Hausmeisterservice: Was er leistet, was er kostet

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In Mehrfamilienhäusern wird oft ein Hausmeisterservice beauftragt, der für die Gebäudereinigung in Treppenhaus und Keller, die Gartenpflege oder für kleine Arbeiten am Haus zuständig ist. Die Kosten hierfür müssen bei einer Eigentumswohnanlage von allen Eigentümern getragen werden, bei Mietwohnungen können Mietern nur diejenigen Kosten verrechnet werden, die vertraglich vereinbart wurden.

Kehrwoche oder Hausmeisterservice? In den meisten Mehrfamilienhäusern kümmern sich heute meist nicht mehr die Bewohner selbst um Pflege und Reinigung, sondern ein Hausmeisterservice. Das kostet zwar Geld, die Arbeiten werden aber zuverlässig erledigt und die Bewohner müssen sich um nichts mehr kümmern.

Hausmeisterservice: Welche Aufgaben er hat, was er kostet

Hausmeisterservice, Hausmeister, Foto: Aycatcher/fotolia.com
Kleine Reparaturen gehören genauso wie Reinigungsarbeiten zu den Aufgaben eines Hausmeisterservices. Foto: Aycatcher/fotolia.com

Ein Hausmeisterservice kümmert sich in der Regel um Haus-, Treppen- und Straßenreinigung, die Gartenpflege, oft auch den Winterdienst sowie die Bedienung oder  Überwachung technischer Anlagen, etwa der Heizung. Außerdem führt er auch kleinere Reparaturen durch. Es ist auch möglich, im Vertrag nur einzelne Aufgaben festzulegen. Verwaltungsarbeiten sind hingegen keine Hausmeistertätigkeit, hierfür ist der Hausverwalter zuständig.

Link-Tipp

Wer eine Hausverwaltung sucht, sollte bei der Auswahl systematisch vorgehen. Welche Aufgaben der Hausverwalter übernimmt und worauf beim Verwaltervertrag zu achten ist, erfahren Sie in diesem Beitrag rund ums Thema Hausverwaltung.

Bei Vertragsschluss ist darauf zu achten, dass alle vom Hausmeisterservice zu erledigenden Aufgaben klar definiert und auch zeitliche Intervalle festgelegt sind.

Hausmeister vs Facility Manager

Bei größeren Gebäudekomplexen wird häufig nicht ein Hausmeisterservice, sondern ein Facility Management beauftragt. Dieses hat ein weiteres Aufgabenfeld als ein Hausmeisterservice, unter anderem kommen hier auch Verwaltungsaufgaben hinzu. Denn der Facility Manager bewirtschaftet nicht nur das Gebäude, sondern verfolgt einen Ansatz, der zu nachhaltigem Werterhalt und auch Wertsteigerungen durch ordnungsgemäße und kosteneffiziente Bewirtschaftung führen soll.

Was kostet ein Hausmeisterservice?

Hinsichtlich der Kosten eines Hausmeisterservices kann es deutliche Unterschiede geben. „Der vereinbarte Leistungsumfang ist abhängig von der technischen Ausstattung des Gebäudes, der Grundstücksgröße und den Ansprüchen beziehungsweise Wünschen der Eigentümergemeinschaft“, sagt Franziska Bock vom Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV): „Die Größe des Objekts ist dann auch ausschlaggebend für den Preis. Je größer die Immobilie oder der angeschlossene Garten, desto mehr Zeiteinsatz wird der Hausmeisterservice für die Pflege aufwenden müssen“, so die Expertin. Der durchschnittliche Stundensatz für die Leistung eines Hausmeisterservices liege derzeit bei rund 32,50 Euro.

Hausmeisterservice, Wohnanlage, Foto: Elxeneize/fotolia.com
In einer WEG-Wohnanlage ist die Eigentümergemeinschaft für die Bestellung eines Hausmeisterservices verantwortlich. Foto: Elxeneize/fotolia.com

Hausmeisterservice in der WEG-Wohnanlage

Wollen die Wohnungseigentümer in einem Mehrfamilienhaus den Hausmeisterservice wechseln oder erstmals einen beauftragen, so erfordert dies einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümergemeinschaft. Üblicherweise ist bereits in der Teilungserklärung der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) geregelt, wie die Kosten geteilt werden.

Hausmeisterservice, Mehrfamilienhaus, Foto: Christian Schwier/fotolia.com
Im Mehrfamilienhaus müssen die Mieter für den Hausmeisterservice nur zahlen, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde. Foto: Christian Schwier/fotolia.com

Hausmeisterservice im Miethaus

Wird in einem Mietshaus ein Hausmeisterservice beauftragt, so stellt sich zunächst die Frage, wer die Kosten zu tragen hat. Denn ein Vermieter kann die Kosten nur dann auf seine Mieter umlegen, wenn dies im Mietvertrag so vereinbart wurde. Wurde nichts vereinbart, ist eine einseitige nachträgliche Änderung durch den Vermieter allein nicht möglich, vielmehr ist eine Zustimmung der Mieter erforderlich.

Link-Tipp

So manche Hausordnung in deutschen Mietshäusern liest sich wie ein regelrechter Verbots- und Pflichtenkatalog. Mieter müssen jedoch nicht alle Regelungen hinnehmen. Welche Regelungen zulässig sind, und welche nicht, erfahren Sie in unserem Beitrag zur Hausordnung.

Zudem kann der Vermieter auch nicht alle Hausmeisterkosten umlegen, sondern nur diejenigen, die durch regelmäßig anfallende Arbeiten – etwa die Treppenhausreinigung – entstehen. Die Kosten für kleinere Reparaturen muss er hingegen herausrechnen. Denn die Instandhaltung und Instandsetzung ist Sache des Vermieters.

Info

Vermieter, die eine Wohnung in einem Haus neu vermieten, in dem noch kein Hausmeisterservice beauftragt wurde, sollten im Mietvertrag trotzdem vereinbaren, dass die Kosten des Hausmeisters gemäß Betriebskostenverordnung umgelegt werden können. Wird dann später ein solcher Service beauftragt, können die Kosten ab diesem Zeitpunkt umgelegt werden.

Wird für ein Miethaus ein Hausmeisterservice beauftragt, ist alleine der Eigentümer verantwortlich. Er bestimmt, welche Firma die Arbeiten übernimmt, ist im Gegenzug aber verpflichtet, seine Auswahl nach den Geboten der Wirtschaftlichkeit zu treffen. Wählt er also eine Firma aus, die ihre Leistungen deutlich über dem marktüblichen Preis anbietet, haben Mieter die Möglichkeit, sich gegen die diesbezüglich umgelegten überhöhten Nebenkosten zu wehren.

Wie hoch die Kosten eines Hausmeisterservices sein dürfen, haben Gerichte bisher unterschiedlich bewertet. Als ortsüblich und damit wirtschaftlich werden von Gerichten oft Kosten bis rund 50 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat angesehen. Liegen sie deutlich darüber, können sie überhöht und damit nicht dem Gebot der Wirtschaftlichkeit folgend sein. Die Folge: Der Mieter muss nur den angemessenen Kostenanteil zahlen.

Link-Tipp

Vermieter können manche laufende Kosten ihren Mietern berechnen: Hier finden Sie einen Überblick, welche umlagefähige Nebenkosten es gibt.

Hausmeisterservice, Winterdienst, Foto: Jamrooferpix/fotolia.com
Unfallgefahr: Hat der Hausmeisterservice nicht sauber gearbeitet, so haftet er – beziehungsweise seine Versicherung. Foto: Jamrooferpix/fotolia.com

Winterdienst: Wer für Unfälle haftet

Die Verkehrssicherungspflicht obliegt grundsätzlich dem Eigentümer einer Immobilie. Dazu gehört, dass er bei Wintereinbruch auch Schnee schippt und Wege eisfrei hält. Das gilt in der Regel auch für die öffentlichen Wege vor dem Gebäude, denn die meisten Gemeinden haben die diesbezügliche Verkehrssicherung per Satzung an die Gebäudeeigentümer übertragen. Dies bedeutet: Verletzt sich ein Passant, weil er auf Glatteis vor dem Haus ausrutscht, haftet unter Umständen der Immobilieneigentümer. Diese Risiken kann jener abfedern, indem er eine Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abschließt.

Link-Tipp

Eigentümer sollten ihre Immobilie möglichst gut absichern: Sie benötigen eine Wohngebäude- und eine Elementarschadenversicherung und sollten sich auch gegen Wasserschäden ausreichend absichern.

Ist ein Hausmeisterservice mit dem Winterdienst beauftragt, muss dieser ebenfalls über eine entsprechende Haftpflichtversicherung verfügen. „Ist der Hausmeisterservice für die unzureichende Räumung von Schnee und Eis auf dem Gehweg verantwortlich, greift die Betriebshaftpflicht des Unternehmens. Obliegt die Räumpflicht den Eigentümern, muss die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung der WEG die Kosten übernehmen“, erläutert Fachfrau Bock. Eigentümer sollten sich vor dem Abschluss eines Vertrags mit dem Hausmeisterservice den ordnungsgemäßen Versicherungsschutz nachweisen lassen.

Wie man einen guten Hausmeisterservice findet

In den meisten Fällen werden Mehrfamilienhäuser – gleich, ob es sich um eine Eigentumswohnanlage oder um ein Mietshaus handelt – von einem professionellen Verwalter betreut. „Jede Immobilienverwaltung hat einen Topf mit Hausmeisterunternehmen und vermittelt Kontakte beziehungsweise holt Angebote ein“, sagt Bock. Dadurch, dass die Verwalter über Erfahrungswerte verfügen, ist das Risiko, an ein Schwarzes Schaf zu gelangen, eher gering. Besteht trotzdem Unzufriedenheit mit einem Hausmeisterservice, sollten Eigentümer handeln. Fachfrau Bock rät: „Abmahnen! Sollte sich auch nach der dritten Abmahnung keine Besserung bei den geforderten und auch vereinbarten Leistungen einstellen, darf die Wohnungseigentümergemeinschaft kündigen“. Eine solche Abmahnung sollte von der Hausverwaltung schriftlich ausgesprochen werden und genau zu erkennen geben, welches Verhalten bemängelt wird.

Kehrwoche billiger – aber weniger zuverlässig

Aus Sicht der Mieter ist es billiger, selbst das Treppenhaus zu reinigen und den Winterdienst zu erledigen, denn Hausmeisterkosten können, wenn im Mietvertrag vereinbart, über die Betriebskostenabrechnung auf den Mieter umgelegt werden. Gerade in größeren Mehrfamilienhäusern stellt sich aber oft das Problem, dass einige Mieter ihrer vertraglichen Verpflichtung zur Kehrwoche nicht oder nur unzureichend nachkommen. Das bringt Ärger. Aus Sicht eines Eigentümers ist es deshalb meist besser, einen Hausmeisterservice zu beauftragen.


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