Energieeffizient sanieren mit der KfW

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Zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse: Wer seine Immobilie energieeffizient sanieren will, kann von der KfW-Bank wieder eine Förderung bekommen.

Seit 22. Februar 2022 können bei der KfW wieder Anträge für die Förderprogramme zum energieeffizienten Sanieren gestellt werden. Zuvor hatte die Bundesregierung am 24. Januar 2022 alle Förderprogramme der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gestoppt, nachdem die Haushaltsmittel nach einer Antragsflut und „Fehlsteuerung“ ausgeschöpft waren, wie von Klima- und Wirtschaftsminister Robert Habeck mitgeteilt worden ist.

Für die Wiederaufnahme der Förderprogramme zum energieeffizienten Sanieren stehen rund 9,5 Milliarden Euro bereit, die sowohl für bereits eingegangene als auch neue Anträge verwendet werden sollen.

Link-Tipp

Auch die KfW-Förderprogramme für Neubau und Kauf von energieeffizienten Gebäuden wurden gestoppt, aber bislang noch nicht wieder aufgenommen.

Was ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude?

Erst im Sommer 2021 hatten die alte Bundesregierung und die KfW-Bank die Förderprogramme für das energieeffiziente Modernisieren und Sanieren reformiert. Seit 1. Juli 2021 gibt es zwei statt zuvor vier zentrale Förder-Programmen: 

  • Das Programm „Wohngebäude – Kredit“ hat das Programm „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ ersetzt und „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ wurde in „Wohngebäude – Zuschuss“ umbenannt. Außerdem gelten die beiden neuen Programme für Sanierung, Neubau und Kauf gleichermaßen. 
  • Das Einzelprogramm „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ geht seit 1. Juli 2021 im neuen Kreditprogramm auf. 
  • Für Maßnahmen rund um erneuerbare Energien bietet die KfW weiterhin das Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ an.

Das Programm „Wohngebäude – Kredit“

Das Programm „Wohngebäude – Kredit“ soll durch Gewährung eines zinsvergünstigten Darlehens Anreize bieten, den Gebäudebestand auf ein energetisch hohes Niveau zu hieven.

Wer kann die Förderung beantragen?

Jeder, der seine Immobilie gemäß den Effizienzvorgaben der KfW saniert oder eine solchermaßen frisch sanierte Wohnung erwirbt, kann Gelder aus dem Programm „Wohngebäude – Kredit“ erhalten. Bevor der Kredit bewilligt wird, berät und prüft ein Energieeffizienz-Experte, ob die Sanierungsmaßnahmen förderfähig sind.

Achtung

Wer die Fördermittel der KfW aus dem Programm „Wohngebäude – Kredit“ nutzen möchte, muss diese zwingend vor Beginn der Sanierung beantragen. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich. Außerdem muss der Bauantrag oder die Bauanzeige des Wohngebäudes zum Zeitpunkt des Antrags eines Sanierungskredits mindestens 5 Jahre zurückliegen.

Was wird gefördert?

Die KfW fördert einerseits die energetische Komplettsanierung alter Gebäude, andererseits aber auch Einzelmaßnahmen, die zu einer Verbesserung der Energieeffizienz führen.
Gefördert werden unter anderem folgende Einzelmaßnahmen:

  • die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken
  • die Erneuerung von Fenstern und Außentüren
  • die Erneuerung oder der erstmalige Einbau einer Lüftungsanlage
  • die Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage

Die Erneuerung der Heizungsanlage wird seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr durch die KfW gefördert. Die Heizungsförderung für Einzelmaßnahmen wurde nahezu komplett vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernommen.

Die Komplettsanierung zum KfW-Energieeffizienzhaus wird weiterhin gefördert: Solche Gebäude orientieren sich an den im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgeschriebenen Grenzwerten und Richtlinien. Das sind entweder bestimmte Anforderungen an technische Geräte wie die Heizanlage oder aber die Gesamtanforderungen an Neubauten. Daraus leitet die KfW verschiedene Effizienzhaus-Standards ab, die bei der energieeffizienten Sanierung in Frage kommen – von KfW 40 bis 100. Die Zahl 40 gibt dabei an, dass das Gebäude nach der Sanierung maximal 40 Prozent der Energie verbraucht, die ein Neubau gemäß GEG maximal verbrauchen darf. Ein KfW-100-Haus verbraucht demnach so viel Energie wie ein zeitgemäßer Neubau. Die Stufe 115, also ein Haus, das etwas mehr Energie verbraucht als ein zeitgemäßer Neubau, wird nicht mehr gefördert. Es gilt also: Je kleiner die Zahl, desto niedriger der Energieverbrauch und umso umfangreicher die Förderung. Zudem gibt es Sonderregeln für Gebäude unter Denkmalschutz.

Höhe und Konditionen der Förderung

Im Rahmen des Programms „Wohngebäude – Kredit“ vergibt die KfW Förderkredite über bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit, bei Einzelmaßnahmen beläuft sich die maximale Darlehenshöhe auf bis zu 60.000 Euro pro Maßnahme. Die Laufzeit der Darlehen beträgt zwischen vier und 30 Jahren, wobei der Zins nur für die ersten zehn Jahre festgeschrieben wird, anschließend gibt es ein Folgeangebot der KfW-Bank, welches der Kreditnehmer ablehnen kann, um dann zu einer anderen Bank zu wechseln. Die ersten ein bis fünf Jahre sind tilgungsfrei, außerdem gibt es einen Tilgungszuschuss von 15 bis 50 Prozent. Die Höhe dieser Summe ist abhängig vom energetischen Standard nach der Sanierung und von der Höhe des Kredits. 

Auch zusätzliche Förderungen wie zum Beispiel für Baubegleitung können seit 1. Juli 2021 über das Programm „Wohngebäude – Kredit“ beantragt werden. An der Rechnung des Baubegleiters für die Detailplanung, Unterstützung bei der Ausschreibung und Angebotsauswertung, Kontrolle der Bauausführung, Dokumentation und Abnahme der Sanierungsmaßnahmen beteiligt sich die KfW. Der Zuschuss beträgt höchstens 50 Prozent der Kosten und maximal 4.000 Euro pro Wohneinheit.

Das Programm „Wohngebäude – Zuschuss“

Mit dem Programm „Wohngebäude – Zuschuss“ werden grundsätzlich die gleichen Sanierungsmaßnahmen und die gleiche Personengruppe gefördert, wie beim Kreditprogramm. Um den Zuschuss erhalten zu können, muss ein Sachverständiger eingebunden werden, der berät und prüft, ob die Sanierungsmaßnahmen förderfähig sind. Er erstellt dann auch eine Bestätigung zum Antrag der Förderung. Der Zuschuss lässt sich nicht mit dem Kreditprogramm kombinieren.

Wer kann den Zuschuss beantragen?

Jeder, der seine Immobilie gemäß den Effizienzvorgaben der KfW saniert oder eine solchermaßen frisch sanierte Wohnung erwirbt, kann Gelder aus dem Programm „Wohngebäude – Zuschuss“ erhalten. Bevor der Zuschuss bewilligt wird, berät und prüft ein Energieeffizienz-Experte, ob die Sanierungsmaßnahmen förderfähig sind.

Tipp: Der KfW-Zuschuss lohnt sich gegenüber dem KfW-Kredit meist für Sanierer, die den Großteil der anfallenden Kosten zum Beispiel aus eigenen Ersparnissen stemmen können.

Achtung

Wer die Fördermittel der KfW aus dem Programm „Wohngebäude – Zuschuss“ nutzen möchte, muss diese zwingend vor Beginn der Sanierung beantragen. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich. Außerdem muss der Bauantrag oder die Bauanzeige des Wohngebäudes zum Zeitpunkt des Antrags eines Sanierungszuschusses mindestens 5 Jahre zurückliegen.

Was wird bezuschusst?

Die KfW fördert mit dem Programm „Wohngebäude – Zuschuss“ die energetische Komplettsanierung alter Gebäude, die zu einer Effizienzhaus-Stufe führen. Einzelne energetische Maßnahmen wie der Austausch von Fenstern oder der Heizung, mit denen keine Effizienzhaus-Stufe erreicht wird, werden hingegen nicht bezuschusst. Dafür gibt es das Programm „Wohngebäude – Kredit“ – kombinierbar sind die beiden Programme nicht.

Höhe und Konditionen des Zuschusses

Die Höhe des möglichen Zuschusses ist abhängig davon, welche Energieeffizienz erreicht wird und liegt für ein Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse bei 50 Prozent von maximal 150.000 Euro förderfähigen Kosten – also bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit. Wird ein nicht so hoher Standard erreicht, sinken die Förderhöchstbeträge stufenweise. Für den Effizienzhausstandard 55 gibt es beispielsweise bis zu 48.000 Euro, für ein Effizienzhaus 100 noch bis zu 33.000 Euro.  Eine professionelle Baubegleitung wird auch in diesem Programm zusätzlich bezuschusst.

Der KfW-Kredit „Erneuerbare Energien – Standard“

Neben den beiden zentralen Förderprogrammen stellt die KfW für Bauherren, die eine auf erneuerbare Energien basierende neue Heizungsanlage einbauen wollen, den Kredit „Erneuerbare Energien – Standard“ bereit.

Wer kann die Förderung beantragen?

Wer seine Bestandsimmobilie mit einer auf erneuerbaren Energien basierenden Heizungsanlage ausrüstet, oder eine solchermaßen sanierte Immobilie erwirbt, kann vom Kredit der KfW profitieren. Der Kredit kann sowohl mit dem Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als auch mit den beiden zentralen KfW-Förderprogrammen kombiniert werden.

Achtung

Wer die Fördermittel der KfW aus dem Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ nutzen möchte, muss diese zwingend vor Beginn der Sanierung beantragen. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich.

Was wird gefördert?

Nur dann, wenn die bestehende Heizungsanlage vor dem 1. Januar 2009 eingebaut wurde, können folgende Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien gefördert werden:

  • Solarkollektoranlagen bis 40 Quadratmeter Kollektorfläche
  • Biomasseanlagen wie zum Beispiel Pelletheizungen oder Holzhackschnitzelheizungen
  • Gas-Brennwertheizungen in Kombination einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien

Wärmepumpen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Höhe und Konditionen der Förderung

Die Förderung für die energieeffiziente Sanierung wird in Form eines zinsvergünstigten Darlehens gewährt. Finanziert werden hundert Prozent der Kosten für die neue Heizungsanlage, aber maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. Die Laufzeit beträgt zwischen vier und zehn Jahren. Die ersten ein bis zwei Jahre sind tilgungsfrei, danach werden monatlich sowohl Zinsen als auch die Tilgung fällig. Die Summe aus dem KfW-Kredit und einem etwaig vom BAFA gewährten Zuschuss darf die Investitionskosten nicht übersteigen.

Achtung

Wird eine Bestandsimmobilie mit einer auf erneuerbaren Energien basierenden Heizungsanlage erworben, müssen die Kosten für die Erneuerbare-Energien-Heizung gesondert im Kaufvertrag ausgewiesen werden.

Energieeffizient sanieren mit der KfW – Pro und Contra

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Wer nachträglich die Fassade dämmt oder auf andere Art energieeffizient sanieren will, kann sich das Modernisieren und Sanieren von der KfW fördern lassen. Foto: iStock / zazamaza

Wer energieeffizient sanieren will, kann von den KfW-Krediten und -Zuschüssen profitieren. Maßnahmen für eine verbesserte Wärmedämmung oder die eigene Solaranlage lassen zudem im Vergleich zu den bisherigen Heiz- und Stromkosten auf lange Sicht die Ausgaben schrumpfen. So lohnt sich der Umbau für Eigentümer auch in dieser Hinsicht – mit den neuen Programmen sogar noch etwas mehr.

Auch sonst stehen noch weitere Punkte auf der Pro-Seite für die KfW-Förderprogramme:

  • Meist günstigere Zinsen
  • Tilgungszuschuss muss nicht zurückgezahlt werden
  • Konstante Monatsraten dank Zinsbindung in den ersten zehn Jahren
  • Bis zu fünf tilgungsfreie Jahre möglich

Folgende Punkte sprechen gegen die Finanzierung einer Sanierung mittels KfW-Förderprogramm:

  • Die Zinsbindung gilt nur für zehn Jahre – anschließend können die Zinsen deutlich höher ausfallen
  • Es sind keine Sondertilgungen möglich
  • Der vorgeschriebene Energieeffizienz-Experte muss ebenfalls gezahlt werden
Link-Tipp

Neben der KfW-Förderung gibt es für Käufer und Bauherren noch weitere Förderprogramme:

Mit dem Wohn-Riester kann man von der Eigenheimrente profitieren.
Das Wohnraumförderungsgesetz erleichtert einkommensschwachen Familien den Eigenheimkauf.

Andreas Steger22.02.2022

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