Zugewinnausgleich: Was passiert nach der Scheidung mit der Immobilie?

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Wenn aus dem Liebesnest ein Zankapfel wird: Trennt sich ein Ehepaar, trifft sei eine Frage oft unvorbereitet: Was wird nach der Scheidung aus der gemeinsamen Immobilie? Da die meisten deutschen Ehen rechtlich als Zugewinngemeinschaften gelten, wird die Frage nach der Vermögensaufteilung über den sogenannten Zugewinnausgleich geregelt. So wird die Immobilie nach der Scheidung aufgeteilt.

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Nicht jedes Ehepaar bleibt glücklich. Die Folge ist meist die Scheidung. Wenn dann Kinder oder Immobilien mit im Spiel sind, wird die Trennung unweigerlich komplizierter. Foto: iStock/mofles

Scheidungen sind immer schwierig, wenn aber Kinder oder gemeinsames Eigentum dazu kommen, wird es noch komplizierter. Gesetzlich ist festgelegt, dass in einem Scheidungsverfahren alle Folgen für die Zeit nach der Ehe zu klären sind. Besitzt das Noch-Ehepaar eine Immobilie, so hat diese einen erheblichen Einfluss auf Unterhalt und den sogenannten Zugewinnausgleich. Paare, die sich trennen wollen, sollten daher die Besonderheiten einer Scheidung mit Wohneigentum kennen.

Ehen ohne Ehevertrag sind Zugewinngemeinschaften

In der Regel werden in Deutschland die Ehen aus Liebe geschlossen. Ein Ehevertrag ist da meist verpönt. Zu unromantisch. Und wer macht sich schon gern Gedanken darüber, dass das Liebesglück auch mal vorbei sein könnte. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Ehepartner ohne Ehevertrag in einer sogenannten Zugewinngemeinschaft leben. Dazu heißt es im § 1373 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB): „Zugewinn ist der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt“. Das bedeutet, dass die Vermögen der einzelnen Eheleute auch während der Ehe getrennt bleiben. Kommt es dann doch einmal zur Scheidung, so findet ein Ausgleich des Zugewinns statt.  Das heißt, die während der Ehe erworbenen Vermögensgüter werden zwischen den Ehepartnern finanziell ausgeglichen.

Achtung

Der Zugewinnausgleich muss nicht bis zur Scheidung vollständig geklärt sein. Jedoch sollten die Trennenden bedenken, dass der Anspruch auf den Zugewinnausgleich drei Jahre nach der rechtskräftigen Scheidung verjährt.

Gegenübergestellt werden dabei das jeweilige Anfangsvermögen bei Eheeintritt und das Endvermögen bei Beendigung der Zugewinngemeinschaft. „Für die Berechnung des Endvermögens ist der Tag des Zugangs des Scheidungsantrages an den anderen Ehegatten das entscheidende Datum“, erklärt Michaela Leder, Familienrechtsanwältin aus Nürnberg. Dieser Tag beendet die Ehe. Die Differenz beider Beträge ist der sogenannte Zugewinn, der anschließend zwischen beiden Partnern ausgeglichen werden muss. Nicht mit in den Zugewinnausgleich zählen:

  • Gegenstände, die gesondert im Zuge der Hausratsteilung betrachtet werden. Dazu zählen neben Möbeln, Elektrogeräten oder Geschirr auch Haustiere.
  • Rentenanwartschaften, die in den Versorgungsausgleich hineinfallen.
  • wiederkehrende Leistungen, wie Einkommen aus beruflicher Tätigkeit.

Das Anfangsvermögen ist der Vermögensstand nach Abzug möglicher Schulden eines Partners zum Ehebeginn (§ 1374 Absatz 1 BGB). Dazu zählt auch sogenannter privilegierter Erwerb, wie Erbschaften oder Schenkungen – auch wenn ein Partner diese während der Ehe erhält. Ohne einen Beweis über das Anfangsvermögen ist dieses mit Null anzusetzen. Damit würde das Endvermögen komplett als Zugewinn gelten. Für den Nachweis des Anfangvermögens kann es ratsam sein, eine detaillierte Liste davon anzulegen. Doch auch andere Schriftstücke oder Zeugenbeweise können als Nachweis dienen. Dadurch können enorme Nachteile für beide Parteien entstehen. Außerdem muss beim Anfangsvermögen der inflationsbedingte Wertverlust einbezogen werden. Dieser ist als Index beim Statistischen Bundesamt geführt.

Info

Vereinfachte Berechnung des Zugewinnausgleichs:


Ehegatte 1: Endvermögen – Anfangsvermögen = Zugewinn 1
Ehegatte 2: Endvermögen – Anfangsvermögen = Zugewinn 2
Zugewinn 1 – Zugewinn 2 = mögliche Differenz
Differenz / 2 = Zugewinnausgleich

Beispiel 1:
Ehegatte 1: 100.000 Euro – 75.000 Euro = 25.000 Euro
Ehegatte 2: 50.000 Euro – 25.000 Euro = 25.000 Euro
25.000 Euro – 25.000 Euro = 0 => kein Zugewinnausgleich nötig

Beispiel 2:
Ehegatte 1: 100.000 Euro – 50.000 Euro = 50.000 Euro
Ehegatte 2: 50.000 Euro – 10.000 Euro = 40.000 Euro
50.000 Euro – 40.000 Euro = 10.000 Euro
10.000 Euro / 2 = 5.000 Euro => Der Ehegatte 1 muss dem Ehegatte 2 bei der Scheidung 5.000 Euro Zugewinnausgleich zahlen.

Für Paare, die in Besitz einer gemeinsamen Immobilie sind, gibt es einen weiteren komplizierten Punkt: Der Zugewinnausgleich ist ein reiner Geldzahlungsanspruch. Häuser beziehungsweise Eigentumswohnungen sind nun aber nicht so einfach aufzuteilen. Also müssen sich die Ehepartner darüber einigen, wie mit der Immobilie umgegangen werden soll, um sie finanziell untereinander aufzuteilen. Infrage kommen verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise der gemeinsame Verkauf, dessen Erlös untereinander aufgeteilt wird oder dass ein Partner den anderen auszahlt und die Immobilie übernimmt. Falls eine Einigung nicht möglich ist, entscheidet im Ernstfall ein Gericht. Das ist in der Regel aber mit wesentlich höheren Kosten verbunden, als eine gütliche Einigung.

Die Scheidung mit Immobilienbesitz weist einige Besonderheiten auf. Ein wichtiger Faktor, wie vorgegangen wird, ist, ob es sich um eine gemeinsame Immobilie handelt oder ob diese zum Alleineigentum eines Ehepartners gehört.

Scheidung mit Immobilie im Alleineigentum eines Ehegatten

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Ist nur einer der beiden Ehepartner als Eigentümer einer Immobilie im Grundbuch eingetragen, dann gehört ihm diese rechtlich gesehen allein. Foto: iStock/shapecharge

Wenn im Grundbuch nur ein Ehegatte als Eigentümer eingetragen ist, dann gehört nach der Scheidung ihm das Haus auch allein. In der Regel behält derjenige das Wohneigentum auch und bleibt darin wohnen. „Grundsätzlich kann während der Trennungszeit ein Gericht aber auch dem Nichteigentümer die Ehewohnung zur Nutzung zuweisen“, erklärt Rechtsanwältin Leder. Möglich ist das allerdings nur, wenn dieser Ehepartner nachweisen kann, dass er für sich und die von ihm betreuten gemeinsamen Kinder keine bezahlbare Wohnung finden kann. Damit ändert sich aber nichts am Eigentum des anderen.

Ein Haus oder eine Wohnung als Alleineigentum hat aber auch finanzielle Folgen. So führt Hauseigentum auch zu einem Zugewinnausgleich. Nämlich dann, wenn das Haus während der Ehe gekauft, gebaut oder ausgebaut wurde. Bei einem Ausbau oder einer Modernisierung ist es auch egal, ob das Haus schon vor der Eheschließung im Besitz des Ehepartners war. Ein geerbtes Haus zählt zum privilegierten Anfangsvermögen und fällt nur dann in den Zugewinnausgleich, wenn es während der Ehe ausgebaut oder modernisiert worden ist. Diese Wertsteigerung ist beim Zugewinnausgleich zu betrachten.

Info

Beispielrechnung:

Das Ehepaar Meyer hat sich nach der Hochzeit ein Haus gekauft. Im Grundbuch eingetragen wurde aber nur der Ehemann. Zum Zeitpunkt der Scheidung ist das Haus abgezahlt und 300.000 Euro wert. Frau Meyer hat während der Ehe ihr Vermögen um 50.000 Euro erhöht. Somit ist der Zugewinn 250.000 Euro. Frau Meyer steht demnach der Anspruch auf Zahlung von 125.000 Euro Zugewinnausgleich zu.

Auch wenn das Wohneigentum einem Ehepartner allein gehört, so darf er bis zur Scheidung mit diesem nicht einfach machen, was er will. Einem Hausverkauf muss der andere Partner ausdrücklich zustimmen (§1365 BGB). Erst nach der rechtskräftigen Scheidung kann der Alleineigentümer auch ohne Zustimmung verkaufen. Außer das Zugewinnausgleichsverfahren wurde vom Scheidungsverfahren abgetrennt und noch ist nicht rechtsgültig beendet. In diesem Fall braucht es auch nach der Scheidung noch die Zustimmung des ehemaligen Ehegatten.

Sonderregelung: Vermögensausgleich bei Scheidungen nach DDR-Recht

Wurden die Eheleute bereits in der ehemaligen DDR getraut, so ist der Zugewinnausgleich etwas komplizierter. Denn Eheleute lebten in der DDR in einer sogenannten Errungenschaftsgemeinschaft. Dabei wurden grundsätzlich alle während der Ehe erworbenen Sachen zu gemeinschaftlichem Eigentum. Ein von einem Ehegatten vor der Eheschließung gekauftes, geerbtes oder geschenktes Grundstück blieb allerdings weiterhin Alleineigentum. Bauten die Eheleute auf diesem Grundstück ein gemeinsames Haus, oder bauten ein bereits bestehendes Haus aus beziehungsweise modernisierten es, änderte dies nichts am Grundbucheintrag – das Haus blieb im Alleineigentum.

Lässt sich ein in der DDR getrautes Paar heute scheiden, ist der Stichtag für das Anfangsvermögen nicht der tatsächliche Hochzeitstag, sondern der 3. Oktober 1990. An diesem Tag trat auch in den neuen Bundesländern das BGB in Kraft. Das jedoch würde einen Vermögensausgleich verhindern, insofern der Kauf, der Ausbau oder die Modernisierung noch vor der Wiedervereinigung geschahen. Daher sind in diesen Fällen die Vorschriften des Familiengesetzbuches der DDR über den Vermögensausgleich (§§ 39, 40 FGB) auch heute noch anzuwenden, wenn ein Ehegatte bereits in der DDR alleiniger Eigentümer der Immobilie war.

Scheidung mit gemeinsamer Immobilie

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Sind beide Ehepartner Miteigentümer einer Immobilie, muss geklärt werden, wie es weitergeht. Die Entscheidung fällt nicht immer leicht und es gibt oftmals Streit deswegen. Foto: istock/alvarez

Gehört die Immobilie beiden Eheleuten gleichermaßen – oder auch nur anteilig, beispielsweise zu zwei und einem Drittel –, dann stellen sich mit der Trennung gleich mehrere Fragen. Wem gehört das gemeinsame Wohneigentum nach der Scheidung? Wer darf darin wohnen? Was passiert damit? Diese Fragen stellen sich alle aufgrund eines grundlegenden Problems: Mit der Scheidung endet nicht automatisch auch die Miteigentümerschaft. Auch geschiedene Eheleute müssen – solange keine andere Regelung gefunden wurde – die Immobilie gemeinsam erhalten und finanzieren. Das geht aber wohl nur in den seltensten Fällen gut. Es ist in der Regel besser, eine der folgenden Lösungen in Betracht zu ziehen:

  • Die Immobilie wird von einem Partner übernommen und der andere ausbezahlt. Das stellt in der Regel einen Zugewinn dar, der sich auf den Zugewinnausgleich auswirken kann.
  • Die Immobilie wird gemeinsam verkauft und der Gewinn aufgeteilt.
  • Die Immobilie wird auf ein gemeinsames Kind übertragen.
  • In seltenen Fällen wird Immobilieneigentum in zwei gleichwertige abgeschlossene Einheiten aufgeteilt. Das könnte sich zum Beispiel anbieten, wenn sich ein größeres Einfamilienhaus in ein Zweifamilienhaus umbauen lässt. In der Fachsprache heißt das Realteilung.
  • Bleibt die Einigung über die Aufteilung der Immobilie aus, ist die letzte Möglichkeit eine Teilungsversteigerung, bei der die Immobilie über ein Vollstreckungsgericht öffentlich versteigert wird.

1. Eigentumsübertragung

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Foto: gani_dteurope/fotolia.com

Sind sich die getrennten Ehepartner einig, wer die Immobilie behält und den anderen dafür auszahlt, ist die Eigentumsübertragung rechtlich einfach. Die Erklärung, dass das Miteigentum der Immobilie an den anderen Partner übergeht, müssen bei gleichzeitiger Anwesenheit beide Partner von einem Notar beurkunden lassen. Danach muss der Übernehmer den vereinbarten Preis auszahlen. Dafür lohnt es sich unter Umständen, ein Wertgutachten erstellen zu lassen. Neben der Höhe der Abfindung müssen die Eheleute die Zahlungsmodalitäten – insbesondere die Fälligkeit der Zahlungen – klären. Ist das Finanzielle geregelt, beantragt der Notar, die Eigentumsänderung im Grundbuch eintragen zu lassen. Damit ist die Sache auch schon erledigt.

Zuvor sollten allerdings der Unterhalt und Zugewinnausgleich geklärt sein, ansonsten drohen später finanzielle Nachteile für beide Seiten. Der Übergebende hat eine hohe Summe eingenommen, die ins Endvermögen mit eingerechnet wird. Der Übernehmende hingegen muss weiterhin keine Miete zahlen, was das verfügbare Einkommen erhöht und damit eine höhere Unterhaltspflicht zur Folge haben kann. Wichtig für den Übergebenden ist außerdem, dass er vollständig aus der Haftung für einen laufenden Immobilienkredit entlassen wird. Ohne vorherige schriftliche Zustimmung der Bank hierzu, kann der Notarvertrag daher nicht beurkundet werden.

2. Gemeinsamer Verkauf der Immobilie

Zugewinnausgleich, Scheidung mit Immobilie, gemeinsamer Verkauf, Foto: megaflopp/fotolia.com
Foto: megaflopp/fotolia.com

Können sich die Partner nicht einigen, wer das Wohneigentum behält oder ist es schlicht nicht möglich, dass einer den anderen auszahlt, besteht die Möglichkeit, die Immobilie gemeinsam zu verkaufen. Die Eheleute müssen sich allerdings auf einen Mindestverkaufspreis einigen. Nach dem Verkauf wird der nach Abzug etwaiger Kosten und Darlehenstilgungen verbleibende Erlös untereinander aufgeteilt und ausgezahlt.Aus finanzieller Sicht gibt es im Vorfeld eine Menge Klärungsbedarf. Zum einen sollte beispielsweise bei der Bank angefragt werden, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung für die Ablösung des Immobilienkredits zu zahlen ist. Ist das der Fall, verringert sich natürlich der Gewinn aus dem Verkauf. Zum anderen sollten die Ehepartner

in Erfahrung bringen, ob für den Immobilienverkauf Steuern zu zahlen sind – was allerdings bei ausschließlich selbst genutzten Immobilien nie der Fall ist – sowie ob und wie sich der Verkauf auf den Zugewinnausgleich auswirkt. Um sich also vor möglichen teuren Folgen zu schützen, sollte das Paar die Immobilie erst dann verkaufen, wenn wirklich alle finanziellen Faktoren in die Kalkulation einbezogen wurden.

3. Übertragung auf ein gemeinsames Kind

Zugewinnausgleich, Scheidung mit Haus, Immobilie ans Kind übertragen, Foto: zoomingfoto1712/fotolia.com
Foto: zoomingfoto1712/fotolia.com

Hat das getrennte Ehepaar gemeinsame Kinder, können sie die Immobilie grundsätzlich auch auf diese übertragen. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn die Immobilie einen emotionalen Wert für die Ehepartner hat und sie daher wollen, dass sie im Familienbesitz bleibt. Ist das Kind zum Zeitpunkt der Überschreibung noch minderjährig, braucht es zusätzlich die Zustimmung durch das Vormundschaftsgericht.

Generell sollten Eheleute bei der Trennung aber überlegen, ob es eine gute Idee ist, die Immobilie dem Kind zu schenken. Dies kann unter Umständen zu einer großen finanziellen Belastung für das Kind werden, da es als Eigentümer für den Unterhalt der Immobilie aufkommen muss. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Tochter oder der Sohn im Streit der Eltern zwischen die Stühle gerät. Manchmal kommt es auch vor, dass nur ein Partner die Immobilie überschreiben will. Da für eine Schenkung die Einwilligung beider notwendig ist, geht das aber nicht.

4. Realteilung

Zugewinnausgleich, Scheidung mit Immobilie, Realteilung, Foto: aytuncoylum/fotolia.com
Foto: aytuncoylum/fotolia.com

Eine Möglichkeit, die eher selten realisiert wird, ist die Realteilung. Dabei wird das Wohneigentum in zwei baulich voneinander abgeschlossene Einheiten umgebaut und anschließend gemäß Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) aufgeteilt. So können nach der Scheidung entweder beide Partner dort wohnen bleiben oder den jeweiligen Teil unabhängig vom anderen verkaufen oder vermieten. Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Immobilie für einen solchen Umbau eignet. Handelt es sich dagegen bereits um eine Eigentumswohnung als Teil einer WEG, zum Beispiel in einer größeren Wohnanlage, dürfte das Vorhaben, die ehemalige Ehewohnung in zwei kleinere aufzuteilen, schwierig bis unmöglich umzusetzen sein: Denn sämtliche andere Eigentümer der WEG-Anlage müssten einstimmig sowohl den baulichen Änderungen als auch der Änderung der Teilungserklärung zustimmen.

5. Teilungsversteigerung

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Foto: gearstd/fotolia.com

Kommt keine der vier ersten Alternativen infrage, bleibt als letzte Möglichkeit die sogenannte Teilungsversteigerung. Einen Antrag darauf kann jeder Ehepartner stellen, egal wie groß sein Miteigentum an der Immobilie ist. Die Voraussetzung ist, dass er auch im Grundbuch steht. Eine Ausnahme ist, wenn der andere Partner neben seinem Anteil an der Immobilie kein oder kaum anderes Vermögen hat. In diesem Fall muss sich vor dem Antrag zur Teilungsversteigerung die Zustimmung des Partners eingeholt werden. Grundlage dafür ist der § 1365 BGB, der festschreibt, dass ein Ehepartner nur mit Einverständnis des anderen über dessen Vermögen verfügen kann. Sobald die Scheidung rechtskräftig ist, fällt diese Ausnahmeregelung weg.

Die Immobilie wird bei einer Teilungsversteigerung durch ein Vollstreckungsgericht öffentlich unter den Hammer gebracht. Der Nachteil dabei ist, dass der Verkaufspreis so oftmals hinter dem aus freihändigem Verkauf zurückbleibt. Vom Erlös werden außerdem noch die Gerichts- und Sachverständigenkosten abgezogen. Anschließend wird vom Gericht ein Teilungsplan aufgestellt, in dem die Ehepartner bestimmen, wie der Erlös aufgeteilt wird. Gibt es auch hier keine gemeinsame Entscheidung, wird die Aufteilung des Betrages gerichtlich festgelegt. Wirtschaftlich gesehen ist die Teilungsversteigerung in der Regel die schlechteste Lösung.

Laufende Immobilienkredite bei Scheidung

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Trotz Scheidung bleibt der gemeinsame Kreditvertrag bestehen. Übernimmt ein Partner die Rückzahlung allein, muss die Bank gebeten werden, den anderen aus dem Vertrag zu entlassen. Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com

In vielen Fällen ist die gemeinsam genutzte Immobilie über einen Kredit fremdfinanziert worden. Der Darlehensvertrag ist dabei unabhängig von allen anderen Fragen zu betrachten – vom Eigentum, von der Nutzung und von etwaigen Nutzungs- oder Mietzahlungen. Dass das Darlehen abgezahlt werden muss, daran ändert sich auch mit der Trennung nichts. Jedoch kann sich an der Art und Weise, wie er gezahlt wird, etwas ändern. Wenn beispielsweise der Alleinverdiener die Raten bisher allein zahlte, wurde bis dahin angenommen, dass der andere Ehegatte als gleichwertig anzusehende Beiträge etwa in Form der Haushaltsführung erbringt. Trennt sich ein Paar, ist dies nicht mehr der Fall und die Karten werden neu gemischt: Zukünftig müssen beide Partner zu gleichen Teilen die Raten übernehmen. Zahlt weiterhin nur einer, ist der andere ihm gegenüber ausgleichspflichtig. Auch die Tatsache, dass ein Partner vielleicht nicht die finanziellen Möglichkeiten dazu hat, reicht laut einem BGH-Urteil nicht aus, dass er aus der Mithaftung für den Kredit entlassen wird (Az.: XII ZR 10/09). Diese Mithaftung kann aber unter Umständen sittenwidrig sein. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn es vorhersehbar war, dass einer der beiden Partner finanziell erheblich überfordert sein wird – weil er mittellos ist – aber dennoch auf das Verlangen der Bank den Kreditvertrag mitunterschreiben sollte.

Achtung

Zahlt ein Ehepartner während der Ehe allein die Raten des Immobilienkredits ab, so kann er nach der Trennung nicht die Hälfte der Zahlungen vom anderen zurückfordern. Erst mit dem Stichtag der Trennung ist der zweite Partner unter Umständen ausgleichspflichtig.

Sind sich die Partner einig und wollen, dass einer der beiden aus dem Kreditvertrag herausgelöst wird – das ist oftmals der Fall, wenn einer dem anderen seinen Anteil am Wohneigentum überschreibt –, muss das vorher mit dem Kreditgeber abgeklärt werden. Oftmals einigen sich Eheleute über eine sogenannte Freistellungsvereinbarung. Bei dieser stellt der übernehmende Partner den anderen von der Kreditrückzahlung frei. Da sich aber im Verhältnis zum Kreditgeber nichts ändert – der übergebende Partner also weiterhin im Vertrag steht –, bleibt die Kredithaftung beider bestehen. Daher raten Experten im beiderseitigen Interesse von einer solchen Vereinbarung ab.

Die Beteiligung an Schulden für Immobilien ist bei einer Trennung sehr kompliziert. In der Praxis werden häufig Fehler gemacht, die erhebliche finanzielle Auswirkungen auf beide Ehegatten haben können. Daher ist es immer ratsam, sich ausführlich von einem Fachanwalt für Familienrecht beraten zu lassen, wie es mit der Schuldentilgung weiter geht.

Wie mit der Immobilie vor der Scheidung umgehen?

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Wer, um eine Eskalation zu vermeiden, kurzzeitig die gemeinsame Ehewohnung verlässt – dabei aber nur das Nötigste mitnimmt – hat das Recht wieder zurückzukehren. Nimmt derjenige sein ganzes Hab und Gut mit, ist die Rückkehr an bestimmte Bedingungen gebunden. Foto: iStock/chameleonseye

Ein Ehepartner kann generell nicht vom anderen verlangen, das gemeinsame Wohneigentum – gesetzlich wird von der „Ehewohnung“ gesprochen – zu verlassen. „Unter engen Voraussetzungen kann ich unabhängig davon, ob ich alleine Eigentümer bin oder nicht, die gemeinsame Ehewohnung mir zur Alleinnutzung von einem Gericht zuweisen lassen“, sagt Rechtsexpertin Michaela Leder. Richter fällen diese Entscheidung beispielsweise, wenn häusliche Gewalt ein Thema ist oder wenn extreme Streitigkeiten die Kinder erheblich belasten. Aber auch im Falle von Alkoholmissbrauch, fehlende Rücksichtnahme und das Mitbringen des neuen Partners kann zu einem Verweis aus der ehelichen Wohnung führen. Die Eigentumsverhältnisse bleiben dabei aber unangetastet. Es wird lediglich eine Regelung für die Zeit des Getrenntlebens bis hin zur Scheidung getroffen.

Freiwilliger Rückzug aus der Ehewohnung

Es steht aber jedem natürlich frei, die gemeinsame eheliche Wohnung zu verlassen, um zum Beispiel eine Eskalation zu vermeiden. Sollen Kinder mit ausziehen, braucht es immer die Zustimmung des anderen – das fällt unter das Sorge- und Umgangsrecht. Lässt der Weichende dabei seine persönlichen Gegenstände in der Wohnung, besteht ein Anspruch auf Rückkehr. Denn das Verlassen stellt dann ja keinen wirklichen Umzug dar. Komplizierter wird es, wenn alle persönlichen Sachen mitgenommen wurden. Dann kann derjenige nur dann auch gegen den Willen des anderen wieder einziehen, wenn er innerhalb von sechs Monaten nach dem Auszug seinen Willen bekundet, wieder einziehen zu wollen. Voraussetzung ist dabei, dass die Rückkehr dem in der Wohnung verbliebenen Partner auch zumutbar ist. Andernfalls ist ein Wiedereinzug während der Trennungszeit ausgeschlossen – selbst, wenn es das Alleineigentum des Ausgezogenen ist. Nach Ablauf der sechs Monate darf der in der Wohnung verbliebene sogar die Schlösser austauschen.

Wichtig ist, dass derjenige, der die Wohnung verlassen will, alle Informationen zur Immobilie hat. Denn im Streitfall müssen alle Angaben bewiesen werden können. Deshalb sollte jeder Ehepartner besser von sämtlichen Unterlagen des Wohneigentums wenigstens eine Kopie besitzen. Dazu gehören unter anderem:

Nutzungsentschädigung und Wohnvorteil: finanzielle Konsequenzen einer Trennung

Wer in der ehelichen Wohnung bleibt, muss dem ausgezogenen Ehepartner eine Art Miete für dessen Eigentumsanteil zahlen. Das nennt sich Nutzungsentschädigung und gilt nur bis zur Scheidung. Diese muss aber aktiv eingefordert werden, sonst verfällt der Anspruch. Auch kann die Nutzungsentschädigung nicht rückwirkend gefordert werden. Die Nutzungsentschädigung entfällt allerdings, wenn der einkommenslose Partner in der Wohnung bleibt und die gemeinsamen Kinder betreut. „Die Nutzungsentschädigung spielt aber oft keine große Rolle, da diese Frage im Rahmen der Unterhaltsberechnung geklärt wird“, sagt Familienrechtsanwältin Leder.

Dann ist jedoch umgekehrt bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts der Wert des mietfreien Wohnens zu berücksichtigen. Der Wohnvorteil richtet sich nach der ortsüblichen Miete. Nur im ersten Jahr nach der Trennung ist ein angemessener Wohnwert zu berücksichtigen. Damit soll eine eventuelle Versöhnung nicht erschwert werden. Der angemessene Wohnwert richtet sich in dem Fall danach, welche Miete sich der verbliebene Ehepartner leisten könnte, wenn er aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen wäre.

Fazit: Immobilienbesitz ist ein guter Grund für einen Ehevertrag

Mit einem Ehevertrag – so unromantisch er auch sein mag – können Eheleute ihre Vermögensangelegenheiten für die Dauer der Ehe und darüber hinaus regeln. Damit klärt sich in der Regel automatisch, wem in der Ehe was gehört und wer von wem bei der Scheidung was verlangen darf. Dabei kann beispielsweise eine Immobilie aus dem Zugewinnausgleich herausgestrichen werden. Der Abschluss eines Ehevertrags ist im Zusammenhang mit einer Immobilie also eine Überlegung wert. Denn eine Scheidung ist oftmals eh schon eine emotionale Angelegenheit. Sind dann schwierige Themen schon vorher mit klarem Kopf geklärt, kommt es in der Regel beiden Partnern zugute.

Ohne Ehevertrag ist es für das getrennte Paar dennoch ratsam, sich möglichst friedlich über den Umgang mit der Immobilie zu einigen – denn es hängt ihr Vermögen daran. Welche der Möglichkeiten die beste ist, kann nicht pauschal gesagt werden. Jedoch ist es meist sinnvoll, die Immobilie gemeinsam zu verkaufen und damit einen Schlussstrich unter das gemeinsame Kapitel zu setzen. Im Zweifelsfalle ist es außerdem ratsam, sich von einem versierten Fachanwalt für Familienrecht beraten zu lassen.


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20 Kommentare

Mohrenköpfle am 08.10.2020 13:28

Hallo,

ich lebe in Scheidung. Wir haben ein gemeinsam gebautes Haus und es wurde aus beiden Anfangsvermögen finanziert. Das Haus ist schuldenfrei. Im Grundbuch bin jedoch nur ich als noch Ehemann alleine eingetragen. Ist es dann richtig, dass das Haus, auch wenn es von beiden Anfangsvermögen finanziert wurde, beim Endvermögen nur bei mir als Ehemann steht und beim Endvermögen keine Teilung vorgenommen wird? Meine Frau wird also erst beim Zugewinnsausgleich vom Haus begünstigt?

Danke für die Einschätzungen.

VG

Mohrenköpfle

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Peitz am 29.09.2020 10:04

Hallo,

eine Frage wir haben uns während der Ehe ein Haus gebaut ich habe alle Vertäge alleine unterschrieben zahle allles alleine ab stehe alleine im Grundbuch. Die Aussenanlagen kamen bis zu einem Jahr später hinzu hier weiss man nicht mehr wer wieviel bezahlt hat gibt keine Rechnungen. Wie sieht das im Scheidungsfall aus

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immowelt Redaktion am 29.09.2020 15:20

Hallo Peitz,

aus der Ferne können wir Ihren Fall nicht bewerten. Wir empfehlen Ihnen sich mit einem Fachanwalt in Verbindung zu setzen.

Bitte verstehen Sie, dass wir keine Rechtsberatung leisten können und dürfen.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Andrea am 26.09.2020 12:58

Hallo,

folgende Frage: Ich habe vor kurzem mit meinem Ehemann einen Vermögensausgleich (Vermögensschaukel) abgeschlossen, wonach die Familienimmobilie nun Alleineigentum meines Partners ist. Es gibt aber keine Regelung zum Hausrat und zu den Möbeln. Meine Frage nun: Wem gehört nun bei einer Scheidung der Hausrat/die Möbel, werden diese Gegenstände "automatisch" der Immobilie zugeschlagen und gehört somit in meinem Fall dem Ehemann oder muss der Hausrat/die Möbel aufgeteilt oder mit Ausgleichszahlung ausgeglichen werden?

Besten Dank, Andrea

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Engelhardt am 02.09.2020 19:05

Hallo,

meine Eltern haben mir 1998 ihr Haus überschrieben, so dass ich als alleiniger Eigentümer im Grundbuch stehe. Das Haus war zum damaligen Zeitpunkt vollständig saniert und ausgebaut. Im Jahr 2002 habe ich geheiratet und meine Frau ist mit in das Haus eingezogen ,ohne dass sie ins Grundbuch eingetragen wurde. Meine Eltern haben bis 2006 ebenfalls mit in dem Haus gewohnt. Seit 2018 leben wir getrennt und meine Frau ist ausgezogen. Bauliche Veränderungen oder Ausbau wurden während der Ehezeit nicht durchgeführt. Die Veränderungen beschränkten sich lediglich nach dem Tod meiner Eltern auf eine Badsanierung (andere Fliesen und Wanne) sowie die Anschaffung einer neuen Küche. Diese Veränderungen sehe ich als Modernisierungen an, welche

sich unter Rechnungsvorlage beziffern lassen. Jetzt fordert der gegnerische Anwalt die Erstellung eines Gutachtens zur Bestimmung des Verkehrswertes während der Ehezeit. Darf sich der Zugewinnausgleich hier nicht nur auf die Modernisierungsmaßnahmen beschränken?

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immowelt Redaktion am 04.09.2020 10:22

Hallo,

in den Wert einer Immobilie fließen viele Faktoren ein. So muss beispielsweise auch die Inflationsrate einberechnet werden, die Wertsteigerungen des Grundstücks und vieles mehr. Sie sollten sich deshalb von einem Rechtsanwalt beraten lassen.

Beste Grüße

immowelt Redaktion

Hofmann am 31.08.2020 12:26

Hallo,

ich habe 2000 ein Haus für (360000 DM) 1800000 Euro gekauft.2009 habe ich geheiratet,2019 dann getrennt,jetzt möchte meine noch Frau einen Zugewinnausgleich.Die Gegenseite rechnet jetzt mit 180000 Euro Wert zum Tag der Hochzeit und einen Wert von 2800000 Euro zum Scheidungsantrag.

Kann das möglich sein?

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eltorin am 01.09.2020 10:16

Hallo,

entscheidend ist nicht der Zeitpunkt des Kaufes, sondern der Zeitpunkt der Eheschließung: 2009. Da kann das Haus mehr oder weniger wert sein.

Wenn es zum Beispiel im Jahre 2009 240000 Euro wert war und 280000 Euro zum Scheidungsantrag, dann wären nur 40000 Euro zu teilen.


immowelt Redaktion am 01.09.2020 17:23

Hallo Herr Hofmann, der Zugewinnausgleich ist die Hälfte der Wertsteigerung zwischen Hochzeit und Scheidung. Wenn das Haus tatsächlich den Wert hatte und heute hat, wie die Gegenseite angibt, sind 100.000 Euro zu teilen, 50.000 Euro müsste ihre Exfrau demnach erhalten. Sie können aber ebenfalls Experten zu Rate ziehen, um sich abzusichern, ob die genannten Summen stimmen.

Beste Grüße

immowelt Redaktion


Hofmann am 01.09.2020 18:08

Die Frage ist nur was der Wert zum Zeitpunkt der Hochzeit war. 180000€ waren 9 Jahre früher und auch nur der Kaufpreis


immowelt Redaktion am 02.09.2020 08:35

Hallo Herr Hoffmann,

wir können Ihnen leider nicht sagen, welchen Wert die Immobilie zu diesem Zeitpunkte hatte. Es scheint allerdings sehr unwahrscheinlich zu sein, dass er sich erst nach der Hochzeit gesteigert hat. Hier fehlt beispielsweise die Einberechnung der Inflationsrate über den Zeitraum von 9 Jahren.

Liebe Grüße

immowelt Redaktion

Fragender am 18.06.2020 14:35

Guten Tag, ich habe folgende Situation. Meine Frau hat als Anfangsvermögen 50.000€ in die Ehe gebracht und ich 76.000€. Im Laufe der Jahre haben wir uns ein Grundstück für 100.000€ gekauft, was uns zu beiden Teilen gleich gehört. Nun haben wir uns getrennt und die Scheidung beantragt. Ich möchte das Grundstück übernehmen und sie auszahlen. Meinem Verständnis nach kann ich von dem hälftigen Anteil 50.000€ meinen Mehranteil des Anfangsvermögens von 26.000€ abziehen, so dass sie dann noch 24.000€ von mir bekommt. Ist das so oder gibt es einen anderen Rechenweg?

auf Kommentar antworten

Maunanier am 08.06.2020 21:34

Guten Tag, ich bin mit meinem Mann in Trennnung. Wir besitzen ein Grundstück in der Größe von 23000 m² unteranderem auch unseren Schrottplatz mit auf diesem Gelände. Der Schrottplatz Exestiert seit 2011 und 2012 sind mein Mann und ich zusammen gekommen. Ich arbeite seither in unserem Betrieb als Angestellte. 2014 Haben wir geheiratet und dann das Grundstück gekauft, er steht alleine im Grundbuch. Wir möchten ca 5500m² von dem Grundstück verkaufen damit er mich mit auszahlen kann_ so sagt er. Wir haben einen gemeinsammen Anwalt für die Scheidung weil wir uns einig waren.

Meine Frage ist, wenn die Scheidung vollzogen ist aber das Teilgrundstück noch nicht verkauft ist habe ich bedenken, das er mich wirklich auszahlen wird.

Ausserdem ist gibt es einen Interessenten, der das ganze Grundstück samt Firma kaufen möchte. In diesem Fall währe die Summe um ei zehnfaches höher als die Summe die ich bekommen soll. Wie kann ich mich absichern- oder was sollte ich beachten?

Mit freundlichen Gruß

auf Kommentar antworten

immowelt-Redaktion am 10.06.2020 07:36

Hallo Maunanier,

für die Zeit während der Ehe liegt eine Zugewinngemeinschaft vor, sofern kein anderslautender Ehevertrag geschlossen wurde. D.h., Vermögen, das während der Ehe gemehrt wurde, wird nach der Scheidung aufgeteilt. Da wir den Wert des Grundstücks nicht kennen, können wir hier freilich keine konkrete Aussage treffen, der Zugewinn steht Ihnen aber unabhängig davon zu, ob das Grundstück oder Teile davon veräußert werden. Vielleicht kann das der gemeinsame Scheidungsanwalt berechnen.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Stern am 05.06.2020 17:37

Hallo, mein Mann und ich sind im Trennungsjahr nach 16 Jahren Ehe, bei der Hochzeit lief der Kredit für das Haus das wir ausgebaut, haben auf meinen Schwiegervater, vor 2 Jahren hat mein Mann das Haus überschrieben bekommen mit dem Restdarlehen von 25.000 Euro. Wie verhält es sich da mit dem Zugewinn? Hab ich trotzdem einen Anspruch auf Zugewinn? (Haus)

auf Kommentar antworten

immowelt-Redaktion am 08.06.2020 09:05

Hallo Stern,

beim Zugewinnausgleich verhält es sich grundsätzlich so, dass die Vermögenszuwächse während der Ehe aufgeteilt werden. Wie sich das in Ihrem Fall konkret berechnet, können wir aus der Ferne allerdings nicht beurteilen. Hier sollte vielleicht am besten der Scheidungsanwalt gefragt werden.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Kaiser am 21.05.2020 16:04

Hi, mein Vater ist seit 2019 geschieden,

er hatte damals 1998 das Haus mit meiner Leiblichen Mutter gekauft. 1999 haben die beiden sich scheiden lassen, die waren sich einig und es wurde kein Rosenkrieg. In der Hypothek wurden sowohl meine Mutter als auch mein Vater eingetragen. Im Grundbuch steht aber mein Vater alleine drin bis heute.

2005 hat mein Vater erneut geheiratet und 2018 scheiden lassen. Nun stellt die Exfrau eine Zugewinnungsoffenlegung in anspruch.

zählt das Haus zu der Zugewinnung oder hat Sie hier kein Anspruch darauf? Was ist für das Gericht entscheidend, Das Grundbuch oder der Hypothekenvertrag? Und sollte es dazu kommen dass sie drauf anspruch bekommt, Zählt ein aktueller Wert des Hauses oder die eingezahlte Summen der Hypothek? Es steht das Erbe von meinen Geschwistern und mir auf dem spiel. Danke schonmal im vorraus.

Mit freundlichen Grüßen

Muri

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immowelt-Redaktion am 22.05.2020 11:20

Hallo Kaiser,

Berechnungen zum Zugewinnausgleich sind immer eine komplexe Angelegenheit; wenn hier keine Einigkeit besteht, ist es aus unserer Sicht immer sinnvoll, einen Fachanwalt mit der Vertretung der eigenen Interessen zu beauftragen. Ganz allgemein: Beim Zugewinnausgleich wird darauf abgezielt, welche Vermögenszuwächse es während der Ehe gab, die dann i.d.R. paritätisch aufgeteilt werden. Aus unserer Sicht müssten etwaige Zugewinne bei der Immobilie, etwa durch Entschuldung, hier mit berücksichtigt werden. Wie genau das jedoch berechnet wird, können wir aus der Ferne nicht beurteilen.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Alex am 19.05.2020 20:54

Sehr geehrte Redaktion,

ich möchte Ihnen folgenden Sachverhalt schildern. Ich benötige Ihre Ratschläge und Beratung. Ich bin seit 2019 nach ausländischem EU-Recht geschieden. Wir haben gemeinsame 2 Kinder. Die Ex-Frau und die Kinder leben derzeit in der gemeinsamen Immobilie. Während der Ehe haben wir gemeinsam mit Exfrau ein Haus mit der Finanzierung gekauft. Die Exfrau ist auch im Grundbuch eingetragen. Das Haus ist noch nicht abbezahlt. Die Kreditraten zahle ich weiter. Während der Trennung musste ich durch Erpressung der Exfrau ihren Anteil von Kreditraten übernehmen und zahle immernoch weiter. Sie hatte bisher keine Ratenzahlungen für die Banken geleistet. Nach der Trennung und Scheidung ist leider die Kommunikation zwischen mir und Exfrau nicht mehr möglich. Ich konnte bisher mit ihr außergerichtlich nicht einigen. Ich habe über Anwältin mehrere Angebote gemacht, Bisher war erfolglos. Sie will diese Immobilie unbedigt verkaufen. Aber ich möchte soweit wie möglich diese Immobilie behalten.

Wenn man mit Exfrau nicht einigen kann, welche Möglichkeiten sehen Sie? Unser Kreditvertrag für das Haus läuft bis Ende 2021. Für die Verlängerung des Vetrages benötigt man ihre Zustimmung. Ich würde den Kredit weiter zahlen. Aber kann die Bank ohne ihre Zustimmung für Verlängerung des Vertrages nicht akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Alex

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immowelt-Redaktion am 20.05.2020 11:53

Hallo Alex,

wenn der Darlehensvertrag auf beide Eheleute läuft, müsste auch die Prolongation von beiden unterschrieben werden. Wenn abzusehen ist, dass es wegen des Rosenkriegs nicht dazu kommt, sollten Sie einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Vertretung Ihrer Interessen beauftragen.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Maria am 06.05.2020 14:54

Hallo, mein Mann und ich befinden uns in Trennung. Im Zugewinnausgleichsverfahren geht es u.a um nachfolgenden Sachverhalt:

Nach Eheschließung haben mein Mann und seine Geschwister ihr Elternhaus geerbt. Mein Mann hat dieses als Alleineigentümer übernommen und seine Geschwister finanziell abgegolten.

Vor 7 Jahren habe ich als alleinige Kreditnehmerin auf dieses Haus einen hohen Kredit mit 30jähriger Laufzeit aufgenommen. Mein Mann kann als Selbständiger den Kredit nicht übernehmen, da das Geldinstitut Selbständigen keine Kredite vermittelt obwohl sein Einkommen erheblich über meinem liegt. Ich bin in Teilzeit wegen Kindererziehung beschäftigt.

Die Immobilie wurde umgebaut aber wohl nicht in Höhe der gesamten Darlehenssumme.

Die Mieteinnahmen aus der Immobilie erhält mein Mann. Ich zahle die Kreditrate ab.

Was passiert jetzt bei der Scheidung?

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immowelt-Redaktion am 07.05.2020 11:53

Hallo Maria,

da es sich hier um eine komplexe Angelegenheit handelt, ist eine Beurteilung aus der Ferne schwierig. Hier sollte der Scheidungsanwalt berechnen, wie der Zugewinn aufzuteilen ist. Klar erscheint uns allerdings, dass die Verteilung, dass Sie den Kredit zahlen und der Ex die Mieteinnahmen bekommt, so nicht stehen bleiben dürfte.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

Ma am 03.05.2020 22:31

Hallo.

Meine Frau möchte sich trennen und ausziehen. Ich stehe als alleiniger Besitzer im Grundbuch, da ich es vor unserer Ehe gekauft habe und die Finanzierung bis heute allein bediene.

Während der Ehe haben wir das Haus angebaut und eine neue Finanzierung aufgenommen die ich auch allein bediene. Ich bezahle alle Versicherungen und Nebenkosten und sie unterstützt den Haushalt. Alle neuen Möbel, Küche usw. wurden ebenfalls zu 80% von mir finanziert. Im Haus wohnen noch die Tochter aus ihrer ersten Ehe und unsere gemeinsame Tochter. Ein Teil des Hauses nutze ich zudem noch beruflich und nötige Umbauten dafür wurden durch meinen Betrieb finanziert.

Wie würde das alles im Falle einer Scheidung behandelt?

Gruß Ma

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immowelt-Redaktion am 05.05.2020 11:20

Hallo Ma,

sofern kein Ehevertrag vorliegt, gilt ab der Eheschließung die Zugewinngemeisnchaft. D.h., dass Vermögensmehrung hälftig geteilt wird. Wie sich das bei Ihnen konkret auswirkt, können wir aus der Ferne nicht beurteilen, dies müsste dann der Scheidungsanwalt ausrechnen.

Beste Grüße

die immowelt-Redaktion

FH am 17.03.2020 17:01

Hallo, wenn ich mir das Haus vor oder bei Scheidung überschreiben lasse und den anderen auszahle, fällt dafür Grunderwerbsteuer an? Gruß

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Immowelt-Redaktion am 18.03.2020 08:39

Hallo FH,

bei Immobilienveräußerungen zwischen Ehepartnern fällt keine Grunderwerbsteuer an. Der Bundesfinanzhof hat entschieden (Az.: II R 42/10), dass das auch noch nach einer Scheidung gilt.

Geregelt ist das im Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG). In § 3 sind die allgemeinen Ausnahmen von der Besteuerung aufgelistet. Unter (5) heißt es dort: "der Grundstückserwerb durch den früheren Ehegatten des Veräußerers im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung;"

Demzufolge ist es egal, ob die Vermögensauseinandersetzung vor oder nach der Scheidung stattfindet.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

C. Wilms am 31.01.2020 12:44

Guten Tag, mein noch Ehemann und ich sind seit fast einem Jahr getrennt. Er hatte vor der Eheschließung ein Haus in dem 2 Wohnungen sind. In der einen haben wir erst zusammen gewohnt und in der anderen wohnen meine Schwiegereltern. Vor ein paar Jahren sind wir aus beruflichen Gründen aus dem Haus ausgezogen und haben die Wohnung vermietet. Mein noch Ehemann steht alleine im Grundbuch aber ich habe im Laufe der Zeit an Modernisierung ( PV Anlage, nee Heizung) mit investiert. Wir haben keinen Ehevertrag und es wurde auch letztes Jahr eine Eigentumswohnung die auch alleine meinem Mann gehörte verkauft. Wie läuft es da mit dem Zugewinn?

Mit freundlichen Grüßen

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Immowelt-Redaktion am 03.02.2020 09:09

Hallo C. Wilms,

Zugewinnausgleich bedeutet ja, das ab Eheschließung alles in einenm Topf geworfen und bei einer Scheidung geteilt wird. AUs unserer Sicht müsste Ihr Beitrag hier mit berücksichtigt werden. Wie sich das konkret berechnet, können wir aus der Ferne allerdings nicht abschließend beurteilen und raten, diebezüglich einen Anwalt zu konsultieren.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

D. BRANDT am 22.01.2020 17:13

Guten Abend,

wir haben eine gemeinsam finanzierte Eigentumswohnung, welche von mir und den 2 Kindern weiterhin bewohnt wird. Die Wohnung ist zur hälfte abgezahlt. Nun möchten wir uns scheiden lassen, jedoch soll die Wohnung nach der Scheidung weiterhin uns beiden gehören. Wir zahlen weiterhin gemeinsam die Finanzierung ab und möchten beide gleichzeitig Eigentümer bleiben. Ist so etwas möglich?

Liebe Grüße

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Immowelt-Redaktion am 24.01.2020 08:06

Hallo D. Brandt,

wenn Sie sich einig sind, ist das natürlich möglich. Wir raten allerdings dazu, genaue Regelungen vertraglich ferstzuhalten, um späteren Streit zu vermeiden, u.U. sollten Sie hierzu die Expertise eines Fachanwalts für Immobilienrecht nutzen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Alek am 18.01.2020 23:38

Wir haben die Wohnung gekauft und haben gemeinsam eine Finanzierung laufen. Wie ist es mit der Auszahlung des Ehepartners, wenn die Wohnung zur 90% noch zu finanzieren ist?

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Immowelt-Redaktion am 20.01.2020 12:12

Hallo Alek,

wenn bei einer Scheidung ein Partner den anderen auszahlen will, um die Immobilie allein zu nutzen, ist natürlich auch der laufende Kredit in den finanziellen Ausgleich miteinzubeziehen. Wichtig für denjenigen, der die Immobilie abgibt, ist dabei, dass er auch aus dem Darlehensvertrag entlassen wird. Passiert das nicht, ist er weiterhin in der Haftung. Jedoch sind Banken nicht immer einverstanden, den Vertrag abzuändern, da ihnen damit eine gewisse Sicherheit verloren geht. Sie sollten also bereits im Vorfeld mit Ihrer Bank sprechen und sich auch von Ihrem Anwalt rechtlich beraten lassen.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

Anton am 20.12.2019 10:06

Hallo

Ich habe eine Immobilie allein bezahlt ohne Finanzierung, ein Jahr nach der Hochzeit , im Grundbuch ist meine Ehefrau und Ich eingetragen

Welche Ansprüche hätte mein Frau bei einer Scheidung?

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Immowelt-Redaktion am 20.12.2019 10:50

Hallo Anton,

rein rechtlich sind alle, die im Grundbuch stehen, Eigentümer des Hauses. Soweit das Haus von Geldern bezahlt wurde, die ein Partner schon vor Eheschließung besessen hat, müsste dies dann im Scheidungsfall im Rahmen der Berechnung des Zugewinnausgleichs berücksichtigt werden. Wie hoch die Ansprüche der Ehefrau im konkreten Fall sein können, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen, das müsste im Scheidungsfall wohl ein Anwalt berechnen.

Beste Grüße

die Immowel-Redaktion

Antik am 27.11.2019 01:09

Guten Abend,

Ich habe eine Frage. Meine Frau und ich sind in einem Trennungsjahr. Sie ist seit ca. einem Monat in eine Mietwohnung ausgezogen. In unserem gemeinsamen Haus leben momentan ich und unser volljähriges und berufstätiges Kind, welches auch eine mündlich vereinbarte Miete zahlt. Ich möchte allerdings, dass dieses auszieht. Inwieweit kann meine Exfrau dagegen widersprechen und habe ich ein recht dazu?

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Immowelt-Redaktion am 27.11.2019 09:40

Hallo Antik,

dies ist keine mietrechtliche, sondern eher eine familienrechtliche Frage. Wir raten deshalb, die Frage mit einem Experten für Familienrecht zu klären.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Sasha am 01.10.2019 22:01

Und wie berechnen wen 1 von Ehepaar keine vermogung mitbringt und Arbeitet nicht ?

Zum Beispiel der Ehemann Arbeitet und verdient und die Ehefrau ist Hausfrau und kein Geld verdient . Wie wird berechnet zugewinnausgleich ?

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Immowelt-Redaktion am 02.10.2019 11:32

Hallo Sasha und vielen Dank für Ihren Kommentar,

die Berechnung des Zugewinnausgleichs ist stark vom Einzelfall abhängig und kann von uns aus der Ferne nicht beantwortet werden. Ein Fachanwalt kann Ihnen da sicher weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Chris am 18.10.2018 22:31

Ein sehr schöner Artikel mit Bezug zum Eigenheim oder Wohnung. Trennung und Scheidung ist natürlich noch viel mehr. Der "Erfolg" eines nicht geführten Rosenkriegs ist ein sattes Einsparen von Kosten, Zeit und Nerven; [Kommentar gekürzt, Anm. d. Red.]

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