Grunderwerbsteuer berechnen und sparen

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Die Grunderwerbsteuer ist in den meisten Bundesländern der größte Posten der Kaufnebenkosten: Jetzt Grunderwerbsteuer berechnen und mit unseren Tipps Geld beim Kauf von Grundstück und Haus sparen.

Was ist die Grunderwerbsteuer und wann wird sie fällig?

Wer ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss einmalig Grunderwerbsteuer an das Finanzamt entrichten. 

Sie ist seit 1. Januar 2006 Ländersache und beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. In der Regel bewegt sich die Grunderwerbsteuer damit im fünfstelligen Euro-Bereich und ist einen Monat nach Erhalt des Grundsteuerbescheids fällig.

Info

Sobald der Käufer die Grunderwerbsteuer beglichen hat, erhält er die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die Voraussetzung für die Eintragung ins Grundbuch ist.

Wofür fällt die Grunderwerbsteuer an?

Je nach Immobilienart gibt es Unterschiede, wofür die Grunderwerbsteuer anfällt:

  • Beim Kauf eines unbebauten Grundstücks: für das Grundstück.
  • Beim Erwerb eines Grundstücks mit einem geplanten Neubau aus einer Hand, etwa von einem Bauträger: für Haus und Grund.
  • Beim Kauf eines Grundstücks, für das später ein Bauunternehmen mit dem Hausbau beauftragt wird, das nicht mit dem Grundstücksverkäufer in Verbindung steht: nur für das Grundstück.
  • Beim Erwerb eines Grundstücks mit bestehendem Haus: für Haus und Grund.
Link-Tipp

Die Grunderwerbsteuer ist ein Teil der Kaufnebenkosten. Hier findest du alle wichtigen Nebenkosten beim Hauskauf im Überblick.

Wer bekommt die Grunderwerbsteuer?

Grundsätzlich sind die Bundesländer Empfänger der Grunderwerbsteuer. Sie können die Einnahmen aber an die jeweilige Kommune weiterreichen.

Grunderwerbsteuer berechnen: Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in meinem Bundesland? (Stand: 1. Januar 2022)

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Die Grunderwerbsteuer beträgt 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises. Grafik: immowelt.de

Die Finanzämter berechnen die Höhe der Grunderwerbsteuer aus zwei Faktoren: Der notariell beglaubigte Kaufpreis im Kaufvertrag multipliziert mit dem Grunderwerbsteuersatz, der je nach Bundesland unterschiedlich ist.

Derzeit am niedrigsten ist der Grunderwerbsteuersatz 2022 in Bayern und Sachsen mit 3,5 Prozent des Kaufpreises. Jedoch plant Sachsen den Steuersatz auf 5,5 Prozent zu erhöhen.

Am höchsten ist die Grunderwerbsteuer aktuell in Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und im Saarland mit 6,5 Prozent.

Für ein Haus im Wert von 500.000 Euro müssten Immobilienkäufer in Bayern 17.500 Euro Steuern zahlen – im benachbarten Thüringen sind es mit 32.500 Euro beinahe doppelt so viel.

Die Grunderwerbsteuer in allen 16 Bundesländern im Überblick (Stand Juni 2022): 

BundeslandGrunderwerbsteuersatz
(geplante Erhöhung)
Grunderwerbsteuer bei 500.000 Euro Kaufpreis
(geplante Erhöhung)
Baden-Württemberg5 Prozent25.000 Euro
Bayern3,5 Prozent17.500 Euro
Berlin6 Prozent30.000 Euro
Brandenburg6,5 Prozent32.500 Euro
Bremen5 Prozent25.000 Euro
Hamburg4,5 Prozent (ab 2023 5,5 Prozent)22.500 Euro (27.500 Euro)
Hessen6 Prozent30.000 Euro
Mecklenburg-Vorpommern6 Prozent30.000 Euro
Niedersachsen5 Prozent25.000 Euro
Nordrhein-Westfalen6,5 Prozent32.500 Euro
Rheinland-Pfalz5 Prozent25.000 Euro
Saarland6,5 Prozent32.500 Euro
Sachsen3,5 Prozent (5,5 Prozent)17.500 Euro (27.500 Euro)
Sachsen-Anhalt5 Prozent25.000 Euro
Schleswig-Holstein6,5 Prozent32.500 Euro
Thüringen6,5 Prozent32.500 Euro

Wie viel Haus – also wie viel Quadratmeter – Käufer für 500.000 Euro bekommen, ist allerdings von Bundesland zu Bundesland und von Stadt zu Stadt stark unterschiedlich, wie die immowelt Price Map zeigt:

Wie viel kostet ein Haus in meiner Stadt?

Die immowelt Price Map zeigt deutschlandweit die durchschnittlichen Preise und zum Teil sogar punktgenau* für eine bestimmte Adresse.

* Soweit Daten für diese Adresse vorhanden sind, ansonsten erfolgt die Preisbestimmung durch Schätzwerte.

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Welche Bundesländer haben die Grunderwerbsteuer erhöht?

Stand Juni 2022 haben 14 von 16 deutschen Bundesländern die Grunderwerbsteuer erhöht. Berlin war das erste, in dem die Grunderwerbsteuer erhöht wurde – zum 1. Januar 2007 auf 4,5 Prozent. Heute beträgt sie dort 6 Prozent. Das Saarland ist das Bundesland, das die Grunderwerbsteuer am häufigsten erhöht hat, vier Mal – und zuletzt zum 1. Januar 2015 auf 6,5 Prozent.

Hamburg wird seine Grunderwerbsteuer ab 2023 von 4,5 auf 5,5 Prozent erhöhen. Bisher keine Erhöhungen beschlossen haben Bayern und Sachsen. Die sächsische Regierung jedoch plant dies zu ändern. Statt 3,5 Prozent sollen dann 5,5 Prozent des Kaufpreises fällig werden. Ob und zu wann die Erhöhung beschlossen wird, steht noch nicht fest.

Sonderfall: Wie wirkt sich der Erbbaurechtwert auf die Grunderwerbsteuer aus?

Manchmal gibt es den Fall, dass jemand einen Erbpacht-Vertrag abschließt – also ein Grundstück pachtet und darauf ein Haus baut. Will er später das Grundstück kaufen, so fällt hierbei die Grunderwerbsteuer an. In diesem sehr seltenen Sonderfall wird die Grunderwerbsteuer auf Grundlage des Erbbaurechtwerts berechnet:

Wert des Erbbaurechts = Jahreswert Erbbauzins x Multiplikator laut Anlage 9a BewG

Rechenbeispiel:

Agathe Jürgens schließt in einem bayerischen Dorf einen Erbpachtvertrag für die Dauer von 75 Jahren ab. Zehn Jahre danach will sie das Grundstück vom bisherigen Eigentümer für 75.000 Euro erwerben.

  • Monatlicher Erbbauzins: 240 Euro
  • Jahreswert Erbbauzins: 240 Euro x 12 Monate = 2.880 Euro
  • Multiplikator für eine Restlaufzeit von 65 Jahren laut BewG: 18,106

Wert des Erbbaurechts: 2.880 Euro x 18,106 = rund 52.145 Euro
Grunderwerbsteuer:
52.145 Euro x 3,5 Prozent (Grunderwerbsteuersatz Bayern) = 1.825 Euro

Käufer oder Verkäufer: Wer muss die Grunderwerbsteuer zahlen?

Grundsätzlich sind beide Vertragsparteien, also sowohl Käufer als auch Verkäufer, zum Zahlen der Grunderwerbsteuer verpflichtet. Allerdings wird meist im notariellen Kaufvertrag die Zahlungspflicht auf den Grundstückserwerber übertragen. Kann der Käufer aber die Steuer finanziell nicht stemmen, so kann sich das Finanzamt dennoch an den Verkäufer wenden, egal was im Grundstückskaufvertrag vereinbart ist. Dem Verkäufer bleibt dann nur die Möglichkeit, sich das Geld beim Grundstückserwerber zurückzuholen.

Steuererlass: Wer keine Grunderwerbsteuer zahlen muss

In manchen Fällen sind Immobilienkäufer allerdings von der Grunderwerbsteuer befreit und benötigen auch keine Unbedenklichkeitsbescheinigung, um als neuer Eigentümer ins Grundbuch eingetragen zu werden. Wann, regelt das Grunderwerbsteuergesetz (§§ 22 Abs. 1 Satz 2, 3 Abs. 1 GrEStG):

Achtung

Irrtum: Es gibt keinen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer

Fälschlicherweise denken manche, dass die 2.500 Euro, unter denen ein Grundstück von der Grunderwerbsteuer befreit ist, stets als Freibetrag berücksichtigt und vom Gesamtpreis abgezogen werden. Doch das stimmt nicht. Sobald ein Grundstück oder eine Immobilie mehr als 2.500 Euro beträgt, müssen die Käufer auf den gesamten Kaufpreis Steuern zahlen.

Ist die Grunderwerbsteuer steuerlich absetzbar?

Wer ein Grundstück oder ein Haus zur Selbstnutzung kauft, kann die Grunderwerbsteuer nicht von der Steuer absetzen. Anders liegt der Fall, wenn der Grundstückserwerber die Immobilie vermieten oder gewerblich nutzen will.

Grunderwerbsteuer sparen: Die 5 besten Tipps

Außerhalb der Ausnahmen, die das Grunderwerbsteuergesetz regelt, muss jeder Grunderwerbsteuer zahlen, der eine Immobilie oder ein Grundstück kauft. Doch mit diesen Tricks, können Käufer in manchen Fällen wenigstens einen Teil der Grundsteuer sparen:

Tipp 1: Beim Neubau getrennte Verträge oder Eigenleistung

Entscheiden sich Hauskäufer für einen Neubau, gehen sie meist zunächst auf Grundstückssuche. Erst im Anschluss beauftragen sie eine Baufirma, die das Haus baut. Unter bestimmten Voraussetzungen fällt die Grunderwerbsteuer dann nur auf den Grundstückspreis an: „Wichtig ist es, dass Hausbauer für den Grundstückskauf und die Bauleistung zwei verschiedene Verträge abschließen“, rät Sibylle Barent, Leiterin Steuer- und Finanzpolitik von Haus & Grund Deutschland. „Außerdem sollten sie beide Verträge keinesfalls am gleichen Tag, sondern zeitlich möglichst weit auseinander abschließen.“

Bei einem einheitlichen Vorgang, also wenn zwischen Kauf und Bau ein rechtlicher oder zumindest objektiver Zusammenhang besteht, müssen Käufer hingegen auf Grundstück sowie Bauleistung Grunderwerbsteuer zahlen (BFH, II R 7/12). Das sei beispielsweise bei dem schlüsselfertigen Kauf von einem Bauträger oft davon auszugehen, erklärt Barent. Für eben diesen Fall hat die Expertin auch einen Tipp: „Verpflichtet sich der Käufer vertraglich zu Eigenleistungen, reduziert sich die Bemessungsgrundlage – und damit die Steuerlast.“ Wer also selbst streicht, tapeziert oder Böden verlegt und sich so Handwerkerkosten spart, kann zudem die Steuern reduzieren.

Tipp 2: Bei Bestandsimmobilien bewegliches Zubehör herausrechnen

Käufer von Bestandsimmobilien können die Grunderwerbsteuer ebenfalls reduzieren. Der Trick ist, bewegliche und unbewegliche Bestandteile einer Immobilie im Kaufvertrag zu trennen. Denn Steuergegenstand sei lediglich die Immobilie selbst – und untrennbar mit dem Haus verbundenes Inventar, wie beispielsweise ein fest verbauter Wandschrank, erklärt Sibylle Barent, Leiterin Steuer- und Finanzpolitik von Haus & Grund Deutschland.

Miterworbenes, bewegliches Inventar wie eine Einbauküche, ein Kamin oder eine Sauna gelten wiederum als Zubehör. Um Steuern zu sparen, empfiehlt die Expertin, den Wert des Zubehörs im Kaufvertrag aufzulisten. „Die Finanzämter ziehen den Wert der beweglichen Gegenstände dann vom Kaufpreis der Immobilie ab.“ Wenn der Wert der Immobilie so sinkt, müssen Käufer weniger Steuern zahlen. Wie Immobilienkäufer in der Praxis so Steuern sparen können, soll ein Rechenbeispiel verdeutlichen:

Rechenbeispiel

Eine Familie möchte eine Immobile kaufen, die laut notariell beglaubigtem Kaufvertrag 500.000 Euro kostet. Da das Haus in Bayern steht, beträgt der Grunderwerbsteuersatz 3,5 Prozent.

Die Höhe der Grunderwerbsteuer berechnet sich nach dieser Formel:
Kaufpreis x Grunderwerbsteuersatz = Grunderwerbsteuer

Für das fiktive Beispiel ergibt sich daher folgender Wert:
300.000 Euro x 3,5 Prozent = 17.500 Euro

Im Immobilienkaufvertrag werden jedoch frei bewegliche Gegenstände aufgelistet:

  • eine Küche für 8.000 Euro
  • eine Sauna für 3.000 Euro 
  • ein Gartenhaus für 2.000 Euro 

Somit reduziert sich die Bemessungsgrundlage um insgesamt 13.000 Euro. 

Setzen die Immobilienkäufer diese Werte im Kaufvertrag an, verringert sich die Höhe der Bemessungsgrundlage auf 487.000 Euro (500.000 Euro – 13.000 Euro). Für die Grunderwerbsteuer heißt das:
487.000 Euro x 3,5 Prozent = 17.045 Euro

Statt 17.500 Euro wären nur noch 17.045 Euro Steuern fällig. Die Käufer können sich in diesem Beispiel also 455 Euro sparen.

Wer sich einen Teil der Steuerlast sparen möchte, sollte beim Ausweisen von beweglichem Zubehör dennoch aufpassen. „Bei Bestandsimmobilien sollten Käufer die Preise für das Zubehör realistisch ansetzen“, empfiehlt Barent. Denn wer eine Standardküche mit 25.000 Euro ausweist, sollte sich darauf einstellen, dass das Finanzamt Belege einfordert. Schwierig werde es auch, wenn die steuerfreien Extras mehr als 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Wer also bei einem Hauspreis von 500.000 Euro mehr als 75.000 Euro für Zubehör ansetzt, muss mit Nachfragen des Finanzamtes rechnen.

Tipp 3: Vermieter können Grunderwerbsteuer den Anschaffungskosten zurechnen und abschreiben

Immobilienkäufer, die ihre neu erworbene Immobilie vermieten möchten, können die Grunderwerbsteuer als Kaufnebenkosten von der Steuer absetzen. Als Teil der Anschaffungskosten darf die Steuer zusammen mit dem Immobilienkaufpreis über die Nutzungsdauer des Gebäudes abgeschrieben werden. Die Absetzung für Abnutzung (AfA) funktioniert so:

Dabei ist allerdings zu beachten, dass die AfA nur auf das Gebäude erfolgen darf, da sich das Grundstück im steuerlichen Sinne nicht abnutzt. Wer die Immobilie nur zum Teil vermietet, darf die Grunderwerbsteuer außerdem nur anteilig, entsprechend dem vermieteten Gebäudeteil, von der Steuer absetzen. Dabei ist es nicht möglich, die Grunderwerbsteuer auf den Mieter umzulegen.

Tipp 4: Bei Teilgewerbe Grunderwerbsteuer als Betriebsausgabe absetzen

Wer seine neue Immobilie ganz oder teilweise gewerblich nutzen will, kann ebenfalls steuerliche Vorteile geltend machen. „In einem Teilgewerbe ist es möglich, die Grunderwerbsteuer als Betriebsausgabe nachträglich von der Steuer abzusetzen“, erklärt Sibylle Barent, Leiterin Steuer- und Finanzpolitik von Haus & Grund Deutschland. Jedoch müssten die Eigentümer klar zwischen privatem und gewerblich genutztem Teil differenzieren. Dazu sollten sie den Kaufpreis im Kaufvertrag nach dem Verhältnis der privat und gewerblich genutzten Fläche aufteilen.

Tipp 5: Immobilie wird unter Verwandten verkauft

Wer seine Immobilie an Verwandte in gerader Linie verkauft, muss keine Grunderwerbsteuer zahlen. Verkäufe in gerader Linie sind Verkäufe zwischen: Eltern und Kindern, zwischen Großeltern und Enkeln oder zwischen Eheleuten. Auch Ehepartner der in gerader Linie verwandten Familienmitglieder - etwa der Schwiegersohn - und adoptierte Kinder profitieren von der Steuerbefreiung.

Achtung: Wird die Immobilie unter Geschwistern verkauft, muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden.

Solar- oder Photovoltaikanlage: Wann gehört der hierauf entfallende Kaufpreisanteil zur Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer?

Zählt ein Gegenstand zu den Gebäudebestandteilen, so gehört er mit zur Immobilie und ist grunderwerbsteuerpflichtig. Ist er kein Gebäudestandteil, so kann der Wert des Gegenstandes im Immobilienkaufvertrag gesondert aufgeführt werden und der Wert aus dem Immobilienkaufpreis herausgerechnet werden, so dass die Grunderwerbsteuer niedriger ausfällt. Bei Solar- und Photovoltaikanlagen gilt:

  • Solaranlagen werden überwiegend zur Warmwasserversorgung verwendet, etwa für Wasser im sanitären Bereich oder zur Raumheizung. Heizungsanlagen sind in der Regel Gebäudebestandteile. Das heißt, der auf die Solaranlage entfallende Kaufpreisanteil ist grunderwerbsteuerpflichtig.
  • Photovoltaikanlagen zur Eigenversorgung mit Strom sind, sofern sie dem Eigenbedarf dienen, Gebäudebestandteile. Entsprechend ist für ihren Kaufpreisanteil Grunderwerbsteuer zu zahlen.
  • Photovoltaikanlagen im Gewerbebetrieb sind Betriebsvorrichtungen. Das heißt, sie gehören unabhängig davon, ob sie die Voraussetzungen für einen Gebäudebestandteil erfüllen oder nicht, nicht zum Grundstück (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG). Auf ihren Kaufpreisanteil entfällt keine Grunderwerbsteuer.
  • Dachziegel-Photovoltaikanlagen können zwar auch im Rahmen eines Gewerbes genutzt werden. Allerdings dienen sie gleichzeitig als Ersatz für die andernfalls erforderliche Dacheindeckeng, zum Beispiel mit Ziegeln. Daher ist für ihren Kaufpreisanteil Grunderwerbsteuer zu zahlen (§ 68 Abs. 2 Satz 2 BewG).

Die Grunderwerbsteuer nachträglich mindern oder zurückfordern

Wenn Immobilienkäufer bereits Grunderwerbsteuer bezahlt haben und nachträglich den Kaufpreis mindern oder gar vom Kaufvertrag zurücktreten, können sie sich nachträglich Steuern zurückholen. Denn die Höhe der Grunderwerbsteuer bemisst sich am Wert der Immobilie – wird dieser aufgrund eines Mangels herabgesetzt, können die Eigentümer auf Antrag Geld vom Finanzamt zurückbekommen. Es gibt jedoch eine Frist: Der Wert der Immobilie muss innerhalb von zwei Jahren nach dem Erwerb gemindert werden (§16 Abs. 3 GrEStG).

Gleiches gilt, wenn der Kaufvertrag innerhalb von zwei Jahren aufgehoben wird. Auf Antrag können sich die Immobilieneigentümer die Grunderwerbsteuer vom Finanzamt dann sogar vollständig zurückzahlen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Grunderwerbsteuer und Grundsteuer?

Im Unterschied zur einmalig zu zahlenden Grunderwerbsteuer wird die Grundsteuer jährlich fällig und wird direkt von der zuständigen Gemeinde eingezogen.

Info

Die Grundsteuer wurde reformiert und wird derzeit neu berechnet. Ab 1. Januar 2025 wird dann die neue Grundsteuer fällig. Was Eigentümer zur Berechnung der Grundsteuer jetzt wissen müssen, steht hier.

Andreas Steger29.06.2022

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19 Kommentare

Alexa am 25.05.2022 10:24

puh so einen falscher Artikel hab ich selten gesehen...

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 25.05.2022 12:17

Hallo Alexa,

wir sind dankbar für hilfreiche Anregungen. Würden Sie uns bitte die Stelle erläutern, die aus Ihrer Sicht falsch dargestellt wurde? Vielen Dank.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

olli5 am 07.04.2022 15:29

Kann mich bitte jemand informieren, ob bei den Werten der beweglichen Sachen vom Finanzamt der tatsächlich verhandelte Kaufpreis des beweglichen Inventares (sofern dieser angemessen ist) oder der Zeitwert der ursprünglichen Anschaffungskosten des Verkäufers zugrunde gelegt wird?

auf Kommentar antworten

Kerstin2408 am 05.03.2022 09:55

Ich habe vor 2 Jahren eine ETW gekauft und damals natürlich Grunderwerbssteuer gezahlt. Jetzt hat sich mein Lebenspartner in die Wohnung mit"eingekauft", sprich, ihm gehört nun die Hälfte der Wohnung. Ist es korrekt, dass er auch nochmal Grunderwerbssteuer zahlen muss? Dann wurde ja auf diese Wohnung sozusagen 1,5 mal Steuer gezahlt.

auf Kommentar antworten

Schirmi am 10.02.2022 20:30

Ich möchte ein Grundstück kaufen, auf welchem eine andere Personen eine Immobilie (EFH) stehen hat.

Also werde ich der neue Verpächter.

Muss ich die volle Grunderwerbsteuer zahlen? (In NRW 6,5 Prozent)

auf Kommentar antworten

A. Walzel am 18.10.2021 12:42

Guten Tag,

Ihr Tipp Nr. 3 "Instandhaltungsrücklage" ist veraltet.

Entscheidung des BFH, 16. September 2020, II R 49/17.

Der BFH hat entschieden, dass die Instandhaltungsrücklage nicht mehr von der Besteuerungsgrundlage abgezogen werden kann. In unserer Region nehmen die Notare den Wert daher meist schon gar nicht mehr mit auf.

auf Kommentar antworten

immowelt-Redaktion am 18.10.2021 12:44

Hallo A. Walzel,

vielen Dank für diesen Hinweis, Sie haben Recht. Wir haben die entsprechende Stelle ausgebessert.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

info@hauptmakler.de am 18.10.2021 12:29

Es ist ein Irrtum, dass die Grunderwerbsteuer auf die Instandhaltungrücklage nicht anfällt. Der BfH hat entschieden, dass die IHR bzw. EHR grunderwerbsteurfplichtig ist, da sie untrennbar mit dem Teil- bzw. Wohnungseigentum verbunden ist.

auf Kommentar antworten

immowelt-Redaktion am 18.10.2021 12:43

Hallo Hauptmakler.de,

vielen Dank für diesen Hinweis, da haben Sie Recht. Das Leitsatz-Urteil des Bundesfinanzhofs war vom September 2020 (BFH Az.: II R 49/17). Wir haben die entsprechende Stelle ausgebessert.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Luckylok am 30.06.2021 13:53

Eltern und 2 Kinder wollen zusammen eine Immobilien-GbR gründen. Jeder bringt eigene Immobilien in GbR rein. z.B. Vater 100000,- Mutter 75000,- Kind 1 50000,- Kind 2 25000,-

Fallen Grunderwerbsteuer an ? Wer hat wie hoch zu zahlen ?

Oder wie wäre geschickter zu gestalten ?

Besten Dank.

auf Kommentar antworten

Alexa am 25.05.2022 10:26

keinen Fachanwalt sondern Steuerberater fragen, der sich mit GrESt auskennt


immowelt Redaktion am 30.06.2021 15:19

Hallo Luckylok,

die Grunderwerbsteuer hängt von der jeweiligen Fallkonstellation ab. Bitte haben Sie Verständnis, das wir keinen konkreten Wert benennen können. Wir empfehlen Ihnen, sich mit einem Fachanwalt in Verbindung zu setzen.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Naki am 06.06.2021 00:29

Ich habe von Bau Firma Wilma ein nocht nicht gebautes Haus ca. Eur 570.000 an auf ein statlichen Erpacht Grundstück ( monatlich 170 x99 jahre) gekauft. Schon Bei Notar unterschrieben. Das Haus wird in 20 moaten fertig. Nach 3 monaten Kaufdatum (Notar) wurde mit der Bau angefangen. Wie viel Grunderwerbsteuer muss ich zahlen.

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 07.06.2021 08:08

Hallo Naki,

ob und in welcher Höhe eine Grunderwerbsteuer anfällt, hängt von der jeweiligen Fallkonstellation ab. Bitte haben Sie Verständnis, das wir hier keinen konkreten Wert benennen können.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Frage 19 am 18.11.2020 07:07

Hallo, ich habe mit meinem Lebensgefährten 1996 ein Grundstück mit Haus gekauft und seitdem dort gewohnt. Nun trennen wir uns und ich zahle ihn aus... muss ich die Grunderwerbsteuer zahlen oder gilt hier auch die Regelung wie für Ehepaare?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 20.11.2020 11:50

Hallo Frage 19,

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Für die Beantwortung Ihrer Frage ist es maßgeblich, ob die Ehe noch Bestand hat, denn dann dürfte es eine Befreiung von der Steuerpflicht nach § 3 Ziff. 4 GrEStG geben.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihren Fall aus der Ferne nicht beurteilen können und auch keine rechtsgültige Beratung leisten können und dürfen. Wir raten Ihnen sich an einen Fachanwalt oder Eigentümerverband zu wenden.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

NeuerETWBesitzer am 17.10.2020 15:48

Ich habe eine ETW in Berlin fuer einen super günstigen Preis erworben. Allerdings mit Niessbrauchrecht fuer den Verkäufer, was auch gut ist. Jetzt will das Finanzamt die GrESt erheben und bezieht hier den Kaufpreis + Jahreswert x erwartete Lebenszeit der Verkaeuferin in die Rechnung. (158000 + 12000 x 11).

Ist das rechtens?

Da ich laut Mietspiegel einen weitaus geringeren Jahreswert ermittle, möchte ich Einspruch einlegen. Wie ist dieser Einspruch noch stärker argumentierbar?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 23.10.2020 14:06

Hallo NeuerETWBesitzer,

bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten können und dürfen. Wir empfehlen Ihnen mit der Frage einen Steuerberater oder einen Fachanwalt zu kontaktieren.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Bine 64 am 29.09.2020 07:01

Hallo, ich habe ein Ferienhaus in einem Ferienpark gekauft. Der Vertrag ist ohne Notar gemacht worden. Für das Grundstück wo das Haus steht soll ich monatliche Miete bezahlen. Die Verträge gelten ab 1.12.20

Für das Haus gibt es keinen Grundbucheintrag.

Ist der Kaufvertrag rechtens oder hätte ein Notar beaufragt werden müssen? Muss ich Grunderwerbsteuer dafür bezahlen?

Vielen Dank!

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 23.10.2020 14:09

Hallo Bine 64,

was sie schildern ist kein Kaufvertrag einer Immobilie. Dieser wäre in Deutschland ohne notarielle Beurkundung auch nicht gültig. Sie sollten sich hierbei rechtlich von einem Fachanwalt oder einem Eigentümerverband beraten lassen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten können oder dürfen.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Schneckie am 20.09.2020 20:04

Hallo, rechnet man denn bei den beweglichen Sachen, wie zB Küche, Kaminofen, etc., den Neuwert oder den Zeitwert aus der Steuer raus? Liebe Grüße Schneckie

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 21.09.2020 10:38

Hallo,

Sie sollten einen realistischen Zeitwert der Inventargegenstände angeben. Für eine 20 Jahre alte Küche können sie schlecht den Neuwert geltend machen.

Beste Grüße

gunnar am 30.08.2020 15:09

hallo ich habe von meiner schwester das halbe grundstück abgekauft was wir zusammen geerbt haben muss ich grunderwerbsteuer bezahlen mfg g.findeisen

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 31.08.2020 12:08

Hallo Gunnar,

es gibt einen Steuererlass bei Schenkungen, Erbschaften, sowie Grundstücks- und Immobilienkäufen unter Verwandten ersten Grades. Das sind Eltern und Kinder, Großeltern und Enkel, zwischen Ehepartnern oder zwischen eingetragenen Lebenspartnern. Nicht dazu zählen aber Geschwister, sie zählen zur Verwandtschaft der "Seitenlinie". Das hätte Ihnen aber auch der Notar so mitteilen müssen.

Liebe Grüße

immowelt Redaktion

Diana89 am 07.06.2020 06:04

Hallo liebes Team, ich und mein Mann haben im Mai in Baden Württemberg eine Eigentumswohnung gekauft. Wir stehen beide im Kaufvertrag.

Nun haben wir den Bescheid über Grunderwerbssteuer in voller Höhe bekommen. Kaufpreis ist 165000,und in BW ist Grunderwerbsteuer 5% vom Kaufpreis. Normalerweise müssen wir zusammen 8250 bezahlen, das heißt ich muss 4125 bezahlen und mein Mann auch. Aber im Bescheid steht, dass jede 7150 bezahlen muss. ( zusammen 14300) .

Vielleicht wissen Sie warum müssen wir so viel betahlen, oder es ist Fehler vom Finanzamt? Vilen Dank für Ihre Antwort.

auf Kommentar antworten

immowelt-Redaktion am 09.06.2020 08:03

Hallo Diana89,

da wir den Kaufpreis nicht kennen, können wir das jetzt nicht nachrechnen. Aber wenn Sie einen Rechenfehler vermuten, fargen Sie doch direkt beim Finanzamt nach.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Harald Germer am 30.04.2020 23:42

Guten Tag,

danke für diese gut verständlichen Tipps.

Vielleicht gibt es noch einen tollen Trick. Was meinen Sie zu dem folgenden Szenario:

1) Ein Bauträger bietet ein Grundstück und Haus für 400.000€ zum Kauf an. Der Bau hat noch nicht begonnen. Der Bau beginnt erst, wenn ein Käufer gefunden wurde.

2) Ein Kaufinteressent findet sich.

3) In der Familie des Kaufinteressenten soll der Kauf des Grundstücks und des Hauses getrennt durch verschiedene Personen erfolgen. Der Bauträger ändert seine angedachten Vertragsinhalte und stimmt dem folgenden zu:

Erstmal soll die Tochter das Grundstück von dem Bauträger kaufen. Die Mutter pachtet das Grundstück über einen Erbpacht-Vertrag mit 75 Jahren Laufzeit von der Tochter. Danach beauftragt die Mutter den (ehemaligen) Bauträger mit dem Bau des ursprünglich geplanten Hauses.

Nun meine Fragen:

Der Bauträger ist somit kein richtiger Bauträger mehr, oder? Schließlich erfolgt der Besitzübergang von Grundstück und Haus mit verschiedenen Vertragspartnern.

Die Tochter muss Grunderwerbsteuer zahlen auf den Kaufpreis des Grundstücks (seien 100.000€), oder? Da der Hausbau mit einer anderen Vertragspartei vereinbart wurde, besteht kein Zusammenhang und so ist auf den Kaufpreis des Hauses (seien 300.000€) keine Grunderwerbsteuer zu zahlen, oder?

Durch den getrennten Erwerb spart die Familie in Summe also die Grunderwerbsteuer auf das Haus, oder?

Vielen Dank bereits jetzt für Ihre Hilfe.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 04.05.2020 11:57

Hallo Harald Germer,

da haben Sie sich aber eine komplexe Konstruktion einfallen lassen. Ob der Fiskus da mitspielt, können wir nicht beurteilen, tendieren aber dazu, dass dann irgendwann der Begriff "Gestaltungsmissbrauch" fallen könnte.

Aber vielleicht sollten Sie das mit Ihrem Steuerberater besprechen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

davina roberto am 09.03.2020 00:22

wenn ich eine Neubauimmobilie (Wohnung mit Fertigstellung in Zukunft) - muss man auch Grunderwerbsteuer zahlen?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 09.03.2020 11:09

Hallo Davina Roberto,

ob und in welcher Höhe eine Grunderwerbsteuer anfällt, hängt von der jeweiligen Fallkonstellation ab. Grundsätzlich gilt: Sobald ein Grundstück/Miteigentum an einem Grundstück erworben wird, egal ob bebaut oder unbebaut, so fällt die Steuer an.

Sind Sie allerdings bereits schon Eigentümer eines Grundstücks und Sie bebauen dieses, so fällt keine Grunderwerbsteuer an.

Erwerben Sie ein Grundstück, hängt die Frage der Höhe der Grunderwerbsteuer davon ab, ob Grundstückskauf und Bebauung unabhängig voneinander sind oder nicht. Wird also ein unbebautes Grundstück erworben, das dann später von Firmen Ihrer Wahl bebaut wird, so fällt die Grunderwerbsteuer nur für das Grundstück an. Wird dagegen ein Grundstück bzw. ein Miteigentumsanteil am Grundstück unter der Bedingung erworben, dass dieses von einem konkreten Bauträger bebaut wird, so wird die Steuer für den gesamten Kaufpreis fällig, weil Grundstücks- und Immobilienkauf untrennbar miteinander verbunden sind. Dies ist auch im Falle eines Erwerbs eine Eigentumswohnung (WEG) der Fall, da hier (Miteigentum am) Grundstück und Wohnung untrennbar miteinander verbunden sind.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Nordwind am 05.03.2020 16:18

Edgar, 05.03.2020

Hallo, ich habe 2015 ein Wohnhaus mit 3 Wohneinheiten gekauft und hierfür entsprechende Grund-

erwerbsteuer gezahlt. Diese habe ich in den zurückliegenden Jahren mit 2% pro Jahr bei der Einkommensteuererklärung abgesetzt. Nun beabsichtige ich, das Haus wieder zu verkaufen.

Meine Frage: Kann ich den noch nicht abgesetzten Anteil der Grunderwerbsteuer, d.h. den Rest

nach dem Verkauf in der anstehenden Steuererklärung in vollem Umfang geltend machen?

Vorab herzlichen Dank für Ihr Bemühen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 06.03.2020 10:03

Hallo Nordwind,

so, wie wir Sie verstanden haben, lautet Ihre Frage, ob Sie die komplette Grunderwerbsteuer, die in einem 50-jährigen Zeitraum mit jeweils 2 Prozent abgesetzt werden könnte, nach einem Verkauf aus einen Schlag steuerlich absetzen können?

Das geht leider nicht. Sobald Sie die Immobilie verkauft haben, können Sie keinerlei steuerliche Vorteile mehr ziehen. Soweit es um konkrete steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten geht, raten wir dazu, die Sache mit einem Steuerberater zu besprechen, z.B. auch hinsichtlich einer möglichen Spekulationssteuer: hier gilt eine 10-Jahres-Frist. Dies bedarf an dieser Stelle der Erwähnung, da Sie schreiben, dass Sie die Immobilie erst 2015 erworben haben. Mehr Infos zur Spekulationssteuer erfahren Sie hier: ratgeber.immowelt.de/a/spekulationssteuer-dann-wird-der-immobilienverkauf-teuer.html - gerade hier lauern steuerliche Fallen, die es zu vermeiden gilt, so dass das Geld für einen Steuerberater gut angelegt ist.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Matt am 22.02.2020 21:13

Hallo, wir haben eine Wohnung als Kapitalanlage gekauft. Der notarielle Termin zur Kaufvertragsunterzeichnung war im Dezember. Die Rechnungen für den Notar kam im Januar, die Rechnung für die Grunderwerbssteuer sogar erst im Februar. Werden die Rechnungen steuerlich dem alten Jahr (Vertragstermin) oder dem neuen Jahr (Rechnungstermin) zugeordnet? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

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Immowelt-Redaktion am 24.02.2020 12:18

Hallo Matt,

Notarkosten sind bei privater Vermietung oder Verpachtung Werbungkosten, die in dem Jahr, in dem sie anfallen, komplett steuerlich geltend gemacht werden können. Die Grunderwerbsteuer zählt zu den Kaufnebenkosten und muss zusammen mit dem Kaufpreis über den Nutzungszeitraum abgeschrieben werden.

Bei Detailfragen empfehlen wir, einen Steuerberater hinzuzuziehen, da dies oftmals weniger kostet, als schwerwiegende Fehler, die in einer Steuererklärung gemacht werden können.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Jan am 20.11.2019 09:01

Hallo, wir haben ein Grundstück von der Gemeinde gekauft. Für das Grundstück fällt natürlich die Grunderwerbsteuer an. Im Kaufvertrag ist eine Frist von 3 Jahren zur Bebauung des Hauses festgelegt, ist das schon eine Verknüpfung von Verträgen? Wir sind an keinen Baupartner gebunden und Planen den Abschluss eines Vertrages mit einer Baufirma in 6-12 Monaten. Fallen dann für den Neubau ebenfalls die Grunderwerbsteuer an?

Es wurde schon eine ähnliche Frage gestellt, daher bitte ich ich um eine Erklärung was eine Verknüpfung der Verträgen ist und was ein unabhängiger Vertrag ist.

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Immowelt-Redaktion am 20.11.2019 16:21

Hallo Jan,

damit Sie die Grunderwerbsteuer für Grundstück und Haus zahlen müssen, müsste es eine untrennbare Verknüpfung zwischen beidem gibt. Dabei gilt grob gesagt:

- Wenn Sie ein Grundstück von einem Bauträger erwerben mit der Prämisse, dass dieser ein Haus auf dem Grunstück baut, so fällt die Grunderwerbsteuer auf beides (Grundstück und Haus) an.

- Wenn Sie ein Grundstück erwerben und erst später darauf ein Haus bauen lassen, ohne dass es eine solche Verknüpfung gibt, zahlen Sie die Grunderwerbsteuer nur für das Grundstück.

Wenn zum Zeitpunkt des Grundstückserwerbs noch kein Vertrag mit einer Baufirma besteht, dürfte wohl eher letzterer Fall zutreffen. Da wir keine Rechtsberatung leisten dürfen, können wir dies jedoch nicht abschließend einschätzen und würden Ihnen daher raten, sich durch einen Fachanwalt oder einen Eigentümerverband wie Haus und Grund beraten zu lassen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion