Nachfrage nach Wohneigentum steigt gewaltig

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Statt einem Einbruch am Immobilienmarkt boomt derzeit die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern. Nicht nur ist die Kreditvergabe der Banken gestiegen, auch die Kontaktanfragen auf immowelt gehen durch die Decke. Eigentümer, die jetzt ihre Immobilie verkaufen wollen, können so auf eine schnelle und erfolgreiche Vermarktung setzen.

Immobiliennachfrage Eigentümer, Einfamilienhaus mit Garten, Foto: Loocid GmbH / stock.adobe.com
Trotz Corona: Die Nachfrage nach Immobilien, allen voran Häusern, ist nach dem Lockdown gestiegen. Das belegen aktuelle Zahlen des Immobilienportals immowelt. Foto: Loocid GmbH / stock.adobe.com

Lockdown, Kurzarbeit, Wirtschaftseinbruch. Zu Beginn der Corona-Krise hatten viele eigentlich damit gerechnet, dass auch der Immobiliensektor einen Dämpfer abbekommen wird. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Anscheinend hat die Corona-Krise bei Vielen den Wunsch nach solidem Betongold verstärkt. Das jedenfalls belegen aktuelle Zahlen.

Nach dem Lockdown: Anfragen auf Immobilienanzeigen stark gestiegen

Was verkaufswillige Eigentümer freuen dürfte: Das Interesse an Immobilien ist derzeit so groß wie noch nie. Seit die Corona-Maßnahmen gelockert wurden, sind die Kontaktanfragen auf Angebote auf immowelt und dem Schwesterportal immonet massiv angestiegen: Bei Häusern liegt dieser Wert im Mai 2020 um 49 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums, bei Wohnungen beläuft sich die Steigerung auf 40 Prozent.

Generell hat sich die Nachfrage bei allen Immobilienarten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich erhöht. Bei den Kaufobjekten beträgt das Plus 47 Prozent, bei den Mietobjekten 37 Prozent. Insgesamt stiegen die Kontaktanfragen um 40 Prozent. Für Suchende bedeutet diese Situation mehr Konkurrenz, Eigentümer dürfen sich hingegen auf eine Vielzahl von Kontaktanfragen freuen.

Das gesteigerte Interesse an Immobilien spiegelt sich auch in der Anzahl der Seitenbesuche in den vergangenen Wochen wider, die regelrecht explodiert sind: Im Mai 2020 haben immowelt und immonet insgesamt 65 Millionen Visits (Messung: Google Analytics) erzielt. Dies markiert einen absoluten Höchststand und liegt 36 Prozent über dem Vorjahreswert.

Preise für Immobilien auf hohem Niveau

Vor allem in den deutschen Großstädten sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. In manchen Gegenden haben sich die Preise innerhalb von zehn Jahren glatt verdoppelt.

Link-Tipp

Zu welchen Preisen wurden Immobilien in Ihrer Region in der jüngeren Vergangenheit angeboten? Das erfahren Sie in der Preisstatistik von immowelt.

Wie sich die Preise mittelfristig weiterentwickeln werden, ist angesichts der Corona-Krise derzeit allerdings schwer abzuschätzen, unter Berücksichtigung der gestiegenen Nachfrage dürfte es aber wohl eher nicht zu fallenden Preisen kommen.

Baufinanzierer melden steigendes Neugeschäft

Das gestiegene Interesse an Immobilien spiegelt sich auch im Baufinanzierungsgeschäft der Banken wider. So hat die WirtschaftsWoche unlängst in einer Umfrage Banken nach der Entwicklung des Neugeschäfts befragt. Demnach lag die Kreditvergabe insgesamt bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken im ersten Quartal 6,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Baukrediten gab es im März sogar einen noch stärkeren Anstieg um 7,6 Prozent.

Auch die Sparkassen erlebten den Angaben zufolge einen regelrechten Kreditboom. So seien im April 12,1 Prozent mehr Kredite vergeben worden als im bereits sehr guten Vorjahreszeitraum.

Die gestiegene Nachfrage nach Baufinanzierungen belegen auch die Baufinanzierungsanfragen auf immowelt.de: Im Mai wurden hier so viele Baufinanzierungsanfragen wie noch nie gestellt. Ein Grund dürfte sein, dass sich Immobilien auch während der Krisenzeit durch eine erstaunliche Preisstabilität auszeichneten und so für viele als sicherer Hafen gelten.

Gute Aussichten für verkaufswillige Eigentümer

Wer jetzt als Eigentümer also seine Immobilie verkaufen will, scheint gute Aussichten zu haben: Die niedrigen Zinsen ermöglichen es Käufern, auch größere Summen zu finanzieren und die hohe Nachfrage dürfte die Befürchtung, die Corona-Krise drücke die Preise, entkräften.

02.07.2020


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1 Kommentar

Andrea am 28.10.2020 21:55

Eine Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) von August 2019 untersucht mithilfe künstlicher Intelligenz die Wahrscheinlichkeit von Immobilienblasen in verschiedenen Ländern. Dabei kommen die Ökonomen zu dem Schluss, dass die immensen Preissteigerungen für Häuser und Wohnungen sowie weitere Faktoren in vielen OECD-Ländern auf die Bildung von Immobilienblasen hindeuten. Besonders die Käufer in Metropolen haben derzeit mit dem Preisanstieg zu kämpfen.

Zudem wird die Gefahr einer Immobilienblase in Deutschland schon seit geraumer Zeit in den Medien thematisiert. Expertenäußerungen wie „Die Ampel steht auf gelb.“ (Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Bundesbank, Mai 2017) im Hinblick auf eine Immobilienblase in Deutschland heizen die Diskussion an. (Quelle: Bergfürst)

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