Das können Mieter von der Steuer absetzen

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Haushaltshilfe, Winterdienst, Treppenhaus-Reinigung: Mieter können viele Kosten, die für Arbeiten in Haus oder Wohnung anfallen, von der Steuer absetzen. Ein Überblick über die Posten, die beim Finanzamt geltend gemacht werden können.

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Viele Kosten, die für Arbeiten in der Wohnung anfallen, können Mieter von der Steuer absetzen. Foto: istockphoto.com / Tempura

Gute Nachricht für Mieter: Viele Ausgaben für Arbeiten in der Wohnung oder im Haus können von der Steuer abgesetzt werden. Auch Teile der Nebenkostenabrechnung können so geltend gemacht werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen

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Wer einen Gärtner einstellt, kann die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung beim Finanzamt geltend machen. Grafik: immowelt.de

Arbeiten, die im Prinzip jeder selbst erledigen kann, werden vom Finanzamt unter dem Begriff „haushaltsnahe Dienstleistungen“ zusammengefasst. Dazu zählen beispielsweise Rasen mähen, putzen, bügeln, Schnee schaufeln, auf die Kinder aufpassen oder die Eltern pflegen. Lassen Mieter diese Arbeiten von einer Firma oder einem Selbstständigen erledigen, können sie die Kosten dafür von der Steuer absetzen. Maximal können Arbeitskosten von 20.000 Euro zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Daraus kann sich ein direkter Abzug von der Steuerschuld von bis zu 4.000 Euro im Jahr ergeben. Voraussetzung: Die Arbeiten müssen direkt in der eigenen Wohnung oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt worden sein. Außerdem muss die Rechnung per Überweisung beglichen worden sein. Barzahlung wird in der Regel nicht anerkannt.

Hat nicht der Mieter, sondern der Vermieter die Arbeiten in Auftrag gegeben und legt die Kosten auf den Mieter um, können die entsprechenden Teile der Nebenkostenabrechnung beim Finanzamt geltend gemacht werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn im Mietvertrag vorgesehen ist, dass ein Reinigungsdienst die Treppenhaus-Reinigung übernimmt.

Link-Tipp

Vermieter dürfen längst nicht alle Nebenkosten auf ihre Mieter umlege. Alles Wissenswerte zu Nebenkosten & Betriebkosten finden Sie auf unserer Themenseite.

Mieter können Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen

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Handwerkleistungen können Mieter von der Steuer absetzen. Grafik: immowelt.de

Ein neuer Teppich muss verlegt werden, das Wohnzimmer braucht einen frischen Anstrich: Auch Handwerkerleistungen können Mieter von der Steuer absetzen – wenn sie die Arbeiten selbst in Auftrag gegeben und bezahlt haben. Der Fiskus kann mit 20 Prozent an den Kosten beteiligt werden, der Höchstbetrag für Rechnungen liegt bei 6.000 Euro im Jahr. Wer so viel geltend macht, kann also 1.200 Euro vom Finanzamt zurückbekommen. Voraussetzung: Die Arbeiten müssen in der eigenen Wohnung oder auf dem dazugehörenden Grundstück durchgeführt worden sein. Außerdem können nur Arbeiten abgesetzt werden, die dem Erhalt oder der Renovierung dienen – nicht aber solche, die etwas Neues schaffen. Auch hier sollte die Rechnung per Überweisung beglichen worden sein. 

Auch Handwerkerkosten, die sich in der Nebenkostenabrechnung verstecken, können beim Finanzamt geltend gemacht werden. Damit Mieter die Vergünstigung nutzen können, müssen die Kosten detailliert auf der Jahresrechnung ausgewiesen sein. Man kann sich auch von seinem Vermieter eine gesonderte Bescheinigung für seinen Anteil an den Gesamtkosten ausstellen lassen.

Von den Finanzämtern anerkannt werden unter anderem folgende Handwerkerleistungen:

  • Dach- oder Fassadenarbeiten
  • Wartung der Heizungsanlage
  • Austausch oder Renovierung von Türen und Fenstern
  • Malerarbeiten in der Wohnung oder am Haus
  • Gebühren für den Schornsteinfeger
  • Verlegung von Fliesen, Teppich oder Parkett
  • Modernisierung des Badezimmers
Achtung

Von der Steuer abgesetzt werden können nur die reinen Arbeitskosten, nicht aber die Materialkosten. Steuerzahler können außerdem von der Ermäßigung nur in dem Jahr profitieren, in dem die Kosten auch entstanden sind.

Steuerersparnis: Arbeitszimmer

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Wer von zu Hause aus arbeitet, kann sein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Arbeitszimmer, Mieter, Steuer, Grafik: immowelt.de

Mieter, die von zu Hause aus arbeiten, können auch ihr Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten:

Liegt der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit in dem eigenen Arbeitszimmer – das ist beispielsweise bei Selbstständigen oder Heimarbeitern der Fall – können alle anteiligen Ausgaben wie Miete, Heizung oder Strom als Werbungskosten abgesetzt werden.

Arbeitnehmer, die zwar nicht nur daheim arbeiten, für deren Tätigkeiten aber kein anderer Platz zur Verfügung steht, können bis 1.250 Euro pro Jahr absetzen. Das betrifft beispielsweise Lehrer.

Link-Tipp

Wer von zu Hause aus arbeitet, sollte aufpassen: Eventuell braucht es dafür die Erlaubnis des Vermieters. Wann Mietern Ärger droht, haben wir haben wir in diesem Artikel zur gewerblichen Nutzung der Mietwohnung zusammengefasst.

Umzug von der Steuer absetzen

Steuer, Mieter, Umzug, Grafik: immowelt.de
Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann bestimmte Kosten von der Steuer absetzen. Grafik: immowelt.de

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann ebenfalls anfallende Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben und einiges an Steuern sparen. Abgesetzt werden können unter anderem folgenden Kosten:

  • Doppelte Mietzahlung von bis zu einem halben Jahr
  • Transportkosten
  • Reparaturen von Transportschäden
  • Reisekosten für Wohnungssuche
  • Fahrtkosten am Umzugstag

Anstelle von Einzelnachweisen können Pauschalen angesetzt werden. Der Pauschalbetrag für Singles liegt seit 1. Februar 2017 bei 764 Euro. Der Zuschlag für mitziehende Familienangehörige beträgt 337 Euro. Die Pauschale für Verheiratete oder Lebenspartner beträgt 1.528 Euro.

Auch wer aus rein privaten Gründen umzieht, kann sich Geld vom Staat zurückholen. Zwar lassen sich nicht alle Kosten absetzen, aber einige Arbeiten können als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden.


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5 Kommentare

Dario am 18.11.2017 17:00

Kann ich als Mieter die Treppenhausreinigung Betriebskostenabrechnung 2016 für das Jahr 2017 Absetzen ? oder muss ich es für 2016 Jahr Absetzen

Mfg

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 20.11.2017 10:07

Hallo Dario,

entscheidend ist nicht das Jahr, in dem die Kosten entstanden sind, sondern das der Abrechnung. Hat ein Mieter beispielsweise im September 2017 die Betriebskostenabrechnung für 2016 erhalten, zählen die Ausgaben für... mehr

Kyralu am 02.11.2017 10:16

Hallo, hab ich das richtig verstanden, dass ich die Kosten in der Nebenkostenabrechnung, die ich erst jetzt erhalten habe, nicht in der nächsten Steuererklärung, also 2018, absetzen kann?

Und wenn man eine gesonderte Bescheinigung über... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 02.11.2017 14:49

Hallo Kyralu,

bei der Steuererklärung gilt in der Regel das Abflussprinzip. Das heißt, Sie können in der Steuererklärung für 2017 jene Rechnungen geltend machen, die Sie im selben Jahr auch tatsächlich bezahlt haben. Die Rechnung... mehr

splithi am 12.10.2017 14:34

Was kann ich bei der Steuer absetzen wenn ich selber als Mieter Laminat verlege.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.10.2017 15:02

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

lediglich etwaige Handwerkerkosten sind von der Steuer absetzbar, nicht jedoch die Kosten für das Material. Insofern können Sie in diesem Fall leider nichts zusätzlich von der Steuer... mehr

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