Betriebskostenvorauszahlung richtig erhöhen – so geht´s

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Vermieter sollten die vereinbarte Betriebskostenvorauszahlung bei Bedarf anpassen, damit keine große Kluft zwischen Vorschüssen und realen Kosten entsteht. Jedoch erkennt der Gesetzgeber nicht jede Erhöhung der sogenannten zweiten Miete an. Experten verraten, worauf es ankommt, damit die Erhöhung wirksam ist.

Betriebskostenvorauszahlung erhöhen, Betriebskosten, Nebenkosten, Foto: iStock/Dutko
Waren die bisherigen Betriebskostenvorauszahlungen zu niedrig bemessen, sollte der Vermieter die Abschläge erhöhen. Foto: iStock / Dutko

Wer seine Wohnung vermietet, verlangt üblicherweise neben der Kaltmiete auch eine monatliche Betriebskostenvorauszahlung. Diese muss ihrer Höhe nach keine Punktlandung darstellen. Der Vermieter kann im Vorfeld nicht wissen, ob sein Mieter viel heizen wird oder wenig oder wie viel Wasser er verbrauchen wird. Häufig stellen Vermieter bei der jährlichen Abrechnung fest, dass die Vorauszahlungen die tatsächlich entstandenen Kosten nicht abgedeckt haben. Um seinem Mieter hohe Nachzahlungen und sich selbst den damit verbundenen Ärger zu ersparen, sollten Vermieter die Betriebskostenvorauszahlung regelmäßig anpassen.

Betriebskostenvorauszahlung erhöhen Schritt für Schritt

Bei der Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlung ist der Gesetzgeber streng. Damit diese wirksam ist, muss der Vermieter einige Bedingungen erfüllen.

Voraussetzungen für die Erhöhung

Haben sich die Parteien auf eine Betriebskostenvorauszahlung geeinigt, muss der Vermieter einmal im Jahr über die geleisteten Vorschüsse abrechnen. Dazu ist er gemäß § 556 Abs. 3 BGB verpflichtet. Zu viel gezahltes Geld muss er seinem Mieter zurückerstatten, zu weniges kann er von ihm nachfordern.

Gemäß § 560 BGB darf der Vermieter die monatlichen Abschläge bei Bedarf anpassen. Das sollte er auch regelmäßig tun: „Am besten nach jeder Abrechnung“, bestätigt Rechtsanwalt Michael Wolf, Vorsitzender des Vermietervereins Koblenz. Bevor der Vermieter allerdings den Taschenrechner zückt, sollte er prüfen, ob alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Mietvertrag darf keine Klausel enthalten, die eine Anpassung der Betriebskostenvorauszahlungen ausschließt. Eine ausdrückliche Vereinbarung ist nicht notwendig.
  • Eine Betriebskostenabrechnung muss vorangegangen sein.
  • Die Abrechnung muss formell und inhaltlich richtig sein.
Info

Exkurs: Formelle und inhaltliche Wirksamkeit

Eine formell wirksame Abrechnung ist logisch aufgebaut, damit jeder Laie die Rechnungen nachvollziehen kann. Neben einer geordneten Aufstellung der Betriebskosten und Vorauszahlungen muss das Dokument auch Angaben zum Verteilerschlüssel sowie zum jeweiligen Mieteranteil enthalten.

Eine inhaltlich richtige Abrechnung stellt keine Nebenkosten in Rechnung, die nicht im Betriebskostenkatalog aufgeführt sind. 17 Arten von Betriebskosten darf der Vermieter laut Betriebskostenverordnung mit seinem Mieter abrechnen.

Wichtig: Auch wenn er die gesetzliche Abrechnungsfrist versäumt hat, darf der Vermieter die Betriebskostenvorauszahlung erhöhen. Mit diesem Urteil widersprach der oberste Gerichtshof einer weitverbreiteten Meinung (Az. VIII ZR 258/09). Der Vermieter muss die fällige Abrechnung jedoch erstellt haben, bevor er die Erhöhung vornehmen kann, ergänzt Werner Weskamp, Geschäftsführer von Haus und Grund Essen. Denn die Abrechnung dient als Grundlage für eine Anpassung.

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Hier finden Sie einen Mustervorlage für Ihre Betriebskostenabrechnung.

Beachten Sie bitte, dass hinsichtlich der Betriebskostenarten und der Verteilerschlüssel die Vereinbarungen im Mietvertrag einzuhalten sind.

1. Anpassung in Maßen

Der Vermieter darf die monatlichen Abschläge gemäß § 560 Abs. 4 BGB nur in angemessener Höhe anpassen. Es gilt: Der Jahreskostenbetrag geteilt durch zwölf ergibt den neuen monatlichen Vorauszahlungsbetrag.

2. Schriftliche Erklärung

Das Gesetz verlangt die Erhöhung in schriftlicher Form. Eine mündliche Mitteilung ist nicht wirksam. Begründen muss der Vermieter die Erhöhung in seinem Schreiben prinzipiell nicht, da der Mieter die angefallenen Betriebskosten in der Abrechnung nachlesen kann. Dennoch rät Mietrechtsexperte Wolf zu einer kurzen Erklärung. Sie fördere die Akzeptanz beim Mieter.

Erhöhung sofort fällig

Ab wann die erhöhten Vorauszahlungen fällig sind, schreibt das Gesetz nicht vor. Wenn keine genaue Zeit bestimmt ist, gilt nach deutscher Rechtsprechung, dass die Leistung sofort fällig ist (§ 271 Abs. 1 BGB). Der Mieter schuldet die erhöhte Nebenkostenvorauszahlung also bereits mit der nächsten Miete.

Keine Erhöhungspflicht für den Vermieter

Flattert eine hohe Nachzahlung ins Haus, beschweren sich viele Mieter darüber, dass der Vermieter die Nebenkosten nicht oder nicht ausreichend erhöht hat. Dazu ist er aber grundsätzlich nicht verpflichtet (BGH Karlsruhe, Urteil vom 11.02.2004, Az. VIII ZR 195/03).

Rechtliche Folgen drohen dem Vermieter laut Wolf nur, „wenn er seinen Mieter bei der ersten Vorauszahlungsvereinbarung im Mietvertag arglistig und nachweislich getäuscht hat.“ In diesem Fall könne der Mieter fristlos kündigen. Unter besonderen Umständen muss der Vermieter sogar Schadensersatz zahlen. Zum Beispiel, weil er dem Mieter zugesichert hat, dass die Vorauszahlungen ausreichen werden oder er die Betriebskostenvorauszahlung bewusst zu niedrig angesetzt hat, um eine günstige Miete vorzugaukeln.

Neue Nebenkosten nachträglich umlegen

Entstehen umlagefähige Betriebskosten neu, kann der Vermieter die Vorauszahlung angemessen erhöhen – und zwar ab dem Zeitpunkt seiner Kenntnis. Schließt der Vermieter beispielsweise während des Mietverhältnisses eine Gebäudehaftpflichtversicherung ab, so kann er die Versicherungsbeträge auch nachträglich auf den Mieter umlegen. Voraussetzung ist wieder eine entsprechende Formulierung im Mietvertrag, die ihm dieses Recht einräumt. Rechtsexperte Weskamp rät dringend dazu, eine entsprechende Ergänzungsklausel in den Mietvertrag aufzunehmen. Gängige Vordrucke enthalten in der Regel einen entsprechenden Absatz. Wichtig ist, dass der Vermieter seinen Mieter schriftlich auf die neuen Nebenkosten hinweist, sie begründet und die Kosten nennt. Doch Achtung: Hat der Vermieter die Nebenkosten beim Abschluss des Mietvertrags schlicht vergessen, darf er diese nicht als neue Nebenkosten deklarieren und nachträglich abrechnen.

Betriebskostenpauschale als Alternative

Statt einer Vorauszahlung können die Parteien sich auch für eine monatliche Betriebskostenpauschale entscheiden. Hier muss der Vermieter keine aufwändige Abrechnung erstellen, bleibt allerdings auf möglichen Mehrkosten sitzen. Deshalb eignet sich die Pauschale eher für kurzfristige Mietverhältnisse. Auch hier ist es sinnvoll, den vereinbarten Betrag regelmäßig anzupassen.

Franziska Rauch26.01.2016

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19 Kommentare

you am 14.06.2022 17:01

meine Miete wurde zum 01.06.22 um 24 € erhöht, ist ja kein Problem, aber es kam angeblich ein Schreiben am 09.05.22 das man 20€ freiwillig zahlen kann da ja alles so gestiegen ist ... ich habe keinen Brief bekommen !! Und soll jetzt eine Nachzahlung von 31 € begleichen ist das wirksam wenn es eine freiwillige Zahlung ist ?

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Schnecke10.3 am 23.06.2022 21:22

Liegt denn schon eine Abrechnung vor? Sicher ist alles gestiegen,aber es ist freiwillig seine Nebenkosten zu erhöhen.Für was sollst die 31€ zahlen?

Kiwi am 18.05.2022 05:55

Hallo,

mein Vermieter hat nach der Jahresabrechnung die bisherige Zahlung für die Heizkosten von 78€ auf 185€ pro Forma erhöht auf Grund der zu erwartenden eventuellen Erhöhungen der Gaspreise.Ist das in Ordnung?

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Jeannette am 05.06.2022 10:29

Mein Vermieter will die Vorauszahlung um 160€ erhöhen. Bislang zahle ich einen Abschlag von 180€. Verbrauch war 118€ in der Abrechnung 20/21. Die neue Abrechnung liegt noch nicht vor.

Also ich werde Widerspruch einlegen. Eine solche Erhöhung halte ich für unzulässig.

Maria Walker am 31.03.2022 15:37

Mein Vermieter hat 2011im Mietvertrag dies festgelegt: "§ 4.Miete und Heizkosten: 4.1: Die Nettokaltmiete beträgt € xxx zuzgl. monatlich Vorauszahlungen auf die Heiz-, Kalt- und Warm-Wasser (vgl. dazu Punkt 4.2) € 260,00. § 4.2.: Hinsichtlich der Pauschalabgeltung der Kosten für Heizung und Warmwasser verpflichtet sich der Mieter zum sorgsamen Verbrauch. Für den Fall des exzessiven Verbrauchs ist der Vermieter berechtigt, die Zahlung der Differenz zwischen Pauschalbeträgen und Kosten auf der Basis des tatsächlichen Verbrauchs zu verlangen ".

Vom Verwalter wurde mir nie eine Abrechnung dieser Kosten vorgelegt. Nun wurde die Wohnung verkauft und es wird eine Erhöhung der Pauschal wegen höherer Energiekosten verlangt, dazu die weiteren Betriebskosten. Ist es richtig?

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Juliane am 03.02.2022 12:36

Nach Insolvenz des vorigen Anbieters hat unser Vermieter nun einen neuen Gasanbieter. Seine monatlichen Abschläge haben sich dadurch um gut 140% erhöht, also fast das zweieinhalbfache. Dadurch will er nun von uns eine fast doppelt so hohe Nebenkostenvorauszahlung, die wir im Moment aber nicht stemmen können. Welche Möglichkeiten gibt (freiwilliges Entgegenkommen des Vermieters kann ausgeschlossen werden)?

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Hanna am 02.01.2022 13:58

Hallo..

Mein Vermieter hat mir mitgeteilt am 15 .12.2021 das er ab Januar 2022 60 € mehr für Gas haben möchte da es gestiegen ist und er nicht alleine die große Summe alleine tragen möchte . Ist das so korrekt?

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Dr Andreas von Marschall am 08.03.2022 18:45

Nein, das ist nicht korrekt, auch wenn natürlich die Preisentwicklung bei Gas deutliche Sprünge gemacht hat. Zunächst muss eine Abrechnung da sein, dann wird der Nachzahlungsbetrag durch 12 geteilt und kann noch leicht bis 10 % aufgerundet werden. Allerdings sollten Sie überlegen, ob es Ihnen in Anbetracht der Heizsituation nicht mehr gefällt, monatlich etwas mehr zu zahlen und dafür keine noch höhere Nachzahlung in 2023 zu bekommen.

Fuchs am 22.12.2021 13:20

Bei uns erneuert die Kommune die Abwasserkläranlage. Nach dem Umlageverfahren betragen die Kosten für uns ca. 9.500 €. Können die Mieter an diesen Kosten beteiligt werden. Wenn ja, wie?

Wenn nein, können diese Kosten steuerlich geltend gemacht werden?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 22.12.2021 15:14

Hallo Fuchs,

laut § 2 Nr. 3 BetrKV, Kosten der Entwässerung, sind Reparatur- und Instandhaltungskosten für hauseigene Entwässerungsanlagen nicht auf den Mieter umzulegen.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Karin am 22.12.2021 11:22

Hallo nochmal,

ich bin nicht der Vermieter, meine Frage war wie ich als Mieter das meinerseits erledige, wenn ich die Nebenkosten erhöhen möchte.

Danke nochmals.

Viele Grüße,

Karin

auf Kommentar antworten

Juliane am 03.02.2022 13:53

Hallo Karin,

Ich hatte damals die Zahlungen erhöht und den Vermieter informiert. Am Ende des Jahres muss er dann ja die tatsächlich geleisteten Zahlungen von der Endabrechnung abziehen.


immowelt Redaktion am 22.12.2021 15:28

Hallo Karin,

der Bundesgerichtshof (BGH Urteil v. 6.2.2013, VIII ZR 184/12) hat die Korrekturmöglichkeit des Mieters ausdrücklich festgestellt. Allerdings nur im Falle, wenn die Nebenkosten zu hoch sind und der Mieter deswegen weniger zahlen möchte. Uns erschließt sich zwar nicht, warum sie mehr zahlen möchten, am Ende wird ohnehin wieder exakt abgerechnet. Aber wenn der Vermieter sich darauf einlässt, steht dem sicher nichts entgegen.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Karin am 21.12.2021 13:23

Hallo immowelt Redaktion,

wie kann ich als Mieter die monatlichen Nebenkosten meinerseits erhöhen?

Reicht es aus dem Vermieter ein formloses Schreiben mit Erhöhung Nebenkosten auf Betrag X und ab ... zuzuschicken? Ich meine das müsste so in Ordnung sein.

Vielen Dank und viele Grüße

auf Kommentar antworten

Juliane am 03.02.2022 13:56

Keine juristische Antwort, aber aus Erfahrung beschwert sich eigentlich kein Vermieter, wenn man die Zahlungen erhöht. Wie geschrieben, formloses Schreiben und Dauerauftrag ändern. VG


redaktion.immowelt.de am 22.12.2021 09:28

Hallo Karin,

gemäß § 560 BGB darf der Vermieter die monatlichen Abschläge bei Bedarf anpassen. Das sollte er auch regelmäßig tun: Dazu eignet sich am besten der Zeitpunkt der Abrechnung. Sie können die höheren Nebenkosten - beispielsweise durch Kostenanhebung der Müllabfuhr - dann direkt dem Mieter mitteilen.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

monique am 18.12.2021 08:48

darf der vermieter 150euro heizungkosten vorrauzahlung verlangen,,,für ne 64m² wohnung verlangen,,,,,muss da zu sagen,hab erst vor gurzen heizungen bekommen hatte bis dahin kohleofen...finde das viel zu hoch,,,,und ich lebe von amt,,,die werden das nicht bezahlen,,,habt ihr ein rat lg

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 20.12.2021 15:01

Hallo Monique,

wir kennen die Verträge nicht. Tatsächlich müssen Heizkosten zum Ende des Jahres aber exakt abgerechnet werden. Das Amt würde also auch eine Rückzahlung erhalten, wenn zu viel fürs Heizen gezahlt wird. Letztlich richtet sich die Höhe der Heizkosten aber auch nach dem tatsächlichen Verbrauch. Wer also enorm viel heizt, erzeugt enorm hohe Kosten, was sich dann auch in einer entsprechend hohen Vorauszahlung widerspiegeln kann. CO2-Steuer und EEG-Umlage verteuern das zusätzlich. Die neue Heizanlage kann der Vermieter unterdessen aber nicht über die Heizkostenvorauszahlung abrechnen.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Rentner Mario am 12.12.2021 04:39

Gibt es eine eindeutige nachvollziehbare mathematische, kaufmännische Formel wie die Betriebskosten erhöht werden dürfen. Ich muss 9,00 Euro nachzahlen ist ok. Der Vermieter will jetzt 18.00 Euro mehr BK. Steht aber nicht wie er es berechnet hat. Er könnte auch 50,00 Euro mehr verlangen, oder was.

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 15.12.2021 09:56

Hallo Rentner Mario,

der Vermieter darf die Betriebskostenvorauszahlung im angemessenen Maße erhöhen. Eine Formel dafür gibt es leider nicht, auch keine Definition, was angemessen ist. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten können und dürfen. Im Zweifel sollten Sie sich von einem Fachanwalt oder einem Mieterverein beraten lassen.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Bella am 18.10.2021 19:30

Guten Abend.

Mein Vermieter hat mir mündlich mitgeteilt das er aufgrund der steigenden Kosten wider die Miete erhöhen möchte. Letztes jahr hat er nach einer Strangsanierung das Bad auf eigene Kosten neu Saniert. Somit stieg die Miete von 470€ auf 500€ was ja auch ok ist. Was mich aber verwundert ist, das ich seit acht Jahren immer ein Guthaben hatte. Und das nicht wenig. Er aber auch nie mit der Kaltmiete runter gegangen ist. Meine Frage nun. Ost es rechtlich korrekt schon wider eine Mieterhöhung und hätte Er nichtmal die Kaltmiete senken müssen?

auf Kommentar antworten

redaktion.immowelt.de am 19.10.2021 08:36

Hallo Bella,

grundsätzlich gilt eine Mieterhöhung nur schriftlich. Zu Ihrer Frage: Die Miete ergibt sich aus der Kaltmiete und den Nebenkosten. Ihr Vermieter wird nun erneut die Kaltmiete erhöhen. Die darf in Regionen mit angespannten Wohnungsmarkt binnen drei Jahren nicht um 20 beziehungsweise 15 Prozent steigen. Das müssten Sie anhand der tatsächlichen Miete berechnen. Die Nebenkosten werden offensichtlich monatlich erstmal pauschal abgerechnet. Nach 12 Monate wird geschaut, ob Sie noch Guthaben haben oder nachzahlen müssen. In Anbetracht der steigenden Öl/Gas-Preise kann es durchaus sein, dass Sie bei dem selben Heizverhalten weniger Guthaben haben als früher. Vergleichen Sie die Nebenkostenabrechnungen also am Mal nach den Gas oder-Öl-Einkaufspreisen. Vermutlich ergibt sich daraus die Lösung.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Scott am 15.09.2021 09:50

Ich bin letztes Jahr zum 30.04.2020 ausgezogen, habe nach mehrmaliger Anforderung endlich die Abrechnung bekommen. Darauf konnte ich sehen, das sich der Hauswart von 800 Euro auf 1200 Euro erhöht hat und die Hausreinigung von 2100 Euro auf 2300 Euro. Mir wurden die Erhöhungen nicht mitgeteilt. Ist das rechtens? Lohnt sich da ein Widerspruch?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 15.09.2021 16:29

Hallo Scott,

das Gesetz verlangt die Erhöhung in schriftlicher Form. Da dies laut Ihrer Darstellung versäumt wurde, scheint die Erhöhung nicht wirksam zu sein. Wir bitten sie im Zweifel aber juristische Beihilfe anzunehmen oder sich an den Mieterverein zu wenden.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Beste Grüße.

Frank am 27.08.2021 10:10

Hallo,

ich habe vor kurzen meine Betriebskostenabrechnung erhalten und soll 89,03 € nachzahlen. Mein Vermieter hat daraufhin die Vorauszahlung um 18,00 € erhöht. Dagegen habe ich beim Vermieter mein Veto eingelegt. Und zwar, weil der nicht die Gesamt-Jahresvorauszahlung dabei berücksichtigt hat, sondern nur die der Heizkostenvorauszahlung, wo ein Minus von 174,87 € entstand. Von diesem Betrag hat er das Plus aus der Betriebskostenvorauszahlung gegengerechnet und zwar 85,84 €. Das ergab dann die Nachzahlung von 89,03 €. Bei der Neuberechnung hat er dann jedoch nicht meine Gesamt-Jahreskosten lt. Abrechnung durch 12 geteilt plus 5% prognostizierte Kostensteigerung, sondern nur die der Heizkosten. Was natürlich für ihn als Vermieter zu einer deutlich höheren Anpassung führt. Das waren dann quasi keine 5 % sondern versteckte 8%.

Meine Frage lautet nun, darf der Vermieter diese beiden Posten bei der Anpassung trennen? Natürlich sollte er das Ergebnis gerne dort Anpassen wo das Minus auch entstanden ist. Da er jedoch eh gegenrechnet muss er dazu doch die Jahres-Gesamtkosten nehmen oder etwa nicht? Das ergibt dann eine Anpassung (inkl. der 5%) von 14,00 € im Gegensatz zu 18,00 €.

Wer von uns ist hier nun im Recht?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 31.08.2021 09:56

Hallo Frank,

bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine rechtsgültigen Einschätzungen vornehmen können oder dürfen. Wir raten Ihnen, sich an einen Fachanwalt oder Mieterschutzbund zu wenden.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Jazzy am 23.08.2021 20:54

Hallo,

mein Vermiter hat mir seit über 2 Jahren nie eine Betriebskostenabrechnung zukommen lassen und meinte das er seitdem monatlich 100€ aus eigener Tasche mehr bezahlt hat. Er möchte das Geld nicht zurück haben, aber dafür ab nächster Woche 100€ mehr Miete.

Is das rechtens?

LG

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 26.08.2021 11:07

Hallo Jazzy,

nein, Ihr Vermieter muss Ihnen eine Abrechnung zukommen lassen. Die Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung ist eng verknüpft mit der Nebenkostenabrechnung. Sie ist nur möglich, wenn ihr eine Nebenkostenabrechnung vorausgegangen ist. Entgegen dem Wortlaut des § 560 Abs.4 BGB „nach einer Nebenkostenabrechnung“ wird es jedoch als zulässig angesehen, dem Mieter die Erhöhung gleichzeitig mit der Nebenkostenabrechnung mitzuteilen.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Basti am 30.07.2021 09:35

Hallo

meine Frage ist mein Vermieter wusste schon vor 2 jahren das die Nebenkosten erhöt werden müssen und hat dies versäumt mir mitzuteilen letzetes Jahr tat er es dann und verlangt natürlich dann auch den Doppelten Nachzalungsbetrag somit sollte ich an stelle von sonst ca 70 euro diesmal über 350 euro nachzahlen. Ist das rechtens ist er nicht dazu verpflichtet mich daraufhinn zu weisen das sich die Nebenkosten erhöhen darf er es einfach laufen lassen um zu sehen in welcher höhe er es ansentz und lässt einen dann so ins offene Messer laufen.

auf Kommentar antworten

Basti am 02.08.2021 06:24

Hallo und danke für die Info. Das gild auch dann wenn der Vermieter das schon wusste und ander Informiert hat nur mich vergessen hat ?


immowelt Redaktion am 03.08.2021 14:25

Hallo Basti,

das kommt ganz auf Ihren individuellen Fall an. Das können wir Ihnen pauschal leider nicht beantworten. Sie müssten ein Versäumnis des Vermieters nachweisen und dafür benötigen Sie im Zweifel einen Rechtsbeistand.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion


immowelt Redaktion am 30.07.2021 16:31

Hallo Basti,

Der Bundesgerichtshof (Urteil v. 12.12.2012, VIII ZR 264/12, WuM 2013, 108) stellte fest, dass der Vermieter sich die Nachberechnung einzelner Nebenkostenpositionen vorbehalten darf, soweit er ohne Verschulden an der rechtzeitigen Abrechnung gehindert war. Dieser Grundsatz findet sich auch ausdrücklich in § 556 III Satz 3 BGB.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine rechtsgültigen Einschätzungen vornehmen können oder dürfen. Wir raten Ihnen, sich an einen Fachanwalt oder Mieterschutzbund zu wenden.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Tatjana am 08.06.2021 10:39

Liebes Immowelt Team,

es geht um eine Mietwohnung, in der mein Lebensgefährte Mieter ist.

Bisher hat er eine Nebenkostenpauschale von 100€ mtl. gezahlt.

Nun kam ein Schreiben der Hausverwaltung, dass die Kosten für die Gebäudeversicherung, Heizungswartungskosten (keine normalen Heizkosten) und ein teurerer Hausmeister Anlass für eine Steigung der Nebenkostenpauschale um 60€ mtl. sein.

Es geht hierbei um eine Kostensteigerung von mehr als die Hälfte. ( von 100€ auf 160€)

Ferner soll er 723,68 € nachzahlen für genau die genannten Posten,

Ist das legitim?

Es geht ja nicht um Mehrverbrauch seinerseits. Außerdem wurde er über die Änderung der Hausverwaltung und der damit verbundenen gestiegenen Kosten aufgrund derer Entscheidungen erst 1 Jahr später in Kenntnis gesetzt.

Vielen lieben Dank im Voraus ;-)

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 10.06.2021 12:02

Hallo Tatjana,

wenn Ihr Lebensgefährte eine Betriebskostenpauschale zahlt, so ist er nicht verpflichtet, Kosten, die darüber hinaus gehen, nachzuzahlen. Allerdings hat er dann auch keinen Anspruch darauf, zu viel gezahlte Betriebskosten zurückzufordern.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten können und dürfen. Im Zweifel sollten Sie sich an einen Fachanwalt oder einen Mieterschutzverband wenden.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Gabi am 21.05.2021 23:38

Hallo, wir haben ein Reihenhaus vermietet und im Mietvertrag vor Jahren vereinbart 1 x jährlich die Nebenkosten abzurechnen. Wir würden jetzt gerne eine monatliche Nebenkostenvorrauszahlung von den Mietern zur Miete erhalten. Ist diese Umstellung möglich, unsere Mieter haben angedeutet ,dass sie damit nicht einverstanden sind. Können wir das als Vermieter einseitig durchsetzen ?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 28.05.2021 09:47

Hallo Gabi,

Sie können den Mietvertrag nicht einseitig abändern, das ist nur dann möglich, wenn auch die andere Vertragspartei damit einverstanden ist. Es gibt Dinge - wie eine zulässige Mieterhöhung - da kann der Mieter sein Einverständnis nicht verweigern. Aber die Umstellung auf eine Betriebskostenvorauszahlung können Sie nicht einseitig bestimmen. Sie können versuchen Ihre Mieter davon zu überzeugen, indem Sie ihnen die Vorteile aufzeigen.

Bitte haben Sie zudem Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten können und dürfen. Im Zweifel sollten Sie sich an einen Fachanwalt oder einen Eigentümerverband wenden.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

thunderkakar am 02.05.2021 13:08

Hallo ich war im november 2020 in eine wohnung umgezogen, der vermieter hat die wohnung in diesem jahr verkauft und der neue vermieter hat direkt einen brief geschickt, in dem die betriebskosten um 50 euro erhöht wurden, wo wir, wie wir im vertrag vereinbart hatten, 150 euro im vertrag vereinbart hatten, bis jetzt noch nicht erhalten haben jede Jahresrechnung des ehemaligen Vermieters. Kann unser neuer Vermieter die betriebskosten erhöhen, wenn keine jährliche Abrechnung erfolgt?

auf Kommentar antworten

immowelt Redaktion am 07.05.2021 09:33

hallo thunderkakar,

die Betriebskostenvorauszahlung kann nur nach dem Erhalt einer Betriebskostenabrechnung erhöht werden, da diese als Grundlage für die Erhöhung dient. Bitte haben Sie aber Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung leisten können und dürfen. Im Zweifel sollten Sie einen Fachanwalt oder einen Mieterverein konsultieren.

Beste Grüße

die immowelt Redaktion

Kreuzau 8.12.2019 am 06.12.2019 15:56

Wir haben 2019 freiwillig die nebenkostenvorauszahlung erhöht, die Abrechnung ergab,dass wir einiges zurückbekommen müssen und die Vorrauszahlung eigentlich überflüssig war. Muss der Vermieter das Geld zurückzahlen?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 06.12.2019 16:08

Hallo Kreuzau,

auch wenn die Anpassung freiwillig war, so muss der Vermieter Ihnen zu viel gezahlte Vorauszahlungen bei der Betriebskostenabrechnung zurückzahlen, da er ja nur das abrechnen darf, was tatsächlich anfiel.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion