniert nicht in der praxis. Ich hatte eine löschungsbewilligung der commerzbank und wollte die grundschuld wiederverwenden. Gleiche und dann andere bank.

Commerzbank weigert sich die Bewilligung zurückzunehmen oder grundschuld wiederzuverwenden, abtretung an andere bank geht auch nicht, weil die vollstreckbare Urkunde fehlt :-(((

Und der Kunde ist wie immer der idiot

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Monika Gantner am 28.08.2018 22:37

Hallo

Habe ich gerade Ärger mit Commerzbank.

Will mir Notarkosten für eine Löschungbewilligung aufs Auge drücken.

Werde mich jedoch wehren.

Vielleicht hat noch jemand einen Tip für mich.

Danke im Voraus

M.G.

stappel am 18.04.2018 09:55

Um eine Unterschrift beglaubigen zu lassen muss man nicht zwingend zu einem Notar gehen, es reicht auch wenn man zu einen Ortsgericht geht, da kostet die Beglaubigung ca. 6€.

Da hat man schon mal die Hälfte der Kosten eingespart.

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Uwe am 01.01.2018 22:13

@G.F.

Das Gerücht vom "Reichen Deutschland" ist nicht aus den Köpfen zu bekommen. Würden Sie siech mit 2000 Milliarden Euro Schulden als reich bezeichnen ? Nein ? Warum ist dann Deutschland mit dieser Schuldenlast reich ? Bitte um Erklärung.

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BenWish am 17.02.2018 17:30

Weil den 2000 Milliarden Schulden ca 4000 Milliarden sonstige Werte entgegenstehen (z.B. Infrastruktur).

Wenn du 200.000€ Schulden bei der Bank hast, dafür aber ein Haus im Wert von 400.000€ dein Eigentum nennst. Bist du dann reich oder arm?


Ferdinand Klar am 03.03.2018 16:25

zu BenWish: dem muß ich wiedersprechen: wer soll denn die "Werte" vom Staat kaufen ?

(z.B. die maroden Straßen, Schulen usw ?)

Der wirkliche Wert einer Immobilie misst sich im Ernstfall erst am tatsächlich möglichen Erlös.

Duncibaer am 01.04.2017 21:52

Der erste Artikel, der auch darauf hinweist, dass zur Löschung der Grundschuld neben der Löschungsbewilligung meist auch ein Grundschuldbrief existiert, der ebenfalls von der Bank mit ausgehändigt werden sollte. Es kommt aber sogar noch besser: bei meiner Löschung verlangte die Notarin sogar die "vollstreckbare Ausfertigung der Grundschuldbestellungsurkunde", um jedwede persönliche Haftung der ehemaligen Miteigentümerin auszuschließen. Und diese "vollstreckbare Ausfertigung" war weder bei der erstfinanzierenden Bank noch bei der anschlussfinanzierenden Bank auffindbar. Also brauchte ich von zwei Banken zusätzlich noch eine schriftliche Bestätigung, dass die ehemalige Miteigentümerin aus der persönlichen Haftung entlassen ist. Und das trotz vorliegender Löschungsbewilligungen und Grundschuldbriefe. "Aber hier müsse ich zwischen "dinglicher" und "persönlicher" Haftung unterscheiden", so die Notarin. "Das gäbe es übrigens nur im deutschen Recht".

Hier wird versucht, mit allen Mitteln Geld für die Staatskasse zu erwirtschaften und das Verfahren unnötig verkompliziert. Inzwischen ist manches Auto teurer als so manches Haus...und da wird kein Notar und kein Grundbuchamt, keine Löschungsbewilligung und kein Grundschuldbrief notwendig. Da geht man mit der Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II sowie dem Personalausweis zum Straßenverkehrsamt und läßt das Auto zu. Und das Verfahren beim Autokauf zieht sich auch nicht über Monate in die Länge. Es wird schon lange Zeit für eine Reform im Bereich Immobilienübertragung - aber dann gingen unserem Staat wohl zu viele Einnahmen flöten.

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Nat am 25.08.2017 13:59

In England ist das alles so viel einfacher und entspannten. Da hat fast jeder ein Eigentum


G.F am 16.06.2017 12:09

Ja, eine priviligierte Gruppe bekommt das Geld per Gesetz zugescheffelt. Warum haben in solch ein reiches Land als Deutschland, so wenig Leute Eigentum im Vergleich zu den anderen westeuropäische Ländern. Warum wird öffentlich nicht ehrlich darüber gesprochen. Das Volk soll das nicht wissen, das der Staat und seine Gehilfen (Notare) die Nutznießer sind. Die Nebenklosten sind einfach viel zu hoch! Das es anders geht zeigen die Skandinavier.


imemu15!!! am 12.04.2017 09:54

Wie recht Sie haben. Das ist einfach nur Abzocke. Eine Reform wäre dringend nötig.