Mietminderung

Schimmel in der Wohnung, eine kaputte Heizung, andauernder Baustellenlärm oder dauerhafter Gestank im Treppenhaus: Wenn es in einer Wohnung Mängel gibt, können Mieter ihre Miete mindern – und solange weniger Miete zahlen bis der Vermieter das Problem beseitigt hat. Die Schwierigkeit ist aber, dass nicht klar ist, um wie viel Prozent die Miete unter welchen Umständen gemindert werden kann.

Im Internet finden sich zahlreiche Mietminderungstabellen, aus denen genau das hervorgehen soll. Doch Vorsicht: Diese Tabellen orientieren sich lediglich an den Urteilen verschiedener Gerichte – gesetzliche Regelungen, welche Minderung bei welchem Mangel vorgenommen werden darf, gibt es nicht.

Eine Mietminderungstabelle liefert also keineswegs eine verlässliche Auskunft!

Wann ein Mieter die Miete mindern kann

Grundsätzlich werden im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die Fälle, in denen ein Mieter die Miete mindern kann, nicht eigens benannt. Stattdessen ist gesetzlich geregelt, dass eine Mietminderung möglich ist, wenn der „vertragsgemäße Gebrauch“ einer Mietsache erheblich eingeschränkt ist.

Ob eine Mietminderung gerechtfertigt ist oder nicht, können Vermieter mit Hilfe dieses Artikels überprüfen:

Korrektes Vorgehen bei Mietminderung

Einfach so unkommentiert weniger Miete zahlen, sollten Mieter nicht. Zunächst müssen sie den Vermieter über den Mangel informieren – denn dieser weiß eventuell ja noch gar nichts davon. Dieser muss dann unverzüglich handeln und den Mangel beseitigen.

Um den Mangel aus dem Weg zu räumen, ist es für Mieter empfehlenswert, dem Vermieter eine angemessene Frist zu setzen. Diese liegt nach Meinung vieler Experten meist bei drei bis vier Tagen. Eine gesetzliche Regelung, wie lang eine solche Frist sein darf, gibt es jedoch nicht.

Vorsicht vor ungerechtfertigter Mietminderung

Vor jeder Mietminderung empfiehlt sich die Beratung durch einen Experten – entweder bei einem Fachanwalt oder beim Mieterbund. Denn: Ungerechtfertigte Mietminderungen bergen die Gefahr, dass der Vermieter den Mieter verklagt und letzterer den nicht gezahlten Betrag zurückzahlen muss. Tut er dies nicht, kann der Vermieter ihm im Extremfall sogar kündigen.

Bevor es zu einer solchen Konfrontation kommt, sollten Mieter und Vermieter also immer versuchen, die Angelegenheit gütlich zu lösen. In vielen Fällen findet sich eine Lösung, mit der beide Parteien gut leben können.

Markus Grundmann

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