Auflassungsvormerkung: Reservierung für die Immobilie

Lesermeinungen:  

(2)

Nicht nur die Suche nach einem passenden Haus, einer Wohnung oder einem Grundstück kann sich hinziehen, sondern auch der eigentliche Kaufvorgang. Käufer wollen sichergehen, dass sie ihre Wunschimmobilie auch wirklich bekommen. Die Auflassungsvormerkung hilft dabei – sie dient als eine Art Reservierung und wird zugunsten des Käufers ins Grundbuch eingetragen noch bevor das Objekt tatsächlich den Eigentümer wechselt.

Auflassungsvormerkung, Grundstück, Grundbuch, Foto: Smole/fotolia.com
Wer ein eigenes Grundstück kauft, reserviert dieses zunächst für sich mittels einer Eintragung im Grundbuch: der Auflassungsvormerkung. Foto: Smole/fotolia.com

Immobilienkäufer wollen möglichst schnell Rechtssicherheit, denn mit der Unterschrift auf dem notariellen Kaufvertrag ist der Käufer noch nicht sofort Eigentümer. Der Eigentümerwechsel erfolgt erst durch den Eintrag ins Grundbuch. Bis es soweit ist, können einige Wochen oder gar Monate ins Land ziehen. Schon vor dem eigentlichen Grundbucheintrag des neuen Eigentümers wird eine sogenannte Auflassungsvormerkung ins Grundbuch eingetragen. Als Auflassung wird dabei ein neuer Eintrag ins Grundbuch verstanden, der den Immobilienkäufer als künftigen Eigentümer ausweist. Die Auflassungsvormerkung ist damit sozusagen eine abgesicherte Reservierung.

Rechtliche Grundlage

Die Auflassungsvormerkung ist in §883 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) gesetzlich geregelt. Durch die Vormerkung wird sichergestellt, dass es für den Käufer zu keinen unangenehmen Überraschungen in der Zeit nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags kommt. So wird der künftige Eigentümer beispielsweise davor geschützt, dass der Alteigentümer die Immobilie noch einmal an einen Dritten verkauft.

Warum eine Auflassungsvormerkung wichtig ist

Grundbuch, Eintragung, Notar, Auflassungsvormerkung, Foto: lily/fotolia.com
Eine Auflassungsvormerkung schützt die Immobilie vor dem Zugriff durch Dritte. Foto: lily/fotolia.com

Eine Auflassungserklärung ist nicht nur sinnvoll, damit der Verkäufer ein Grundstück nicht mehrfach verkaufen kann – sie schützt den Immobilienkäufer darüber hinaus beispielsweise für den Fall, dass der Verkäufer Insolvenz anmelden muss. In diesem Fall kann das Grundstück zum Beispiel nicht mehr zwangsversteigert werden. Zudem kann der Verkäufer die Immobilie auch nicht mehr mit einem Kredit belasten. Notare werden beim Immobilienkauf daher eine Auflassungsvormerkung obligatorisch vorsehen.

Was die Auflassungsvormerkung kostet

Die Kosten einer Auflassungsvormerkung unterscheiden sich je nach Wert der Immobilie. Sie betragen die Hälfte der Kosten, die für den späteren Grundbucheintrag fällig werden. Bei einer Immobilie im Wert von 100.000 Euro kostet der Grundbucheintrag beim Amtsgericht etwa 300 Euro, die Kosten für die Auflassungsvormerkung betragen demzufolge noch einmal 150 Euro.

Wann eine Auflassungsvormerkung gelöscht wird

Mit der Eintragung der Auflassungsvormerkung ist das Eigentum am Grundstück noch nicht endgültig vom Verkäufer auf den Käufer übergegangen. Dies geschieht in der Regel sechs bis acht Wochen später mit dem entsprechenden Grundbucheintrag. In diesem Moment wird auch die Auflassungsvormerkung wieder aus dem Grundbuch gestrichen – schlichtweg, weil sie nicht mehr benötigt wird.


Ihre Meinung zählt

(2)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
2
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

GrundbuchTipps für Immobilienkäufer

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben