Betriebskostenvorauszahlung richtig erhöhen – so geht´s

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Vermieter sollten die vereinbarte Betriebskostenvorauszahlung bei Bedarf anpassen, damit keine große Kluft zwischen Vorschüssen und realen Kosten entsteht. Jedoch erkennt der Gesetzgeber nicht jede Erhöhung der sogenannten zweiten Miete an. Experten verraten, worauf es ankommt, damit die Erhöhung wirksam ist.

Betriebskostenvorauszahlung erhöhen, Betriebskosten, Nebenkosten, Foto: iStock/Dutko
Waren die bisherigen Betriebskostenvorauszahlungen zu niedrig bemessen, sollte der Vermieter die Abschläge erhöhen. Foto: iStock / Dutko

Wer seine Wohnung vermietet, verlangt üblicherweise neben der Kaltmiete auch eine monatliche Betriebskostenvorauszahlung. Diese muss ihrer Höhe nach keine Punktlandung darstellen. Der Vermieter kann im Vorfeld nicht wissen, ob sein Mieter viel heizen wird oder wenig oder wie viel Wasser er verbrauchen wird. Häufig stellen Vermieter bei der jährlichen Abrechnung fest, dass die Vorauszahlungen die tatsächlich entstandenen Kosten nicht abgedeckt haben. Um seinem Mieter hohe Nachzahlungen und sich selbst den damit verbundenen Ärger zu ersparen, sollten Vermieter die Betriebskostenvorauszahlung regelmäßig anpassen.

Betriebskostenvorauszahlung erhöhen Schritt für Schritt

Bei der Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlung ist der Gesetzgeber streng. Damit diese wirksam ist, muss der Vermieter einige Bedingungen erfüllen.

Voraussetzungen für die Erhöhung

Haben sich die Parteien auf eine Betriebskostenvorauszahlung geeinigt, muss der Vermieter einmal im Jahr über die geleisteten Vorschüsse abrechnen. Dazu ist er gemäß § 556 Abs. 3 BGB verpflichtet. Zu viel gezahltes Geld muss er seinem Mieter zurückerstatten, zu weniges kann er von ihm nachfordern.

Gemäß § 560 BGB darf der Vermieter die monatlichen Abschläge bei Bedarf anpassen. Das sollte er auch regelmäßig tun: „Am besten nach jeder Abrechnung“, bestätigt Rechtsanwalt Michael Wolf, Vorsitzender des Vermietervereins Koblenz. Bevor der Vermieter allerdings den Taschenrechner zückt, sollte er prüfen, ob alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Mietvertrag darf keine Klausel enthalten, die eine Anpassung der Betriebskostenvorauszahlungen ausschließt. Eine ausdrückliche Vereinbarung ist nicht notwendig.
  • Eine Betriebskostenabrechnung muss vorangegangen sein.
  • Die Abrechnung muss formell und inhaltlich richtig sein.
Info

Exkurs: Formelle und inhaltliche Wirksamkeit

Eine formell wirksame Abrechnung ist logisch aufgebaut, damit jeder Laie die Rechnungen nachvollziehen kann. Neben einer geordneten Aufstellung der Betriebskosten und Vorauszahlungen muss das Dokument auch Angaben zum Verteilerschlüssel sowie zum jeweiligen Mieteranteil enthalten.

Eine inhaltlich richtige Abrechnung stellt keine Nebenkosten in Rechnung, die nicht im Betriebskostenkatalog aufgeführt sind. 17 Arten von Betriebskosten darf der Vermieter laut Betriebskostenverordnung mit seinem Mieter abrechnen.

Wichtig: Auch wenn er die gesetzliche Abrechnungsfrist versäumt hat, darf der Vermieter die Betriebskostenvorauszahlung erhöhen. Mit diesem Urteil widersprach der oberste Gerichtshof einer weitverbreiteten Meinung (Az. VIII ZR 258/09). Der Vermieter muss die fällige Abrechnung jedoch erstellt haben, bevor er die Erhöhung vornehmen kann, ergänzt Werner Weskamp, Geschäftsführer von Haus und Grund Essen. Denn die Abrechnung dient als Grundlage für eine Anpassung.

1. Anpassung in Maßen

Der Vermieter darf die monatlichen Abschläge gemäß § 560 Abs. 4 BGB nur in angemessener Höhe anpassen. Es gilt: Der Jahreskostenbetrag geteilt durch zwölf ergibt den neuen monatlichen Vorauszahlungsbetrag.

2. Schriftliche Erklärung

Das Gesetz verlangt die Erhöhung in schriftlicher Form. Eine mündliche Mitteilung ist nicht wirksam. Begründen muss der Vermieter die Erhöhung in seinem Schreiben prinzipiell nicht, da der Mieter die angefallenen Betriebskosten in der Abrechnung nachlesen kann. Dennoch rät Mietrechtsexperte Wolf zu einer kurzen Erklärung. Sie fördere die Akzeptanz beim Mieter.

Erhöhung sofort fällig

Ab wann die erhöhten Vorauszahlungen fällig sind, schreibt das Gesetz nicht vor. Wenn keine genaue Zeit bestimmt ist, gilt nach deutscher Rechtsprechung, dass die Leistung sofort fällig ist (§ 271 Abs. 1 BGB). Der Mieter schuldet die erhöhte Nebenkostenvorauszahlung also bereits mit der nächsten Miete.

Keine Erhöhungspflicht für den Vermieter

Flattert eine hohe Nachzahlung ins Haus, beschweren sich viele Mieter darüber, dass der Vermieter die Nebenkosten nicht oder nicht ausreichend erhöht hat. Dazu ist er aber grundsätzlich nicht verpflichtet (BGH Karlsruhe, Urteil vom 11.02.2004, Az. VIII ZR 195/03).

Rechtliche Folgen drohen dem Vermieter laut Wolf nur, „wenn er seinen Mieter bei der ersten Vorauszahlungsvereinbarung im Mietvertag arglistig und nachweislich getäuscht hat.“ In diesem Fall könne der Mieter fristlos kündigen. Unter besonderen Umständen muss der Vermieter sogar Schadensersatz zahlen. Zum Beispiel, weil er dem Mieter zugesichert hat, dass die Vorauszahlungen ausreichen werden oder er die Betriebskostenvorauszahlung bewusst zu niedrig angesetzt hat, um eine günstige Miete vorzugaukeln.

Neue Nebenkosten nachträglich umlegen

Entstehen umlagefähige Betriebskosten neu, kann der Vermieter die Vorauszahlung angemessen erhöhen – und zwar ab dem Zeitpunkt seiner Kenntnis. Schließt der Vermieter beispielsweise während des Mietverhältnisses eine Gebäudehaftpflichtversicherung ab, so kann er die Versicherungsbeträge auch nachträglich auf den Mieter umlegen. Voraussetzung ist wieder eine entsprechende Formulierung im Mietvertrag, die ihm dieses Recht einräumt. Rechtsexperte Weskamp rät dringend dazu, eine entsprechende Ergänzungsklausel in den Mietvertrag aufzunehmen. Gängige Vordrucke enthalten in der Regel einen entsprechenden Absatz. Wichtig ist, dass der Vermieter seinen Mieter schriftlich auf die neuen Nebenkosten hinweist, sie begründet und die Kosten nennt. Doch Achtung: Hat der Vermieter die Nebenkosten beim Abschluss des Mietvertrags schlicht vergessen, darf er diese nicht als neue Nebenkosten deklarieren und nachträglich abrechnen.

Betriebskostenpauschale als Alternative

Statt einer Vorauszahlung können die Parteien sich auch für eine monatliche Betriebskostenpauschale entscheiden. Hier muss der Vermieter keine aufwändige Abrechnung erstellen, bleibt allerdings auf möglichen Mehrkosten sitzen. Deshalb eignet sich die Pauschale eher für kurzfristige Mietverhältnisse. Auch hier ist es sinnvoll, den vereinbarten Betrag regelmäßig anzupassen.


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Nebenkosten & BetriebskostenMiethöhe & MieterhöhungTipps für Vermieter

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17 Kommentare

RosyBella am 16.01.2019 00:47

Hallo. Darf der Vermieter die Nebenkosten erhöhen wegen einer Renovierung des Bade Zimmer?

Wir haben den Vertrag Anfang November unterschreiben und da dass Badezimmer älter war, einige Vorschläge für renovieren mit geringe Kosten und wor wollten die Kosten für den Mahler zahlen. Der Vermieter war einverstanden und hat aber dann alles alleine gemacht, und nie von etwa Preis von der Leistung gesprochen. Ende November schickt er uns per Whatsapp einen Zettel mit handgeschriebenen Kosten (nichts offizielles von einem Handwerker) und verlangt 2400 Euros. Diese Summe können wir nicht zahlen. Er hat teure Materialien gewählt. Jetzt ab Januar hat er einfach die Nebenkosten erhöhert. Darf er dass ? Bin ich verbunden nur weil ich per Whatsapp geschrieben habe dass wir die Kosten für den Mahler nehmen? An keinem Moment hat der Vermieter uns gesagt vor der Renovierung wie viel es kostet, und meine Renovierung Vorschläge waren günstiger.

Was soll ich machen?

Danke für die Antwort

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Immowelt-Redaktion am 16.01.2019 10:56

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

den Abschlag für die Nebenkosten kann ein Vermieter nur auf Basis einer Nebenkostenabrechnung erhöhen. Diese muss er dem Mieter einmal im Jahr zukommen lassen und zwar spätestens zwölf Monate nach dem Ende des Abrechnungszeitraums. Die Kosten für eine Renovierung muss der Mieter nur dann tragen, wenn dies vorab so mit dem Vermieter abgesprochen wurde. Ansonsten trägt der Vermieter die Kosten selbst. In Ihrer Situation dürfte sich vor allem die Beweisfrage stellen, also die Frage danach, was nun konkret mit dem Vermieter abgesprochen war und was nicht. Bedenken Sie aber bitte, dass wir hierzu keine Rechtsberatung leisten dürfen. Wir würden Ihnen daher das Gespräch mit einem Mieterverein oder einem Fachanwalt empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

sven0364 am 02.01.2019 18:54

Hallo, wir haben seit 2015 einen neuen Eigentümer und damit ständige Erhöhungen der Nebenkosten.Bei Übernahme waren es 70,40€, Jahr darauf 125,-€ und jetzt kam die letzte mit 245,-€, geschickt am 31.12. gegen 18.00 Uhr wo kaum noch Widerruf möglich war, sehr raffiniert. die Miete hat sich somit von 2017 mit 384€, 2018 auf 439€ und ab 2019 auf 559€ erhöht, Wahnsinn finde ich da es eine Erhöhung der Miete innerhalb von 2 Jahren um 45% ist. Darf der Vermieter so etwas machen? Habe natürlich Widerruf eingelegt und gehe mit Anwältin dagegen vor. 2016 hat er zum Beispiel eine Frau im Haus Treppe und Hausmeistertätigkeiten durchführen lassen, gab ihr 300,-€ monatlich, machte aber im Jahr 13550€ als Betrag geltend. Sowas nenne ich Betrug oder sehe ich das falsch? Danke für die Antwort.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 03.01.2019 11:57

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,
Sie haben nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung zwölf Monate Zeit, dieser zu widersprechen (§ 556, Abs.3, Satz 4 BGB). Wenn Sie also die Abrechnung am 31. Dezember 2018 erhalten, können sie ihr bis zum 31. Dezember 2019 widersprechen.

Wenn Sie vermuten, die Nebenkosten sind zu hoch, können Sie bei Ihrem Vermieter eine Einsicht in die Belege einfordern. Außerdem gilt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit – der Vermieter muss bei Maßnahmen und Entscheidungen, die die Nebenkosten des Mieters beeinflussen, ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis berücksichtigen (§ 556, Abs. 3 BGB).

Wie Sie die Nebenkostenabrechnung generell überprüfen können, können Sie in unserem Ratgeber nachlesen:

https://ratgeber.immowelt.de/a/nebenkostenabrechnung-pruefen-tipps-fuer-mieter.html

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

EK am 12.12.2018 18:13

Guten Abend,

unter "Erhöhung sofort fällig" schreiben Sie mit Bezug auf § 271 Abs. 1 BGB, dass erhöhte Vorauszahlungen sofort fällig sind.

Ich verstehe jedoch § 560 BGB (2) Veränderungen von Betriebskosten anders.

Zitat: Der Mieter schuldet den auf ihn entfallenden Teil der Umlage mit >>>Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats<<<. Soweit die Erklärung darauf beruht, dass sich die Betriebskosten rückwirkend erhöht haben, wirkt sie auf den Zeitpunkt der Erhöhung der Betriebskosten, höchstens jedoch auf den Beginn des der Erklärung vorausgehenden Kalenderjahres zurück, sofern der Vermieter die Erklärung innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis von der Erhöhung abgibt.

Mein Vermieter hat, aus meiner Sicht, überhaupt keine Erklärung abgegeben. Lediglich Tabelle mit Kosten, Vorauszahlungen und Ergebnis vertikal und VZ Betriebskosten, VZ Heizkosten und Summe horizontal.

Mit freundlichen Grüßen

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Immowelt-Redaktion am 13.12.2018 08:52

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

der von Ihnen genannte § 560, Absatz 2 BGB bezieht sich auf die Erhöhung einer Betriebskostenpauschale. Eine solche Erhöhung wird in der Tat zum Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats fällig. In unserem Artikel geht es aber um die Erhöhung einer Betriebskostenvorauszahlung, in deren Zusammenhang also eine Betriebskostenabrechnung erfolgt. Dies wiederum ist in § 560, Absatz 4 geregelt, wobei keine Angabe zur Fälligkeit gemacht wird. Aus diesem Grund wiederum gilt § 271 Abs. 1 BGB: Der Mieter schuldet die erhöhte Nebenkostenvorauszahlung also bereits mit der nächsten Miete.

Bitte beachten Sie jedoch abschließend, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Sollten Sie Zweifel an der Richtigkeit Ihrer Betriebskostenabrechnung haben, würden wir Ihnen empfehlen, diese von einem Mieterverein oder einem Fachanwalt prüfen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Smnich am 29.11.2018 21:24

Nachzahlung der Nebenkosten für das Jahr 2017 in Höhe von 84 Euro. Gleichzeitig teilt mir die Verwaltung mit, dass sich die Nebenkosten ab 2019 um 67 Euro pro Monat erhöhen. Ich bin der Meinung, dass es zuviel ist. Somit zahle ich 3,57 Euro pro qm an Nebenkosten! M. E. weit übern durchschnitt, oder liege ich da falsch?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 30.11.2018 08:52

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

der Deutsche Mieterbund hat zuletzt für das Abrechnungsjahr 2015 einen Betriebskostenspiegel ermittelt. Demnach liegen die Betriebskosten pro Quadratmeter deutschlandweit im Schnitt bei 2,17 Euro. Im Einzelfall können sie aber natürlich dennoch aus verschiedenen Gründen höher ausfallen. Wir würden Ihnen raten, sich von Ihrem Vermieter die Erhöhung erklären zu lassen. Als Mieter haben Sie zudem ein Recht darauf,die Belege einzusehen, die als Grundlage für Ihre Abrechnung dienen. Sollte auch das keine Klarheit bringen, können Sie die Abrechnung und die Erhöhung immer noch rechtlich prüfen lassen, beispielsweise bei einem Mieterverein oder direkt bei einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Thomas am 27.11.2018 18:33

Liebes Immowelt-Team, der Beitrag war sehr gut und ich hätte dazu auch eine Frage. Ich wohne mit meiner Frau seit 36 Jahren im selben Haus, die einen Privatvermieter hat. Ich zahle seit vielen Jahren immer dieselbe Miete. Darin enthalten sind die Betriebskosten sowie Heizkosten. Jetzt kam mit der Heizkostenabrechnung eine Betriebskostenabrechnung dazu und die hat mich fast umgehauen. Für das Jahr 2017 müssen wir genau 537,40 nachzahlen. Davor hatten wir keine Betriebskostenerhöhung gehabt und nun will er diese Summe von uns. Mieterhöhung gab es auch lange nicht und somit wollen wir nur wissen wie wir uns verhalten sollen. Vielen Dank schon einmal im voraus für eure freundlichen Bemühungen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.11.2018 10:42

Hallo Thomas,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Natürlich stellt sich bei einer solchen Summe die Frage, woher die plötzlichen Mehrkosten kommen. Als Mieter haben Sie deshalb das Recht, bei Ihrem Vermieter die Belege einzusehen, die als Grundlage der Nebenkostenabrechnung dienen. Möglicherweise kann schon das zur Klärung beitragen. Sollten Sie danach noch Zweifel an der Richtigkeit der Abrechnung haben, können Sie diese rechtlich prüfen lassen, beispielsweise von einem Mieterverein. Eine fehlerhafte Abrechnung müsste der Vermieter dann korrigieren.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Gritt am 11.11.2018 11:54

Liebes Immowelt-Team,

vielen Dank für den guten Beitrag. Ich hätte dazu noch eine Frage.

Wir vermieten drei Wohnungen und wohnen auch selbst mit im Haus. Unsere Gebäudeversicherung umfasst momentan nur die gesetzlich verpflichtende Feuerversicherung, was ich nun schleunigst ändern möchte, um unser Haus auch gegen Sturm, Hagel usw. versichert zu wissen.

Dadurch wird sich der Anteil der Betriebskosten der Mieter auf jeden Fall erhöhen. Muss ich für eine Erhöhung der Vorauszahlung die nächste BK-Abrechnung abwarten, aus der die Mehrkosten dann ja hervor gehen? Oder kann ich bereits jetzt die Vorauszahlung der Betriebskosten erhöhen, um den Mietern damit eine hohe Nachzahlung zu ersparen?

Und wenn ja, muss dies schriftlich erfolgen, damit ich auf der sicheren Seite bin?

Haben Sie vielen Dank für Ihre Auskunft.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.11.2018 11:02

Hallo Gritt,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Laut § 556, Absatz 3 BGB ist über die Vorauszahlungen für Betriebskosten jährlich abzurechnen. Laut § 560, Absatz 4 BGB sind Anpassungen bei den Vorauszahlungen wiederum nach der Abrechnung vorzunehmen. Insofern müssen Sie wohl tatsächlich auf die neue Abrechnung warten. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Zweifel empfehlen wir daher immer das Gespräch mit einem Eigentümerverein wie Haus & Grund oder einem Fachanwalt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Sandra am 20.10.2018 15:59

Guten Tag,

wir haben bisher die Treppenhausreinigung selbst übernommen. Nun wurde seit einigen Monaten eine Reinigungskraft eingestellt, ohne vorherige Absprache mit den Mietern. Eine schriftliche Ankündigung hierzu gab es ebenfalls nicht. Auf Nachfrage, wie teuer die Reinigungskraft pro Partei pro Monat ist, konnten nur die ungefähren Kosten angegeben werden. Pro Monat pro Partei sollen 35 Euro mehr bezahlt werden, die Reinigungskraft kommt einmal monatlich. Nun ist unsere Frage, ob ich ohne schriftliche Ankündigung verpflichtet bin, diesen Betrag zu zahlen? Bisher wurde uns noch nichts berechnet und den Mietbetrag eigenmächtig monatlich um den oben genannten Betrag zu erhöhen wurde und zunächst untersagt, das müssen erst geklärt werden. Ich habe nun Sorge, dass das alles auf die nächste NK Abrechnung fällt und wir dann eine hohe Summe nachzahlen müssen.. Abgesehen davon finde ich die Kosten viel zu hoch und frage mich, wie bereits beschrieben, ob ich überhaupt verpflichtet bin das zu bezahlen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 22.10.2018 10:30

Hallo Sandra und vielen Dank für Ihren Kommentar,

zumindest dann, wenn im Mietvertrag vereinbart wurde, dass der Mieter die Treppenhausreinigung durchführen muss, müsste der Vermieter die Reinigung durch ein Unternehmen mit den Mietern absprechen. Ein Urteil des Amtsgerichts Magdeburg besagt zudem, dass Mieter die Reinigung durch ein Unternehmen nicht bezahlen müssen, wenn sie laut Mietvertrag selbst für die Reinigung zuständig wären und wenn der Mieter eigenmächtig auf die Reinigung durch ein Unternehmen umstellt (Az.: 12 C 66/02). Bitte beachten Sie jedoch abschließend, dass wir Einzelfälle aus der Ferne nicht abschließend beurteilen können und dürfen. Im Streitfall empfehlen wir Ihnen das Gespräch mit einem Fachanwalt oder einem Mieterverein.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Benedita am 08.10.2018 12:26

Guten Tag,

was mache ich, wenn bei einem Eigentümerwechsel, die alte HV bei der Abrechnung mit Guthaben keinen neuen Abschlagsbetrag ausgewiesen hat. Zahle ich dann im neuen Jahr gar nichts mehr und moniere die Abrechnung erst innerhalb der Jahresfrist, wenn der neue HV reagiert?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 08.10.2018 12:32

Hallo Benedita und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wenn kein neuer Abschlagsbetrag ausgewiesen wird, müssen Mieter den bisherigen Abschlag weiterhin zahlen, völlig unabhängig davon, ob die Hausverwaltung wechselt oder nicht. Wenn der Mieter im Zuge der Nebenkostenabrechnung viel Geld zurückbekommen hat, kann er natürlich aber von der Hausverwaltung einen niedrigeren Abschlag verlangen. Keinesfalls sollten Sie aber die Zahlungen einfach einstellen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Waldi am 07.06.2018 14:59

Bei unserer NK-Abrechnung sind u.a. aufgeführt: Instandhaltung Wohnungen, Kontogebühren,

sonstiger Objektaufwand, Verwaltergebühr Wohnungen.

Darf die Hausverwaltung das?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 07.06.2018 15:20

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

bei den von Ihnen genannten Posten handelt es sich nicht um umlegbare Nebenkosten, wobei wir nicht einschätzen können, was sich hinter "sonstiger Objektaufwand" verbergen könnte. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir Ihre Abrechnung aus der Ferne nur schwer beurteilen können. Wir würden Ihnen daher empfehlen, die Abrechnung einem Mieterverein vorzulegen. Dort erfahren Sie auch, wie Sie gegebenenfalls am besten dagegen vorgehen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

schnuffelmaus1972 am 16.10.2017 11:02

Wir haben mit der Betriebskostenabrechnung gleich eine Erhöhung erhalten. ein paar Tage später kam eine Kaltmiet Erhöhung . Darf mein Vermieter beides gleichzeitig erhöhen?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 16.10.2017 15:53

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

ja, eine solche Erhöhung ist prinzipiell möglich. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Diese erhalten Sie von einem Fachanwalt oder einem Mieterverein.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Harry am 27.07.2017 17:24

Wir haben einen neuen Hausbesitzer. Die letzte Betriebskostenabrechnung ergab für uns 9,98 Euro Nachzahlung.

Nun meint der Vermieter, nächstes Jahr wird alles teurer.

Deshalb erhöht er die Betriebskostenvorauszahlung von 60 auf 110 Euro im Monat. Es soll sogar mehr regnen.

Das sind kalte Kosten. Alles andere, Steuer, Versicherung, Wasser wird auch um ca. 50% teurer.

Was tun?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.07.2017 09:23

Hallo Harry und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wir würden Ihnen empfehlen, Ihre Betriebskostenabrechnung rechtlich prüfen zu lassen. So etwas bieten viele Mietervereine relativ günstig an.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

usiebach am 27.07.2017 17:23

Mein Sohn hat sich von seiner Freundin getrennt,jetzt wohnt er vorrübergehend bei mir.Ich bezahle mtl. 610 Euro Miete davon 160 Euro Nebenkosten.Jetzt will mein Vermieter zu den 160 Euro nochmal 100 Euro mtl. an Nebenkosten haben.Darf er das??????

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.07.2017 09:18

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

ob der genaue Betrag der Erhöhung gerechtfertigt ist, können wir aus der Ferne leider nicht beurteilen. Generell kann ein Vermieter die Betriebskosten aber auch nach Personenzahl auf die Mieter umlegen. Das bedeutet, dass sich die Betriebskosten erhöhen können, wenn sich auch die Zahl der Bewohner einer Mieteinheit erhöht.

Bitte beachten Sie abschließend noch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Diese erhalten Sie von einem Fachanwalt oder einem Mieterverein.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Eule am 10.05.2017 20:05

Wir haben einen neuen Vermieter. Bei der Jahresabrechnung von 2016 haben wir bei den Nebenkosten ein Plus gehabt. Daraufhin hat der Vermieter unsere Nebenkostenvorauszahlung für 2017 so niedrig angesetzt, dass wir jetzt schon wissen das die Vorauszahlung nicht ausreicht. (um 2\3 reduziert). Wir haben unseren Vermieter darauf aufmerksam gemacht, aber er weigert sich das zu ändern. Wie können wir ihm das plausibel machen, das wir am Jahresende nicht so viel nachzahlen wollen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.05.2017 16:25

Liebe Eule,

herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Der Vermieter kann zur Ermittlung einer angemessenen Vorauszahlungshöhe alte Vorjahresabrechnungen als Anhaltspunkt heranziehen. Ist die Nebenkostenvorauszahlung zu niedrig oder zu hoch angesetzt, können sowohl Vermieter als auch Mieter gemäß § 560 Abs. 4 BGB die Anpassung der Nebenkosten auf eine angemessene Höhe durch einseitige Erklärung vornehmen können. Dies sollte in schriftlicher Form geschehen.

Mit besten Grüßen

Ihre Immowelt-Redaktion

R.Lehmann am 21.04.2017 22:52

Hallo Immowelt Team.

Mein neuer Mieter hat nach Einzug in meine Wohnung 4 Monate gebraucht um seinen Stromvertrag mit dem Lieferanten zu unterzeichnen. Letztlich habe ich die Rechnungen bekommen und gezahlt. Wie lege ich diese einmaligen kosten am besten um, ohne daß das Sozialamt (von denen bekomme ich die Miete) sich quer stellt ?

Vielen Dank,

Gruß R. Lehmann

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 24.04.2017 09:53

Sehr geehrter Herr Lehmann,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Für einen solchen Fall gibt es keine speziellen gesetzlichen Regelungen. Am praktikabelsten wäre es wahrscheinlich, dem Mieter (oder dem Amt) die Rechnungen einfach direkt weiterzuleiten und die Situation noch einmal zu erklären. Ob dies dann zu Problemen mit dem Sozialamt führen könnte, können wir leider aus der Ferne nicht beurteilen. Dies ist sicherlich auch von der Kulanz der Beamten abhängig.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Omid am 27.02.2017 11:35

Hallo,

Darf der Vermieter die Nebenkosten um 19 € erhöhen obwohl ich für das letztes Jahr (Betriebs- und Heizkostenabrechnung 2015 ) eine Nebenkostenguthaben erhalten habe ?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 27.02.2017 12:01

Hallo Omid,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Es ist theoretisch möglich, dass die regelmäßigen Abschläge für Nebenkosten steigen, obwohl der Vermieter für den vergangenen Abrechnungszeitraum eine Gutschrift bekommen hat. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn bestimmte Gebühren wie beispielsweise jene für Abwasser oder Müllabfuhr steigen. Der Vermieter sollte allerdings im Einzelfall begründen können, weshalb der monatliche Nebenkostenanteil steigt.

Bitte beachten Sie noch, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Im Zweifel empfehlen wir daher die Beratung durch einen Fachanwalt oder einen Mieterverein.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

EBAM am 02.02.2017 19:53

Sehr geehrte Redaktion,

eine sehr gute Seite.

Danke.

Gruß

Edgar Becker / bin Vermieter

auf Kommentar antworten

chris am 09.10.2016 06:52

hallo, ist eine nebenkostenabrechnung überhaupt erlaubt, wenn nur nebenkosten im mietvertrag vereinbart wurden...

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 10.10.2016 11:11

Hallo Chris,

das hängt von der genauen Formulierung ab. Bestimmte zu allgemeine Formulierungen haben die Gerichte in der Vergangenheit schon für unwirksam erklärt. Allerdings können wir Ihren Fall aus der Ferne nur schlecht beurteilen. Zudem dürfen wir keine Rechtsberatung leisten. Wir raten Ihnen daher dazu, ihren Mietvertrag einem Mieterverein oder einem Fachanwalt vorzulegen. Dieser kann dann auch überprüfen, ob die Betriebskostenabrechnung rechtmäßig ist.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion