Die Elementarschadenversicherung: Schutz vor Naturgewalten

Lesermeinungen:  

(9)

Unwetter richten in Deutschland jedes Jahr beträchtliche Schäden an. Als Versicherungsschutz reicht eine einfache Wohngebäudeversicherung dabei nicht aus. Abhilfe schafft eine zusätzliche Elementarschadenversicherung.

Erdrutsche, Erdsenkungen, Lawinen, Überschwemmungen durch Regen: Für Hausbesitzer ist es empfehlenswert, als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung eine Elementarschadenversicherung abzuschließen. Denn während Schäden durch Feuer, Rohrbruch oder Sturm durch die Wohngebäudeversicherung gedeckt sind, sind andere davon ausgenommen.

Hochwasser, Gera, Elementarschadenversicherung, Foto: mb67/fotolia.com
Der Geraer Stadtteil Thieschitz im Juni 2013: Ein Hochwasser kann für Grundstücksbesitzer fatale finanzielle Folgen haben. Eine Elementarschadenversicherung schützt. Foto: mb67/fotolia.com

Schutz vor verschiedenen Katastrophen

Im Herbst sind es häufig starke Regenfälle, die Keller oder ganze Grundstücke unter Wasser setzen. Die finanziellen Folgen eines solchen Unglücks können gravierend sein. Hier springt die Elementarschadenversicherung ein.

Zusätzlich zu Hochwasser schützt eine Elementarschadenversicherung aber auch vor finanziellen Folgen diverser anderer Naturereignisse. Dazu zählen:

Elementarschadenversicherung, Erdsenkung, Foto: Jacek_Sopotnicki/istockphoto.com
Eine Elementarschadenversicherung springt auch ein, wenn ein Haus durch eine Erdsenkung zu Schaden kommt. Foto: Jacek_Sopotnicki/istockphoto.com
  • Erdrutsche
  • Erdfall
  • Rückstau
  • Erdbeben
  • Erdsenkungen
  • Schneedruck
  • Lawinen
  • Vulkanausbruch

Die Elementarschadenversicherung gibt es als optionalen Zusatz zur Wohngebäudeversicherung und zur Hausratsversicherung. Sie ist, je nach Versicherer, in verschiedenen Varianten abschließbar. Wer möchte, kann auf den Schutz gegen die finanziellen Folgen bestimmter Natureinflüsse auch verzichten – beispielsweise eignet sich ein Schutz gegen Schäden durch Lawinen nicht für Immobilien auf dem flachen Land. Auch Komplettpakete werden angeboten. Diese versichern gegen alle Schäden gleichermaßen.

Was eine Elementarschadenversicherung kostet

Bevor sich ein Hausbesitzer für eine bestimmte Elementarschadenversicherung entscheidet, sollte er sich zunächst genau informieren, welche Gefahren in seinem Wohngebiet auftreten können. Auf dem flachen Land sind Erdrutsche wohl eher unwahrscheinlich, in der Nähe von Gewässern ist das Risiko einer Überschwemmung höher.

Ein Problem kann sein, dass Hausbesitzer, die in einer Gegend mit erhöhter Hochwassergefahr wohnt, nur schwer eine Versicherungspolice bekommt – und falls doch, sind die Kosten der Elementarschadenversicherung deutlich höher. Die Versicherungen berechnen die Wahrscheinlichkeit einer Flut in verschiedene Zonen von 1 bis 4: In Zone 1 tritt in weniger als allen 200 Jahren ein Hochwasser auf, in Zone 4 mindestens alle zehn Jahre. Demnach sind Versicherungen für Immobilien in Zone 1 am teuersten, in Zone 4 am günstigsten.

Link-Tipp

Für die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft eine Online-Plattform bereitgestellt, auf der Immobilieneigentümer prüfen können, in welcher Zone ihr Haus liegt.

Was eine Elementarschadenversicherung nicht abdeckt

Keller, Wasserschaden, Elementarschadenversicherung, Foto: Michael Schütze/fotolia.com
Vorsicht: Wenn nur der Keller unter Wasser steht, zahlen viele Elementarschadenversicherungen nicht. Foto: Michael Schütze/fotolia.com

Eine Elementarschadenversicherung springt aber nicht bei jedem Schaden ein. Versicherungsnehmer sollten auf jeden Fall gut auf das Kleingedruckte in ihren Verträgen achten, denn oftmals sind bestimmte Schäden explizit ausgeschlossen. Einige Elementarschadenversicherungen umfassen nur Schäden durch Regenwasser, nicht jedoch durch Sturmflut oder Grundwasser. Gleichzeitig wird eine Überschwemmung oft nur dann als solche definiert, wenn das Wasser bis an die Erdoberfläche gelangt. Das bedeutet: Ist nur der Keller betroffen, gibt es kein Geld. Damit eine Elementarschadenversicherung gegen Rückstau schützt, sind darüber hinaus oft Rückstauklappen zwingend vorgeschrieben. Auch Ferien- oder Gartenhäuser sind oft nicht von der Elementarschadenversicherung umfasst.

Hinzu kommen einige Sonderfälle, über die Versicherungsnehmer schon vor Gericht gestritten haben: Wird etwa eine Regenrinne durch starken Hagel verstopft und führt dies zu einer Überschwemmung auf einem Grundstück, muss die Versicherung unter Umständen nicht für den Schaden aufkommen. Dies entschied das Amtsgericht Mannheim (Az.: 3 C 194/12). Die Begründung: Es handele sich nicht um Schäden, die auf „unmittelbare Einwirkung oder als unvermeidbare Folge des Schadensereignisses“ eingetreten seien. Für die Überschwemmung direkt verantwortlich sei nicht der Niederschlag, sondern die verstopfte Dachrinne gewesen. Obgleich für diese Verstopfung der Hagel verantwortlich war, haftete auch die Wohngebäudeversicherung nicht, schließlich waren durch den Hagel selbst keine Schäden am Gebäude entstanden.

In einem anderen Fall entschied das Oberlandesgericht Oldenburg, dass die Versicherung nicht zahlen muss, wenn das Wasser über eine schräg gebaute Einfahrt in den Keller fließt (Az.: 5 U 160/11) – schließlich sei in diesem Fall die Bauweise der Einfahrt verantwortlich für die Überschwemmung.


Ihre Meinung zählt

(9)
4.3 von 5 Sternen
5 Sterne
 
6
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
3
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

VersicherungenTipps für Immobilieneigentümer

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben