Umzugstransporter mieten: So läuft’s rund

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Viele entscheiden sich für einen Umzug in Eigenregie und mieten dafür einen Umzugswagen. Doch bevor das Hab und Gut von A nach B transportiert werden kann, sollte nicht nur ein Blick auf den Führerschein erfolgen, sondern auch die Versicherung und den Kilometerstand.

Umzugstransporter, mieten, Foto: m.mphoto/Fotolia
Die neue Wohnung wartet schon! Um das Hab und Gut schnell von A nach B zu bringen, lohnt es sich für viele, wenn sie einen Umzugstransporter mieten. Foto: m.mphoto/Fotolia

In Eigenregie oder mithilfe eines Umzugsunternehmens? Diese Frage stellen sich viele vor dem Umzug. Auch wenn letzteres viele Vorteile wie einen professionell-koordinierten Ablauf bietet, entscheiden sich viele – zumeist aus Kostengründen – für den selbstorganisierten Umzug. Neben freiwilligen Helfern ist dabei in den meisten Fällen auch ein Umzugstransporter nötig. Wer einen anmieten möchte, sollte dabei aber unbedingt einige Punkte beachten: Wie groß sollte der Transporter sein, wie ist er versichert und wer darf ihn überhaupt fahren?

Umzugstransporter mieten: Das gilt es vorab zu klären

Umzugstransporter, mieten, Fragen, Foto: iStock.com/PeopleImages
Wer einen Umzugstransporter mieten möchte, sollte vorab ein paar Dinge klären. Foto: iStock.com/PeopleImages

In den meisten Fällen findet ein Umzug nicht spontan statt, sondern ist genügend Zeit, um alles in Ruhe zu planen und Angebote zu vergleichen.

Steht der Umzugstermin fest, sollte zeitnah ein Vergleich der verschiedenen Umzugstransporter-Verleiher stattfinden. Da viele Umzüge in Eigenregie am Wochenende stattfinden, sind an diesen Tagen oftmals die Kapazitäten eingeschränkt. Wer also unter der Woche umzieht, zahlt oftmals weniger für seinen Sprinter.

Generell sollten folgende Fragen vorab geklärt werden:

  • Wie viele Freikilometer sind inklusive? Einige Autoverleiher bieten ihre Mietwagen ohne Kilometerbegrenzung an, während andere nach Freikilometern – beispielsweise 50 Kilometer - staffeln und dann je Mehrkilometer zwischen rund 20 Cent und 80 Cent verlangen.
  • Besteht eine ADAC-Mitgliedschaft?  Vor allem die großen Autoverleiher bieten  in diesem Fall Rabatte.
  • Bis wann kann der Umzugswagen zurückgegeben werden beziehungsweise: Ist eine 24-Stunden-Rückgabe möglich?  Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Rückgabezeiten gelegt werden: Nicht an allen Stationen kann der Transporter sonntags zurückgegeben werden. Je nach Anbieter ist auch ein stundenweises Ausleihen möglich. Wer den Transporter länger benötigt, hat aber auch die Möglichkeit, das Fahrzeug für einen oder mehrere Tage zu mieten
  • Auf welchen Betrag beläuft sich die Kaution? Die Höhe der Kaution variiert von Anbieter zu Anbieter: Manche verlangen beispielsweise einen Festpreis in Höhe von 300 Euro. Andere berechnen den dreifachen Mietbetrag zuzüglich Umsatzsteuer oder machen diese von der Miete, der Schadenselbstbeteiligung und den gebuchten Extras und Nebenkosten abhängig.
  • Was ist bei einer Panne oder einem Unfall zu beachten? Wer kümmert sich in diesem Fall um den Werkstattaufenthalt und ein etwaiges Umladen in einen anderen Transporter? Auch hier gibt es Unterschiede – inwieweit der Anbieter einen Ersatzwagen zur Verfügung stellt oder den Werkstattaufenthalt organisiert, sollte vorab erfragt werden.

Eher der spartanische Typ oder voller Sammelleidenschaft? Je nachdem, wie viele Möbelstücke und Umzugskartons umgezogen werden müssen, sollte auch die Größe des Transporters gewählt werden. Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick, wie viele Umzugskartons Sie benötigen:

Umzugskartonrechner

Das ist nötig, um einen Umzugswagen mieten zu können

Umzugstransporter, mieten, Voraussetzungen, Foto: iStock.com/Miha9000
Bei manchen Anbietern können erst diejenigen einen Umzugstransporter mieten, die 23 Jahre alt sind beziehungsweise seit mindestens einem Jahr den Führerschein haben. Foto: iStock.com/Miha9000

Nicht jeder, der in Besitz eines Führerscheins ist, darf einen Umzugswagen mieten. Zumeist beträgt das Mindestalter 21 Jahre – bei manchen Anbietern dürfen erst 23-Jährige hinters Steuer beziehungsweise müssen Jüngere Zusatzkosten zahlen. Generell muss der Mieter in Besitz eines gültigen Personalausweises sein und den Führerschein bereits seit einem Jahr haben.

Je nachdem, wie umfangreich der Hausstand ist, desto größer muss auch der Transporter sein.  Hier sollte ein Blick auf den Führerschein erfolgen. Denn je nachdem, was im Führerschein steht, dürfen nur Fahrzeuge mit einem bestimmten zulässigen Gesamtgewicht gefahren werden:

  • Steht im Führerschein die Klasse B, darf der Umziehende einen PKW und einen Kleintransporter mit einem Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen fahren. Dies gilt auch für einen PKW mit Anhänger, wobei der Anhänger nicht mehr als 750 Kilogramm wiegen darf.
  • Die Führerscheinklasse BE erlaubt dem Fahrer, an einem Fahrzeug der Klasse B einen Anhänger bis zu 3,5 Tonnen mitzuführen.
  • Wer einen Führerschein für die Klasse C1E besitzt, kann an ein Fahrzeug der Klasse B auch einen Anhänger mit mehr als 3,5 Tonnen hängen. Zudem darf an ein Fahrzeug der Klasse C1 ein Anhänger angekoppelt werden, der mehr als 750 Kilogramm wiegt. Beide Fahrzeugkombinationen dürfen allerdings ein Gesamtgewicht von 12 Tonnen nicht überschreiten.
  • Wer in Besitz eines Führerscheins der Klasse C ist, darf ein Fahrzeug lenken, das schwerer als 3,5 Tonnen ist und darf zusätzlich einen Anhänger mitführen, der nicht schwerer als 750 Kilogramm ist.
  • Einiges aufladen können Halter der Führerscheinklasse CE: Sie dürfen ein Fahrzeug der Klasse C mit einem Anhänger, der mehr als 750 Kilo wiegt, steuern.

Wer sich unschlüssig ist, welche Fahrerlaubnisklassen er hat, sollte nochmal ganz genau auf seinen Führerschein schauen, um kurz vorm Umzug keine bösen Überraschungen erleben zu müssen.

Info

Wohin soll’s denn gehen? Für den Umzug innerhalb einer Stadt ist eventuell ein kleinerer Transport ausreichend, der dafür öfter zwischen alter und neuer Wohnung fährt. Wer weiter weg zieht, sollte darüber nachdenken, einen größeren Transporter anzumieten, in den alle Möbel und Kartons passen. Von Vorteil wäre zudem, wenn der Umzugswagen am neuen Wohnort zurückgebracht werden kann. Möglich ist dies zumeist bei größeren Autovermietern.

Umzugstransporter abholen: Darauf ist zu achten

Wie bei allen Mietautos sollte auch beim Umzugswagen eine Inaugenscheinnahme mit einem Service-Mitarbeiter erfolgen, bevor man den Wagen übernimmt: Sind Beulen in der Karosserie oder Kratzer im Lack? Falls ja, sollte dies schriftlich vermerkt werden – Fotos schaden in diesem Fall nicht. Der nächste Blick sollte auf den Kilometerstand fallen – vor allem, wenn der Autovermieter eine Kilometerbegrenzung vorgibt. Es lohnt sich auf jeden Fall, die verschiedenen Anbieter zu vergleichen und abzuwägen, ob sich eine Tagespauschale als günstiger erweist oder doch das Freikilometer-Angebot mit den Zusatzkosten für Mehrkilometer.

Wichtig ist auch die Frage nach der Treibstoffart: Benzin oder Diesel? Wer hier die Zapfsäule vertauscht, hat nicht nur ein funktionsunfähiges Auto vor sich, sondern muss mit immensen Kosten rechnen. Dies gilt ebenso für eine Einfahrt in eine Tiefgarage, für die der Transporter zu hoch ist. Deshalb sollte vor der Abfahrt nach der Wagenhöhe gefragt werden. Auch der Aufenthaltsort des Erste-Hilfe-Kastens ist für alle großen und kleinen Notfälle angebracht.

Nach dem Umzug: Rückgabe des Umzugstransporters

Nicht immer verläuft ein Umzug ohne kleinere Missgeschicke: Hat ein umgefallener Blumentopf beispielsweise die Ladefläche verschmutzt, sollte diese vor Rückgabe noch gesäubert werden. War der Transporter beim Abholen vollgetankt, muss er auch mit einem vollen Tank zurückgebracht werden. Ist dies nicht der Fall und der Verleiher füllt den Treibstoff nach, muss der Kunde zumeist nicht nur diese Kosten zahlen, sondern ist in vielen Fällen  ein Zusatzbeitrag fällig. Mit weiteren Kosten muss der Kunde zudem rechnen, wenn der Transporter nach dem Umzug Kratzer oder Beulen aufweist. Daher sollte er bei der Rückgabe – zusammen mit einem Mitarbeiter -  auf Schäden untersucht werden. Ist der Transporter unversehrt, sollte sich dies der Kunde schriftlich bestätigen lassen. Erst dann erhält er die Kaution zurück. Inwieweit bei Schäden Zusatzkosten entstehen, kommt unter anderem auf die Art der Versicherung an.

Richtig versichern

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Wer einen Umzugstransporter mieten möchte, sollte vorab unbedingt die Versicherungsfrage klären, um beispielsweise bei einer Panne abgesichert zu sein. Foto: trendobjects/Fotolia

Generell ist die Versicherung im Mietvertrag geregelt: Eine Haftpflichtversicherung ist hier zwar Standard – allerdings schließt diese Schäden am Fahrzeug oder an Insassen nicht ein. Daher sollten Kunden zusätzlich eine Teil- oder Vollkaskoversicherung in Betracht ziehen.  An sich sollte standardmäßig eine der beiden Kasko-Versicherungen inbegriffen sein, allerdings schadet es nicht, explizit nachzufragen. Die Versicherung kostet einen Aufpreis und wird dabei direkt beim Autoverleiher geschlossen.

Dabei übernimmt die Teilkaskoversicherung die Kosten dafür, sollte das Auto gestohlen oder die Scheibe eingeschlagen und etwas aus dem Fahrzeug entwendet werden. Generell deckt eine Teilkaskoversicherung Diebstahl, Glasbruch und Wildunfälle ab.  Wer eine Vollkaskoversicherung abschließt, sollte unbedingt auf die Höhe des Eigenanteils achten. Manche Verleiher bieten aber auch eine Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung. Zudem gilt: Fährt eine weitere Person den Transporter, sollte der Zusatzfahrer bei der Versicherung berücksichtigt werden, da der Versicherungsschutz ansonsten nur für eingetragene Fahrer gilt. Die Vollkasko-Versicherung deckt beispielsweise vom Fahrer verursachte Schäden am Mietwagen ab.

Wer diese Punkte beachtet und sich früh genug um einen Umzugstransporter kümmert, kann dem nahenden Umzug entspannt entgegenblicken.


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